Update (10.02.): Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise geändert und rät aufgrund der „erheblichen Auswirkungen des akuten Treibstoffmangels“ derzeit von „nicht notwendigen Reisen“ nach Kuba ab. Die kubanische Fluggesellschaft Cubana hat ihre erst neulich begonnenen Direktflüge zwischen Frankfurt und Havanna bis auf Weiteres ausgesetzt.
Die kubanische Regierung hat internationale Fluggesellschaften darüber informiert, dass ab dem 10. Februar an allen Flughäfen des Landes kein Kerosin mehr zur Verfügung steht. Dies bestätigten zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur EFE.
Betroffen sind sämtliche internationale Flughäfen Kubas: José Martí in Havanna, Juan Gualberto Gómez in Varadero, Jaime González in Cienfuegos, Abel Santamaría in Santa Clara, Ignacio Agramonte in Camagüey, Jardines del Rey auf Cayo Coco, Frank País in Holguín, Antonio Maceo in Santiago de Cuba sowie Sierra Maestra in Manzanillo. Der Engpass wurde in einer standardisierten Luftfahrtmitteilung (NOTAM) bis zum 11. März angekündigt.
Am Montagmorgen schienen die meisten Flüge nach Havanna zunächst planmäßig zu verlaufen. Ein früher Copa-Airlines-Flug nach Panama startete pünktlich, und mehrere American-Airlines-Flüge sollten im Laufe des Tages landen, wie Flughafenmitarbeiter gegenüber Reuters bestätigten.
Die Situation ist nicht völlig neu für die Branche. Bereits in den 1990er Jahren während der sogenannten Sonderperiode sowie bei jüngeren temporären Engpässen hatten Airlines das Problem gelöst, indem sie zusätzliche Zwischenstopps zum Auftanken in Mexiko oder der Dominikanischen Republik einlegten.
Iberia hat laut El País als erste Airline offiziell auf die Krise reagiert und bietet betroffenen Passagieren flexible Umbuchungsmöglichkeiten an, versichert jedoch, dass der reguläre Flugbetrieb zwischen Madrid und Kuba vorerst aufrechterhalten wird. Air Europa kündigte dagegen konkrete Änderungen an: Ab Dienstag werden die Madrid-Havanna-Flüge zum Auftanken in Santo Domingo zwischenlanden, was zu Verspätungen führen wird.
Air Canada kündigte an, die Verbindungen nach Kuba komplett aussetzen zu wollen. „In den nächsten Tagen wird die Fluggesellschaft Leerflüge in Richtung Süden durchführen, um etwa 3.000 Kunden, die sich bereits am Zielort befinden, abzuholen und nach Hause zu bringen“, gab die Fluggesellschaft bekannt.
Laut Cubaheute vorliegenden Informationen ist die Situation an den Häfen ähnlich, wo ebenfalls keine Betankung von Schiffen mehr stattfinden kann.
Die Engpässe sind eine direkte Folge der US-Militärintervention in Venezuela Anfang Januar, die Kubas Ölversorgung unterbrach, sowie der anschließenden Androhung von Strafzöllen gegen andere potenzielle Lieferanten durch die USA – woraufhin auch Mexiko seine Treibstofflieferungen an die Insel einstellte. Seit Ende vergangener Woche gelten in Kuba Rationierungsmaßnahmen für Treibstoff und andere Anpassungen.

