8. August 2026

Mehr als 7000 Container mit Lebensmitteln und Medikamenten blockiert

Mehr als 7000 Container mit Lebensmitteln, Medikamenten und Gütern für die Energie- und Wasserversorgung können Kuba nicht erreichen und stecken in verschiedenen karibischen Häfen fest. Das hat Kubas Vizepremierminister und Außenhandelsminister Óscar Pérez-Oliva Fraga am 29. Juli vor der kubanischen Nationalversammlung erklärt. Die Waren seien nach den Regeln des internationalen Handels rechtmäßig erworben worden, so der Minister.

Pérez-Oliva Fraga machte US-amerikanische Sanktionen für die Blockade verantwortlich. Unter den festgehaltenen Frachten befänden sich auch Güter für das Trinkwasserprogramm der Insel. Täglich hätten mehr als drei Millionen Kubaner keinen regulären Zugang zu Trinkwasser.

„Ich wollte die Gelegenheit nutzen, um jene verantwortlich zu machen, die die Ankunft dieser Waren verhindern wollen, die untätig bleiben und diesen Genozid geschehen lassen, und jene, die sich den Interessen der USA beugen – sie alle sind für den Verlust unschuldiger Menschenleben verantwortlich“, sagte der Minister vor dem Parlament.

Das staatliche kubanische Unternehmen Medicuba hatte zuvor gemeldet, dass die deutsche Reederei Hapag-Lloyd zwei Container mit einem Epilepsie-Medikament im kolumbianischen Hafen Cartagena de Indias zurückgehalten habe. Das Unternehmen berief sich dabei auf die Einhaltung der US-Sanktionsgesetze. Kurz zuvor hatte die französische Reederei CMA CGM Dutzende Container mit Ziel Kuba in Jamaika festgehalten, darunter einen mit medizinischen Gütern.

Beide Fälle stehen im Zusammenhang mit der sogenannten Executive Order 14404, die US-Präsident Donald Trump am 1. Mai unterzeichnet hatte. Das Dekret droht Personen und Unternehmen, die für die kubanische Regierung tätig sind oder sie finanziell, materiell oder technologisch unterstützen, mit dem Einfrieren ihrer Vermögenswerte in den USA. Kurz nach Inkrafttreten der Anordnung stellten beide europäische Reedereien die Annahme neuer Aufträge mit Ziel Kuba ein. Der Hafen von Mariel, der wichtigste und leistungsfähigste Containerhafen des Landes, wurde inzwischen direkt von den USA sanktioniert. Auch die spanischen Hotelketten Meliá und Iberostar zogen sich aufgrund der Sekundärsanktionen zuletzt aus Kuba zurück.

Trump hatte Kuba nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus als eine seiner ersten Amtshandlungen im Januar 2025 erneut auf die US-Liste der Staatssponsoren des Terrorismus gesetzt. Im Januar 2026 folgte eine weitere Anordnung, mit der Länder, die Kuba Treibstoff liefern, mit Strafzöllen bedroht werden. Infolge dieser Erdölblockade hat seit März lediglich ein einziger Tanker einen kubanischen Hafen erreicht.

Die Folgen für die kubanische Bevölkerung sind gravierend: Stromausfälle, Treibstoffmangel, Einschränkungen im Gesundheitswesen, im Verkehrssektor, in der Bildung und bei der Wasserversorgung. Kuba befindet sich bereits seit mehreren Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise, die sich durch die verschärften US-Maßnahmen seit Anfang des Jahres massiv zugespitzt hat. (Amerika21)

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