Die Drohung von US-Präsident Donald Trump vom Montag, Kuba zu „übernehmen“, hat auf der Insel scharfe Gegenreaktionen ausgelöst. Unter anderem vom bekannten Liedermacher Silvio Rodríguez, der ab den 1970er Jahren zur Legende der „Nueva Trova“ in Lateinamerika aufstieg. Am 18. März schrieb er auf seinem Blog Segundo Cita: „Ich verlange meine AKM [Kalaschnikow], falls sie kommen. Und ich möchte betonen, dass ich das absolut ernst meine“.
Die AKM ist die Nachfolgerin der sowjetischen AK-47 und das Standardgewehr der kubanischen Streitkräfte.
Kubas Präsident ließ sich nicht lange bitten und griff den Wunsch des 79-Jährigen unverzüglich auf: Am Freitag wurde ihm im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Verteidigungsministerium ein AKM-Sturmgewehr samt Replik überreicht. Die Übergabe erfolgte durch Verteidigungsminister Álvaro López Miera im Beisein von Präsident Miguel Díaz-Canel in seiner Funktion als Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates.
In der Begründung hieß es, die Übergabe erfolge „in gerechter Anerkennung seiner patriotischen Bereitschaft, zur Verteidigung des Vaterlandes gegen jede Aggression der US-Regierung zu den Waffen zu greifen“. Die Zeremonie steht laut der Mitteilung im Rahmen der kubanischen Militärdoktrin des „Krieges des gesamten Volkes“ (Guerra de Todo el Pueblo), die die Beteiligung aller Bürger an der Landesverteidigung vorsieht.
Generalmajor Víctor Leonardo Rojo Ramos, Leiter der Politischen Direktion der kubanischen Streitkräfte, erklärte bei der Zeremonie: „Während die Drohungen und die Perfidität der US-Regierung erneut über unserem Vaterland aufziehen, während wir Erklärungen hören, die sich unseren Boden aneignen und unsere Souveränität brechen wollen, hat Silvios Stimme nicht gesungen – sie hat wie ein Donner gehallt.“

