UNO und WHO danken Kuba für Ärzte im Kampf gegen Ebola in Afrika

Havanna. Die kubanische Regierung wird zur Unterstützung des Kampfes gegen die Ebola-Epidemie 165 Ärzte nach Westafrika entsenden. Dies gab der Gesundheitsminister Kubas, Roberto Morales Ojeda, am Freitag bekannt. Im Rahmen einer Pressekonferenz in der Zentrale der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf sagte Morales Ojeda, dass die ersten Mediziner den Plänen zufolge Anfang Oktober in Sierra Leone eintreffen werden.

In Westafrika sind offiziellen Zahlen zufolge in einer der schlimmsten Epidemien bereits 2.300 Menschen gestorben. Die Dunkelziffer ist weitaus höher. Die Epidemie betrifft Liberia, Sierra Leone und Guinea, seit im März die ersten Fälle aktenkundig geworden waren. Auch Nigeria und Senegal haben erste Kranke gemeldet.

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WHO-Chefin Chan und Kubas Gesundheitsminister Morales (Quelle: WHO)

Das kubanische Engagement ist weltweit bei Fachorganisationen und in Medien auf ein großes Echo gestoßen. Medien wie Forbes, Reuters oder die BBC berichteten ausführlich über die Initiative. Die Entsendung von Ärzten in Länder des Südens hat in Kuba Tradition. In Haiti etwa sind seit Jahren hunderte Mediziner aus Kuba aktiv.

Das langfristige Engagement wurde von Experten als effizienter anerkannt als die kurzfristige Katastrophenhilfe westlicher Staaten.

Auch aktuell lobt die WHO-Direktorin Margaret Chan Kubas Einsatz, der nach ihren Worten für Sierra Leone „eine wichtige Unterstützung“ bedeutet. „Wenn wir gegen Ebola in den Krieg ziehen wollen, dann brauchen wir Ressourcen dafür“, sagte sie. „Kuba ist weltweit dafür bekannt, dass es herausragende Ärzte und Pflegekräfte ausbildet und anderen Staaten generös auf dem Weg zum Fortschritt beisteht“, so Chan weiter.

Nach kubanischen Angaben werden der Delegation Ärzte, Pflegekräfte, Epidemiologen, Spezialisten in Seuchenkontrolle, Intensivmediziner und Sozialarbeiter angehören.

Neben der WHO-Chefin sprach auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon Kuba seinen Dank aus. „Der Generalsekretär möchte die von der kubanischen Regierung bekanntgegebene Initiative, kurzfristig 165 Ärzte zum Kampf gegen Ebola nach Sierra Leone zu entsenden, aufs Herzlichste begrüßen“, heißt es in der online veröffentlichten Note.

von Harald Neuber / Amerika21

Mögliches Treffen von Barack Obama und Raúl Castro in Panama

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Obama und Castro in Südafrika: Kommt es in Panama 2015 erneut zum Handschlag? (Quelle: Amerika21)

Panama-Stadt. Bei dem kommenden 7. Amerika-Gipfel lateinamerikanischer Staaten mit den USA und Kanada könnten US-Präsident Barack Obama und sein kubanischer Amtskollege Raúl Castro aufeinandertreffen. Das berichten lateinamerikanische Medien mit Verweis auf Meldungen, nach denen die panamaische Regierung die Einladung des sozialistischen Staats- und Regierungschefs angekündigt hat. Das Gipfeltreffen wird Mitte April 2015 in Panama-Stadt ausgerichtet werden.

Zuvor hatte die Vizepräsidentin Panamas, Isabel Saint Malo, die Einladung Castros als Ausdruck der Forderung der lateinamerikanischen Staatengemeinschaft bezeichnet. Als Gastgeberin müsse ihre Regierung dieser Haltung folgen, so Saint Malo weiter. Panamas Politik unterstütze den politischen Dialog zwischen den Staaten der Region, fügte die Politikerin an. Die USA und Kanada haben nach Angaben der panamaischen Vizepräsidentin „Verständnis“ für die beabsichtigte Einladung Castros geäußert. Bei dem kommenden 7. Amerika-Gipfel werde Panama daher die 34 Staats- und Regierungschefs der Region empfangen, Obama und Castro eingeschlossen.

Der Amerika-Gipfel wird seit Mitte der neunziger Jahre auf Initiative der USA ausgerichtet. Kuba war von der Veranstaltung von Beginn an ausgeschlossen. Nach dem letzten Gipfel hatten mehrere Staats- und Regierungschefs einen Boykott des Treffens angekündigt, sollte die sozialistische Regierung Kubas von dem Forum weiterhin ausgegrenzt werden. Diese Positionsnahme am Ende des vergangenen Amerika-Gipfels war von politischen Beobachtern und Medien als deutliches Zeichen für die gescheiterte Blockadepolitik der USA gegenüber Kuba gedeutet worden.

Die US-Regierung von Präsident Obama steht indes unter großem innenpolitischen Druck rechtsgerichteter exilkubanischer Gruppen. Als der US-Amtsinhaber bei den Trauerfeierlichkeiten für den südafrikanischen Freiheitskämpfer und Ex-Präsidenten Nelson Mandela Mitte Dezember vergangenen Jahres Rául Castro kurz die Hand reichte, übten die exilkubanischen Lobbygruppen in den USA harsche Kritik an der Geste.

von Harald Neuber / Amerika21

Gespräche zwischen Kuba und EU machen Fortschritte

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EU-Diplomat Christian Leffler (Quelle: Dos Orillas)

Die Verhandlungen zur Normalisierung der Beziehungen zwischen der EU und Kuba scheinen voran zu kommen. „Wir haben ein gut vorbereitetes kubanisches Team getroffen, das mit einem konstruktiven Geist des Kompromisses nach Brüssel kam“, sagte der Top-Diplomat der EU für Amerika, Christian Leffler über die zweite Runde der im Frühjahr begonnenen Gespräche gegenüber der Nachrichtenagentur EFE.

Es gebe eine klare Übereinkunft über den Ablauf der Verhandlungen sowie mögliche Kompromissfelder. Die nächste Runde der Gespräche, die abwechselnd in Europa und Kuba abgehalten werden, soll noch vor Ende des Jahres in Havanna stattfinden. Die kubanische Regierung bestätigte inzwischen in einem Kommuniqué den „normalen“ und „konstruktiven“ Ablauf des Prozesses.

Im Februar dieses Jahres hat sich die EU entschlossen den seit 1996 gültigen „gemeinsamen Standpunkt“ gegenüber Kuba durch ein neues Abkommen zu ersetzen. Dieser wurde in Absprache mit Washington durch den damaligen rechtskonservativen spanischen Ministerpräsidenten Aznar forciert und fordert einen Regimewechsel auf der Insel, was auf kubanischer Seite für vehemmente Kritik gesorgt hat. Zuletzt hatten Polen, Tschechien und Deutschland ihren Widerstand gegen die Aufhebung des umstrittenen gemeinsamen Standpunkts aufgegeben.

Bei dem neuen Abkommen, das derzeit verhandelt wird, geht es neben politischer Zusammenarbeit auch um den Ausbau von Handel und Investitionsbeziehungen mit der Insel. Leffler deutete bereits an, dass man sich in diesen Punkten wohl schnell einigen werde. Bei der dritten Gesprächsrunde am Ende des Jahres sollen allerdings auch „sensiblere politische Fragen“ auf den Tisch kommen. Die kubanische Seite stimmte zu, dass auch die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft Eingang in das neue Vertragswerk finden wird.

Bis zu einer Übereinkunft kann es noch mindestens ein Jahr dauern. Man habe jedoch schon jetzt „substantielle Fortschritte“ erzielt, so der Diplomat. In der Zwischenzeit bleiben EU und Kuba über informelle diplomatische Kanäle in ständigem Kontakt.