Die ersten Bilder der drei Kubaner in Freiheit

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Erste Aufnahmen der drei freigelassenen Kubaner (Quelle: Cubadebate)

Nach der Freilassung der verbliebenen Mitglieder der „Miami Five“ hat das kubanische Fernsehen noch am Abend des 17. Dezember erste Bilder nach ihrer Rückkehr veröffentlicht. Antonio Guerrero, Ramón Labañino und Gerardo Hernández sind gestern nach 16 Jahren Haft aus den USA nach Kuba zurückgekehrt. Eine ausführliche Bildergalerie findet sich hier.

Auch ein Video wurde bereits veröffentlicht:

Nach 50 Jahren: Obama will Kuba-Blockade aufheben

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Obama während seines Telefonats mit Raúl Castro (Quelle: NPR)

Washington. Nach über 50 Jahren tiefer Differenzen wollen die Regierungen der USA und Kubas eine Normalisierung ihrer Beziehungen erreichen. In TV-Auftritten gaben US-Präsident Barack Obama und Kubas Präsident Raúl Castro am Mittwoch zeitgleich erste Schritte dazu bekannt. Obama machte dabei deutlich, dass die Kuba-Blockade beendet werden soll. „Die Politik der Isolation hat nicht funktioniert“, sagte er.

Der Ankündigung vorausgegangen war am Dienstag ein knapp einstündiges Telefonat zwischen beiden Staatschefs. Es war der erste direkte Kontakt zwischen einem US-Präsidenten und einem kubanischen Staatschef seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen nach der kubanischen Revolution vor mehr als einem halben Jahrhundert, hieß es aus Washington.

Nach Obamas Ankündigung sollen die umfassenden Embargomaßnahmen seitens der USA und Reisebeschränkungen gelockert werden. Als ersten konkreten Schritt entließ Kuba den US-Bürger Alan Gross aus der Haft, der Spionagematerial in den sozialistischen Inselstaat geschmuggelt hatte. Im Gegenzug kamen drei kubanische Agenten in den USA frei.

In Washington stießen die Änderungen noch vor der offiziellen Ankündigung auf harsche Kritik einzelner Kongressabgeordneter, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Obama sagte in seiner international live übertragenen Ansprache, dass er diese Meinungen respektiere. Allerdings habe die Politik der vergangenen Jahrzehnte nicht funktioniert.

von Harald Neuber / Amerika21

Kuba zählt zu den fünf sichersten Ländern Amerikas

Havanna. Kuba zählt zu den Ländern mit der geringsten Mordrate auf dem amerikanischen Kontinent. Nach einem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichten Dossier über die weltweite Verbreitung von Tötungsdelikten, belegte Kuba mit einer Mordrate von 5,0 pro 100.000 Einwohner den vierten Platz auf dem amerikanischen Kontinent. Nur Kanada (1,8), der Inselstaat Antigua und Barbuda (4,4) und Chile (4,6) weisen niedrigere Mordraten auf. Damit liegt Kuba vor den USA (5,3) und Argentinien (6,0).

Die UN-Organisation stellt der sozialistischen Insel insgesamt ein gutes Zeugnis bei der Gewaltprävention aus. Fast alle vorgeschlagenen Vorbeugeprogramme und Gesetze, beispielsweise zur Aufklärung über sexuelle Gewalt und Entschädigung der Opfer, wurden flächendeckend umgesetzt. Dies trifft auf weniger als ein Drittel der 133 untersuchten Länder zu.

In der letzten Dekade gab es in Kuba einen Rückgang in der Mordrate, die im Jahr 2005 noch bei 6,1 pro 100.000 Einwohner lag. Im Unterschied zu anderen Ländern in der Region sind in Kuba nur sechs Prozent der Morde auf den Einsatz von Schusswaffen zurückzuführen.

Im Jahr 2012 wurden weltweit 475.000 Menschen ermordet. Der amerikanische Kontinent weist mit durchschnittlich 28,5 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohner eine der höchsten Mordraten auf. Zu den Ländern mit den höchsten Quoten zählen Honduras (103,9), Venezuela (57,6) und Jamaica (45,1). In Europa liegt die Mordrate bei durchschnittlich 3,8 pro 100.000 Einwohner.    

von Marcel Kunzmann / Amerika21


Der vollständiger Bericht der WHO findet sich hier.

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Länderprofil Kubas im WHO-Bericht (Quelle: WHO)

Kuba förmlich zum Amerika-Gipfel in Panama eingeladen

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Logo des VII. Amerika-Gipfels (Quelle: NODAL.AM)

Panama-Stadt. Die panamaische Regierung hat Kuba offiziell zum 7. Amerika-Gipfel, der am 10. und 11. April kommenden Jahres in dem mittelamerikanischen Land stattfinden wird, eingeladen. Laut dem Außenministerium Panamas erging die Einladung an Kubas Präsident Raúl Castro. Der Gipfel wird somit die 35 Staats- und Regierungschefs der Region versammeln, einschließlich der USA und Kanadas.

Der Amerika-Gipfel geht auf eine Initiative der USA zurück, die das erste Zusammentreffen 1994 in Miami ausrichteten. Ein Hauptthema war die Förderung des Freihandels. Kuba blieb von der Veranstaltung seit Beginn an ausgeschlossen. Erst am Ende des letzten Gipfel hatten mehrere Staats- und Regierungschefs einen Boykott zukünftiger Treffen angekündigt, sollte die sozialistische Regierung Kubas von dem Forum weiterhin ausgegrenzt werden. Diese Positionsnahme galt politischen Beobachtern und Medien seither als weiteres Anzeichen des Scheiterns der Blockade- und Isolierungspolitik der USA gegenüber Kuba.

In der förmlichen Einladung an die Staats- und Regierungschefs erklärt der panamaische Präsident Juan Carlos Varela, der Gipfel „beabsichtigt, ein Forum für den Dialog zu sein, um die Verpflichtung der Länder der Region zu erneuern, eine größere Annäherung und Zusammenarbeit zwischen den Völkern von Amerika zu erreichen.“

Varela betonte, dass Panama keinen Zweifel daran habe, die Versammlung der 35 Staatslenker einschließlich Präsident Raúl Castro einzuberufen. Inzwischen hat Kuba dafür die Unterstützung aller lateinamerikanischer Staaten. Meldungen nach beharren die USA und Kanada darauf, dass die Teilnahme Kubas keine Legitimierung der Regierung in Havanna darstelle.

von Marta Andujo / Amerika21

Kuba stärkt Beziehungen zu den Karibikstaaten

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Teilnehmer am fünften Gipfel „CARICOM-Kuba“ in Havanna (Quelle: ACN)

Havanna. Vergangenes Wochenende fand in Havanna der fünfte Gipfel „CARICOM-Kuba“ in Havanna statt. Die Staats- und Regierungschefs der 15 Mitgliedsstaaten trafen sich in Kubas Hauptstadt, um die Beziehungen der karibischen Gemeinschaft mit Havanna zu besprechen.

Kubas Präsident Raúl Castro betonte in seiner Eröffnungsrede: „Die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts verpflichten uns zum Zusammenschluss, um Naturkatastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels gemeinsam begegnen können.“ Castro bekräftigte den Willen seines Landes zur Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft, um die soziale Entwicklung in der Region zu unterstützen.

In der Schlusserklärung betonten die Vertreter der CARICOM Kubas konstruktive Rolle nach dem Erdbeben in Haiti im Jahr 2010. Die Erarbeitung eines umfassenden Kooperationsprogramms für die Zeit nach 2015 wurde ebenfalls beschlossen. Auch auf wirtschaftlichem Gebiet soll die Zusammenarbeit vertieft werden. Raúl Castro forderte die Erneuerung und Überarbeitung des Freihandelsabkommens mit der Gemeinschaft, das derzeit knapp 300 Produkte umfasst. Die Bedeutung der neuen Sonderwirtschaftszone und des neuen Investitionsgesetzes in Kuba wurde dabei in die Schlusserklärung mit aufgenommen.

Die Karibische Gemeinschaft wurde am 4. Juli 1973 gegründet und umfasst 15 karibische Staaten mit insgesamt 16,7 Millionen Einwohnern, darunter Jamaica, Grenada, Haiti und die Bahamas. Kubas selbst ist nicht Mitglied der Gemeinschaft, unterhält aber enge Handelsbeziehungen. Der erste CARICOM-Kuba Gipfel fand im Jahr 2002 ebenfalls in Havanna statt.

von Marcel Kunzmann / Amerika21

Kubas Fernsehen bietet Raum für Satire

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„Noch vor zehn Jahren war so etwas undenkbar“ – Luis Silva in seiner Figur des Rentners Panfilo (Quelle: Cubahora)

Bereits seit einigen Jahren sorgt die kubanische Comedysendung „Vivir del Cuento“ (in etwa: Überleben durch Köpfchen) für Abwechslung im Programm des staatlichen Fernsehens. Jeden Montagabend nimmt der Komiker Luis Silva darin in Form des kauzigen Rentners Panfilo den kubanischen Alltag in all seinen Facetten aufs Korn. Zwar veröffentlicht Kuba keine Zahlen zu den Einschaltquoten, doch gilt die Sendung als erfolgreichste Satiresendung im kubanischen Fernsehen.

Hinter dem Erfolg des Formats steckt vor allem seine Nähe zum täglichen Leben vieler Menschen auf der Insel: In einem Sketch will Panfillo seine kaputte Wasserleitung reparieren. Als der staatliche Klemptner ankündigt, dass die Reparatur mindestens sechs Monate dauern werde, besticht ihn Panfillo mit einer Flasche Shampoo. Am nächsten Tag taucht der Klemptner wieder auf: Mit frisch gemachten Haaren und einem Haufen gestohlener Ersatzteile. Das Publikum bricht in Lachen aus.

Es sind Szenen wie diese, über die noch Tage später auf der Straße gesprochen wird, weil sie den Absurditäten des kubanischen Alltags Raum geben. „Die Leute atmen mit Vivir del cuento“ sagte Silvo in einem Interview mit den kubanischen Nachrichten. Der Komiker tritt derweil nicht nur im staatlichen Fernsehen, sondern auch auf den Theaterbühnen des Landes auf. Ein Ticket für die gut besuchten Veranstaltungen kostet 20 Pesos. „Er spricht mit Humor über die soziale Realität in unserem Land. Er versteckt nichts. Er bringt uns zum nachdenken und ich hoffe dass er auch die Regierenden in diesem Land zum nachdenken bringt“, beschreibt die Lehrerin Yahima Morales sein Programm.

Die teils derbe Kritik an der allgegenwärtigen Korruption in Kuba wird von der Regierung geduldet. Silvas Programm wird allwöchentlich im Staatsfernsehen übertragen, obwohl die Satiresendung in den letzten Jahren immer bissiger und direkter wurde. In einem neueren Beitrag bringt Panfillo seiner Schwester in Miami einen Leib kubanisches Brot mit. Als er vom Zoll kontrolliert wird, finden die US-Beamten zwar nichts verdächtiges, konnten alledings nicht glauben, dass es sich bei dem Geschenk wirklich um Brot handeln soll. „Wie soll ich diesem Kerl erklären, dass wir das Zeug tatsächlich essen?“, fragt Panfillo, bevor das Publikum in schallendes Gelächter ausbricht.

„Noch vor zehn Jahren war so etwas undenkbar. Das Fernsehen hat diese komplizierten Themen der kubanischen Gesellschaft nicht behandelt“, sagt Carlos Gonzalo, der ebenfalls als Komiker arbeitet. Doch wo liegen die Einschränkungen der kubanischen Satire? „Es gibt eine Grenze, die bei den Namen Fidel Castro und Raúl Castro beginnt“, sagte der kubanische Satiriker Alejandro Garcia der Nachrichtenagentur AP. Er fügte jedoch hinzu, dass er die beiden Revolutionäre nicht aus Angst vor der Zensur, sondern aus Respekt vor ihren Leistungen von der Satire verschone.

Die Sendung von Luis Silva bildet nur den jüngsten Höhepunkt einer Comedywelle, die gerade durch Kuba geht. Zahlreiche Entertainer, Kabaretisten und Stand-up Comedians haben in den letzten Jahren Verträge beim „Zentrum für Humorförderung“ bekommen, der zuständigen Institution beim kubanischen Kulturministerium. Ihre Auftritte finden auf den Theater- und Fernsehbühnen des Landes bisher ohne Einschränkungen statt. Ist dies der Beginn einer weiteren Welle der kulturpolitischen Liberalisierung in Kuba?

Einiges spricht dafür. So wurde jüngst der oppositionellen Bloggerin Yoani Sánchez erstmals eine offizielle Presseakreditierung für das Festival des Lateinamerikanischen Films in Havanna erteilt. Ihr alternatives Internetmedium „14yMedio“ wird von staatlicher Seite inzwischen geduldet, während der Informationsfluss innerhalb Kubas durch die Verbreitung von USB-Sticks in den letzten Jahren wahrhaftig revolutioniert wurde. Der Berater des Präsidenten Raúl Castro, Ex-Kulturminister Abel Prieto, forderte jüngst einen verstärkten Ausbau des Internetzugangs auf der Insel.

Als gestern in Kuba der internationale Tag der Menschenrechte gewürdigt wurde, bot das Land seinen Einwohnern mehr kulturpolitische Freiräume denn je. Die Debatten auf den Versammlungen der kubanischen Journalisten und Kulturschaffendenverbände in den vergangenen zwei Jahren beginnen bereits ihre Spuren zu hinterlassen. Wie in anderen Gebieten werden auch bei der Kulturpolitik alte Haltungen überprüft und frische Ideen vorsichtig ausgetestet. Welchen Weg Kuba letztendlich einschlagen wird, kann vielleicht in Zukunft das neue Mediengesetz zeigen, das in den kommenden Jahren erarbeitet werden soll.

Havanna unter den sieben urbanen Weltwundern

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Kubas Hauptstadt hat es in die Aufzählung der sieben städtischen Weltwunder geschafft (Quelle: Cubadebate).

Kubas Hauptstadt Havanna wurde im Rahmen einer globalen Abstimmung zu den sieben urbanen Weltwundern gewählt. Die 1999 vom Schweizer Bernard Weber gegründete „NewOpenWorld Foundation“ hat sich das Ziel gesetzt, in mehrstufigen weltweiten Abstimmungen und Juryentscheidungen eine neue Sammlung von Weltwundern zu ermitteln. Nach den „New7Wonders of Nature“ (2011) lief seit 2012 die Abstimmung zu den „New7Wonders Cities„.

Zu Beginn der Abstimmung gab es 1.200 Kandidaten aus über 220 Ländern. Von einem Expertenkomitee wurden zuletzt die 28 Finalisten ausgewählt, über die bis Anfang Dezember abgestimmt werden konnte. Neben Havanna zählen auch La Paz (Bolivien), Beirut (Libanon), Doha (Katar), Durban (Südafrika), Kuala Lumpur (Malaysia) sowie Vigan (Philippinen) zu den sieben neuen städtischen Weltwundern.

Die kubanische Telekommunikationsgesellschaft ETECSA hatte zuletzt eine Telefonleitung eingerichtet, die von Kuba aus für einen Betrag von 0,16 CUC die Abstimmung ermöglicht hat. Auch per eMail, SMS oder Postkarte war ein Votum möglich. Aus methodischer Sicht wurde die Abstimmung kritisiert, da Mehrfachabstimmungen möglich sind. Dennoch wird den „New7Wonders“ eine gewisse Bedeutung zugeschrieben. Mit der Aufnahme Havannas in die Liste erwartet Kuba vor allem positive Folgen für den Tourismus.