23. Januar 2026

Kuba führt neuen Frachtservice in Personenzügen ein

Kubas Transportministerium (Mitrans) hat einen neuen Service für den Warentransport in nationalen Personenzügen eingeführt, der sowohl natürlichen als auch juristischen Personen zur Verfügung steht. Wie das Ministerium mitteilte, soll der Service die logistischen Möglichkeiten erweitern und den Binnenhandel zwischen privatem und staatlichem Sektor stimulieren.

Der neue Service deckt die wichtigsten nationalen Eisenbahnstrecken ab und ermöglicht den Transport von Volumina zwischen einer und sechs Tonnen unter der Modalität einer „begleiteten Fracht“. Dies bedeutet, dass Kunden ihre Ladung begleiten und am selben Tag reisen müssen, an dem der Transport stattfindet.

Laut der offiziellen Mitteilung umfasst das Spektrum der zugelassenen Produkte Paketsendungen, Gepäckstücke, elektronische Geräte und verschiedene Waren. Alle Sendungen müssen strenge Sicherheits- und Verpackungsanforderungen erfüllen.

Bei Transportmitteln wie Fahrrädern, Motorrollern oder Motorrädern ist das Verladen mit installierten Batterien oder Kraftstoff in den Tanks gemäß den geltenden Sicherheitsnormen untersagt, wie das Mitrans präzisierte.

Die Gebühr beläuft sich auf 14,98 kubanische Pesos (ca. 11 Eurocent gemäß dem offiziellen Wechselkurs) pro gefahrenem Kilometer vom Ursprung bis zum Zielort. Bei exklusiver Servicenutzung wird ein zusätzlicher Aufschlag von fünf Prozent erhoben. Der Gütertransport zwischen Havanna und Santiago de Cuba (ca. 850 Kilometer) würde damit rund 12.700 Pesos kosten, was ca. 100 Euro gemäß dem offiziellen und 25 Euro gemäß dem inoffiziellen Wechselkurs entspricht.

Der Schienenverkehr in Kuba ist ein wichtiges Mittel für den Gütertransport, steht jedoch vor mehreren Herausforderungen. Transportminister Eduardo Rodríguez Dávila informierte 2024, dass trotz einiger Fortschritte bei der Passagierbeförderung der Ressourcenmangel die Qualität und Stabilität des Schienenverkehrs beeinträchtigt hat.

Eines der Hauptprobleme liegt in der Verfügbarkeit von Lokomotiven und Waggons. Von den 20 benötigten Lokomotiven waren 2024 durchschnittlich nur 14 betriebsbereit, was zu Verspätungen und Unregelmäßigkeiten in den Fahrplänen führte. Ebenso waren nur 63 Prozent der geplanten Waggons aufgrund ungelöster technischer Probleme und des Mangels an Devisen für ihre Wartung in Betrieb, unterstrich Rodríguez.

Trotz dieser Einschränkungen erreichten die Einnahmen aus dem Passagiertransport 107,75 Prozent des für 2024 geplanten Wertes. Diese Steigerung sei auf eine höhere Effizienz beim Ticketverkauf und eine wachsende Nachfrage nach Zügen als Transportoption zurückzuführen, da sie preislich die für die Bevölkerung erschwinglichste Alternative darstellen, so der Minister.

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