7. Dezember 2025

USA: Geldstrafe gegen Logistikunternehmen wegen Lieferungen nach Kuba

Die US-Behörde für die Kontrolle ausländischer Vermögenswerte (OFAC) hat gegen das in Delaware ansässige Logistikunternehmen Key Holding, LLC eine Geldstrafe in Höhe von 608.825 US-Dollar verhängt. Der Grund: Die kolumbianische Tochtergesellschaft Key Logistics Colombia S.A.S. wickelte zwischen Januar 2022 und Juli 2023 insgesamt 36 Warenlieferungen im Wert von über drei Millionen US-Dollar nach Kuba ab und verstieß damit gegen US-Sanktionen.

Wie aus einer offiziellen Mitteilung der OFAC hervorgeht, umfassten 33 der Lieferungen Lebensmittel, die theoretisch von den Sanktionen ausgenommen gewesen wären, jedoch nicht von der Behörde genehmigt wurden. Die übrigen drei Lieferungen enthielten Maschinenkomponenten für Ölbohrungen, Handtücher und elektrische Futtermühlen. Ein Teil davon wurde über die auf Energieimporte spezialisierte kubanische Firma Comercial Cupet S.A. abgewickelt.

Die Waren stammten von Lieferanten aus Kolumbien, Spanien, China und Panama und waren für verschiedene Empfänger in Kuba bestimmt. Key Holding gab an, bis Januar 2024 keine Kenntnis von diesen Lieferungen gehabt zu haben, als sich das Unternehmen auf den Verkauf an eine andere US-Firma vorbereitete. Weder das Mutterunternehmen noch die Tochtergesellschaft verfügten über ein Programm zur Einhaltung von Sanktionsvorschriften.

Die OFAC hob in einer Stellungnahme hervor, dass das Unternehmen bei den Ermittlungen kooperierte. Allerdings wertete die Behörde das Fehlen einer Sorgfaltspflicht, die negativen Auswirkungen auf die Sanktionspolitik gegenüber Kuba und die Tatsache, dass das Personal in Kolumbien über die Bestimmungsorte der Lieferungen informiert war, als erschwerend.

Der Fall zeigt, dass auch Unternehmen außerhalb der USA gegen Sanktionen verstoßen können, wenn sie unter der Kontrolle eines US-Unternehmens stehen. Das US-Finanzministerium mahnt Firmen, bei der Übernahme ausländischer Tochtergesellschaften Verträge, Zielorte, Ursprungszeugnisse und Versanddokumente genau zu prüfen.

Das kubanische Nachrichtenportal cubainformacion wertet den Fall als Beispiel für die „kriminelle Politik“, mit der die USA Kuba von lebenswichtigen Gütern abschnitten. Die US-Wirtschaftsblockade sei keine „bilaterale Maßnahme“, sondern ein „System extraterritorialer Nötigung“, das jedes Unternehmen und jedes Land verfolge, das mit Kuba Handel treiben wolle.

Bei der letzten Abstimmung bei den Vereinten Nationen lehnten 187 Länder die US-Sanktionen gegen Kuba ab. (Amerika21)

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