Kuba verurteilt Fluchthelfer wegen Mordes

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Die illegale Ausreise auf hoher See wird durch die Migrationsgesetze der USA begünstigt (Quelle: Global Post)

Havanna. In Kuba sind sieben Personen zu teils lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden, zwei davon wegen Mordes. Nach Angaben der staatlichen Tageszeitung Granma sollen die Beschuldigten im Juni vergangenen Jahres vier Kubaner zunächst ausgeraubt und dann ermordet haben. Die Opfer hatten ihre vermeintlichen Dienste als Fluchthelfer in Anspruch nehmen wollen.

„Unter Absprache hatten sie sich dazu entschieden, einen Plan zu entwickeln und durchzuführen, der darauf abzielte, eine Organisation zur illegalen Flucht über den Seeweg in die Vereinigten Staaten vorzutäuschen“, schrieb die Granma. In der Folge habe die Gruppe fünf ausreisewillige Kubaner an den Strand Niña Bonita der westlichen Provinz Artemisa gelockt, um sie bei der Übergabe des Geldes auszurauben. Dabei ermordeten sie vier der fünf Ausreisewilligen.

Alle Mitglieder der Gruppe wurden zu Haftstrafen von mindestens acht Jahren verurteilt, die zwei verurteilten Mörder erhielten eine lebenslängliche Gefängnisstrafe.

Vor wenigen Wochen erst hatten kubanische Diplomaten das Ende des „Cuban Adjustment Act“ gefordert, der seit 1966 die illegale und oftmals gefährliche Emigration auf dem Seeweg fördert, indem er jedem Kubaner bei Erreichen des Territoriums der USA den Erhalt der Staatsbürgerschaft ermöglicht.

Die Einwanderungspolitik der USA fördere den Menschenhandel und setze die Beteiligten großen Risiken aus, heißt es aus Havanna. Washington betonte indes, dass das Gesetz nicht zur Verhandlung stehe. Dennoch fürchten viele Kubaner das baldige Ende der Bevorzugung kubanischer Einwanderer in den USA. Allein im Dezember 2014 wurden 481 Kubaner auf offener See von der US-Küstenwache aufgegriffen, 117 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

von Marcel Kunzmann / Amerika21

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Kuba zählt zu den fünf sichersten Ländern Amerikas

Havanna. Kuba zählt zu den Ländern mit der geringsten Mordrate auf dem amerikanischen Kontinent. Nach einem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichten Dossier über die weltweite Verbreitung von Tötungsdelikten, belegte Kuba mit einer Mordrate von 5,0 pro 100.000 Einwohner den vierten Platz auf dem amerikanischen Kontinent. Nur Kanada (1,8), der Inselstaat Antigua und Barbuda (4,4) und Chile (4,6) weisen niedrigere Mordraten auf. Damit liegt Kuba vor den USA (5,3) und Argentinien (6,0).

Die UN-Organisation stellt der sozialistischen Insel insgesamt ein gutes Zeugnis bei der Gewaltprävention aus. Fast alle vorgeschlagenen Vorbeugeprogramme und Gesetze, beispielsweise zur Aufklärung über sexuelle Gewalt und Entschädigung der Opfer, wurden flächendeckend umgesetzt. Dies trifft auf weniger als ein Drittel der 133 untersuchten Länder zu.

In der letzten Dekade gab es in Kuba einen Rückgang in der Mordrate, die im Jahr 2005 noch bei 6,1 pro 100.000 Einwohner lag. Im Unterschied zu anderen Ländern in der Region sind in Kuba nur sechs Prozent der Morde auf den Einsatz von Schusswaffen zurückzuführen.

Im Jahr 2012 wurden weltweit 475.000 Menschen ermordet. Der amerikanische Kontinent weist mit durchschnittlich 28,5 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohner eine der höchsten Mordraten auf. Zu den Ländern mit den höchsten Quoten zählen Honduras (103,9), Venezuela (57,6) und Jamaica (45,1). In Europa liegt die Mordrate bei durchschnittlich 3,8 pro 100.000 Einwohner.    

von Marcel Kunzmann / Amerika21


Der vollständiger Bericht der WHO findet sich hier.

Kuba-MordrateWHO

Länderprofil Kubas im WHO-Bericht (Quelle: WHO)