Umfrage: 56 Prozent der Amerikaner fordern besseres Verhältnis zu Kuba

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Teilergebnis der Umfrage, die vom Atlantic Council durchgeführt wurde (Quelle AC).

Eine landesweite Umfrage in den USA hat ergeben, dass sich 56 Prozent der US-Amerikaner eine Verbesserung oder Normalisierung der Beziehungen zu Kuba wünschen. Allein im Bundesstaat Florida, wo die Mehrzahl der Exilkubaner lebt, waren es 63 Prozent. Die Befragung wurde vom amerikanischen Think-Thank „Atlantic Council“ durchgeführt, insgesamt wurden 2.000 Personen konsultiert. Einen Tag nach Veröffentlichung der Umfrage sprach sich der ehemalige republikanische Gouverneur Floridas, Charlie Crist, für ein Ende des Embargos gegen die Karibikinsel aus. Im November wird der Politiker wieder für den Posten des Gouverneurs kandidieren, diesmal jedoch für die demokratische Partei.

Den Ergebnissen der Umfrage zu Folge sind nur 35 Prozent der Amerikaner und lediglich 30 Prozent der Einwohner Floridas explizit gegen eine Aufhebung des Embargos. „Angesichts der Ergebnisse der Umfrage, ist es offensichtlich an der Zeit einen neuen Blick auf die Kubapolitik der USA zu werfen“, sagte Jason Marczak, stellvertretender Leiter des Atlantic Council gegenüber Reuters. 61 Prozent der Amerikaner sprachen sich für eine vollständige Aufhebung der geltenden Reisebeschränkungen nach Kuba aus (Florida: 67 Prozent). Zwar sind noch immer 40 Prozent der Befragten weiterhin der Ansicht, dass Kuba auf die Liste der Länder, die den Terrorismus unterstützen gehört, allerdings fordert inzwischen die Mehrheit (52 Prozent) eine Streichung Kubas von der Liste. Die Daten der Umfrage wurden telefonisch vom 7. bis zum 22. Januar in zufällig ausgewählten Haushalten erhoben, die Fehlertoleranz liegt bei 3,1 Prozent.

Auch eine andere, weniger repräsentative Umfrage brachte neuerdings erstaunliches zu Tage: Nach der Befragung von 423 US-Amerikanern, die im Rahmen des legalen Kulturaustauschs nach Kuba reisten, sagten 88,2 Prozent, dass sie nach ihrer Reise das Ende von Sanktionen gegen Kuba stärker unterstützten. Auch in anderen Aspekten hat sich das Kubabild der Amerikaner nach ihrer Reise deutlich verändert. Vor ihrem Besuch in dem Land sahen 47,8 Prozent die kubanische Regierung als „repressives, kommunistisches Regime, das Individualität und Kreativität unterdrückt“, nach ihrer Rückkehr waren lediglich 19 Prozent noch dieser Ansicht. Interessanterweise waren weniger als vier Prozent der Reisen Familienbesuche, drei Viertel gaben an, einfach neugierig auf die Lebensverhältnisse in Kuba gewesen zu sein. 81,3 Prozent zogen einen zweiten Besuch in Betracht, wenn sie die Gelegenheit dazu bekämen. Die Umfrage wurde von der Organisation „Friendly Planet Travel“ durchgeführt, die entsprechende Reisen nach Kuba im Rahmen des „people-to-people“ Programms anbietet.

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