Der Tropensturm Imelda hat im Osten Kubas für anhaltende Niderschläge gesorgt. Mindestens zwei Menschen sind in der Folge ums Leben gekommen. Premierminister Manuel Marrero bestätigte am Montag in sozialen Netzwerken den Tod von zwei Personen und rief die Bevölkerung auf, „informiert zu bleiben und sich an der Wiederherstellung zu beteiligen, sobald dies möglich ist“.
Staatliche Medien berichteten über den Tod eines 60-jährigen Mannes in Santiago de Cuba, dessen Wohnung infolge der Niederschläge und eines Erdrutsches einstürzte. Zu dem zweiten Todesfall wurden bisher keine weiteren Einzelheiten bekannt. Die Provinzen Santiago de Cuba und Guantánamo sind am stärksten betroffen. In Santiago de Cuba fielen binnen 24 Stunden mehr als 250 Millimeter Regen, wie die staatliche Zeitung Granma berichtete.
Überschwemmungen und Erdrutsche haben 17 Gemeinden mit mehr als 24.000 Einwohnern von der Außenwelt abgeschnitten. Der Zugang zur Provinzhauptstadt Santiago de Cuba per Eisenbahn ist unterbrochen, nachdem das Hochwasser des Flusses Cacón den Schotter zwischen den Kilometern 833,5 und 834 der Doppelspur wegspülte und diese unbrauchbar machte.
In der benachbarten Provinz Guantánamo mussten mehr als 18.000 Menschen evakuiert werden, die meisten kamen bei Verwandten und Nachbarn unter. Die Ortschaft Hatibonico ist überflutet und isoliert, nachdem dort ein Fluss über die Ufer getreten ist.
Zu den materiellen Schäden zählen sechs eingestürzte Häuser in Guantánamo und 22 beschädigte Stromkreise durch umgestürzte Masten, Steinschläge und Erdrutsche. Angesichts der Prognose anhaltender Regenfälle haben Santiago de Cuba und Guantánamo den Unterricht „bis auf weiteres“ auf allen Bildungsebenen ausgesetzt.
Das kubanische Meteorologische Institut (Insmet) erklärte in seiner sechsten Warnung am Montagmorgen, dass Imelda über den Bahamas an Stärke gewinnt und „an Organisation und Intensität“ zunimmt. Der Sturm werde daher „weiterhin Instabilität“ für Ostkuba erzeugen.

