Digital in der Sierra

Campesino mit Empfang: beim Internetausbau versucht Kubas Regierung besonders ländliche Gebiete nicht zu vernachlässigen (Quelle: Cubadebate)

Tief in den Bergen der südöstlichen kubanischen Provinz Granma, zwischen dichtem Regenwald und unberührter Natur mit kristallklaren Flüssen, liegt der kleine Ort Santo Domingo. Wenige Kilometer von hier errichteten 1958 die Revolutionäre um Fidel Castro mit der »Comandancia General de La Plata« die Kommandozentrale der Rebellenarmee, versteckt im dichten Dschungel. Nur wenige Touristen verirren sich in jene Provinz, meist auf den historischen Spuren der Anfangsstunden der kubanischen Revolution in den grünen Gebirgszügen der Sierra Maestra. Die Region, die auch als eine Wiege der Revolution gilt, wo befestigte Straßen auch heute eher die Ausnahme sind, ist jetzt per Internet erreichbar. […]

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Kuba startet diesen Sommer staatlichen Onlinehandel in CUP

Screenshot von Kubas erstem staatlichen Onlineshop (Quelle: TRD Caribe)

Die staatliche Handelskette „TRD Caribe“ will auf Kuba diesen Sommer das Zeitalter des Onlinehandels einläuten. Als erstes wird der Supermarkt „5ta y 42“ in Havannas Stadtteil Playa ans Netz gehen. In nicht allzu ferner Zukunft soll mindestens ein Geschäft in jeder Provinz Bestellungen über das Internet entgegennehmen, wie kubanische Medien berichten.

Voraussetzung für Internetbestellungen ist die Registrierung im Onlineshop des Geschäfts sowie der Besitz eine EC-Karte, was derzeit auf 4 Millionen der 11,2 Millionen Kubaner zutrifft. Das neue Angebot soll das Einkaufen „zugänglicher und einfacher“ machen, wie die „Granma“ berichtet. Zunächst müssen Bestellungen noch im Laden abgeholt werden und nur ein kleines Produktspektrum ist online verfügbar. Das soll sich jedoch im Laufe der Zeit ändern: „In der zweiten Phase wollen wir die Einkäufe jeder Person nach Hause liefern“, erklärt die Verkaufschefin von „Caribe“, Martha Mulet Fernández.

Wenn das neue Angebot im Sommer startet, werden zunächst Lebensmittel und Getränke angeboten. Schrittweise sollen jedoch auch alle anderen Produkte des Ladens in den Onlineshop aufgenommen werden. Die Bezahlung erfolgt bequem per Onlineüberweisung mittels EC-Karte, jedoch werden ausschließlich Zahlungen von Konten in kubanischen Pesos (CUP) akzeptiert. Kuba plant in diesem Jahr seine beiden Währungen zu vereinheitlichen, der an den Dollar gekoppelte konvertible Peso (CUC) soll dabei aus der Zirkulation verschwinden.

Kubas Fernsehen will „Russia Today“ einspeisen

Die Unterzeichnung des Abkommens zwischen Kubas Rundfunkgesellschaft ICRT und dem russischen Kommunikationsministerium in Havanna (Quelle: TASS)

Kuba und die Russische Förderation haben ein neues Abkommen über technologische Zusammenarbeit abgeschlossen. Dabei geht es vor allem um die „Digitalisierung der Sendemasten des Fernsehbetriebs“, wie Telesur berichtet. Im Rahmen der Umstellung von analogem auf digitalen Sendebetrieb will Kubas staatlicher Rundfunk neben dem venezolanischen Sender Telesur nun auch Russia Today auf der Insel ausstrahlen.

Bereits seit mehreren Jahren arbeitet Kuba an der Umstellung seines Rundfunks von analogem auf digitalen HD-Betrieb. Dabei soll der chinesische DTMB-Standard landesweit eingeführt werden. Inzwischen ist das Digitalfernsehen bereits in weiten Teilen des Landes verfügbar, seit 2013 wurden über zwei Millionen Empfangsgeräte verkauft. In Teilen der Provinz Ciego de Ávila wird diesen Sommer erstmalig sogar der analoge Sendebetrieb komplett eingestellt, die Umstellung soll im Jahr 2021 mit dem landesweiten Ende des Analogfernsehens abgeschlossen sein.

Die frei werdenden Frequenzen können im Mobilfunkbereich sowie für die Übertragung zusätzlicher Kanäle genutzt werden. Kuba will im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie das Fernsehen auf der Insel vor allem für die Zielgruppe der Jugendlichen stark verbessern. Die Eröffnung des neuen Nachrichtensenders „Canal Caribe“, welcher seit 2016 einen frischeren Moderationsstil mit jungen Journalisten erprobt, soll ein weiterer Schritt zu einer Verbesserung des Informationsangebots auf der Insel sein.

Verfügbarkeit des digitalen Fernsehsignals auf Kuba im Januar 2018 (Quelle: Lacetel)

Dabei will das Fernsehen auf der Insel vor allem moderner und internationaler werden. Bereits seit 2015 wird auf Kuba deshalb der venezolanische TV-Sender Telesur über das Digitalfernsehen eingespeist, was zum ersten Mal eine Konkurrenz für die fünf staatlichen Sender bedeutete. Nun soll Russia Today folgen. Alfonso Nova, Präsident des kubanischen Rundfunkinstituts ICRT, betonte dass die Ausstrahlung der beiden Sender das kubanische Fernsehen „enorm bereichern“ würde.

„Für uns ist es wichtig einen laufenden Sendebetrieb von Rusia Today auf ganz Kuba aufzubauen. Dieses karibische Land hat eine große Autorität in Lateinamerika, weshalb der Sendebetrieb dort von großer Bedeutung für Russland ist“, kommentierte Russlands Vizeminister für Kommunikation, Rashid Ismailov, das Abkommen mit dem kubanischen Rundfunk.

Kubas Medien arbeiten bereits seit einigen Jahren mit Russlands staatlichem Fernsehen zusammen, so liefern kubanische TV-Journalisten schon seit längerem Beiträge für den Sender. Nun könnte Russia Today innerhalb weniger Jahre der zweite internationale Sender werden, der auf der Insel ausgestrahlt wird. „Ich bin mir sicher, dass wir einen Sprung in den Beziehungen unserer Institutionen sehen werden“, sagte Ismailov.

Auf dem Weg in die Informationsgesellschaft

Kubas Telekommunikationsversorger will noch in diesem Jahr mobiles Internet anbieten (Quelle: Cubadebate)

Havanna/Genf. Kuba will die Digitalisierung des Landes massiv vorantreiben. Im Rahmen des Kongresses Informática 2018 treffen seit Anfang der Woche zahlreiche kubanische und internationale Experten in Havanna zusammen, um über die nächsten Schritte auf dem Weg zur Informationsgesellschaft zu beraten. Neben dem flächenmäßigen Ausbau des Internetzugangs standen dabei auch Themen wie E-Governance, E-Learning, freie Software, mobiles Internet und Digitalfernsehen auf der Agenda. Firmen unter anderem aus Japan und China stellen ihre Produkte vor.

Mayra Arevich, Chefin der staatlichen Telekommunikationsgesellschaft Etecsa, gab am Montag auf dem Kongress einen Überblick über den Stand des Internetausbaus auf der Insel. Demnach gibt es derzeit 1.651 öffentliche Zugangspunkte, davon 673 Wifi-Hotspots, 207 staatliche Internetcafés und 771 Zugänge in Hotels und Postbüros. Bis Ende 2017 hatten sich mehr als 5,3 Millionen Nutzer beim Internetversorger registriert, darüber hinaus wurden 27 Millionen Zugangskarten zum Preis von einem CUC (konvertibler Peso, entspricht rund 81 Euro-Cent) pro Stunde verkauft.

Auch beim Ausbau der Privatanschlüsse gibt es Fortschritte zu verzeichnen. Nach dem erfolgreichen Ende der Pilotphase im letzten Herbst wurden im Rahmen von „Nauta hogar“ bereits mehr als 27.000 kubanische Haushalte ans weltweite Netz angeschlossen, davon 12.700 allein in diesem Jahr. 95 Prozent der Kunden nutzen den günstigsten Tarif mit einem MBit Downstream (entspricht DSL 1.000), der für 15 CUC im Monat angeboten wird. Dieses Jahr sollen weitere 52.000 private Internetanschlüsse sowie 150 neue Wifi-Hotspots hinzukommen.

Als weiteres Ziel nannte Etecsa den Ausbau des mobilen Internets. „Havanna verfügt heute bereits über vollständige 3G-Abdeckung, derzeit wird in anderen Regionen daran gearbeitet zunächst 47 Prozent der Landesfläche damit zu versorgen“, sagte Arevich. Das neue Angebot wird in der ersten Jahreshälfte starten, Informationen zu den Tarifen liegen noch nicht vor. Bis zum Jahr 2020 soll mindestens jeder zweite kubanische Haushalt mit Internet versorgt sein.

Kuba will sich im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie jedoch nicht allein auf den Ausbau des Internetzugangs beschränken, sondern auch eigene Softwaredienstleistungen aufbauen. So werden seit vergangenem Jahr chinesische Laptops nach dem Baukastenprinzip auf der Insel hergestellt, die mit der heimischen Linux-Distribution Nova ausgestattet sind. Staatliche Institutionen wie Banken, der Zoll sowie Bildungs- und Kultureinrichtungen entwickeln verstärkt eigene Handy-Applikationen. Viele Behördengänge sollen künftig durch digitale Angebote vereinfacht werden oder entfallen, ein entsprechendes Pilotprojekt läuft dazu in der Provinz Pinar del Río. Eine von der Universität Camagüey entwickelte Software zur Verwaltung von Kulturerbestätten wurde jüngst auf dem WSIS, dem Weltgipfel zur Informationsgesellschaft ausgezeichnet, der jedes Jahr von den Vereinten Nationen in Genf abgehalten wird. Kuba war in den vergangenen Jahren bereits mehrfach für Softwareentwicklungen ausgezeichnet worden.

Auch im Bankensektor soll angesichts der bevorstehenden Währungsreform die Digitalisierung vorangetrieben werden. Im Rahmen der E-Governance-Initiative will die Regierung bargeldloses Bezahlen mittels EC-Karten und Handy-Apps weiter verbreiten. Derzeit stehen den rund vier Millionen Kartenbesitzern lediglich 936 Geldautomaten zu Verfügung, deren Zahl soll jährlich um rund ein Fünftel zulegen.

Die Anfänge von Netzwerken und Internet in Kuba reichen zurück bis ins Jahr 1983: Via Satellitenverbindung nach Moskau hing Kuba am dortigen IASnet. Im selben Jahr wurde das kubanische Netzwerkinstitut Cenia und 1987 die Jugendcomputerklubs gegründet, die zu einer gleichmäßigen Verbreitung von PC- und Internetkenntnissen auf der Insel führen solllten. Bis Mitte der 1990er Jahre entwickelte sich Kuba zu einer der „führenden Kräfte des Netzwerkens in der Karibik“, bestätigt der US-amerikanische Informatiker Larry Page. Die US-Blockade verhinderte jedoch den Anschluss an die Unterseekabel in der Karibik. Kuba war auf teure Satellitenverbindungen angewiesen, die über geringe Bandbreite verfügten und verlor zunehmend den Anschluss an die weltweite Entwicklung. In den 2000er Jahren konzentrierte das Land sich vor allem auf den Ausbau des eigenen Intranets, das mit dem „EcuRed“ über eine eigene Enzyklopädie mit über 100.000 Artikeln verfügt. Der Ausbau des Zugangs zum Internet stagnierte jedoch, und die hohen Preise machten es für die meisten Kubaner unerschwinglich.

Das änderte sich nach der erfolgreichen Inbetriebnahme des venezolanischen Unterseekabels Alba-1 im Jahr 2014. Kuba konnte seinen Zugang zum weltweiten Netz seitdem deutlich verbreitern. Seit 2015 gibt es auf der Insel eine Berufsvereinigung für Informatiker, im Februar 2017 verabschiedete die Regierung ein langfristiges Programm zur Digitalisierung der Gesellschaft.

von Marcel Kunzmann / Amerika21

Havannas Kapitol ist wieder für Besucher geöffnet

Seit 2010 wird das als „nationales Monument“ geschützte Kapitol in Havanna aufwändig saniert (Quelle: ACN)

Acht Jahre nach Beginn der Restaurationsarbeiten hat das Kapitol der kubanischen Hauptstadt Havanna wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Seit Donnerstag können interessierte Besucher in Gruppengrößen von bis zu 15 Personen Führungen durch die altehrwürdigen Hallen des 1929 eröffneten Monuments buchen. Dessen Sanierung soll bis Ende 2019 abgeschlossen sein. Noch in diesem Jahr will das kubanische Parlament seine Sitzungen wieder in dem Haus abhalten.

Offiziell eingeweiht wurde der neue Parlamentssitz indes bereits im November 2016, allerdings tagten die über 600 Abgeordneten des kubanischen Parlaments seither weiterhin im 1976 eröffneten Veranstaltungsgebäude „Palacio de la Convenciones“ in den Außenbezirken der Hauptstadt. Bei einer Festveranstaltung im Kapitol Anfang der Woche spielte Präsident Raúl Castro vor den anwesenden Reportern darauf an: „Was denkt ihr, kann man die gesamte Nationalversammlung in diesem Gebäude unterbringen?“

Termine für die Führungen, welche noch bis zum 1. April kostenlos sein werden (Quelle: Büro des Stadthistorikers von Havanna)

Inzwischen sind neben dem großen Saal auch die Bibliothek „José Martí“, die Salons Simón Bolívar und Jimaguyú auch der nördliche Bogen fertig restauriert. Öffentliche Führungen auf Englisch und Spanisch finden seit Donnerstag wieder statt und werden vom Büro des Stadthistorikers organisiert. Sie richten sich an Gruppen von maximal 15 Personen und sollen nur noch bis zum ersten April kostenlos sein.

Raúl Castro erklärte indes, dass im Kontext des geplanten Umzugs des Parlaments nicht bis zur Eröffnung des Südflügels gewartet werden soll. In diesem Monat sollen die Arbeiten an der großen Kuppel beginnen, welche mit Hilfe einer russischen Firma durchgeführt werden und etwa eine halbe Millionen US-Dollar kosten sollen. An den bisherigen Arbeiten war auch eine Firma aus Thüringen beteiligt. Pünktlich zum 500. Geburtstag Havannas soll das Gebäude dann im November 2019 vollständig saniert sein.

Zusätzliche Satellitenkapazitäten für Kuba

Start eines SES-Kommunikationssatelliten an Bord einer Falcon-9 Rakete am 12. Oktober 2017 (Quelle: SpaceX)

Kubas Zugang zum Internet wird breiter. Wie der staatliche Telekommunikationsversorger Etecsa am Dienstag bekannt gab, hat die Firma zusätzliche Internetbandbreite über Satelliten hinzugekauft. Zuletzt war 2013 ein neues Unterseekabel in Betrieb gegangen, das die Kapazitäten der Insel um ein vielfaches erweitert hat. Vorher hing Kuba ausschließlich über Satellitenverbindungen am weltweiten Netz.

Die Vereinbarung mit der Luxemburger Firma SES Networks kommt nur wenige Wochen vor dem angekündigten Start des mobilen Internets. Bei den zusätzlichen Satellitenkapazitäten handle es sich um einen Service von „hoher Qualität, der in einigen Aspekten ähnliche Eigenschaften wie eine Glasfaserverbindung aufweist“, meldete die kubanische Nachrichtenagentur ACN.

Etecsa rüstet derzeit die Infrastruktur des nationalen Handynetzes mittels 3G und LTE-Sendemasten auf, um in wenigen Monaten landesweit mobiles Internet anbieten zu können. Obwohl sich die Leitungskapazität seit Inbetriebnahme des mit venezolanischer Hilfe installierten Unterseekabels „Alba-1“ im Jahr 2013 vervielfacht hat, läuft ein Teil der Daten weiterhin über Satellitenverbindungen, wie der Fachblog „Laredcubana“ berichtet hat. Trotz des Glasfaserkabels bieten satellitengestützte Verbindungen für Kuba den Vorteil, dass durch die dezentrale Versorgung zum Beispiel von Handy-Sendemasten die großen Lücken im Glasfasernetz der Insel umgangen werden können.

Die 2001 gegründete Luxemburger Holding SES Networks (Société Européenne des Satellites, Europäische Satellitengesellschaft) zählt zu den Weltmarktführern bei satellitengestützten Internetdienstleistungen. „Durch die Zusammenarbeit mit SES Networks garantieren wir unseren Nutzern landesweit einen neuen, leistungsstarken und qualitativ hochwertigen Internetzugang über dieses neuartige Satellitensystem“, erklärte die Leiterin von Etecsa, Mayra Arevich Marín.

Varadero bekommt 4G-Datennetz

Mobiles Internet erreicht schon bald auch die Traumstrände in Kubas Badeort Varadero (Quelle: Cubadebate)

Bis zum Ende des Monats soll Kubas Touristen-Hotspot Varadero über mobiles Internet mittels 4G-Technologie verfügen. Dies meldete die Tageszeitung „Juventud Rebelde“ am Dienstag. Derzeit läuft im gesamten Land der Testbetrieb für das mobile Datennetz auf 3G-Basis, welches bis Ende April die über 4,5 Millionen Handynutzer der Insel erreichen soll.

In Kubas wirtschaftsstarker Provinz Matanzas kommt der Ausbau des Internets planmäßig voran. Mehr als 65.000 neue Handykunden kamen allein im vergangenen Jahr hinzu, wie der Telekommunikationsversorger ETECSA bekannt gab. Heute zählt die Provinz 362.000 Handynutzer, fast jeder zweite Einwohner nutzt damit das Mobilfunknetz. Umso erfreulicher, dass die Freigabe des mobilen Internets nicht mehr lange auf sich warten lassen soll.

Bereits im letzten Jahr wurden in allen Provinzhauptstädten des Landes neue Handymasten der dritten Generation aufgestellt, welche mobiles Internet mit Übertragungsraten von theoretisch bis zu 4 Mbit liefern können. Kuba setzt dabei auf das 900 Mhz Frequenzband, welches bessere Übertragungsraten in geschlossenen Räumen und entlegenen Gebieten bieten soll. Die Sendemasten kommen von chinesischen Firmen wie Haier und Huawei, die sich bereits in anderen Ländern der Region für den Ausbau des mobilen Internets verantwortlich zeigten.

Auch in weiteren Teilen der Insel sind bereits die größeren Gemeinden mit 3G-Netz versorgt. In der östlichen Provinz Granma wurden beispielsweise die Hauptstadt Bayamo sowie Manzanillo und Pilón im letzten Jahr versorgt, wobei die älteren Funkmasten der zweiten Generation in gebirgige Gegenden wie Bartomolé Maso, Bueycito und Buey Arriba verlegt wurden, wo bisher oftmals noch gar kein Handyempfang möglich war. Bis zum Ende des Jahres sollen auch kleine Städte wie Yara, Río Cauto und Guisa mit 3G-Datennetz versorgt werden.

Schon heute können Kubaner und Touristen gleichermaßen über den US-amerikanischen Roaminganbieter Digicel Gebrauch vom mobilen Internet machen. Die Preise sind mit 25 US-Dollar für 100 Megabyte jedoch recht happig. Der staatliche Netzbetreiber ETECSA plant indes nach Ende des Testbetriebs im April mit einem eigenen Angebot an den Start zu gehen, dass „weniger schmerzhaft“ für die Kaufkraft der Kubaner sei.

Kubas Regierung treibt die Digitalisierung des Landes seit einigen Jahren massiv voran. 2014 wurde ein Plan zum flächendeckenden Ausbau des Internets genehmigt, im Jahr 2016 begann das erste Pilotprojekt für private Internetanschlüsse zu Hause. Während die schlechte Infrastruktur derzeit nur einige zehntausend Nutzer für „nauta hogar“ zulässt (derzeit zählt das Angebot knapp 12.000 Kunden, die für 0,50 US$  pro Stunde von zu Hause aus surfen), könnte das mobile Internet über die Handynetze bald schon weitaus größere Wellen schlagen. Bis zum Ende des Jahres sollen neben Varadero auch andere dicht besiedelte Gebiete über LTE-Netz verfügen.

Update vom 19. Februar: Inzwischen hat Digicel angekündigt, seinen Roaming-Service am 9. April 2018 einzustellen. Es scheint daher wahrscheinlich, dass spätestens zu diesem Datum ETECSA mit einem eigenen Angebot das Monopol für mobiles Datennetz auf Kuba bekommen wird.