Energiekrise überstanden: neues Öl und LTE-Netz für Kuba

Tankstelle in Havanna am 10. Oktober: Benzin und Diesel sind wieder ohne Wartezeiten verfügbar (Quelle: M. W.)

Die aktuelle Energiekrise auf Kuba neigt sich ihrem Ende entgegen. Nachdem Anfang Oktober neue Öllieferungen aus Venezuela eingetroffen sind, hat sich die Transportsitiation auf der Insel wieder weitestgehend normalisiert. Mit dem Start des LTE-Handynetzes gab es für die internetaffinen Kubaner zudem gleich eine weitere positive Nachricht in dieser Woche.

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USA sanktionieren weitere Reedereien, China hilft mit Millionenschenkung

Die Vereinigten Staaten haben am 24. September neue Sanktionen gegen vier Reedereien ausgesprochen, die venezolanisches Öl nach Kuba liefern (Quelle: Commons)

Wie das US-Finanzministerium bekannt gab, sind gestern vier weitere Reedereien, die venezolanisches Öl nach Kuba liefern, auf einer „schwarzen Liste“ gelandet. Mit den Sanktionen will die US-Regierung Kubas Ölversorgung unterbrechen und damit „die Unterstützung für das illegale Maduro-Regime in Venezuela“ beenden. Fast gleichzeitig kam eine gute Neuigkeit aus Fernost: China kündigte an, die schwächelnde Konjunktur der Insel mit einer Spende in Höhe von 112 Millionen US-Dollar stützen zu wollen.

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Kuba auf Sparflamme – wie ist die Lage vor Ort?

Derzeit machen sich die Energieeinsparungen auf Kuba vor allem im Transportsektor bemerkbar (Symbolbild, Quelle: Cubadebate)

Knapp zwei Wochen nachdem Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel für die zweite Septemberhälfte ein Energiesparprogramm angekündigt hat, ist die Lage auf der Insel weniger dramatisch als viele erwartet haben. Größere Stromabschaltungen bei Privathaushalten konnten bisher vermieden werden. Transport und Wirtschaft arbeiten derzeit jedoch auf Sparflamme, was zu Einschränkungen führt.

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Kubas Präsident kündigt Energiesparplan an

In einer Sondersendung des kubanischen Fernsehens kündigte Präsident Miguel Díaz-Canel gestern Sparmaßnahmen aufgrund ausbleibender Öllieferungen an (Quelle: Cubadebate)

Der September wird in diesem Jahr auch ohne Hurrikan ein schwieriger Monat für Kuba. Gestern Abend kündigte Präsident Miguel Díaz-Canel in einer Sondersendung des kubanischen Fernsehens Sparmaßnahmen an, die in Folge akuter Engpässe bei der Lieferung von Treibstoff notwendig wurden. Neben Stromabschaltungen wird es auch zu Einschränkungen beim Transport kommen, ab Oktober soll sich die Situation jedoch wieder schrittweise normalisieren.

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Kuba vereinbart „Ärzte gegen Öl“-Deal mit Algerien

Kuba plant bis 2021 jährlich 2,1 Millionen Barrel an Öl- und Ölprodukten aus Algerien zu importieren (Quelle: Middle East Monitor)

Vergangenen Dienstag hat Kubas Handelsminister Rodrigo Malmierca ein Abkommen mit Algerien unterzeichnet, das die Lieferung von jährlich 2,1 Millionen Barrel Treibstoff im Austausch für die Leistungen kubanischer Ärzte in dem nordafrikanischen Land vorsieht. Wie die Nachrichtenagentur „Prensa Latina“ berichtet, zählt der bis ins Jahr 2021 reichende Vertrag zu den „wichtigsten Abkommen beider Länder in den letzten Jahren.“

Havannas guter Draht nach Algier

Bereits kurz nach dem Sieg der Revolution im Jahr 1959 knüpfte Kuba freundschaftliche Beziehungen zur „Nationalen Befreiungsfront (FLN)“ Algeriens, einer ehemaligen kommunistischen Guerillabewegung, die siegreich aus dem Bürgerkrieg hervorging und mit Beginn der algerischen Unabhängigkeit 1962 sofort Beziehungen zu Kuba aufnahm. Mit der Auflösung der Sowjetunion verlor die FLN neben ihrer marxistischen Ausrichtung auch das Machtmonopol im Staat. Seit 2013 ist die FLN, welche nach dem erneuten Bürgerkrieg 1992 bis 2002 wieder an der Macht ist, assoziiertes Mitglied der sozialdemokratisch ausgerichteten Sozialistischen Internationalen. Die guten Beziehungen zwischen Kuba und Algerien haben indes alle Kriege und Regierungswechsel überdauert.

Heute zählt das OPEC-Mitglied Algerien mit einer Produktion von täglich rund 500 Millionen Barrel Rohöl zu den größeren Ölförderländern. Der Deal mit Kuba, welcher bereits 2017 begann und jährliche Lieferungen von 2,1 Millionen Barrel vorsieht, ist laut Handelsminister Cabrisas eine wichtige Hilfe um die Wirtschaft in diesem Jahr wieder stärker zu beleben. Aufgrund zurückgehender Importe aus dem krisengeplagten Venezuela muss Kuba, welches rund die Hälfte seines Ölbedarfs importiert, derzeit verstärkt Brennstoff auf dem Weltmarkt zukaufen. Seit 2017 liefert auch Russland wieder Öl nach Kuba, zunächst war damals von rund 500.000 Barrel verschiedener Ölprodukte pro Monat die Rede.

Nur ein Teil der Lösung

Das Abkommen mit Algerien kann jedoch nur einen kleinen Teil des kubanischen Ölbedarfs decken. Zu Hochzeiten lieferte Venezuela bis zu 85.000 Barrel pro Tag nach Kuba, heute dürfte es noch rund die Hälfte sein. Der Deal mit Algerien kommt derzeit für immerhin rund 6.000 Barrel pro Tag auf, mit Russland sind offenbar ähnliche Dimensionen vereinbart. Erst im Dezember waren Vertreter der russischen Ölfirma Rosneft in Havanna zu neuen Gesprächen geladen, Ergebnisse der Verhandlungen sind jedoch noch nicht bekannt.

Kubanische Rohöl-Importe zwischen 1980 und 2016 in Tausend Barrel pro Tag (Quelle: Deutsche Welle)

Auch bleibt unklar, zu welchen Konditionen der „Ärzte gegen Öl“-Deal ausgehandelt wurde. Kuba hat in den letzten Jahren die Importe von Rohöl zugunsten bereits fertig raffinierter Treibstoffe erhöht. Damit will das Land verstärkt selbst veredeln, während früher einige hunderttausend Barrel raffinierte Treibstoffe als zusätzliche Einnahmequelle exportiert wurden. Erst vor wenigen Monaten berichteten kubanische Medien, dass die Raffinerie „Camilo Cienfuegos“, die wichtigste und modernste des Landes, nun zu 100 Prozent vom kubanischen Staat übernommen wurde. Die Anlage wurde 2008 im Rahmen eines Joint-Ventures mit dem venezolanischen Ölkonzern PDVSA saniert, die Venezolaner hielten dabei bis vor kurzem noch 49 Prozent der Anteile.

Trotz der anhaltenden Krise in Venezuela dürfte Kuba jedoch weiterhin über die Hälfte seiner Ölimporte aus Caracas decken. Laut Informationen von „Telesur“ sind derzeit lediglich rund 1.000 kubanische Ärzte und Pflegekräfte in Algerien im Einsatz, während nach letzten Angaben weiterhin etwa 30.000 kubanische Mediziner in Venezuela sowie 10.000 in Brasilien ihren Dienst verrichten.

Kuba will mehr Öl aus Russland: eine Frage des Geldes

Trotz guter Beziehungen zu Russland muss auch Kuba heute zu Weltmarktkonditionen für Öllieferungen bezahlen (Quelle: Veteranstoday)

Das sozialistische Kuba will offenbar seine Ölimporte aus Russland weiter erhöhen. Dies sagte der russische Energieminister Alexander Novak gegenüber der Nachrichtenagentur TASS. „Kuba will wirklich mehr Lieferungen, aber die Frage liegt bei den Quellen der Finanzierung“, wird der Minister von der russischen Agentur zitiert.

Nach zurückgehenden Lieferungen aus Venezuela hat Kuba zuletzt in diesem Jahr einen neuen Deal mit Russland ausgehandelt, der Lieferungen von schätzungsweise 1,86 Millionen Barrel umfasst. Die erste Charge aus 249.000 Barrel an Treibstoff und Ölderivaten traf Anfang des Monats auf Kuba ein. Es handelt sich dabei um die umfangreichsten Öllieferungen aus dem eurasischen Land seit Auflösung der Sowjetunion 1992.

Gleichzeitig wurde spekuliert, ob Russland wie einst zu Sowjetzeiten wieder Öl zu subventionierten Preisen nach Kuba liefere. Diesen Spekulationen setzte der russischer Minister nun ein Ende. „Wenn die finanziellen Ressourcen gefunden sind, werden die Firmen liefern. Es geht hier nicht um Wohltätigkeit“, so Novak.

Russland liefert wieder Öl im großen Stil nach Kuba

Russland zählt seit kurzem wieder zu den wichtigsten Öllieferanten Kubas (Quelle: TV6)

Russland hat offenbar jüngst damit begonnen, zum ersten Mal seit Ende des Kalten Krieges wieder größere Mengen Öl nach Kuba zu liefern. Wie Reuters meldet, ist am gestrigen Mittwoch die erste Lieferung von 249.000 Barrel Öl und Dieseltreibstoff auf der Insel eingetroffen. Gleichzeitig hat Kubas engster Verbündeter Venezuela die Belieferung der Insel mit Leichtöl nach achtmonatiger Pause wieder aufgenommen. Grund zur Entwarnung gibt es trotzdem nicht, wie auf der jüngsten Ministerratssitzung bekannt wurde.

Juli 2016: Raúl Castro schraubt die Wirtschaft auf Sparflamme

Seit Sommer letzten Jahres steckt Kuba in einer schweren Energiekrise. Nach dem Rückgang der venezolanischen Ölimporte um gut ein Drittel, verabschiedete Kubas Regierung im vergangenen Jahr ein Sparprogramm, das unter anderem Einschnitte bei den Importen, der Strom- und Kraftstoffversorgung im Staatssektor sowie beim öffentlichen Transport vorsieht. Nicht zuletzt aufgrund der Krise in Venezuela rutschte Kuba 2016 mit einem Negativwachstum von 0,9 Prozent zum ersten Mal seit 1994 wieder in die Rezession.

Kuba muss rund die Hälfte seines Erdöl- und Treibstoffbedarfs aus Importen decken. Trotz der laufenden Energiewende wird noch immer mehr als 80 Prozent der Stromversorgung mittels sowjetischer Schwerölkraftwerke bewerkstelligt. Nach dem Lieferengpass aus Venezuela musste offenbar sogar Kubas größte Raffinerie in Cienfuegos für acht Monate stillgelegt werden. Die Anlage wurde 2008 mit venezolanischer Hilfe umfassend modernisiert und ist darauf ausgelegt, täglich rund 65.000 Liter Rohöl zu verarbeiten.

Zusätzlich zur Deckung des eigenen Bedarfs konnte Kuba in den vergangenen Jahren wichtige Devisen durch den Export von auf der Insel veredelten Rohölprodukten generieren. Diese Exporteinnahmen gingen jedoch aufgrund der schwindenden Lieferungen aus Venezuela und dem gefallenen Ölpreis von mehr als 500 Millionen US-Dollar im Jahr 2013 auf lediglich 15,4 Mio. US-Dollar im vergangenen Jahr zurück.

Vorzugskonditionen aus Russland?

Nachdem in den vergangenen Wochen weitere Engpässe bei der Ausgabe von Premium-Kraftstoff höherer Oktanzahl bekannt wurden (die jedoch vor allem Touristen und Diplomaten betreffen), gibt es nun erstmals seit Beginn der Krise wieder ein Zeichen der Beruhigung: Offenbar hat Russlands Präsident Wladimir Putin reagiert, nachdem Raúl Castro ihn vergangenen September angeblich persönlich in einem Brief um ein Angebot bezüglich neuer Öllieferungen ersuchte.

Nach Schätzungen des Ökonomen Jorge Pinon, eines Rohstoffexperten der Universität von Texas, dürfte der Deal mit Russland Lieferungen von insgesamt 1,86 Millionen Barrel umfassen, die einen Marktwert von schätzungsweise 105 Millionen US-Dollar haben. Ob Kuba zu Weltmarktpreisen bezahlt, oder wie zu Sowjetzeiten subventionierte Lieferungen erhält, ist indes nicht bekannt. Bestimmte Vorzüge bei den Vertragskonditionen dürften aufgrund der anhaltenden Devisenknappheit Kubas jedoch wahrscheinlich sein.

Keine Entwarnung auf der Sitzung des Ministerrats

Venezuela nahm im März indes die Lieferung von Leichtöl wieder auf, das als Rohstoff für die Herstellung von Diesel und Benzin benötigt wird. In diesem Monat wurden bereits 1,39 Millionen Barrel in drei Lieferungen in die kubanische Hafenstadt Matanzas verschifft, während in den Vormonaten laut Dokumenten die Reuters vorliegen lediglich 500.000 bis 600.000 Barrel pro Monat geliefert wurden. Um seine Wirtschaft am laufen zu halten benötigt Kuba jeden Monat knapp fünf Millionen Barrel an fossilen Brennstoffen. Das sind rund 160.000 Barrel an Ölprodukten pro Tag, davon mindestens 22.000 Barrel Dieselkraftstoff.

Angesichts der akuten Krise in Venezuela, die in dem Land selbst bereits zu Energieknappheit geführt hat, versucht Kuba derzeit das Portfolio möglicher Handelspartner zu diversifizieren. Neben Russland waren auch Öllieferungen aus Tunesien und dem Iran im Gespräch. Nach der Auflösung der Sowjetunion bezog Kuba weiterhin Öl aus Russland, der jetzige Vertrag bedeutet für das eurasische Land jedoch die umfangreichsten Lieferungen an die Insel seit Ende des Kalten Krieges.

Dennoch bedeuten die neuen Lieferungen keine Entwarnung bei der insgesamt angespannten wirtschaftlichen Situation. Es bleibt abzuwarten, wie langfristig die russischen Lieferungen angelegt sind. Kubas Wirtschaftsminister geht jedenfalls nicht davon aus, dass das Land im nächsten Jahr große Sprünge machen wird. Auf der jüngsten Sitzung des kubanischen Ministerrats, die Ende April stattfand und in den kubanischen Medien ein ungewöhnlich schwaches Echo erfuhr, wurden die Grundzüge des Wirtschaftsplans 2018 abgesteckt: die Mittel werden sich auf strategische Projekte und den Erhalt der Sozialsysteme konzentrieren, insgesamt sollen die Staatsausgaben im Vergleich zum laufenden Jahr zurückgehen.

Australische Firma meldet neue Ölfunde auf Kuba und plant Bohrungen

Der für Melbana interessante Block 9 an der kubanischen Nordküste (Quelle: Melbana.com)

Der australische Energiekonzern Melbana Energy Ltd. plant nächstes Jahr zwei Ölbohrungen auf Kuba durchzuführen. „Die notwendigen Komponenten für ein beschleunigtes Bohrverfahren sind bereits aktiv“, heißt es in einem Statement des Unternehmens. Die Firma gab in ihrem jüngsten Quartalsbericht eine positive Einschätzung für Block 9 an der kubanischen Nordküste ab, der „einer der weltweit spannendsten Erkundungsstellen“ sei, wie es in dem Bericht heißt.

In dem 2.380 Quadratkilometer großen Gebiet in der Nähe des Touristenhotspots Varadero wird bereits seit über zwei Dekaden Öl gefördert. Melbana geht davon aus, dass in bisher noch nicht erschlossenen Stellen bis zu 637 Mio. Barrel Öl zur Förderung bereit liegen. 2018 will die Firma daher an den Borhstellen „Alameda-1“ und „Zapato“ mit zwei Testbohrungen beginnen, die zwischen 20 und 30 Millionen US-Dollar kosten dürften.

Melbana-interner Zeitplan der Erkundungsbohrungen (Quelle: Melbana.com)

Melbana ist derzeit die einzige australische Firma, die auf Kuba präsent ist. Das Unternehmen ist mit einem Marktkapitalwert von rund 25 Mio. US-Dollar einer der kleineren Energiekonzerne. Für die Kuba-Erkundungen stehen dem Unternehmen derzeit 2,7 Mio. US-Dollar zu Verfügung, für die Finanzierung der beiden Erkundungsbohrungen werden daher noch Investoren gesucht.

Das Unternehmen plant, seine Anstrengungen in den kommenden Monaten auf Kuba zu fokussieren. Die Bewertung der Perspektiven von Block 9 wurden im jüngsten Quartalsbericht bereits um 50 Prozent nach oben korrigiert. Das Unternehmen geht davon aus, dass bis nächstes Jahr Technik und Personal zur Durchführung der geplanten Bohrungen bereit sein werden.

In den letzten Jahren gab es immer wieder Berichte über neue Ölfunde vor der kubanischen Küste und an Festland, mehrere Erkundungsbohrungen verliefen jedoch Ergebnislos. Derzeit kann die Insel rund 50 Prozent ihres benötigten Erdölbedarfs aus eigener Produktion mit Hilfe der bereits erschlossenen Ölfelder an der Nordküste decken. Das dort geförderte Öl ist jedoch stark schwefelhaltig und kann nur bedingt weiterverarbeitet werden. Die neuen Fundstellen in Block 9 sollen laut Melbana „potentiell hochwertiges Leichtöl“ beinhalten.

Kuba setzt verstärkt auf eigenes Öl

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Kubanische Erdölraffinerie (Quelle: Cartasdesdecuba)

Im Zuge zurückgehender Lieferungen aus Venezuela orientiert sich Kuba derzeit immer stärker an den eigenen Ölvorkommen. Im nächsten Jahr wollen die russische Firma Rosneft und das australische Unternehmen Melbana die kubanischen Vorkommen in der Nähe der Nordküste bei Varadero weiter erkunden. Seit 2013 haben sich die Erdöllieferungen aus Venezuela mehr als halbiert und müssen derzeit durch Zukäufe auf dem Weltmarkt kompensiert werden.

Die ökonomische Krise in Venezuela betrifft spätestens seit diesem Jahr auch die kubanische Wirtschaft. Auf der Parlamentssitzung im Juli kündigte Präsident Raúl Castro ein Sparprogramm an, das Einsparungen von rund einem Drittel bei den fossilen Brennstoffen vorsieht. Kuba bezog rund die Hälfte seines Erdölbedarfs aus dem befreundeten Land, im Gegenzug arbeiteten zu hochzeiten rund 40.000 kubanische Ärzte in Venezuela.

Statt den üblichen 100.000 Barrel täglich kommen derzeit weniger als 50.000 Barrel venezolanisches Öl in Kuba an, wie das Wall Street Journal berichtet. Zudem ist das gelieferte Öl meist von schlechterer Qualität, weshalb Kuba erstmals seit über 12 Jahren wieder auf dem Weltmarkt zukaufen muss. Aus diesem Grund will Kuba verstärkt auf eigene Kapazitäten setzen.

So meldete die Raffinerie Sergio Soto, Kubas wichtigste Raffinerie für die Verarbeitung von einheimischem Öl, eine Zunahme der Produktion von 50.500 Tonnen im Jahr 2014 auf über 72.000 Tonnen in diesem Jahr. Dies deutet auf einer verstärkte Nutzung der eigenen Reserven hin. Kubas verfügt über erschlossene Ölfelder an Land entlang der Nordküste, das dort gewonnene Öl ist jedoch von niedriger Qualität und eignet sich vor allem zur Stromerzeugung.

Da derzeit noch immer über 80 Prozent der elektrischen Energie auf der Insel mittels Schwerölkraftwerken und dezentralen Generatoren gewonnen wird, kann die weitere Förderung der eigenen Ölfelder zu einer Linderung der aktuellen Energiekrise beitragen. Bisherige Offshore-Bohrungen verliefen erfolglos, die beiden Unternehmen aus Australien und Russland wollen jedoch zunächst vor allem die bereits erschlossenen Felder an Land weiter ausbauen. Startschuss für die weiteren Erkundungen ist November 2017.

Russland hilft Kuba bei der Ölförderung und plant neuen Flughafen

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Kubanische Ölfelder im Norden der Provinz Matanzas (Quelle: TheCubanEconomy)

Russische und kubanische Spezialisten arbeiten derzeit an der Modernisierung alter Ölpumpen, um die kubanische Erdölproduktion mit neuer Technik zu verbessern. Im Rahmen eines 2014 geschlossenen Vertrags zwischen der kubanischen Ölgesellschaft CUPET und dem russischen Staatsunternehmen Zarubezhneft, könnte die kubanische Erdölproduktion um bis zu 25.000 Barrel pro Tag gesteigert werden. Gleichzeitig sind russische Unternehmen auf der Suche nach Investoren für einen geplanten Flughafen in der Provinz Artemisa.

Thermische Methode verspricht schnelle Erfolge

Kuba verfügt über einige Ölfelder auf dem Festland und fördert heute ca. 50.000 Barrel pro Tag, was etwa 40 Prozent des Eigenbedarfs entspricht. Den Rest importiert das Land aus Venezuela im Austausch für medizinische Dienstleistungen. Aufgrund seiner schlechten Qualität kann das kubanische Erdöl nicht zu Benzin weiterverarbeitet werden, sondern wird vor allem zur Stromerzeugung sowie zur Herstellung von Zement und Asphalt genutzt.

Im Rahmen des Deals mit Zarubezhneft wird eine neue thermische Fördermethode angewandt, die auf Kuba erstmals zum Einsatz kommt. Sie hat die Senkung der Viskosität des Erdöls mit Hilfe von Wasserdampf zum Ziel, um so das Öl mit einer geringeren Dichte an die Oberfläche zu befördern. Die Technik wird derzeit in einem Testgebiet erprobt. „Im Moment benutzen wir sie um Ölquellen zu aktivieren, die bereits verbraucht waren“, sagte der Direkter der russischen Firma, Andrey Grebenev, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Die Methode würde Kuba „in kurzer Zeit“ neue Möglichkeiten für seine Ölindustrie eröffnen, meint der Branchenexpoerte Jorge Piñón, von der Universität Austin in Texas. Piñón schätzt, dass Kuba auf diese Weise seine tägliche Ölfördermenge um gut 50 Prozent auf 70.000 bis 75.000 Barrel steigern könnte. Auch die Erkundung der Ölreserven jenseits des Festlands steht auf der Agenda. Vier Offshore-Bohrversuche im Golf von Mexiko gingen in den letzten Jahren leer aus, allerdings ist Kuba an weiteren Bohrungen interessiert.

Russland plant neuen Flughafen für 200 Mio. US$

In Abu Dabi war der russische Handels- und Industrieminister Denis Manturov derweil auf der Suche nach möglichen Investitionspartnern für einen geplanten Flughafenneubau in der kubanischen Provinz Artemisa. „Wir sind tief in diese Verhandlungen eingestiegen“, sagte Manturov gegenüber einer Zeitung in den Emiraten. Kuba über mehrere internationale Flughäfen, der 1930 eröffnete „José Martí“ südlich der Hauptstadt ist die wichtigste Plattform für den Flugverkehr des Landes.

Der Neubau soll nur zehn Kilometer weiter südlich in der Stadt San Antonio de los Baños stattfinden, wo ein ehemaliger Militärflugplatz als Grundlage dient. Kuba will dort eine „große Drehscheibe für den Flugverkehr in Lateinamerika“ errichten, sagte Manturov. Der geplante Flughafen soll über die Schiene mit dem neu eröffneten Containerport von Mariel verbunden werden und ein eigenes Frachtterminal erhalten. Das Projekt wurde bereits beim Besuch Vladimir Putins in Havanna vergangenen Sommer angekündigt. Russland plant mindestens 200 Millionen US$ für den Neubau zu investieren.