Spanien wird humanitäre Hilfe für Kuba über Kanäle der Vereinten Nationen bereitstellen. Das spanische Außenministerium teilte am Montag mit, dass die Unterstützung in Form von Lebensmitteln und grundlegenden Gesundheitsprodukten erfolgen werde.
Die Ankündigung erfolgte nach einem Treffen zwischen dem spanischen Außenminister José Manuel Albares und seinem kubanischen Amtskollegen Bruno Rodríguez Parrilla in Madrid, über das die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina berichtet hat.
Rodríguez erklärte auf der Plattform X, beide Seiten hätten den Wunsch bekräftigt, „den politischen, wirtschaftlich-kommerziellen Dialog und die Zusammenarbeit zum Nutzen beider Länder zu stärken“. Zugleich kritisierte er „die Verstöße gegen Frieden, Sicherheit und internationales Recht sowie die zunehmende Feindseligkeit der Vereinigten Staaten gegen Kuba“. Der Kurzaufenthalt des kubanischen Außenministers in Madrid folgte auf Besuche in China und Vietnam.
Die Ankündigung folgt auf eine Lieferung von 800 Tonnen humanitärer Hilfe aus Mexiko, die Ende vergangener Woche mit zwei mexikanischen Marineschiffe in Kuba eintraf.
Die wirtschaftliche Situation auf der Karibikinsel hat sich durch Maßnahmen von US-Präsident Donald Trump massiv verschlechtert. Washington hat Kuba Ende Januar als „außergewöhnliche Bedrohung“ für die Sicherheit der Vereinigten Staaten eingestuft und mit Strafzöllen auf Produkte all jener Länder gedroht, die Erdöl oder Treibstoff nach Kuba liefern. Der Druck auf die Insel ist Teil einer systematischen Verschärfung einseitiger Sanktionen durch die US-Regierung, die sich über mehrere Monate erstreckt. Die Maßnahmen reichen von der gezielten Umleitung von Tankschiffen mit Öllieferungen, die Kuba auf dem Weltmarkt erworben hatte, bis hin zu Drohungen gegen Akteure aus der Schifffahrts- und Energiebranche.
Die Treibstoffkrise wirkt sich auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens aus, von der Lebensmittelversorgung über den Transport bis hin zur Grundversorgung. Am 6. Februar hat die Regierung eine Reihe von Notmaßnahmen angeordnet.
Das kubanische Gesundheitsministerium machte in diesem Zusammenhang jüngst auf die direkten Folgen für die medizinische Versorgung aufmerksam. Die verschärfte Energieblockade gefährdet nach Behördenangaben mehr als 32.880 schwangere Frauen: Der Treibstoffmangel schränkt den Zugang zu geburtshilflichen Ultraschalluntersuchungen und genetischen Tests ein, die für die frühzeitige Erkennung von Fehlbildungen und Komplikationen unverzichtbar sind. Darüber hinaus verzögern sich Impfprogramme – betroffen seien rund 61.830 Kinder unter einem Jahr.
Die Vereinten Nationen zeigten sich zuletzt tief besorgt über die sich entfaltende Krise in Kuba und warnten vor einer humanitären Katastrophe. Der deutsche Kuba-Experte Bert Hoffmann vom GIGA-Institut für Lateinamerika-Studien erklärte zu der sich zuspitzenden Versorgungssituation: „Ohne Diesel für die Laster kommt kein Essen mehr vom Land in die Stadt und kein Sauerstoff in die Krankenhäuser. Das wird Menschenleben kosten“. Zuletzt ordnete er die Situation im Gespräch mit dem ZDF ein. Auch die deutsche Regierung „kann und sollte“ angesichts dieser Situation Position beziehen, forderte Hoffmann.

