19. Februar 2026

Todesfahrt in Havanna: Ausländer überfährt neun Personen

In den frühen Morgenstunden dieses Montags ereignete sich in Havanna ein schwerer Verkehrsvorfall mit mehreren Opfern. Wie kubanische Medien berichteten, überfuhr ein ausländischer Staatsangehöriger mit Wohnsitz in Kuba gegen 2:30 Uhr Ortszeit während einer Fahrt zwischen den Stadtbezirken Centro Habana und Habana Vieja insgesamt neun Personen an verschiedenen Orten.

Eine 35-jährige Frau erlag kurz nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus ihren Verletzungen. Sie starb an „multiplen Frakturen“, wie Dr. Iliovanys Betancourt Plaza, Generaldirektorin des Unfallkrankenhauses Calixto García, gegenüber dem kubanischen Fernsehen erklärte.

Acht weitere Personen wurden verletzt und medizinisch versorgt. Drei von ihnen befinden sich weiterhin im Krankenhaus, sind jedoch in stabilem Zustand und zeigen eine positive Entwicklung. Ihr Leben sei nicht in Gefahr, so die Ärztin. Die Patienten werden vorsorglich weiter überwacht, da „versteckte Verletzungen“ als Folge des Unfalls auftreten könnten.

Das kubanische Innenministerium (Minint) teilte mit, dass der Fahrer unmittelbar nach den Vorfällen von den Sicherheitskräften festgenommen wurde. Er befinde sich „in einem Ermittlungsverfahren“, während die Umstände des Vorfalls geklärt würden. Über die Identität oder Nationalität des Fahrers machte das Ministerium keine Angaben.

In den sozialen Netzwerken kursieren verschiedene inoffizielle Versionen des Geschehens. Demnach soll es sich bei dem Fahrer um einen Italiener oder Kubano-Amerikaner handeln, der einen roten Audi gefahren haben soll. Die Todesfahrt soll sich am Parque El Curita und an mehreren Stellen der Straße Galiano ereignet haben, wo der Fahrer entgegen der Fahrtrichtung unterwegs gewesen sein soll.

Zudem wird spekuliert, dass der Fahrer unter Drogeneinfluss gestanden haben könnte. Die Behörden haben sich zu diesen Vermutungen bisher nicht geäußert.

Sollten sich die Gerüchte zum Hergang der Ereignisse bestätigen, droht dem Fahrer eine lange Haftstrafe. Die kubanische Justiz ist in solchen Fällen für harte Urteile bekannt. Das Innenministerium kündigte an, zu einem späteren Zeitpunkt weitere Details bekannt zu geben.

Update (05.09): Wie die kubanische Generalstaatsanwaltschaft bekannt gegeben hat, wurde in dem Fall Anklage wegen Mordes gegen einen 56-jährigen Italiener mit ständigem Wohnsitz in Kuba erhoben. Er soll die Personen „absichtlich“ angefahren haben, heißt es in einer Pressenote. Die Generalstaatsanwaltschaft teilte mit, dass gegen den Beschuldigten Untersuchungshaft und ein Ausreiseverbot verhängt wurden. Die Ermittlungen zur Beweissicherung dauern an. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, vor dem zuständigen Gericht Strafen zu beantragen, die „der Schwere der Taten und den Umständen, unter denen sie begangen wurden, entsprechen“.

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