Kuba hat offiziell ein kürzliches Treffen von Delegationen beider Länder zu Gesprächen in Havanna bestätigt. Im Mittelpunkt der kubanischen Forderungen stand die Aufhebung der US-Energieblockade, die die schwere Stromkrise auf der Insel weiter verschärft hat.
Alejandro García del Toro, stellvertretender Generaldirektor für US-Angelegenheiten im kubanischen Außenministerium, bestätigte das Treffen am Montag, dem 20. April, in einem Interview mit der Zeitung der Kommunistischen Partei Kubas, Granma. „Es ist ein sensibles Thema, das wir, wie wir bereits gesagt haben, mit Diskretion behandeln. Aber ich kann bestätigen, dass hier in Kuba kürzlich ein Treffen zwischen Delegationen Kubas und der USA stattgefunden hat“, erklärte García gegenüber Granma.
Auf US-amerikanischer Seite nahmen laut Granma stellvertretende Staatssekretäre des US-Außenministeriums teil, die kubanische Seite war auf der Ebene des Vizeaußenministers vertreten. Konkrete Namen hat die kubanische Regierung nicht genannt.
García widersprach ausdrücklich Berichten US-amerikanischer Medien, denen zufolge Washington Kuba ein zweiwöchiges Ultimatum zur Freilassung politischer Gefangener gestellt habe. „Im Rahmen des Treffens setzte keine der Parteien Fristen oder stellte Forderungen mit Druckcharakter“, betonte der Diplomat. Der gesamte Austausch sei „respektvoll und professionell“ verlaufen.
US-amerikanische Medien hatten zuvor unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet, das Treffen habe am 10. April stattgefunden. Demnach soll Washington die Freilassung prominenter politischer Gefangener gefordert haben, darunter die Dissidenten Luis Manuel Otero Alcántara und Maykel Osorbo. Dies sollte als erster Schritt des guten Willens dienen, dem eine Liste weiterer Forderungen nach wirtschaftlichen und politischen Reformen folgen sollte.
Das Nachrichtenportal Axios berichtete zudem, an dem Treffen habe Raúl Guillermo Rodríguez Castro, ein Enkel des ehemaligen Präsidenten Raúl Castro, teilgenommen, der bereits im Vorfeld als Schlüsselfigur bei der Anbahnung dieser Gespräche beschrieben wurde.
Das oberste Anliegen der kubanischen Delegation war nach Angaben Garcías die Aufhebung der US-Energieblockade, die Washington seit Januar verhängt hat und die Kuba den Zugang zu Treibstofflieferungen aus dem Ausland erheblich erschwert.
„Die Beseitigung der Energieblockade gegen das Land war ein Thema von höchster Priorität für unsere Delegation“, sagte García. Er bezeichnete die Maßnahme als „ungerechtfertigte Bestrafung der gesamten kubanischen Bevölkerung“ und als „globale Erpressung gegen souveräne Staaten, die das volle Recht haben, Kuba gemäß den Normen des freien Handels Treibstoff zu liefern“. (Amerika21)

