19. Februar 2026

China lässt Kuba 80-Millionen-Dollar Nothilfepaket zukommen

Inmitten der schwierigen Lage für Kubas Wirtschaft nach der Entführung von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro durch die USA, stärkt China dem befreundeten Land den Rücken. Wie das staatliche Nachrichtenportal Cubadebate berichtet, hat Staatschef Xi Jinping der Insel Nothilfe in Höhe von 80 Millionen US-Dollar zukommen lassen. Darüber hinaus liefert die Volksrepublik 60.000 Tonnen Reis als Schenkung, von denen die ersten Chargen bereits im Land sind.

Die 80 Millionen US-Dollar sollen für die Beschaffung von Elektroausrüstung und „andere dringende Bedürfnisse des Landes“ verwendet werden. China hat zudem beschlossen, die Modalitäten bestehender Hilfsprojekte anzupassen. Betroffen sind ein Geschenk von Solaranlagen mit einer Leistung von insgesamt 200 Megawatt und die Lieferung von 5.000 Solarpanel-Kits für abgelegene Wohnhäuser. In Abstimmung mit dem kubanischen Außenhandelsministerium wurde nun ein ausführendes Unternehmen festgelegt.

Die neue Hilfe kommt zu einer bereits zuvor genehmigten Schenkung von 30.000 Tonnen Reis hinzu. Am Montag war die erste Charge übergeben worden, eine zweite ist bereits im Hafen von Santiago de Cuba eingetroffen. Weitere Lieferungen sollen in Kürze aus China abgehen, wie die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Der Reis soll laut kubanischen Medienberichten kostenlos an die Bevölkerung verteilt werden.

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel traf sich am Dienstag mit Chinas Botschafter Hua Xin im Revolutionspalast in Havanna, wo dieser ihn über die Entscheidung seiner Regierung informiert hatte. Díaz-Canel würdigte bei dem Treffen die „intensive Aktivität“, die der chinesische Botschafter derzeit in dem karibischen Land entfalte. Er hob den Stand der bilateralen Beziehungen hervor und betonte Fortschritte bei gemeinsamen Projekten.

Russischer Innenminister demonstriert Solidarität

Raúl Castro (rechts) empfängt Wladimir Kolokolzew (Quelle: Cubadebate)

Parallel zur chinesischen Hilfe demonstrierte auch Russland seine Unterstützung für Kuba. Russlands Innenminister Wladimir Kolokolzew traf am Dienstag zu einem Besuch in Havanna ein, wo er auf den 94-jährigen Revolutionsanführer Raúl Castro traf. Die russische Botschaft erklärte, der Minister werde „eine Reihe bilateraler Treffen“ abhalten.

Gegenüber dem russischen Staatssender Rossiya-1 bezeichnete Kolokolzew die Aktionen der USA als „Akt unprovozierter bewaffneter Aggression gegen Venezuela“, der die Notwendigkeit beweise, „die Wachsamkeit zu erhöhen und alle Anstrengungen zu bündeln, um externen Faktoren entgegenzuwirken“, so der Minister nach seiner Ankunft.

Am Dienstag nahm der russische Innenminister an einer Gedenkfeier für 32 kubanische Soldaten teil, die bei den US-Militärschlägen im Zusammenhang mit der Verschleppung Maduros ums Leben gekommen waren.

Druck aus Washington

Der Besuch erfolgt kurz nachdem US-Präsident Donald Trump den Druck auf die sozialistische Insel massiv verstärkt hat. Trump warnte, die Regierung in Havanna sei „bereit zu fallen“ und forderte Díaz-Canel auf, „einen Deal zu machen, bevor es zu spät ist“, ohne weitere Details zu nennen.

Die Situation verschärft sich durch den Stopp von Öl- und Treibstofflieferungen aus Venezuela, das lange Zeit Kubas wichtigster Energiepartner war. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Schifffahrtsdaten und interne Dokumente des venezolanischen Staatsölkonzerns PDVSA berichtete, hat Caracas seit etwa einem Monat weder Rohöl noch raffinierte Treibstoffe nach Kuba geschickt.

Die Lieferungen seien bereits vor der Entführung Maduros Anfang Januar durch die USA aufgrund amerikanischer Sanktionen zurückgegangen, hieß es. Schifffahrtsunterlagen zeigten, dass die letzte Lieferung raffinierter Produkte Mitte Dezember den venezolanischen Hafen Puerto José verlassen hatte. Der beteiligte Tanker soll seinen Transponder abgeschaltet haben, während er rund 600.000 Barrel venezolanisches Rohöl transportierte. Mexiko kündigte an, seine Lieferungen nach Kuba beizubehalten, aber nicht erhöhen zu wollen, was von Washington derzeit toleriert wird.

Am vergangenen Samstag traf sich in Kuba der nationale Verteidigungsrat, um Pläne für den Fall eines möglichen Angriffs zu „überprüfen und zu genehmigen“. Entgegen einigen Falschmeldungen in den sozialen Medien wurde dabei allerdings nicht der Kriegszustand ausgerufen, sondern lediglich Vorbereitungen für ein solches Szenario getroffen.

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2 Gedanken zu „China lässt Kuba 80-Millionen-Dollar Nothilfepaket zukommen

  1. die Verlogenheit deutscher Politik und den Medien gegenüber Kuba ist einfach nur widerlich.Da wird vor Donald Trump gekuscht und sich mit Kritik zurück gehalten.Ich hoffe,China ,Mexiko und Brasilien stehen weiter an der Seite Kubas auch gegen den Wiederstand der USA.

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