Havannas Revolutionsplatz – bald ohne Kabel, aber mit LEDs

Im Bau: Der Revolutionsplatz in Havanna soll bald in neuem Licht erstrahlen (Quelle: Cubadebate)

Havannas Revolutionsplatz erstrahlt schon bald in neuem Licht. Bis zum 30. Dezember soll das gesamte Beleuchtungssystem des historischen Platzes der kubanischen Hauptstadt ausgetauscht sein. Zum Einsatz kommt moderne LED-Technik, welche auch die Portraits von Camilo und Che künftig auf energieeffiziente Weise beleuchten wird. Die augenfälligen Kabel und Trafomasten sollen hingegen alle unter die Erde verschwinden.

Mit der umfassenden Sanierung, welche mit Blick auf den 500. Jahrestag Havannas im Dezember 2019 in Angriff genommen wird, soll der Revolutionsplatz schon bald „internationalen Standards“ genügen. Von den bisher auf dem Platz eingesetzten Natriumdampflampen sollen 75 Prozent wiederverwendet werden. Sie sollen künftig in 26 Gegenden mit wenig oder noch gar keiner Stadtbeleuchtung verbaut werden. An der Auswahl der Orte war eine Expertenkommission der technischen Universität Havannas (CUJAE) beteiligt.

Der Revolutionsplatz wurde noch unter Diktator Batista in Auftrag gegeben und  im Jahr 1959 fertiggestellt. Der ursprünglich „Plaza Cívica“ getaufte Platz ist mit einer Fläche von 72.000 Quadratmetern einer der größten Aufmarschplätze der Welt. Im Juli 1961 wurde er in „Plaza de la Revolución José Martí“ umbenannt. Er war im Laufe der Geschichte die Kulisse für zahlreiche der legendären Massenversammlungen Fidel Castros und dient darüber hinaus auch als Veranstaltungsort für die traditionelle Maikundgebung sowie sporadisch stattfindende Militärparaden.

Abermals starkes Votum gegen US-Blockade

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York (Quelle: Cubadebate)

New York/Havanna. Die erneute deutliche Verurteilung der US-Blockade gegen Kuba durch Mitglieder der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) in New York ist in Deutschland und international begrüßt worden. Trotz Verzögerungen aufgrund von Änderungsanträgen der US-Delegation war die Wirtschaftsblockade am Donnerstag mit überwältigender Mehrheit abgelehnt worden: 189 Staaten stimmten für die kubanische Resolution zur Abschaffung der 1961 eingeführten Sanktionen. Gegen den Antrag stimmten nur die USA und Israel, während sich Moldawien und die Ukraine dieses Jahr nicht an der Abstimmung beteiligten.

„Die Völker der Welt stimmten für Kuba, denn sie wissen, dass unsere Sache gerecht ist“, kommentierte Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel die Abstimmung auf Twitter. Damit wurde die Blockade zum 27. Mal in Folge von der großen Mehrheit der UN-Mitgliedsstaaten verurteilt. Anders als in den letzten Jahren versuchten die USA dieses Mal jedoch mit der Vorlage von acht Änderungsanträgen, in denen die Einführung „voller Bürger- und Wirtschaftsrechte“ für kubanische Bürger gefordert wurde, die Abstimmung zu verzögern. Alle Änderungsvorschläge scheiterten jedoch deutlich an der notwendigen Zweidrittelmehrheit, da lediglich die USA, Israel und die Ukraine dafür stimmten, während 114 Länder gegen eine Änderung der kubanischen Resolution waren.

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Bolsonaro droht mit Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Kuba

Der Rechtsextremist Jair Bolsonaro wurde am Sonntag zum neuen Präsidenten Brasiliens gewählt (Quelle: Agência Brasil Fotografias /Flickr)

Wenige Tage nach seiner Wahl erklärte Brasiliens neuer Präsident Jair Bolsonaro, es gäbe für sein Land „keinen Grund“, mit Kuba weiterhin diplomatische Beziehungen zu unterhalten. Das sozialistische Land würde „gegen die Menschenrechte verstoßen“ und darüber hinaus seien dort „keine Geschäfte zu machen“, sagte der am Sonntag gewählte Rechtsextremist. In einem Interview mit der Zeitung „Correio Braziliense“ kritisierte Bolsonaro darüber hinaus das kubanische Ärzteprogramm in seinem Land.

In dessen Rahmen arbeiten derzeit über 11.000 kubanische Ärzte und Medizinfachkräfte in Brasilien, häufig in Gegenden, die bisher völlig ohne einhemische Ärzte auskommen mussten. Die Tatsache, dass der kubanische Staat damit Einnahmen erzielt und nur einen Teil des Geldes direkt an die Ärzte ausbezahlt wird, ist für Bolsonaro offenbar Grund genug nicht nur das gesamte Programm, sondern auch die Beziehungen mit Kuba in Frage zu stellen. „Können wir diplomatische Beziehungen zu einem Land aufrechterhalten, dass seine Leute derart behandelt?“, fragte er in dem Interview.

Brasilien hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Wirtschaftspartner für Kuba entwickelt. Unter den linksgerichteten Regierungen Lula und Rousseff wurden zahlreiche Verträge zwischen beiden Staaten abgeschlossen. Auch die 2014 eröffnete Sonderwirtschaftszone in Mariel (ZEDM) wurde vom brasilianischen Odebrecht-Konzern errichtet, der inzwischen mit schweren Korruptionsvorwürfen zu kämpfen hat. Die kubanische Ärztemission in Brasilien ist nach derjenigen in Venezuela die zweitgrößte. Ein plötzlicher Abbruch der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen würde für Kuba empfindliche Einnahmeausfälle bedeuten. Bereits wenige Tage nach der Wahl Bolsonaros erklärte Kubas Regierung am Dienstag, die offenen Schulden mit Brasilien in Höhe von 110 Millionen US-Dollar zeitig abzahlen zu wollen.