13. Mai 2026

Russland sagt Kuba weitere Hilfe zu

Russlands stellvertretender Außenminister Sergej Ryabkov hat am vergangenen Donnerstag Präsident Miguel Díaz-Canel im Revolutionspalast in Havanna getroffen. Moskau bekräftigte dabei seine Unterstützung für die Insel, zehn Tage nachdem ein russischer Öltanker erstmals seit Monaten Kuba mit Rohöl versorgt hatte.

Der Besuch fällt in eine Phase erheblicher Spannungen zwischen Havanna und Washington. Kuba leidet unter einer Energieblockade, nachdem die USA am 3. Januar Venezuelas Präsident Nicolás Maduro entführt haben. Seitdem werden auch Ölkäufe auf dem Weltmarkt mithilfe der US-Küstenwache abgefangen oder umgeleitet.

Erst der unter russischer Flagge stehende Tanker Anatoly Kolodkin schaffte es am 31. März mit 730.000 Barrel Rohöl die Blockade zu durchbrechen, womit Kuba die erste Öllieferung seit dem 9. Januar erhielt.

Díaz-Canel dankte Russland bei dem Treffen ausdrücklich für die Lieferung: „Ich möchte im Namen der Partei, der Regierung und des kubanischen Volkes für den Treibstoff danken, den uns die Russische Föderation zukommen ließ“. Die Lieferung sei „von großer Bedeutung und sehr symbolisch“ – „ein Zeichen dafür, dass Kuba nicht allein ist“. Zudem richtete Díaz-Canel über Ryabkov Grüße an Russlands Präsident Wladimir Putin aus.

Ryabkov seinerseits betonte die besondere Qualität der Beziehungen zwischen Moskau und Havanna. Russland stehe Kuba „zu 100 Prozent solidarisch“ zur Seite, sagte er beim Treffen, trotz der Schwierigkeiten, die das Land durchmache.

Gegenüber russischen Nachrichtenagenturen machte Ryabkov deutlich, dass die Unterstützung über die bisherige Öllieferung hinausgehen werde: „Wir können Kuba nicht verraten. Das kommt nicht infrage. Wir können es nicht allein lassen“. Zugleich stellte er klar: „Russland plant nicht, sich aus der westlichen Hemisphäre zurückzuziehen, egal was Washington sagen mag.“

Ryabkov war nach Kuba gereist, um an einem bilateralen Außenministertreffen teilzunehmen, das er als „sehr fruchtbar“ bezeichnete. Dabei seien verschiedene Themen detailliert erörtert worden.

In seinem ersten Fernsehinterview mit einem US-amerikanischen Sender erklärte Díaz-Canel gegenüber NBC News am selben Tag, er werde unter US-amerikanischem Druck nicht zurücktreten. „Wir haben einen freien, souveränen Staat. Wir haben Selbstbestimmung und Unabhängigkeit und unterwerfen uns nicht den Plänen der Vereinigten Staaten“, sagte der 65-Jährige. Die US-Regierung habe „keine moralische Grundlage, von Kuba irgendetwas zu verlangen“. Den Begriff des Aufgebens kenne man nicht: „Das Konzept, dass Revolutionäre aufgeben und zurücktreten ist nicht Teil unseres Wortschatzes.“ (Amerika21)

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