Die „Granma“ hat eine neue Chefredakteurin

Die frischgebackene Chefredakteurin der „Granma„, Yailin Orta Rivera (Quelle: informador)

Nach wochenlanger Suche hat die „Granma“, das Zentralorgan der regierenden kommunistischen Partei Kubas (PCC), eine neue Chefredakteurin. Dies gab die Zeitung am Dienstag in einer kurzen Meldung bekannt. Die 34-jährige Yailin Orta Rivera übernimmt den Posten, nachdem der bisherige Chefredakteur Pelayo Terry Cuervo Anfang November wegen nicht näher genannten „Fehlern bei der Erfüllung seiner Pflichten“ entlassen wurde.

Rivera, die im Jahr 2006 ihren Abschluss in Journalismus von der Universität Havanna erhielt, arbeitete bisher bei der Zeitung des kommunistischen Jugendverbands, „Juventud Rebelde“. Dort wurde sie in den letzten Jahren mehrfach befördert, bis sie den Posten der stellvertretenden Chefredakteurin erlangte. Die junge Journalistin ist unter anderem Mitglied der PCC sowie im Nationalkomitee des Jugendverbands UJC.

Bei der „Juventud Rebelde“ wird indes der ebenfalls 34-jährige Yoerky Sánchez Cuéllar ihren Posten im Redaktionskollektiv einnehmen. Sánchez graduierte im Jahr 2007 an der Universität von Santa Clara, war mehrere Jahre Redakteur bei der Universitätszeitschrift „Alma Mater“ und hat darüber hinaus eine Mandat als Abgeordneter des kubanischen Parlaments.

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Ein Jahr nach Tod: Kuba und viele Staaten gedenken Fidel Castros

Zentrale Gedenkveranstaltung am 25. November auf den Treppen der Universität Havannas (Quelle: Cubadebate)

Havanna. Ein Jahr nach dem Tod des Revolutionsführers Fidel Castro gedenken die Kubaner ihres ehemaligen Staatschefs. Am gestrigen Samstag veranstaltete der Jugendverband der Kommunistischen Partei (UJC) auf den Treppen der Universität von Havanna, wo Castro einst studierte, die zentrale Gedenkveranstaltung. Auch andernorts wird das Wirken Fidel Castros in Erinnerung gerufen.

So stiftete die Universidad Nacional Autónoma (UNAN) in Nicaragua kurz vor dem Jahrestag einen Ehrendoktor an Castro für dessen „großen Beitrag zur Menschheit und der Geschichte als Vorkämpfer der Revolution in Lateinamerika“. Zahlreiche Solidaritätsorganisationen in der ganzen Welt werden am Samstag Veranstaltungen zu Ehren Castros ausrichten.

Auf Kuba findet in verschiedenen Institutionen ein umfangreiches Programm statt. Der Künstler Raúl Torres hat dazu seinen Beitrag geliefert. Das Lied „Cabalgando con Fidel“, welches in den Tagen nach seinem Tod vergangenen November zur inoffiziellen Trauerhymne für den verstorbenen Guerillakämpfer wurde, stammt aus seiner Feder. Ein Jahr nach Castros Tod hat Torres mit „Laureles y Olivos“ (Lorbeeren und Oliven) nun ein weiteres Lied zu seinen Ehren veröffentlicht. Torres erklärte gegenüber dem Nachrichtenportal Cubadebate seine Zuneigung für Castro: „Ich bezeichne mich mit großem Stolz als Fidelista!“

Aus Argentinien kam indes vergangene Woche die Replika der markanten Mütze des „Comandante en Jefe“ nach Kuba. Mitglieder der Organisation der Kubaner in Argentinien haben die 30 Kilogramm schwere Skulptur zusammen mit der dortigen Kuba-Solidaritätsbewegung geschaffen. Sie soll im nächsten Jahr bei der Parade zum 1. Mai zu sehen sein. In Südafrika wurde vergangenen Monat sogar eine Statue Fidel Castros enthüllt, entgegen dem expliziten Wunsch des Verstorbenen, den dieser in seinem Testament niedergelegt hatte.

Das kubanische Nationalballett kündigte an, vom 23. bis zum 26. November ein spezielles Programm zu Ehren des Verstorbenen anzubieten. Hierzu zählt unter anderem die Aufführung des romantischen Stücks „La Bayadère“ mit Musik von Léon Minkus, das 1877 im St. Petersburger Bolschoi-Theater uraufgeführt wurde. Die Veranstaltungen sollen im frisch restaurierten Nationaltheater „Alicia Alonso“ in Havanna stattfinden. Die Parteihochschule „Nico López“ führte eine Konferenz zum Studium des Gedankenguts Fidel Castros durch. Das Zentrum für internationale Beziehungen veranstaltete einen ähnlich gelagerten Workshop, an dem auch der Liedermacher Silvio Ródriguez einen Beitrag lieferte. „Fidel Castros Gedanken waren noch nie so notwendig wie heute“, kommentierte der Leiter der Nationalbibliothek in seinem Redebeitrag auf der Veranstaltung.

Das Gedenken an Fidel Castro reicht bis nach Washington, wo verschiedene Forscher und Solidaritätsgruppen vergangene Woche eine Podiumsdiskussion abhielten. Der puertoricanische Befreiungskämpfer Oscar López Rivera, der seit mehreren Tagen auf Einladung der kubanischen Regierung auf der Insel zu Gast ist, zollte dem verstorbenen Revolutionär bereits am Dienstag an dessen Grab in Santiago de Cuba Tribut. „Ich glaube Fidel gab mir die Kraft, diesen Kampf zu führen“, sagte Rivera. Er war im Mai dieses Jahres nach 36 Jahren Gefangenschaft freigelassen worden.

Von Marcel Kunzmann / Amerika21

Wasser ist Menschenrecht

Tanklastwagen versorgen die Bevölkerung in entlegenen Gegenden sowie im Katastrophenfall (Quelle: RadioBayamo)

In Kuba hat der Hurrikan »Irma« im September nicht nur eine Schneise der Verwüstung hinterlassen – er sorgte auch für heftige Regenfälle und beendete damit eine mehrjährige Dürreperiode, die im Sommer noch zu Engpässen bei der Trinkwasserversorgung geführt hatte. Waren die Stauseen der Insel im Sommer nur zu weniger als 40 Prozent gefüllt, meldete das Nationale Institut für Wasserwirtschaft (INRH) Anfang November einen Stand von 77 Prozent.

Der Regen war dringend notwendig. Die Dürreperiode hatte auf Kuba bereits seit über zwei Jahren angehalten und teils drastische Einschränkungen für Bevölkerung und Landwirtschaft mit sich gebracht. So mussten im Jahr 2015 viele Menschen in Santiago de Cuba, der zweitgrößten Stadt im Osten des Landes, durch Tankwagen mit Trinkwasser versorgt werden. […]

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Varadero bereit für die Hochsaison, neue Fluglinie ab Düsseldorf

Der Badeort Varadero ist seit Anfang November noch besser von Düsseldorf aus zu erreichen (Quelle: Commons)

Vor wenigen Tagen gab die Fluggesellschaft Eurowings die Eröffnung zahlreicher neuer Langstreckenlinien bekannt. Auch Kuba ist seit dem 11. November von Deutschland aus noch besser erreichbar. Die neue Strecke Düsseldorf – Varadero will Eurowings künftig jeden Samstag bedienen. Auch die russische Fluggesellschaft „Azur Air“ will die Strecke in Zukunft anbieten. Gleichzeitig wurde der Badeort in den vergangenen Wochen fit für die Hochsaison gemacht.

Düsseldorf ist der größte Flughafen Nordrhein-Westfalens. Von hier aus starten jeden Tag hunderte Flüge in alle Himmelsrichtungen. „Die Vorausbuchungen für unsere Flüge sind bereits sehr hoch – die Nachfrage für unser Angebot ist eindeutig vorhanden“, sagte Eurowings-Geschäftsführer Oliver Wagner gegenüber der NRZ. Die Flüge nach Varadero sind derzeit mit einer Boeing 767 geplant, ab Sommer 2018 will Eurowings dann zusätzlich zwei Airbus A340-300 leasen.

Nachdem Hurrikan „Irma“ im September schwere Verwüstungen auf Kuba hinterließ, hat sich die Situation auch im Touristen-Hotspot Varadero wieder normalisiert. Am Freitag berichtete die Tageszeitung „Granma“, dass alle 52 Hotels der Halbinsel in Betrieb sind, mehr als 21.200 Zimmer sind bereit für die laufende Hochsaison. Auch die Traumstrände von „Jardines del Rey“ entlang der zentralen Nordküste der Insel sind wieder voll auf Touristen eingestellt. Der gleichnamige Flughafen hat den Betrieb bereits vor einigen Wochen wieder aufgenommen.

Havanna wird 498 Jahre alt

Seit Oktober steht auf dem „Platz des 13. März“, gegenüber des Revolutionsmuseums, eine neue Statue des kubanischen Nationalhelden José Martí (Quelle: Cubadebate)

Während am heutigen Donnerstag die kubanische Hauptstadt ihr 498. Jubiläum feiert, laufen die Vorbereitungen für den kommenden runden Geburtstag bereits auf Hochtouren. Derzeit wird der historische Gründungsort in der Altstadt, welche zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, zu einem Museum ausgebaut. Auch Spielplätze und der Uferbereich im Süden der Stadt werden saniert. Havanna putzt sich heraus, nicht nur für Touristen.

Zu den wichtigsten Ankündigungen, die Stadthistoriker Eusebio Leal zu machen hatte, zählt mit Sicherheit die Sanierung von „El Templete„, dem ersten Gebäude der 1519 gegründeten Stadt. Das am „Plaza de Armas“ gelegene Haus liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der Straße „O’Reilly„. Diese bekam anlässlich des diesjährigen Jubiläums ihr historisches Eingangstor zurück. Das historische Stadttor in der „Calle O’Reilly“ wurde 1851 errichtet. 1930 wurde es im Zuge des Ausbaus der angrenzenden Uferstraße abgerissen. Bis 2019 soll im „Templete“ zudem ein neues Museum zur Stadtgeschichte eröffnen.

Das älteste Gebäude der Stadt, „El Templete“, wird derzeit zu einem Museum ausgebaut (Quelle: Cubadebate)

Bereits im Oktober dieses Jahres wurde Havanna um eine Attraktion reicher: vor dem Revolutionsmuseum steht seitdem die Replika einer fünf Meter hohen Statue des Nationalhelden José Martí. Das Original wurde im Jahr 1950 im New Yorker Central Park aufgestellt. Stadthistoriker Leal bedankte sich bei der feierlichen Einweihung beim Bürgermeister von New York sowie dem Stadtmuseum der Bronx.

Ein weiteres Projekt läuft im Norden der Altstadt. Die Festung „Castillo de La Punta“ wurde nach den Sturmschäden von Hurrikan „Irma“ aufwändig saniert. Sie eröffnete gestern zeitgleich mit dem „Palacio de los Capitanes Generales“, dem ehemaligen Sitz der spanischen Gouverneure, welcher ebenfalls renoviert wurde. Auch das nahegelegene „Castillo de la Real Fuerza“ wurde für das Jubiläum verschönert. Die Sanierung des archäologischen Museums (Calle Tacón Nr. 4) konnte ebenfalls rechtzeitig abgeschlossen werden. Drei der großen Säle haben wieder für den Publikumsverkehr geöffnet.

Doch Havanna will mit Blick auf das 500. Jubiläum nicht nur für Historiker und Touristen erstrahlen. Neben den Museen wurden mehrere Dutzend Wohngebäude im weniger sanierten Süden der Altstadt vom Büro des Stadthistorikers denkmalgerecht wiederhergestellt. Die Neuordnung des Uferbereichs im südlichen Teil der Altstadt soll indes auch Anwohnern Vorteile bringen. Eine bessere Verkehrsanbindung ist ebenso vorgesehen wie die Sanierung der umliegenden Spielplätze.

Kubas Fernsehen wird digital

Das Digitalfernsehen eröffnet neue Möglichkeiten für Medieninhalte (Quelle: Cubadebate)

Nachdem in diesem Jahr ein neuer Sender in HD-Qualität den Betrieb aufgenommen hat, schreitet der Ausbau des Digitalfernsehens auf Kuba weiter voran. Auf einem jährlichen Forum über den Stand des Ausbaus informierten die beteiligten Experten über die jüngsten Entwicklungen. Derzeit werden mehr als 60 Prozent der Landesfläche mit digitalem Fernsehsignalen abgedeckt, seit Beginn der Umstellung im Jahr 2014 wurden auf der Insel mehr als 1,5 Millionen Receiver verkauft.

Mit chinesischer Hilfe stellt Kuba derzeit sein Fernsehangebot schrittweise auf digitalen Sendebetrieb und HD-Qualität um. Nachdem man sich bereits in den Jahren 2009 bis 2011 auf den chinesischen DTMB-Standard geeinigt hatte, begann gleichzeitig die Zusammenarbeit zwischen dem chinesischen Elektronikkonzern Haier und dem dem kubanischen Unternehmen Lacetel, welches sich seitdem für die Herstellung von Receivern auf der Insel sowie den Ausbau der Sendemasten verantwortlich zeigt.

Von der Digitalisierung des Fernsehangebots verspricht man sich neben der höheren Qualität auch Einsparungen im Betrieb, da der digitale Sendebetrieb deutlich weniger Energie erfordert. Im Jahr 2014 wurden die ersten 24 Sendemasten installiert, mittlerweile sind 106 Sendeanlagen in Betrieb, die etwa 60 Prozent der Landesfläche abdecken. Rund 70 Prozent der 3,5 Millionen kubanischen TV-Geräte sind damit bereits theoretisch mit Digitalfernsehen versorgt, allerdings wurden bisher nur 1,5 Millionen Receiver und 230.000 HD-Fernseher mit eingebautem Empfänger verkauft. Anlagen und Software kommen direkt aus der Volksrepublik und wurden für kubanische Bedürfnisse angepasst.

Bis alle Haushalte in den Genuss des Digitalfernsehens kommen, dürften noch einige Jahre vergehen. Die Angebote werden indes weiter ausgebaut: neben zusätzlichen Sendern in HD-Qualität, wie der neue Nachrichtenkanal „Canal Caribe„, gibt es bereits eine elektronische Programmzeitschrift. Weitere Multimedia-Inhalte wie Zugriff auf das Kleinanzeigenportal „Ofertas.cu“ oder die Enzyklopädie „Ecured“ sind bereits in der Mache. Kubas Medien haben indes einen klaren Zeitplan für die Umstellung. In den kommenden Jahren wird der analoge Sendebetrieb schrittweise abgeschaltet, bis dann im Jahr 2023 ganz Kuba nur noch digital empfängt.

„Granma“-Chefredakteur Pelayo Terry abgesetzt

Der abgesetzte Chefredakteur Pelayo Terry Cuervo (Quelle: siro4el)

Kubas größte Tageszeitung „Granma“ ist seit gestern auf der Suche nach einem neuen Chefredakteur. Der bisherige Leiter des Zentralorgans der regierenden Kommunistischen Partei, Pelayo Terry, wurde aufgrund von „Fehlern bei der Erfüllung seiner Pflichten“ unehrenhaft entlassen, wie die Zeitung in einer knappen Mitteilung bekannt gab. Über den Inhalt der „Fehler“ hüllt sich das Medium indes in Schweigen.

„Aufgrund von Fehlern bei der Erfüllung seiner Pflichten, hat die Parteileitung entschieden den Genossen Pelayo Terry Cuervo von seiner Aufgabe als Direktor der Zeitung Granma zu entbinden“, heißt es lapidar in dem gestern veröffentlichten Statement. Bis ein neuer Direktor gefunden wird, soll zunächst Terrys Stellvertreter Oscar Sánchez Serra übernehmen.

Pelayo Terry begann seine journalistische Laufbahn unter anderem als Kriegsberichterstatter in Äthiopien. Später stieg er zum Chefredakteur der „Juventud Rebelde“ auf, dem Organ des Jugendverbands UJC. Die Zeitung schärfte unter seiner Leitung ihr kritisches Profil und versuchte sich zugleich in neuen Formaten, was bei Lesern und Redaktion gut ankam. 2013 sollte er deshalb das angestaubte Zentralorgan „Granma“ als Chefredakteur modernisieren. In den letzten vier Jahren wurden unter Terry ein neues Layout, eine neue Webseite sowie Multimedia-Inhalte etabliert. Die Leserbrieferubrik bekam eine quartalsmäßige Übersicht und auf der neuen Webseite gibt es seither eine Kommentarfunktion.

Terry, der als Teamplayer gilt und unter seinen Kollegen hohes Ansehen genießt, erhielt noch vor wenigen Monaten eine Auszeichnung der kubanischen Streitkräfte. Die kurze Meldung über seine Absetzung ist indes die meistkommentierte der letzten Tage auf den Seiten der Granma. Viele der Kommentatoren fragen nach den Gründen seiner Entlassung.