19. Februar 2026

Kuba öffnet Devisenmarkt für Privatunternehmen

Trotz der Unsicherheit angesichts der Ereignisse in Venezuela geht auf Kuba die Umsetzung der laufenden Reformen weiter. Nach der Einführung eines offiziellen Währungsmarkts im vergangenen Dezember hat die kubanische Zentralbank jetzt damit begonnen, einen Kanal zum Erwerb von Devisen für den Privatsektor zu schaffen.

Wie die in Havanna ansässige Banco Metropolitano vergangenen Freitag mitteilte, können Kooperativen sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ab sofort über das Bankensystem US-Dollar und andere Fremdwährungen ankaufen. Die Maßnahme basiert auf den Resolutionen 127 und 128 der Zentralbank aus dem Jahr 2025 und ist Teil der Neugestaltung des Devisenmarktes im Land.

Die Regelung sieht vor, dass Unternehmen einmal pro Monat Devisen erwerben können. Allerdings können sie die Höhe des Betrags nicht selbst festlegen. Wie aus der Note hervorgeht, berechnen die Banken den maximal möglichen Kaufbetrag anhand eines festgelegten Verfahrens. Dabei wird der Durchschnitt der Einnahmen auf dem Steuerkonto des Unternehmens der vergangenen drei Monate ermittelt. Die Hälfte dieses Betrags wird durch den aktuellen Wechselkurs geteilt, der zuletzt bei 417 Pesos pro Dollar lag.

Wie die Banco Metropolitano betont, müssen sämtliche Transaktionen über das Bankensystem abgewickelt werden. Die kubanischen Pesos werden vom Steuerkonto abgebucht und die erworbenen Devisen auf ein Fremdwährungskonto des jeweiligen Unternehmens überwiesen. Bargeldauszahlungen oder informelle Überweisungen sind ausgeschlossen. Vor der Durchführung jeder Transaktion führt die Bank Überprüfungen der Kundenidentität und der beteiligten Konten durch, wie es die geltenden Vorschriften zu „Sorgfaltspflicht, Kontrolle und Nachvollziehbarkeit“ vorsehen. Die Anträge müssen über den Online-Dienst Metropolitano en Línea auf der Webseite www.banmet.enzona.net gestellt werden.

Abzuwarten bleibt, wie gut die Verfügbarkeit von Devisen in der Praxis tatsächlich sein wird und wann andere Banken nachziehen. Neben den Ankäufen in Cadeca-Wechselstuben wird der Mechanismus auch durch einen Aufschlag bei Exporterlösen gegenfinanziert. Ein Hemmnis der aktuellen Regelung ist, dass Unternehmen nach Monaten niedriger Einnahmen entsprechend weniger Devisen kaufen können – obwohl diese gerade dann gebraucht würden – was für viele ein Problem darstellen dürfte. Stand jetzt wird der Mechanismus daher eher eine willkommene Ergänzung zum informellen Markt sein, aber noch keine definitive Lösung.

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