Kubas erste Moschee soll 2015 eröffnen

Ortakoey

Die Ortaköy-Moschee in Istanbul: Nach ihrem Vorbild soll in Havanna die erste kubanische Moschee errichtet werden (Quelle: Commons)

Die kubanische Regierung hat Pläne zur Errichtung einer Moschee in Havanna bestätigt. Eine Delegation der „Türkischen Stiftung für religiöse Angelegenheiten“ (TDV) war kürzlich in Havanna zu Gast, um das Vorhaben zu erörtern. Der Islam hat etwa 9.000 Anhänger in Kuba, etwa 0,1 Prozent der Bevölkerung, wobei 3.500 der kubanischen Muslime in Havanna leben. Bisher existiert in dem sozialistischen Land noch kein islamisches Gotteshaus.

Kubas erste Moschee wird eine Fläche von 32.000 Quadratmetern in Anspruch nehmen und Raum für etwa 500 Gläubige bieten. Die Architektur soll sich stark an der Istanbuler Ortaköy-Moschee aus dem 19. Jahrhundert anlehnen. „Wir dachten, dass die Moschee sich perfekt in Havannas Altstadt einpassen wird, mit europäischer Architektur in unmittelbarer Nachbarschaft“, sagte der Vorsitzender der TDV, Yuksel Sezgin. Die meisten kubanischen Muslime kamen über ausländische Studenten aus dem arabischen oder afrikanischen Raum mit der Religion in Kontakt. Bisher finden ihre Freitagsgebete im „Arabischen Haus“, dem Hauptsitz der muslimischen Gemeinde in Havanna statt.

Bereits vor einigen Jahren hat der ehemalige kubanische Präsident Fidel Castro den Bau einer Moschee versprochen, aufgrund fehlender Mittel wurde das Projekt jedoch auf Eis gelegt. Die Pläne könnten jetzt allerdings bald Wirklichkeit werden: Die Finanzierung des Vorhabens erfolgt durch die türkische Stiftung, die in Haiti an einem ähnlichen Projekt arbeitet. Der Standort für den Bau wurde bereits festgelegt, innerhalb eines Jahres soll das Gebäude eröffnen.

Befristete Staatsbürgerschaft für Investoren

Havanna. Die Regierung in Kuba hat in einem Gesetzesblatt neue Regelungen für Ausländer veröffentlicht, die den Erwerb einer befristeten Staatsbürgerschaft ermöglichen. Wer als Ausländer in Kuba zur Miete wohnt oder ein Haus besitzt, kann eine temporäre Staatsbürgerschaft beantragen, die zunächst für ein Jahr gültig ist und dann erneuert werden kann. Der Erwerb dieses Status kostet einmalig 200 Konvertible Pesos (CUC), die Erneuerung muss jedes Jahr mit 140 CUC bezahlt werden.

Zu den Bedingungen gehört, dass Nebeneinkünfte wie das Vermieten des Hauses, nur mit einer Lizenz des Tourismusministeriums möglich sind. Andere Immobiliennutzungen bedürfen einer Sondergenehmigung. Aktivitäten, die gegen die Verfassung oder die Gesetze gerichtet sind, können zum Verlust der temporären Staatsbürgerschaft führen. Wer sich länger als ein Jahr im Ausland aufhält oder seine Immobilie in Kuba verliert, muss die Staatsbürgerschaft wieder abgeben.

Das neue Gesetz stellt eine Reform des Ausländerrechtes mit Blick auf zukünftige ausländische Investoren dar. Kuba rechnet mit einem größeren Zustrom ausländischer Geschäftsleute, die über einen längeren Zeitraum in dem Land leben und arbeiten. Der Staat baut aus diesem Grund derzeit mehr als 400 Wohnungen für Ausländer in der Region Varadero, nahe einem geplanten Golfplatzprojekt. Die Regelung richtet sich an Ausländer „die Eigentümer oder Mieter von Immobilien sind sowie deren ausländische Verwandte, wenn Notwendigkeit besteht“, heißt es im Gesetzestext. Die bisherigen Regelungen zum Erwerb von Häusern für Privatpersonen bleiben von der Reform unangetastet, jedoch wurde der Verkauf und die Vermietung an ausländische Investoren mit dem neuen Gesetz über Direktinvestitionen im März ermöglicht.

von Marcel Kunzmann / Amerika21