„Irma“ erreicht Kuba

Hurrikan Irma wird voraussichtlich in Zentralkuba und entlang der Nordküste schwere Verwüstungen anrichten, im Bild die Prognose für Samstag Morgen (Quelle: Windy)

Nachdem bereits am Donnerstag erste Ausläufer des Sturms im Osten der Insel zu spüren waren, zieht Hurrikan „Irma“ zur Stunde über die kubanische Nordküste hinweg. Erste Bilder aus Baracoa zeigen das Ausmaß der Zerstörungen, die der Kategorie-5-Sturm bereits angerichtet hat. Während der Osten der Insel diesmal noch mit einem blauen Auge davongekommen zu sein scheint, müssen sich die Provinzen Matanzas, Santa Clara, Sancti Spíritus, Ciego de Ávila und Camagüey auf das Schlimmste gefasst machen.

Der kubanische Katastrophenschutz hat sich indes auf die neuesten Prognosen eingestellt. Es werden weitflächige Zerstörungen in Zentralkuba sowie entlang der Nordküste erwartet, während der Osten der Insel zur Stunde offenbar mit einem blauen Augen davongekommen zu sein scheint. Alle Provinzen östlich von Artemisa sind derzeit in höchster Alarmbereitschaft, während mittlerweile auch für Havanna, Artemisa und Mayabeque die Sturmwarnung erhöht wurde. Noch bis Sonntag wird das Tropentief über die Insel hinwegfegen.

Nach dem letzten Stand der Prognosen wird „Irma“ als Kategorie fünf Sturm mit Windgeschwindigkeiten von über 250 Stundenkilometern entlang der kubanischen Nordküste ziehen, wobei Teile des Sturms bis tief ins Landesinnere der Provinzen Santa Clara, Sancti Spíritus, Ciego de Ávila und Camagüey reichen sollen. Am Sonntag soll „Irma“ leicht schwächer werdend über Matanzas weiter nach Florida ziehen, wo ebenfalls schwerste Verwüstungen erwartet werden.

Erste Bilder von den Verwüstungen aus Baracoa wurden bereits am Freitag veröffentlicht (Quelle: Radio Baracoa)

Noch immer sind Ausläufer des Sturms über dem Osten der Insel zu spüren, der sich zur Stunde von Holguín auf Camagüey zubewegt. Den ersten Bildern des lokalen Senders „Radio Baracoa“ zu Folge wurden einige Einrichtungen und Wohngebäude der Stadt zerstört, welche erst im letzten Herbst von Sturm „Matthew“ schwer verwüstet wurde. Auch wenn sich die bisherigen Schäden noch nicht beziffern lassen, scheint der Osten der Insel vergleichsweise glimpflich davonzukommen, während sich Zentralkuba auf das schlimmste gefasst macht.


 

Werbeanzeigen

1. Mai in Kuba: Millionen auf der Straße

muchos-madrugaron-para-desfilar-580x406

Bereits in den frühen Morgenstunden begann in Havanna die Demonstration zum 1. Mai (Quelle: Cubadebate).

In allen Städten des Landes haben sich heute mehrere Millionen Kubaner versammelt, um zum traditionellen „Tag der Arbeit“ auf die Straße zu gehen. Zu den Teilnehmern gehörten auch 1.700 ausländische Gäste aus 68 verschiedenen Ländern. Die zentrale Parade des Landes fand wie üblich in Havanna statt und stand dieses Jahr unter dem Motto: „Unidad y eficiencia por nuestro Socialismo“ (span.: „Einheit und Effizienz für unseren Sozialismus“).

Entsprechend dem Slogan steht die Kundgebung ganz unter dem Zeichen der aktuellen Reformen und dem neuen Arbeitsgesetz, das letztens auf dem Kongress des kubanischen Gewerkschaftsverbandes CTC beschlossen wurde. In über 80% der Basisorganisationen der CDRs (Komitees zur Verteidigung der Revolution) wurden Diskussionsrunden über den ersten Mai abgehalten. „Wir wollen eine Feier für alle, nicht nur für aktive Arbeiter, sondern auch für Rentner, Hausfrauen, Kinder und Studenten – so dass niemand zu Hause bleibt“, fasste Llanes Mestre, Vizekoordinator der CDRs, den Charakter der Aktivitäten zusammen.

Bereits um 7.30 Uhr gruppierten sich hunderttausende Arbeiter aus allen Sektoren der Wirtschaft in Blöcken, um mit ihren Betriebskollektiven zum Zug über den Revolutionsplatz anzutreten. Wie im verganenen Jahr waren dabei auch Arbeiter aus dem Privatsektor ausdrücklich beteiligt, in diesem Jahr sind Mitglieder der neu entstandenen Kooperativen hinzugekommen. Auch über 50.000 Jugendliche und Studenten waren in Havanna auf der Straße, um für die Freilassung der Miami Five zu demonstrieren. Präsident Raúl Castro, Fernando und René Gonzalez sowie viele andere gesellschaftliche Verantwortungsträger wohnten der Parade auf der Ehrentribüne vor dem Denkmal José Martís bei.

Die knapp zweistündige Parade in Havanna war nicht nur die größte des Landes, sondern auch die weltweit größte Maidemonstration. Doch auch andere kubanische Städte beteiligten sich massiv an dem Feiertag: In Santiago de Cuba waren 600.000 Menschen auf der Straße, in Matanzas waren es 300.000, Holguín zählte 250.000 Teilnehmer. In Camagüey nahmen über 200.000 Meschen an der Demonstration teil, ebenso in Cienfuegos und Sancti Spíritus. Auch in kleineren Städten wie Baracoa oder Viñales feierten die Menschen den Tag der Arbeit. Zum Vergleich: In Moskau waren heute etwa 100.000 Menschen auf dem Roten Platz versammelt.

Die Organisatoren zeigten sich über den Ablauf der Feierlichkeiten zufrieden, bei konstanten Teilnehmerzahlen konnte ihren Angaben zu Folge gegenüber den vergangenen Jahren eine bessere Organisation der Veranstaltungen erreicht werden. Die Parade in Havanna wurde live im Fernsehen übertragen und von einer zeitnahen Berichterstattung der kubanischen Onlinemedien flankiert.

primero-de-mayo-2014-plaza-grande

Zentrale Parade auf dem Revolutionsplatz in Havanna (Quelle: Cubadebate).

primero-de-mayo-15

Bilder von Fidel und Raúl Castro waren heute keine Seltenheit (Quelle: Cubadebate).

1_de_mayo_santiago_de_cuba1

Ebenfalls nicht zu klein geraten waren die Feierlichkeiten in Santiago de Cuba, der zweitgrößten Stadt des Landes (Quelle: Trabajadores).

1002692_704725926257136_7828331826215057648_n

Auch in kleineren Städten erfreut sich der 1. Mai großer Beliebtheit, wie hier in Baracoa… (Quelle: RadioBaracoa).

desfile

… oder in Sancti Spíritus (Quelle: Escambray).