19. Februar 2026

Kubas Helden sind zurückgekehrt

Kuba hat am Donnerstag die sterblichen Überreste von 32 Soldaten empfangen, die bei den völkerrechtswidrigen US-Angriffen auf die venezolanische Hauptstadt Caracas am 3. Januar ums Leben gekommen sind. Die mit kubanischen Flaggen bedeckten Urnensärge trafen am frühen Morgen am internationalen Flughafen „José Martí“ in Havanna ein.

Die Gefallenen gehörten zu den kubanischen Streitkräften und Geheimdiensten und waren Teil der Leibgarde von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro, der im Rahmen der US-Operation entführt wurde.

Raúl Castro und Miguel Díaz-Canel bei den Überresten der Gefallenen im Verteidigungsministerium (Quelle: Presidencia)

Bei einer militärischen Zeremonie auf dem Flughafenvorfeld spielte eine Militärkapelle in weißen Uniformen die kubanische Nationalhymne. Anwesend waren Präsident Miguel Díaz-Canel, der 94-jährige frühere Staatschef Raúl Castro, Revolutionsveteran Machado Ventura sowie hochrangige Vertreter der Kommunistischen Partei und der Streitkräfte.

„Der Feind spricht euphorisch von hochpräzisen Operationen, Elitetruppen und Vorherrschaft. Wir hingegen sprechen von Gesichtern, von Familien, die ihren Vater, ihren Sohn, ihren Ehemann, ihren Bruder verloren haben“, sagte Kubas Innenminister Lázaro Alberto Álvarez Casas bei seiner Rede am Flughafen, unmittelbar nach Empfang der sterblichen Überreste.

Er stellte die Gefallenen in eine Reihe mit den Kämpfern während der US-Invasion in der Schweinebucht und internationalistischen Truppen in Angola und andernorts, „die bewiesen haben, dass man von einer Mission in fremden Ländern nur mit der Freundschaft des Brudervolkes und den heiligen Überresten der Gefallenen zurückkehrt“, so der Minister. „Wenn dieses schmerzhafte Kapitel der Geschichte etwas bewiesen hat, dann dass der Imperialismus zwar über die modernsten Waffen verfügen, immensen materiellen Reichtum einsetzen und die Köpfe der Wankelmütigen kaufen kann, aber eines wird er niemals kaufen können: die Würde des kubanischen Volkes“, sagte Álvarez Casas.

Anschließend wurden die Urnen in einem Konvoi zum Verteidigungsministerium überführt, das an jenem Tag für Kondolenzbesuche der Bevölkerung geöffnet hatte. Entlang der Avenida Rancho Boyeros, die vom Flughafen in die Innenstadt verläuft, erwiesen Tausende den Toten ihre letzte Ehre, schwenkten Flaggen und salutierten. Den Anfang der Besuche im Verteidigungsministerium machten die sichtlich bewegten Angehörigen der in Kuba jetzt als Helden bezeichneten Gefallenen. Alle wurden posthum befördert und ihnen wurde der Antonio-Maceo-Orden sowie die Medaille internationalistischer Kämpfer verliehen.

Massendemonstration vor US-Botschaft

Am Freitag versammelten sich Zehntausende Kubaner vor der US-Botschaft in Havanna, um gegen die Tötung der 32 Landsleute zu protestieren und die Freilassung Maduros zu fordern. Die Demonstration auf der „Antiimperialistischen Tribüne“ gegenüber der US-Botschaft wurde von der kubanischen Regierung organisiert.

„Die Menschheit erlebt etwas sehr Komplexes, und (die USA) werden von einem Präsidenten regiert, der sich für einen Kaiser hält“, sagte einer der Teilnehmer gegenüber der Nachrichtenagentur AP. „Wir müssen ihm zeigen, dass Ideen mehr wert sind als Waffen. Dieser Marsch ist eine Botschaft unserer Einheit. Die Unabhängigkeit ist heilig, und wir werden sie mit Händen und Füßen verteidigen, wenn es sein muss.“

Demonstration und Marsch am Freitag entlang Havannas Uferpromenade Malecón (Quelle: Presidencia)

Präsident Díaz-Canel schüttelte Teilnehmern, die aufgrund der kalten Witterung Jacken und Schals trugen, die Hände, bevor er zu ihnen sprach. „Die gegenwärtige US-Regierung hat die Tür zu einer Ära der Barbarei, Plünderung und des Neo-Faschismus geöffnet“, sagte Díaz-Canel, der in olivgrüner Uniform auftrat. „Der gegenwärtige Kaiser des Weißen Hauses und sein berüchtigter Außenminister haben nicht aufgehört, mir zu drohen.“

Die Spannungen zwischen den USA und Kuba hatten sich in dieser Woche verschärft, nachdem US-Präsident Donald Trump Kuba aufgefordert hatte, mit ihm einen „Deal“ zu machen, bevor es „zu spät“ sei. Zuvor hatte Trump erklärt, dass „kein Geld und Öl“ aus Venezuela mehr nach Kuba fließen werde.

„Niemand hier gibt auf“, sagte Díaz-Canel bei der Demonstration. „Kuba muss keine politischen Zugeständnisse machen, um eine Verständigung zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten zu erreichen. Es ist wichtig, dass sie das verstehen. Wir werden immer offen für Dialog und die Verbesserung der Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern sein, aber nur auf gleicher Augenhöhe und auf der Grundlage gegenseitigen Respekts.“

Nach der Rede Díaz-Canels ging die Demonstration in den „Marsch des kämpfenden Volkes“ über – eine Tradition aus der Zeit des verstorbenen Staatschefs Fidel Castro. Angeführt wurde der Marsch von einer Menschenreihe, die Bilder der 32 getöteten Kämpfer trugen. „Nieder mit dem Imperialismus!“, rief die Menge. „Kuba wird siegen!“.

Die Beerdigungen der Gefallenen waren für Freitagnachmittag nach Gedenkzeremonien in allen Provinzhauptstädten Kubas in verschiedenen Friedhöfen geplant. Die Parteizeitung Granma berichtete von insgesamt rund 500.000 Teilnehmern bei der Kundgebung in Havanna.

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