»Land unter« in Havanna

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Überflutete Straßen am Sonnabend in Havanna (Quelle: Reuters, jW)

Ein in Kuba häufig zu hörender Spruch lautet: »Alles Schlechte kommt aus dem Norden.« Nicht nur spanische Eroberer oder die Invasoren in der Schweinebucht, auch das schlechte Wetter und extreme Kaltfronten im karibischen Winter kommen von dort. Seit Tagen fegen orkanartige Sturmböen über den Atlantischen Ozean, dessen meterhohe Wellen ganze Küstenstreifen in West- und Zentralkuba überflutet haben. In Havanna sind Feuerwehr und Zivilverteidigung seit Sonnabend in Alarmbereitschaft versetzt. Auch andere Teile des Landes sind von extremen Naturphänomenen betroffen. So wurden im Osten seit dem 17. Januar mehrfach spürbare Erdbeben registriert, zuletzt am Sonntag vormittag (Ortszeit). […]

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Regenschauer hinterlassen Spur der Verwüstung in Havanna

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Große Teile von Havannas Altstadt standen vergangene Woche unter Wasser (Quelle: Elnuevodia)

Heftige Regenschauer haben vergangene Woche in Kubas Hauptstadt Havanna zum Tod von drei Personen sowie zahlreichen Sachschäden geführt. Mindestens 47 Gebäude sind nach offiziellen Berichten kollabiert, über 10.000 Personen sind von den Schäden betroffen. Am schlimmsten fiel die Bilanz in den Stadtteilen Centro, Cerro, Vieja, Plaza de la Revolución und Playa aus. 1.249 Personen mussten evakuiert werden.

Nach Berichten der Tageszeitung „Granma“ waren zwischenzeitlich über 1.400 Häuser überflutet, darunter 400 staatliche Einrichtungen. Der anhaltende Regen führte zudem zum Ausfall von über 40 Elektrizitätsnetzen, ein 23-jähriger Kubaner verlor sein Leben durch ein herabfallendes Stromkabel. Zahlreiche Straßen waren durch die anhaltenden Überschwemmungen nicht mehr befahrbar, was zu einem zeitweisen Kollaps des öffentlichen Verkehrs geführt hat.

Mittlerweile sind die Regenfälle in die zentralen und östlichen Landesteile weitergezogen. In Baracoa (Provinz Guantánamo) betrugen die Niederschläge jüngst über 350 Millimeter in 48 Stunden. Dort sind inzwischen mehr als 250 Hausdächer durch die starken Niederschläge beschädigt worden. Der kubanische Katastrophenschutz hat für die kommenden Tage Warnungen für weitere Provinzen ausgegeben. Bis vor kurzem noch machte eine schwere Dürre weiten Teilen Kubas zu schaffen, was in einigen Gebieten zur Rationierung der Wasserversorgung geführt hat.

Kuba stärkt Beziehungen zu den Karibikstaaten

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Teilnehmer am fünften Gipfel „CARICOM-Kuba“ in Havanna (Quelle: ACN)

Havanna. Vergangenes Wochenende fand in Havanna der fünfte Gipfel „CARICOM-Kuba“ in Havanna statt. Die Staats- und Regierungschefs der 15 Mitgliedsstaaten trafen sich in Kubas Hauptstadt, um die Beziehungen der karibischen Gemeinschaft mit Havanna zu besprechen.

Kubas Präsident Raúl Castro betonte in seiner Eröffnungsrede: „Die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts verpflichten uns zum Zusammenschluss, um Naturkatastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels gemeinsam begegnen können.“ Castro bekräftigte den Willen seines Landes zur Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft, um die soziale Entwicklung in der Region zu unterstützen.

In der Schlusserklärung betonten die Vertreter der CARICOM Kubas konstruktive Rolle nach dem Erdbeben in Haiti im Jahr 2010. Die Erarbeitung eines umfassenden Kooperationsprogramms für die Zeit nach 2015 wurde ebenfalls beschlossen. Auch auf wirtschaftlichem Gebiet soll die Zusammenarbeit vertieft werden. Raúl Castro forderte die Erneuerung und Überarbeitung des Freihandelsabkommens mit der Gemeinschaft, das derzeit knapp 300 Produkte umfasst. Die Bedeutung der neuen Sonderwirtschaftszone und des neuen Investitionsgesetzes in Kuba wurde dabei in die Schlusserklärung mit aufgenommen.

Die Karibische Gemeinschaft wurde am 4. Juli 1973 gegründet und umfasst 15 karibische Staaten mit insgesamt 16,7 Millionen Einwohnern, darunter Jamaica, Grenada, Haiti und die Bahamas. Kubas selbst ist nicht Mitglied der Gemeinschaft, unterhält aber enge Handelsbeziehungen. Der erste CARICOM-Kuba Gipfel fand im Jahr 2002 ebenfalls in Havanna statt.

von Marcel Kunzmann / Amerika21