Kuba schickt medizinische Hilfsgüter in den Gaza-Streifen

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Konkrete Hilfe: LKW’s bringen sechs Tonnen medizinische Hilfsgüter aus Kuba via Ägypten in den Gaza-Streifen (Quelle: Palestinalibre)

Havanna. Die kubanische Regierung hat sechs Tonnen Medikamente und medizinische Einmalprodukte in den Gaza-Streifen geschickt. Dies berichtete die größte Tageszeitung des sozialistischen Landes, Granma, am vergangenen Freitag.

Der Geschäftsträger der kubanischen Botschaft in Kairo, Alexander Pellicer, übergab die Hilfsgüter an den ersten Berater der Botschaft von Palästina, Basheer Abu Hatab und Mitarbeiter des Roten Halbmondes. Sie werden durch den Grenzübergang von Rafah nach Gaza gebracht.

Kuba hatte sich schon bereit erklärt, Palästinenser aufzunehmen und in kubanischen Kliniken zu behandeln, die während der israelischen Offensive verletzt wurden. Diese hat seit Anfang Juli über 2.100 Menschenleben im Gaza-Streifen und 70 in Israel gefordert.

Die Regierung von Präsident Raúl Castro verurteilte die israelische Militäroffensive scharf und forderte außerdem die Aufhebung der Blockade sowie die Wiederherstellung der öffentlichen Dienstleistungen in dem palästinensischen Gebiet, um das Leben der Zivilbevölkerung zu erleichtern.

Seit Beginn der israelischen Angriffe Anfang Juli sind die Krankenhäuser in Gaza, die seit acht Jahren von einer Blockade durch die israelischen Behörden betroffen sind, durch die große Anzahl Verwundeter völlig überfordert. Nach Angaben palästinensischer Behörden sowie von Vertretern der Vereinten Nationen und von Hilfsorganisationen herrscht großer Mangel an Medikamenten und medizinischen Gütern jeder Art. Darüber hinaus seien Gesundheitszentren und Einrichtungen zur Betreuung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen sowie Unterkünfte für ältere Obdachlose mehrfach bombardiert worden, darunter auch einige von den UN verwaltete.

von Vilma Guzmán / Amerika21

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Fidel Castro verurteilt Angriffe auf Gaza-Streifen

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Kritisiert Gaza-Krieg Israels: Fidel Castro (Quelle: Cubadebate)

Havanna. Der frühere kubanische Staats- und Regierungschef Fidel Castro hat sich in einem Artikel in der kubanischen Tageszeitung Granma zu der eskalierenden Gewalt im Nahen Osten geäußert. Der 87-jährige Revolutionsführer bezeichnete die israelische Militäroffensive darin als „Genozid“ und verwies auf die Worte des französischen Außenministers Laurent Fabius. Dieser hatte bekräftigt, dass Israels Recht auf Sicherheit nicht das derzeitige „Massaker an Zivilisten“ rechtfertige.

In dem Artikel ging Castro auch auf die humanitäre Lage im Gazastreifen ein, in dem nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP etwa 70 Prozent der Bevölkerung in normalen Zeiten von humanitärer Hilfe abhängen. Die Arbeitslosenquote liege bei über 40 Prozent.

Mit Blick auf die USA schrieb Castro: „Der Völkermord der Nazis an den Juden erntete den Hass aller Völker der Erde. Warum glaubt die Regierung dieses Landes, dass die Welt diesem makabren Genozid, der heute an dem palästinensischen Volk begangen wird, gefühllos gegenüber steht? Glaubt man etwa, dass die Komplizenschaft des nordamerikanischen Imperiums an diesem schamlosen Massaker unentdeckt bliebe?“

Unterdessen hat auch der Rapper René Pérez Joglar, Mitglied der Hip-Hop-Gruppe Calle 13 aus Puerto Rico, öffentlich die einseitige Eskalation des Konflikts verurteilt und brachte sein Bedauern über die zivilen Opfer zum Ausdruck. Dies berichtet die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina unter Verweis auf andere Künstler wie Javier Bardem, Pedro Almodóvar und Eddie Vedder, die einen Aufruf für den Frieden in Nahost unterzeichnet hatten.

In den vergangenen Tagen und Wochen positionierten sich zahlreiche lateinamerikanische Regierungen gegen die Militäroffensive der israelischen Streitkräfte im Gaza-Streifen, in mehreren Ländern kam es zu Demonstrationen in Solidarität mit der palästinensischen Bevölkerung.

von Marcel Kunzmann / Amerika21