Kuba erhält Preis für die intelligente Verwendung von Biokraftstoffen

Havanna. Kuba erhält den Luis Wannoni Lander International Prize für seine kontinuierlichen Fortschritte in der Produktion und Förderung von Biokraftstoffen. Dies wurde Ende vergangener Woche bekanntgegeben.

Der Preis wird von der Pan-American Union of Associations of Engineers (UPADI) vergeben. Der kontinentale Dachverband wurde 1949 zu dem Zweck gegründet, Ingenieure aus ganz Lateinamerika zu vernetzen und deren Disziplinen zur Förderung der sozialen Entwicklung auf dem Kontinent zu fördern. Seither widmet sich UPADI der Suche nach innovativen Lösungen für verschiedene Herausforderungen der Entwicklung in ihren Mitgliedsländern wie Umweltschutz, Energieversorgung, Nachhaltigkeit, Technologietransfer, Transport und Bauwesen. Die Mitglieder sind nationale Organisationen, Gewerkschaften, Verbände, Institutionen oder Hochschulen, die das Ingenieurwesen in zahlreichen Spezialgebiete repräsentieren. Der Preis wird im kommenden August während der nächsten Versammlung der Union in Bolivien überreicht werden. Der Luis Wannoni Lander International Prize ist zu Ehren des venezolanischen Umweltschützers und Kämpfers für eine nachhaltige Entwicklung ausgelobt worden.

Nach Angaben von José Antonio Guardado Chacón, Mitglied des Vorstandes der kubanischen Gesellschaft zur Förderung der erneuerbaren Energieträger (CubaSolar) wurde Kuba die Auszeichnung zugesprochen, weil hier seit Jahren systematisch Biokraftstoffanlagen im ganzen Land aufgebaut werden. Die Insel strebe konsequent nach der Nutzbarmachung alternativer Energien und weg von teurem und umweltschädlichem Erdöl. Laut Guardado werden vor allem Nebenprodukte der noch immer starken Zuckerindustrie Kubas in Biokraftstoffe umgewandelt. Diese zukunftsorientierten Maßnahmen haben mit dazu beigetragen, den inländischen Verbrauch an elektrischer Energie in Kuba in etwa zu halbieren. Aufgrund der Einsparungserfolge lässt die kubanische Regierung derzeit untersuchen, ob und wie Biokraftstoffe in noch mehr Bereichen des Energieverbrauchs wie zum Beispiel Wohnungsbeleuchtung, Kühlgeräte und landwirtschaftliche Geräte eingesetzt werden können.

von Edgar Göll / Amerika 21.

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Kuba diskutiert Gesetz über Auslandsinvestitionen

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José Luis Toledo, der Vorsitzende der Arbeitskommission des Parlaments, (Quelle: „Cubadebate„).

Havanna. Mehrere Kommissionen des kubanischen Parlaments haben in den Provinzen des Landes ihre Arbeit aufgenommen, um über einen neuen Gesetzesentwurf für ausländische Investitionen zu diskutieren. Das Gesetz wird die bestehende Regulierung von 1995 ersetzen und soll am 29. März auf einer Sondersitzung des kubanischen Parlaments verabschiedet werden.

Der Entwurf sieht künftig größere Garantien für ausländische Investoren vor. Außerdem sollen fast alle Sektoren der kubanischen Wirtschaft für Auslandsinvestitionen geöffnet werden, wobei der Fokus auf der herstellenden Industrie liegt. Bisher galt dies nur für ausgewählte Schlüsselsektoren. Vor seiner Verabschiedung soll der Entwurf allerdings noch angepasst werden: „Es ist ein Arbeitsstil, der das Gesetz in einem umfangreichen und detaillierten Weg den Abgeordnete und Experten vorlegt, um Aspekte zu klären, die der Überarbeitung bedürfen“, erklärte José Luis Toledo, Vorsitzender der Arbeitskommission des Parlaments, den Prozess gegenüber dem kubanischen Nachrichtenportal Cubadebate.

Zusammen mit dem Gesetz soll ein Portfolio mit möglichen Investitionsobjekten erstellt und der Genehmigungsprozess entbürokratisiert werden. In wichtigen Bereichen wird es künftig Steuererleichterungen und niedrigere Importzölle für ausländische Unternehmen geben, um deren Aktivitäten zu begünstigen. In den Diskussionen des Parlaments kamen allerdings auch Bedenken in Bezug auf die Rechte der kubanischen Arbeiter in Joint-Ventures, die Dauer der Investitionen und den Schutz von kubanischem Eigentum zum Ausdruck.

Derzeit wird der Entwurf in den verschiedenen Provinzparlamenten diskutiert, wobei auch eine EMail-Adresse für anonyme Vorschläge außerhalb der Meetings eingerichtet wurde. Das neue Gesetz werde Toledo zu Folge „mit absoluter Achtung vor der nationalen Souveränität“ entstehen. Der Schutz der natürlichen Inselbedingungen und der nachhaltige Umgang mit Ressourcen hätten auch ihren Niederschlag im aktuellen Entwurf gefunden.

von Marcel Kunzmann / Amerika21.