7. Oktober 2026

Stromnetz nach Totalausfall wiederhergestellt

Kubas Stromnetz ist am Samstagabend (Ortszeit) nach rund 32 Stunden wieder vollständig wiederhergestellt worden. Das teilte der staatliche Stromversorger Unión Eléctrica (UNE) mit. Zuvor ereignete sich am Freitag der achte landesweite Stromausfall in Kuba in diesem Jahr.

„Obwohl das Übertragungssystem wieder unter Strom steht, bleiben die Beeinträchtigungen der Stromversorgung weiterhin erheblich“, sagte Lisner Cruz, Leiter der Betriebsabteilung der Lastverteilung bei der UNE, im staatlichen Fernsehen.

Cruz erklärte, die Wiederverbindung sei in diesem Fall besonders schwierig gewesen und habe schrittweise erfolgen müssen: Zunächst wurden Umspannwerke in einzelnen Provinzen wieder unter Strom gesetzt, bevor das gesamte Netz zusammengeschaltet werden konnte. Grund dafür sei, dass dem Land Treibstoff für die Wärmekraftwerke fehle. Für den Wiederaufbau des Netzes habe man lediglich auf thermische Blöcke sowie auf Erzeugungsanlagen mit heimischem Rohöl und Erdgas zurückgreifen können, ergänzt durch Solarenergie – deren Ertrag jedoch durch die Wetterlage beeinträchtigt gewesen sei.

Ausgelöst wurde der Ausfall am Freitag durch eine schwere Havarie an einer 220-Kilovolt-Übertragungsleitung zwischen den Provinzen Matanzas und Cienfuegos. Diese habe eine Kettenreaktion von Abschaltungen ausgelöst, die durch instabile Wetterbedingungen und den anhaltenden Treibstoffmangel zusätzlich verschärft worden sei, erklärten die kubanischen Behörden.

Die Wiederherstellung des Netzes ist ein langwieriger Prozess, der laut UNE üblicherweise mehr als 30 Stunden dauert. Ziel ist es dabei, den Wärmekraftwerken des Landes – dem Rückgrat der kubanischen Stromerzeugung – so schnell wie möglich ausreichend Strom zuzuführen, damit sie wieder in größerem Umfang Energie produzieren und die Nachfrage decken können.

Der jüngste Blackout begann am Freitag gegen 14 Uhr Ortszeit mit dem Ausfall mehrerer Hochspannungsleitungen in Zentralkuba. Noch am späten Abend war die Stromversorgung in einigen wenigen Vierteln Havannas wieder angelaufen, vor allem im Umfeld von Krankenhäusern. Der Großteil der Hauptstadt blieb jedoch bei bewölktem, regnerischem Himmel vollständig ohne Strom.

Für die Bevölkerung, die an lange Phasen ohne Elektrizität gewöhnt ist, war der erneute Kollaps schon fast kein besonderers Ereignis mehr. Viele Kubaner waren aufgrund des hohen Defizits schon vor dem eigentlichen Blackout nicht versorgt, obschon das Netz in den vergangenen Wochen etwas niedrigere Defizite aufwies und der letzte Zusammenbruch länger als „üblich“ zurücklag. So berichtete der 23-jährige Frank Lorenzo gegenüber Reuters: „Gestern war ich 24 Stunden ohne Strom. Sie haben das Licht für eine Stunde angeschaltet, und dann brach das Netz zusammen.“ Ihm stehe damit eine weitere lange Nacht mit Schwitzen und Moskitostichen bevor, so Lorenzo.

Seit Jahren steht Kubas Stromversorgung unter Druck durch Treibstoffknappheit und verschlissene Infrastruktur. Mit der erneuten Verschärfung der US-Blockade durch ein Ölembargo und massive Sanktionswellen hat sich die Lage seit Januar jedoch deutlich verschärft. Allein im Juli ist das Netz dreimal komplett ausgefallen; seither haben landesweite Abschaltungen in weiten Teilen des Landes 30 Stunden und mehr gedauert. Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen hatten die US-Maßnahmen als klaren Verstoß gegen internationales Recht kritisiert und gewarnt, Kuba drohe angesichts wachsender Engpässe und Blackouts zu einem „stillen Gaza“ zu werden.

Nach Angaben der UNE lag die Verfügbarkeit im Netz am Morgen nach der Wiederherstellung bei 1160 Megawatt, während die Nachfrage 2673 Megawatt betrug – rund 1510 Megawatt blieben damit unversorgt. Das nächtliche Spitzendefizit wird mit 2070 Megawatt prognostiziert. Die Solarparks lieferten mit 985 Megawattstunden weniger Energie als an den Vortagen, was der Versorger auf den laufenden Wiederherstellungsprozess zurückführte.

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