19. Februar 2026

Historischer Kälterekord: Erstmals Gefrierpunkt in Kuba gemessen

Der Winter 2025/2026 geht in die kubanische Meteorologiegeschichte ein: Am Dienstagmorgen, dem 3. Februar, registrierte die Wetterstation Indio Hatuey in der westlichen Provinz Matanzas erstmals offiziell eine Temperatur von null Grad Celsius – den Gefrierpunkt. Die Messung erfolgte um 7 Uhr Ortszeit, wie das kubanische Meteorologische Institut (INSMET) mitteilte.

Damit wurde der bisherige nationale Kälterekord von 0,6 Grad Celsius gebrochen, der am 18. Februar 1996 in Bainoa in der heutigen Provinz Mayabeque gemessen worden war. Die kubanische Meteorologin Laura Pit wies darauf hin, dass die Thermometer bereits drei Stunden vor der Rekordmessung bei einem Grad Celsius gestanden hatten.

Frost auf Feldern – ein seltenes Phänomen

Das meteorologische Provinzzentrum von Matanzas berichtete von Reif auf Pflanzenblättern verschiedener Kulturen in der Umgebung der Messstation – ein für das tropische Klima Kubas äußerst ungewöhnliches Phänomen. Die Wetterstation befindet sich in der Gemeinde Perico.

Abel Maturell Salina, Leiter des Prognosezentrums des Meteorologischen Instituts, erklärte gegenüber der Parteizeitung Granma, dass an zahlreichen weiteren Orten des Archipels bemerkenswert niedrige Werte gemessen wurden. Einige davon könnten absolute Rekorde für diese Standorte oder für den Monat Februar darstellen.

Zu den niedrigsten Temperaturen zählten 2,8 Grad in Tapaste, 3,0 Grad in Aguada de Pasajeros, 3,2 Grad in Güines, 3,3 Grad in Jagüey Grande, 3,7 Grad in Bainoa und 4,4 Grad am internationalen Flughafen José Martí. Auch in der Gemeinde Venezuela in Ciego de Ávila, in Bauta sowie in Santo Domingo in Villa Clara wurden jeweils 5,4 Grad gemessen.

Polarluft aus Nordamerika als Ursache

Nach Angaben von INSMET meldeten insgesamt 32 Wetterstationen Temperaturen von zehn Grad Celsius oder darunter. Die weitverbreitete Kälte wurde auf den starken Einfluss von Hochdrucksystemen in Kombination mit dem Zustrom kalter Luftmassen über die Insel zurückgeführt.

Das Institut erklärte, der starke Temperatursturz sei durch eine intensive Kaltfront ausgelöst worden, die eine Masse polarer Luft aus Nordamerika in die Karibik transportiert habe. Dem Kälteeinbruch war Ende Januar eine außergewöhnliche Kältewelle in den Vereinigten Staaten vorausgegangen, die in New York mehrere Todesfälle durch Unterkühlung verursacht hatte. Vor wenigen Tagen ereigneten sich heftige Überschwemmungen an Havannas Uferbereich Malecón in Folge der Kaltfront.

Die sehr kalte, trockene Luftmasse arktischen Ursprungs führte in Kombination mit weiteren Faktoren wie schwachen Winden und geringer Bewölkung zu dem markanten Absinken der Mindesttemperaturen, so INSMET. Die jüngste Kältewelle betraf auch Teile der südlichen USA: Am Wochenende wurde aus Florida, etwa 145 Kilometer von Kubas Nordküste entfernt, von kältestarren Leguanen berichtet, die von Bäumen fielen.

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