In Kuba wird erstmals seit 1959 eine katholische Kirche errichtet

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Karfreitagsprozession in Havanna, April 2012 (Quelle: Christian Post)

Kuba erlaubt erstmals seit 1959 den Bau einer neuen katholischen Kirche. In der Kleinstadt Sandino in der westlichen Provinz Pinar del Río soll in diesem Jahr noch mit der Errichtung eines katholischen Gotteshauses begonnen werden. Die Diozöse des Ortes erklärte, dass man bereit sei in Kürze mit dem Bau zu beginnen, der voraussichtlich zwei Jahre in Anspruch nehmen wird.

„Wir wollten diese Kirche schon vor Jahren bauen, aber das war nicht möglich“, sagte der Ortspfarrer Cyril P. Castro. Der Bischhof der Provinz Pinar del Río bestätigte indes die Genehmigung zum Baubeginn. Finanziert wird das Gebäude, welches Platz für 250 Gläubige bieten soll, mit Spendengeldern der Sankt Lawrence-Kirche aus Florida. Auf diese Weise konnten bisher 50.000 US$ gesammelt werden. Neben einer katholischen Kirche wird in Kuba derzeit auch der Neubau einer Moschee geplant.

Nach der kubanischen Revolution im Jahr 1959 wurde vielerorts Kirchenbesitz enteignet und das katholisch geprägte Land zum atheistischen Staat erklärt. Das Verhältnis mit der katholischen Kirche begann sich erst ab den 1980er Jahren zu entspannen. Mit einer Verfassungsreform wurde Kuba im Jahr 1992 zum säkularen Staat und damit auch die Aufnahme gläubiger Kubaner in die Kommunistische Partei ermöglicht. Bis heute folgten zwei Papstbesuche, die die Wiedereinführung des Weihnachtsfeiertags (1998) und des Ostersonntags (2012) nach sich zogen.