Kuba verurteilt Aggressionen gegen Syrien

In der Nacht zum Samstag begann in Syrien eine neue Offensive der USA und ihrer Verbündeten gegen Damaskus (Quelle: Granma)

Als eines der ersten Länder Lateinamerikas hat das sozialistische Kuba noch am Freitagabend die jüngsten Attacken des westlichen Bündnisses auf Syrien verurteilt. Der unilaterale Angriff der USA und ihrer Verbündeten auf syrische Ziele sei ein „schamloser Verstoß gegen internationales Recht und die Charta der Vereinten Nationen“, heißt es in einem Statement der kubanischen Regierung. Auch Bolivien und Venezuela verurteilten die westlichen Bombardements gegen Syrien.

„Die Vereinigten Staaten griffen Syrien an, ohne dass der Einsatz von chemischen Waffen durch dieses Land bewiesen wäre“, zitiert die „Granma“ das Statement des kubanisches Außenministeriums. Ohne die laufenden Untersuchungen abzuwarten sei dies ein „Vorwand“ für den Angriff auf zivile und militärische Ziele gewesen. Zugleich verurteilte Kuba als einer der Erstunterzeichner der Chemiewaffenkonvention den Einsatz chemischer Waffen durch „jedwenen Akteur zu jeglichen Umständen.“

Advertisements

Matanzas erhält neues Dieselkraftwerk aus Deutschland

Insgesamt sollen 32 Dieselgeneratoren des süddeutschen Herstellers MTU in Matanzas installiert werden (Quelle: Granma)

Die kubanische Provinz Matanzas verfügt seit kurzem über ein weiteres Kraftwerk zur Stromerzeugung. Wie kubanische Medien berichteten, hat die erste Einheit aus acht Generatoren der MTU Friedrichshafen die Belastungstests erfolgreich bestanden. Nach seiner Fertigstellung soll das Dieselkraftwerk eine Leistung von 67,2 Megawattstunden in das Stromnetz der Insel einspeisen.

Mit den dezentralen Dieselgeneratoren will Kubas Energieversorger vor allem Spitzen im Strombedarf abdecken sowie ausfallbedingte Lücken schließen. Neben der Redundanz soll sich dabei auch die Versorgungsstabilität in der wirtschaftsstarken Provinz erhöhen, zu der auch der Touristen-Hotspot Varadero gehört. Hurrikan „Irma“ verwüstete hier letzten Herbst das thermische Kraftwerk „Antonio Guiteras“, welches zu den wichtigsten Stromerzeugern der Insel gehört. Die Reparaturen an der sowjetischen Anlage dauern voraussichtlich noch bis Mitte des Jahres an.

Insgesamt sollen in dem kleinen Dieselkraftwerk 32 MTU-Generatoren ihren Dienst tun. Die Einspeisung ins Stromnetz wird nächste Woche beginnen. Zu den Vorteilen der Anlage gehört neben der flexiblen An- und Abschaltung auch die Resistenz gegen Umweltphänomene. Matanzas wird damit über die Reparaturphase hinaus weniger auf Stromlieferungen aus anderen Provinzen angewiesen sein.

Neuer Industriepark und Schuldenerlass aus Vietnam

Beide Handelsminister nach der Unterzeichnung des Abkommens über den vietnamesischen Schuldenerlass am Donnerstag in Havanna (Quelle: Granma)

Am Freitag ging in Havanna ein mehrtägiger Staatsbesuch des vietnamesischen KP-Generalsekretärs Nguyen Phu Trong zu Ende, in dessen Rahmen zahlreiche Wirtschaftsabkommen geschlossen wurden. Wie kubanische Medien berichten, will das sozialistische Vietnam massiv auf der Insel investieren und unter anderem einen 156 Hektar großen Industriepark in der Sonderwirtschaftszone Mariel (ZEDM) eröffnen. Das Handelsvolumen beider Länder soll auf 500 Millionen US-Dollar pro Jahr verdoppelt werden, während Kubas Schulden in einem Abkommen erlassen wurden.

Im kommenden Jahr will sich die vietnamesische Baufirma Viglacera S.A in der 2014 eröffneten Sonderwirtschaftszone Mariel niederlassen um die Infrastruktur für den ersten größeren Industriepark auf dem Gebiet zu schaffen. Neben der Errichtung fertiger Parzellen ist die eigens gegründete Firma ViMariel S.A, zu 100 Prozent in vietnamesischer Hand, auch mit der Verwaltung und Entwicklung des Industrieparks betraut. Die entsprechende Lizenz ist für 50 Jahre gültig. Kuba will mit der Partnerschaft die Ansiedlung vietnamesischer Firmen erleichtern, die unter allem beim Aufbau der verarbeitenden Industrie sowie der Produktion von Baumaterialien helfen könnten.

Außerhalb der Sonderwirtschaftszone wollen sich vietnamesische Firmen stärker in den Tourismussektor der Insel einbringen, entsprechende Abkommen zur Verwaltung zweier Hotels sind inzwischen unterzeichnet. Auch die geplante Errichtung eines Biogaskraftwerks mit einer Leistung von 50 MW in der Provinz Camagüey wurde im Rahmen des Staatsbesuchs von Vietnams Handelsminister Tran Tuan Anh in Havanna bestätigt. Weitere Verträge sehen unter anderem die Vertiefung der Zusammenarbeit bei der Entwicklung der kubanischen Reisproduktion sowie bei der Entwicklung des Bausektors vor. Darüber hinaus wurde mit Vietnam ein Abkommen über den Erlass der kubanischen Altschulden erzielt.

„Die herzliche Freundschaft zwischen Kuba und Vietnam hat die Prüfung der Zeit bestanden“, sagte Kubas Präsident Raúl Castro auf einer Rede im Anschluss an das Treffens mit Trong. Im Rahmen des Staatsbesuchs verlieh der vietnamesische KP-Sekretär Castro den „goldenen Stern“, die höchste Auszeichnung seines Landes. In seiner Dankesrede erinnerte Castro daran, wie er zusammen mit seinem Bruder im Jahr 1966 zum ersten Mal nach Vietnam reiste, wo er auf Staatsgründer Ho Chi Minh traf. Kuba und Vietnam pflegen bereits seit vielen Jahrzehnten enge freundschaftliche Verbindungen. In den letzten Jahren haben die beiden sozialistisch regierten Länder ihre Kontakte auch auf Parteiebene intensiviert.

Kubas Fernsehen will „Russia Today“ einspeisen

Die Unterzeichnung des Abkommens zwischen Kubas Rundfunkgesellschaft ICRT und dem russischen Kommunikationsministerium in Havanna (Quelle: TASS)

Kuba und die Russische Förderation haben ein neues Abkommen über technologische Zusammenarbeit abgeschlossen. Dabei geht es vor allem um die „Digitalisierung der Sendemasten des Fernsehbetriebs“, wie Telesur berichtet. Im Rahmen der Umstellung von analogem auf digitalen Sendebetrieb will Kubas staatlicher Rundfunk neben dem venezolanischen Sender Telesur nun auch Russia Today auf der Insel ausstrahlen.

Bereits seit mehreren Jahren arbeitet Kuba an der Umstellung seines Rundfunks von analogem auf digitalen HD-Betrieb. Dabei soll der chinesische DTMB-Standard landesweit eingeführt werden. Inzwischen ist das Digitalfernsehen bereits in weiten Teilen des Landes verfügbar, seit 2013 wurden über zwei Millionen Empfangsgeräte verkauft. In Teilen der Provinz Ciego de Ávila wird diesen Sommer erstmalig sogar der analoge Sendebetrieb komplett eingestellt, die Umstellung soll im Jahr 2021 mit dem landesweiten Ende des Analogfernsehens abgeschlossen sein.

Die frei werdenden Frequenzen können im Mobilfunkbereich sowie für die Übertragung zusätzlicher Kanäle genutzt werden. Kuba will im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie das Fernsehen auf der Insel vor allem für die Zielgruppe der Jugendlichen stark verbessern. Die Eröffnung des neuen Nachrichtensenders „Canal Caribe“, welcher seit 2016 einen frischeren Moderationsstil mit jungen Journalisten erprobt, soll ein weiterer Schritt zu einer Verbesserung des Informationsangebots auf der Insel sein.

Verfügbarkeit des digitalen Fernsehsignals auf Kuba im Januar 2018 (Quelle: Lacetel)

Dabei will das Fernsehen auf der Insel vor allem moderner und internationaler werden. Bereits seit 2015 wird auf Kuba deshalb der venezolanische TV-Sender Telesur über das Digitalfernsehen eingespeist, was zum ersten Mal eine Konkurrenz für die fünf staatlichen Sender bedeutete. Nun soll Russia Today folgen. Alfonso Nova, Präsident des kubanischen Rundfunkinstituts ICRT, betonte dass die Ausstrahlung der beiden Sender das kubanische Fernsehen „enorm bereichern“ würde.

„Für uns ist es wichtig einen laufenden Sendebetrieb von Rusia Today auf ganz Kuba aufzubauen. Dieses karibische Land hat eine große Autorität in Lateinamerika, weshalb der Sendebetrieb dort von großer Bedeutung für Russland ist“, kommentierte Russlands Vizeminister für Kommunikation, Rashid Ismailov, das Abkommen mit dem kubanischen Rundfunk.

Kubas Medien arbeiten bereits seit einigen Jahren mit Russlands staatlichem Fernsehen zusammen, so liefern kubanische TV-Journalisten schon seit längerem Beiträge für den Sender. Nun könnte Russia Today innerhalb weniger Jahre der zweite internationale Sender werden, der auf der Insel ausgestrahlt wird. „Ich bin mir sicher, dass wir einen Sprung in den Beziehungen unserer Institutionen sehen werden“, sagte Ismailov.

Kuba kritisiert neue Internet-Task-Force der USA

Botschaft der Vereinigten Staaten in Havanna (Quelle: Cubadebate)

Havanna. Kubas Außenministerium hat angesichts der Gründung einer „Internet-Task-Force“ eine formale Protestnote bei der US-Regierung eingereicht. Mit der Online-Einsatzgruppe will die US-Regierung nach offizieller Darstellung „den freien und unregulierten Informationsfluss“ auf der Insel fördern. Kuba wies dies als subversive Einmischung zurück. Kritik kam nun auch vom ehemaligen US-Spion Alan Gross, der mehrere Jahre auf Kuba inhaftiert war.

„Die Note des Außenministeriums fordert die US-Regierung dazu auf, ihre subversiven, interventionistischen und illegalen Handlungen gegen Kuba einzustellen und die kubanische Souveränität zu respektieren“, heißt es in einem Statement des Ministeriums. Dabei verwies Havanna auch auf die kritische Konnotation, die die Einrichtung einer „Task-Force“ innehat – der Begriff stammt aus dem militärischen Sprachgebrauch.

Auch der ehemalige US-Spion Alan Gross, der 2009 in Havanna verhaftet wurde, weil er dort im Auftrag des US-Auslandsgeheimdienstes CIA illegale Telekommunikationsnetzwerke installieren sollte, kritisierte die Pläne der Regierung von US-Präsident Donald Trump. „Bis die kubanische Regierung diese Art von Hilfe möchte, sollten die Vereinigten Staaten nichts unternehmen“, sagte Gross gegenüber Reuters: „Wir sollten aus unseren Fehlern lernen“. Er habe „auf die harte Tour gelernt, dass es illegal ist, Dinge auf Kuba zu verteilen, die teilweise oder vollständig von der US-Regierung finanziert sind“, so Gross weiter.

In den vergangenen Wochen riefen Kubas Medien viele weitere Beispiele für die Einmischung der US-Regierung in die Telekommunikation auf der Insel in Erinnerung, beispielsweise das 2014 aufgeflogene soziale Netzwerk „ZunZuneo“, welches vor allem zur Verbreitung regierungskritischer Inhalte genutzt wurde.

Das Außenministerium der USA hatte unlängst in einem Kommuniqué die Gründung der Task Force vermeldet, die demnach aus Mitarbeitern der Regierung sowie anderen Experten besteht. Die Gründung bezieht sich auf das Memorandum, das Präsident Donald Trump im Juni 2017 unter dem Titel „Stärkung der US-Politik gegenüber Kuba“ vorgestellt hatte. Die Aufgabe der Task Force besteht nach offiziellen Angaben darin, die technologischen Herausforderungen und Möglichkeiten zu untersuchen und einzuschätzen, mit denen der Internetzugang und unabhängige Medien in Kuba ausgeweitet werden könnten. Für Donnerstag dieser Woche ist ein erstes Planungstreffen angesetzt.

Von Marcel Kunzmann / Amerika21

Kuba vereinbart „Ärzte gegen Öl“-Deal mit Algerien

Kuba plant bis 2021 jährlich 2,1 Millionen Barrel an Öl- und Ölprodukten aus Algerien zu importieren (Quelle: Middle East Monitor)

Vergangenen Dienstag hat Kubas Handelsminister Rodrigo Malmierca ein Abkommen mit Algerien unterzeichnet, das die Lieferung von jährlich 2,1 Millionen Barrel Treibstoff im Austausch für die Leistungen kubanischer Ärzte in dem nordafrikanischen Land vorsieht. Wie die Nachrichtenagentur „Prensa Latina“ berichtet, zählt der bis ins Jahr 2021 reichende Vertrag zu den „wichtigsten Abkommen beider Länder in den letzten Jahren.“

Havannas guter Draht nach Algier

Bereits kurz nach dem Sieg der Revolution im Jahr 1959 knüpfte Kuba freundschaftliche Beziehungen zur „Nationalen Befreiungsfront (FLN)“ Algeriens, einer ehemaligen kommunistischen Guerillabewegung, die siegreich aus dem Bürgerkrieg hervorging und mit Beginn der algerischen Unabhängigkeit 1962 sofort Beziehungen zu Kuba aufnahm. Mit der Auflösung der Sowjetunion verlor die FLN neben ihrer marxistischen Ausrichtung auch das Machtmonopol im Staat. Seit 2013 ist die FLN, welche nach dem erneuten Bürgerkrieg 1992 bis 2002 wieder an der Macht ist, assoziiertes Mitglied der sozialdemokratisch ausgerichteten Sozialistischen Internationalen. Die guten Beziehungen zwischen Kuba und Algerien haben indes alle Kriege und Regierungswechsel überdauert.

Heute zählt das OPEC-Mitglied Algerien mit einer Produktion von täglich rund 500 Millionen Barrel Rohöl zu den größeren Ölförderländern. Der Deal mit Kuba, welcher bereits 2017 begann und jährliche Lieferungen von 2,1 Millionen Barrel vorsieht, ist laut Handelsminister Cabrisas eine wichtige Hilfe um die Wirtschaft in diesem Jahr wieder stärker zu beleben. Aufgrund zurückgehender Importe aus dem krisengeplagten Venezuela muss Kuba, welches rund die Hälfte seines Ölbedarfs importiert, derzeit verstärkt Brennstoff auf dem Weltmarkt zukaufen. Seit 2017 liefert auch Russland wieder Öl nach Kuba, zunächst war damals von rund 500.000 Barrel verschiedener Ölprodukte pro Monat die Rede.

Nur ein Teil der Lösung

Das Abkommen mit Algerien kann jedoch nur einen kleinen Teil des kubanischen Ölbedarfs decken. Zu Hochzeiten lieferte Venezuela bis zu 85.000 Barrel pro Tag nach Kuba, heute dürfte es noch rund die Hälfte sein. Der Deal mit Algerien kommt derzeit für immerhin rund 6.000 Barrel pro Tag auf, mit Russland sind offenbar ähnliche Dimensionen vereinbart. Erst im Dezember waren Vertreter der russischen Ölfirma Rosneft in Havanna zu neuen Gesprächen geladen, Ergebnisse der Verhandlungen sind jedoch noch nicht bekannt.

Kubanische Rohöl-Importe zwischen 1980 und 2016 in Tausend Barrel pro Tag (Quelle: Deutsche Welle)

Auch bleibt unklar, zu welchen Konditionen der „Ärzte gegen Öl“-Deal ausgehandelt wurde. Kuba hat in den letzten Jahren die Importe von Rohöl zugunsten bereits fertig raffinierter Treibstoffe erhöht. Damit will das Land verstärkt selbst veredeln, während früher einige hunderttausend Barrel raffinierte Treibstoffe als zusätzliche Einnahmequelle exportiert wurden. Erst vor wenigen Monaten berichteten kubanische Medien, dass die Raffinerie „Camilo Cienfuegos“, die wichtigste und modernste des Landes, nun zu 100 Prozent vom kubanischen Staat übernommen wurde. Die Anlage wurde 2008 im Rahmen eines Joint-Ventures mit dem venezolanischen Ölkonzern PDVSA saniert, die Venezolaner hielten dabei bis vor kurzem noch 49 Prozent der Anteile.

Trotz der anhaltenden Krise in Venezuela dürfte Kuba jedoch weiterhin über die Hälfte seiner Ölimporte aus Caracas decken. Laut Informationen von „Telesur“ sind derzeit lediglich rund 1.000 kubanische Ärzte und Pflegekräfte in Algerien im Einsatz, während nach letzten Angaben weiterhin etwa 30.000 kubanische Mediziner in Venezuela sowie 10.000 in Brasilien ihren Dienst verrichten.

US-Regierung gründet Internet-Task-Force gegen Kuba

Die US-Regierung will ihre Internet-Aktivitäten in Bezug auf Kuba ausbauen (Quelle: Symbolbild, Cubadebate)

Washington. Das Außenministerium der USA hat in einem Kommuniqué die Gründung einer Task Force vermeldet, um „den freien und unregulierten Informationsfluss in Kuba zu befördern.“ Diese Internet Task Force besteht demnach aus Mitarbeitern der Regierung sowie anderen Experten. Die Gründung bezieht sich auf das Memorandum, das Präsident Donald Trump im Juni 2017 unter dem Titel „Stärkung der US-Politik gegenüber Kuba“ vorgestellt hatte. Die Aufgabe der Task Force besteht nach offiziellen Angaben darin, die technologischen Herausforderungen und Möglichkeiten zu untersuchen und einzuschätzen, mit denen der Internetzugang und unabhängige Medien in Kuba ausgeweitet werden könnten. Nun heißt es, sie werde am 7. Februar 2018 in der Zentrale des Außenministeriums in Washington ein öffentliches Treffen durchführen.

Von Edgar Göll / Weiterlesen auf Amerika21.