US-Präsident Donald Trump erklärte, er wolle mit Kuba einen „Deal“ machen und führe bereits Gespräche mit „den höchsten Leuten in Kuba“ – doch diese Verhandlungen existieren offenbar gar nicht. Während die USA die Energieversorgung Kubas blockieren und die Insel damit immer weiter auf einen humanitären Abgrund zutreiben, täuscht Außenminister Marco Rubio offenbar seinen Präsidenten über angeblich laufende Geheimgespräche. Das Paradoxe: Beide Seiten hätten einander tatsächlich mehr zu bieten, als man denkt, meint der Analyst Lee Schlenker.
Kuba könnte Zugang zu strategischen Mineralien wie Kobalt und Nickel gewähren, politische Gefangene freilassen und seine Geopolitik neu justieren. Die USA könnten im Gegenzug den Tourismus wiederbeleben und Milliarden-Investitionen ermöglichen. Doch ein Mann steht einem solchen pragmatischen Deal im Weg: Außenminister Marco Rubio, der lieber auf Regimewechsel setzt und dafür sogar Tote in Kauf nimmt. Eine interessante Analyse über die Möglichkeiten eines Übereinkommens zwischen Kuba und den USA. Hier geht es zum englischsprachigen Originaltext auf dem Portal Responsible Statecraft, eine deutsche Übersetzung findet sich auf Telepolis.
Zum Thema der (Nicht)-Existenz von Verhandlungen hat jüngst das Investigativportal Drop Site News eine brisante Recherche veröffentlicht: Während Trump öffentlich von Verhandlungen auf höchster Ebene spricht, wird der US-Präsident offenbar von seinem Außenminister, dem er das Thema Kuba anvertraut hat, geschickt an der Nase herumgeführt. Laut fünf kubanischen und US-amerikanischen Regierungsquellen gibt es keinerlei hochrangige Verhandlungen zwischen Havanna und Washington, weder in Mexiko noch anderswo – Marco Rubio habe dem Präsidenten Märchen erzählt.
Die Strategie des Außenministers: Trump in Sicherheit wiegen, während die Zeit verstreicht, um dann in einigen Wochen behaupten zu können, die Kubaner seien verhandlungsunwillig gewesen. Anders als im Falle Venezuelas könne Rubio es sich bei Kuba nicht erlauben, etwas anderes als einen Regime change anzustreben: Seine Wählerbasis in Südflorida würde ihm jeden Deal mit Havanna niemals verzeihen, seine Präsidentschaftsträume wären Geschichte. Spielt Marco Rubio sein eigenes Spiel? Hier weiterlesen auf Drop Site News (Englisch).

