Preise für DSL-Anschlüsse auf Kuba halbiert

Seit Ende 2017 wurden auf Kuba rund 87.000 private DSL-Anschlüsse verlegt. Inzwischen dürfen die Nutzer ihre Netzwerke auch für die Nachbarschaft öffnen (Quelle: Escambray)

Wie Kubas Telefonversorger ETECSA bekannt gibt, wurden die Preise für den Internetzugang von zu Hause aus ab dem 1. August um die Hälfte gesenkt. Nach Ablauf des inkludierten Surfpakets kostet die Stunde für private DSL-Anschlüsse auf der Insel jetzt nur noch 0,50 konvertible Pesos (ca. 45 Eurocent), statt wie bisher 1 CUC. Darüber hinaus kann die Leitung inzwischen auch drahtlos mit der Nachbarschaft geteilt werden, womit der Internetzugang auf Kuba deutlich erschwinglicher wird.

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Kubas „alte Garde“ stärkt Díaz-Canel den Rücken

Der Daumen zeigt nach oben: Miguel Díaz-Canel, Raúl Castro, Ramiro Valdés und Machado Ventura (von links) am 26. Juli in Bayamo (Quelle: Cubadebate)

Der 26. Juli ist ein besonderer Tag auf Kuba. Der gescheiterte Angriff auf die Moncada-Kaserne 1953 in der östlichen Metropole Santiago markiert den Beginn der kubanischen Revolution, welche am 1. Januar 1959 das Ende der Batista-Dikatur einläutete. Traditionell gehört dieses Datum deshalb den Veteranen der Revolution. Doch nicht in diesem Jahr. 

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Ära des bargeldlosen Bezahlens auf Kuba eingeläutet

Erdbeer-Milchshake per QR-Code mit Smartphone kaufen? Am Dienstag wurde das bargeldlose Bezahlen über die Handyapp „EnZona“ auf Kuba offiziell gestartet (Quelle: EnZona / FB)

Am Dienstagnachmittag wurde die Einkaufs-App „EnZona“ auf Kuba offiziell freigeschalten. Mehr als 11.000 Transaktionen sind allein in den ersten Stunden über den neuen Dienst abgewickelt worden. Mit dem weiteren Ausbau des Handynetzes könnte das bargeldlose Einkaufen schon bald zum Alltag in dem sozialistischen Land gehören. Auch staatliche und private Onlineshops, deren im Produkte im ganzen Land gelistet werden, sind damit möglich.

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Erste Trans-Ehe auf Kuba geschlossen

Am 16. Juli wurde in Havanna das erste transsexuelle Paar Kubas getraut (Quelle  Cubadebate)

Wie das Zentrum für Sexualerziehung (CENESEX) bekannt gab, hat am vergangenen Dienstag in Havanna das erste transsexuelle Paar Kubas geheiratet. In einer Pressemitteilung erklärte das Institut, dass „die Eheschließung im Rahmen der geltenden kubanischen Gesetze erfolgte, da beide Ehepartner bei ihrer Geburt als männlich bzw. weiblich registriert wurden, auch wenn dies heute nicht mehr ihrer geschlechtlichen Identität entspricht“. 

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Neue Zugverbindungen nehmen auf Kuba den Betrieb auf

Bis 2021 sollen 160 weitere Waggons aus China eintreffen, womit wieder mehrmals täglich Langstreckenverbindungen auf Kubas Schienen angeboten werden können (Quelle: Xinhua)

Entlang der Strecke warteten viele Kubaner schon sehnlichst auf das Eintreffen des neuen Zuges, der am Samstagnachmittag von Havanna aus seine erste reguläre Fahrt ins 835 Kilometer entfernte Santiago de Cuba begonnen hat. Binnen weniger Tage waren alle Tickets für die Jungfernfahrt ausverkauft. Kubas erster neuer Zugerwerb seit über 40 Jahren, welcher vollständig aus chinesischen Waggons besteht, soll den Transport auf der Insel drastisch verbessern helfen.

„Dank der freundschaftlichen Zusammenarbeit mit der Volksrepublik China kann Kubas Transportwesen heute auf neue Zugverbindungen zählen“, sagte Kubas Vize-Transportministerin Marta Oramas gegenüber der Nachrichtenagentur Xinhua“. Nachdem vor einigen Wochen die erste Lieferung aus 80 fabrikneuen Passagierwaggons eingetroffen war, kann die Strecke zwischen Havanna und Santiago, welche bisher alle vier Tage mit 7 Waggons bedient wurde, heute wieder jeden zweiten Tag mit 12 Waggons angefahren werden.

Die Transportkapazitäten entlang der Hauptstrecke werden damit verdreifacht. Auch die seit 2006 stillgelegte Verbindung Havanna – Holguín wurde am Sonntag wieder aufgenommen, ebenso die Verbindung nach Guantánamo, die jetzt wieder alle drei Tage stattfindet. In den Jahren 2020 und 2021 sollen je 80 weitere Waggons geliefert werden, womit sich die Frequenz auf allen Strecken weiter erhöhen wird. Auch Investitionen für Wartung und Ersatzteilbeschaffung sind vorgesehen. Kubas Eisenbahngesellschaft will die ersten fabrikneuen Waggons nach über 40 Jahren möglichst pfleglich behandeln.

Viele Kubaner ließen es sich nicht nehmen, den neuen Zug an ihrem Bahnhof persönlich zu begrüßen (Quelle: Cubadebate)

Die Züge der acht neuen interprovinziellen Linien bestehen aus 12 Waggons und bieten Platz für 720 Passagiere. Vier der Waggons sind klimatisiert und mit verstellbaren Sitzen sowie Bordentertainment ausgestattet, hinzu kommt ein Bistrowagen in jedem Zug. Wenige Tage nach Eröffnung des Vorverkaufs waren auf der Insel bereits alle Tickets ausverkauft – kein Wunder angesichts der stark subventionierten Preise. So kostet die Fahrt von Havanna nach Santiago in einem ventilatorgekühlten Waggon lediglich 70 Pesos (ca. 2,50 Euro), in der klimatisierten ersten Klasse 95 Pesos (3,50 Euro). Eine Mahlzeit samt Getränk im Bordbistro ist mit 20 Pesos (ca. 0,70 Euro) veranschlagt (beim Ticket der ersten Klasse inklusive).

Die Ticketpreise sind entsprechend der Entfernung gestaffelt (0,08 Pesos pro Kilometer in der zweiten Klasse) und deutlich günstiger als im bisher dominierenden Busverkehr. Wie das Transportministerium bestätigte, gelten für Touristen die selben Preise wie für Kubaner. Für die Buchung eines Tickets benötigt man als Tourist kubanische Pesos (erhältlich an jeder Wechselstube [CADECA]) und den Reisepass.

Mit 14 Stunden und 40 Minuten ist der Zug zudem knapp zwei Stunden schneller nach Santiago unterwegs als der Fernbus. In den kommenden Jahren soll sich die Fahrzeit mittels neuer Investitionen in das Streckennetz auf rund 10 Stunden verkürzen. Anders als bisher können Tickets für den neuen Zug 30 (statt fünf) Tage im Voraus gebucht werden. Bei Problemen oder Unpünktlichkeit darf der Betreiber „Unión de Ferrocariles de Cuba (UFC)“ jetzt Preisnachlässe geben. Darüber hinaus kann der Stand des Zugs mit einer eigens entwickelten App in Echtzeit, sowie auf Info-Monitoren in den größeren Stationen verfolgt werden. „Ich habe viel Erfahrung mit dieser Strecke, aber das was wir jetzt sehen, ist eine große Sache, die unseren Zugverkehr grundlegend verändern wird“, sagte eine kubanische Zugbegleiterin mit 34-jähriger Diensterfahrung gegenüber „Cubadebate“. Jetzt komme es darauf an, „gemeinsam gut auf die neuen Züge aufzupassen“, wie ein Leser kommentierte.

Weitere Infos zu Tarifen, Fahrplänen und Haltestellen (+ Bilder): 

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Neuer Hitzerekord auf Kuba: 39,1 Grad – niedriger als bei uns?

Am 30. Juni wurde auf Kuba ein neuer Temperaturrekord gemessen (Quelle: Cubadebate)

Wie das kubanische meteorologische Institut (INSMET) bekannt gab, wurde am vergangenen 30. Juni ein neuer Hitzerekord auf der Insel aufgestellt: Um 15:30 Uhr wurden an der Station Veguitas (Provinz Granma) erstmals 39,1 Grad Celsius gemessen – damit liegt Kubas Allzeithoch jedoch unter dem höchsten jemals gemessenen Wert in Deutschland. Wie kann das sein? „Cubaheute“ hat bei ARD-Meteorologe Sven Plöger nachgefragt, was es damit auf sich hat.

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Kubas Künstler machen sich bereit für neue Zeiten

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel und neuer UNEAC-Präsident Luis Morlote (links) auf der Schlusstagung des Kongresses kubanischer Künstler (Quelle: OnCuba/ACN)

Luis Morlote heißt der frischgebackene Präsident des kubanischen Künstler- und Schriftstellerverbands (UNEAC), dessen IX. Kongress am Sonntag in Havanna zu Ende ging. Dabei gab es an diesem Wochenende mehr als nur einen Wechsel an der Spitze des 1961 gegründeten Verbandes. „Die Kulturinstitutionen existieren nicht um ihrer selbst willen, sondern für die Künstler und ihr Werk“, sagte Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel in seiner Rede auf der Schlußtagung, die mit standing ovations quittiert wurde. Doch vor nicht allzu langer Zeit, war die Stimmung unter Kubas Künstlern noch eine andere…

„Revolution heißt mehr als Staat und Partei“

September 2018: mit dem „Dekret 349„, welches künstlerische Darbietungen nur noch nach vorheriger Genehmigung durch die zuständigen Behörden erlaubt, ging ein Raunen durch die Reihen der kubanischen Kunstszene. Während manche von „Vorzensur“ sprachen, betonten andere, dass das neue Gesetz die Bandbreite des reichhaltigen kubanischen Kulturlebens in keinster Weise schmälern würde. Wie so oft ist der Gesetzestext das eine, die praktische Umsetzung hingegen die viel wichtigere Frage.

Darauf scheint Kubas Präsident jetzt eine Antwort geben zu wollen, die den Künstlern des Landes gefällt und viele der seither gemachten Vorschläge aufgreift. Er berief sich dabei auf Fidel Castros berühmte Rede, die „Worte an die Intellektuellen„, welche dieser vor 58 Jahren auf dem Gründungskongress der UNEAC als Richtlinie für die Kulturpolitik des Landes ausgab: „Innerhalb der Revolution alles, außerhalb der Revolution nichts.“ Es sei wichtig, diese Maxime nicht zu simplifizieren und sie in ihrem Kontext zu betrachten, denn „die Revolution ist mehr als der Staat, die Partei oder die Regierung. Die Revolution sind wir alle, die sie in unserem Leben und Werk ermöglichen“, so Díaz-Canel. Heute sei es Aufgabe, dieses Konzept Fidel Castros in unsere Tage zu überführen.

Privatsektor wird Teil der Kulturpolitik

„Es gibt keine Kulturpolitik nur für den staatlichen Sektor oder eine eigene für den Privatsektor“, erklärte Díaz-Canel. In allen Bereichen seien die gleichen Maßstäbe anzulegen, gleichzeitig müssten „Unterhaltungsshows aus der Konserve, Banalität und Pseudokultur“ mit authentischen künstlerischen Ausdrucksformen begegnet werden. Mit Blick auf die Wirtschaft sei dabei nicht zuletzt auch der Tourismussektor auf die Beiträge der kubanischen Kulturschaffenden angewiesen. Kubas Regierung plant außerdem, mit der UNEAC künftig wieder stärker über die Grenzen des Landes hinaus die Verbreitung und Vermarktung kubanischer Kunst zu fördern. Auch ein nationaler Förderfond für Filmproduktion soll entstehen.

Dabei müssten „Bürokratie und mangelnde Professionalität“ bei der Betreuung dieses wichtigen Sektors gebrandmarkt werden. „Die Kulturinstitutionen existieren nicht um ihrer selbst willen, sondern für die Künstler und ihr Werk“, so der Präsident. „Wir werden das künstlerische Schaffen nicht behindern. Die Grenzen beginnen da, wo heilige Werte und Symbole des Vaterlands verletzt werden“, fügte er hinzu. Dazu gehören laut der Aufstellung des Präsidentens solche wie Solidarität, Gleichheit und Unabhängigkeit, aber auch „eine gerechte Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums, die Absage an jegliche Diskriminierung und der Umweltschutz.“

Auch die Kultur habe ihren Beitrag zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts zu leisten, ohne dabei auf reine Marktbeziehungen reduziert zu werden, führte Díaz-Canel aus. Kuba will in Zukunft private Kulturschaffende zulassen und mit eigenen Institutionen begleiten. In diesem Rahmen wurde vor wenigen Wochen ein neues Gesetz verabschiedet, welches es unabhängigen Filmcrews erlaubt, bei ausländischen und kubanischen Firmen unter Vertrag zu gehen. Neue Institutionen sollen den Sektor entwickeln und Rahmenbedingungen für die Vermittlung von Aufträgen schaffen.

Fazit

Nach dem jüngsten UNEAC-Kongress dürften die 250 Delegierten aus dem kubanischen Kunst- und Kulturbetrieb mehr als zufrieden nach Hause gegangen sein. Die Kulturpolitik von Kubas neuer Regierung soll mehr Räume für künstlerische Darbietungen schaffen, gleichzeitig werden die Möglichkeiten für private Künstler erweitert, um die Kulturproduktion insgesamt zu steigern. Die Wahl des jungen Fernseh- und Radioproduzenten Luis Morlote zum neuen UNEAC-Präsidenten, welcher den 1940 geborenen Miguel Barnet ablöst, markiert einen Generationenwechsel in der Dachorganisation des kubanischen Kulturbetriebs. „Der Kongress geht weiter. Jetzt müssen wir die systematische Arbeit fortführen“, kommentierte Morlote seine Wahl.