Tamara Bunke in Kuba – die Geschichte einer Ausstellung

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Fernando Gónzalez bei der Eröffnung der Austellung in Santa Clara

11 Uhr Morgens in Santa Clara. Ungeachtet der sengenden Hitze fanden sich dutzende Menschen an den Pforten des Che-Guevara Mausoleums ein, um der Eröffnungszeremonie für die neue Tamara-Bunke Ausstellung beizuwohnen. Prof. Dr. Oliver Rump hat zusammen mit seinem Seminarkurs für Museologie an der Hochschule für Technik und Wissenschaft (HTW) in Berlin binnen drei Jahren das Projekt vorbereitet. Begleitet wurde die Ausstellung von Fernando Gónzalez von den »Cuban Five«, der zusammen mit Oliver Rump die Exposition eröffnete.

Ein Leben für die Revolution

Die verbliebenen Habseligkeiten der deutsch-argentinischen Guerillakämpferin Tamara Bunke wurden von Rump und seinem Team gesammelt, archiviert, dokumentiert und sorgfältig digitalisiert. Tamaras noch lebende Freundin Elisabeth, die bei der Eröffnung eine sichtlich gerührte Rede hielt, stimmte anschließend zu, den Nachlass Tamara Bunkes nach Kuba zu überführen. »Weil es hier sicher ist«, wie sie sagt. Die Kubaner wiederum begrüßten die deutsche Initiative, welche unter anderem von der Solidaritätsaktion »Cuba Sí« getragen wurde, schließlich gilt »Tania« in Kuba als Nationalheldin.

Tamara Bunke wurde am 19. November 1937 in Buenos Aires, Argentinien, geboren. Ihre Familie siedelte 1952 in die DDR über, wo sie sich rasch für die beginnende kubanische Revolution begeisterte. 1960 traf Tamara erstmals auf Che Guevara und zog nach Kuba, um dort ein Journalistik-Studium zu beginnen. Zusammen mit Che ging sie wenig später nach Bolivien, wo sie am 31. August 1967 erschossen wurde. Obwohl sie nicht zu den »klassischen« Helden der deutschen Arbeiterbewegung zählte, trugen bis 1989 über 200 Einrichtungen der DDR ihren Namen.

Schwierige Bedingungen in Deutschland

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Prof. Oliver Rump von der HTW in Berlin

Angesichts dieses Hintergrundes verwundert es kaum, dass sich die Vorbereitung der Ausstellung in der Bundesrepublik keineswegs als einfach erwies. Oliver Rump wurde von politischen Parteien wie der AfD in Deutschland angefeindet und konnte keinerlei universitäre Mittel zur Finanzierung beanspruchen. »Man muss sich ja rechtfertigen, wenn man zu so einem Thema forscht«, meint Rump.

Doch was bietet die Ausstellung neues gegenüber der bereits erschienenen Literatur? Die deutsche Schwesterausstellung wurde bereits im Juli dieses Jahres an der HTW eröffnet, beide sind laut Rump Arbeiten die mit geläufigen sexistischen Klischees und Stereotypen aufräumen und sich stark an den Fakten orientieren. Auch wenn keine gänzlich neuen Erkenntnisse gewonnen werden konnten führten die zahlreichen geführten Interviews mit Zeitzeugen doch zu einer Vertiefung des Erkenntnisstandes über Tamara Bunke.

Fazit

Im Unterschied zur kubanischen Ausstellung wurde die Frage nach einer Affäre mit Che Guevara jedoch offen gelassen. In Santa Clara ist über dieses Thema nichts zu lesen, da man sich in dieser Hinsicht mit den kubanischen Kollegen nicht habe einigen können, meint Oliver Rump. Diese hätten gerne eine Beziehung zwischen dem Argentinier und der deutschen Guerillera gesehen, die laut Rump aber nicht beweisbar ist. Am Ende einigte man sich darauf, das Thema außen vor zu lassen.

Insgesamt überzeugt die Tamara-Bunke Ausstellung mit soliden Informationen, detailreichen Exponaten und multimedialer Aufbereitung durch deutschsprachige Radiobeiträge. Sie stellt eine zeitgemäße Bereicherung für die manchmal etwas eintönige kubanische Museumslandschaft dar und beweist vor allem, dass Kooperation in Wissenschaft und Forschung auch über Länder- und Systemgrenzen hinweg möglich ist. Jedem Kubareisenden sei daher an dieser Stelle ein Besuch der Ausstellung in Santa Clara ans Herz gelegt – Eintritt kostenfrei.


Eine Frage an…    Fernando Gónzalez

Im Rahmen der Eröffnung der Tamara-Bunke-Ausstellung in Santa Clara trafen wir auch auf den Helden der Republik Kubas, Fernando Gónzalez. Er wurde bereits am 27. Februar 2014, noch vor dem Deal zwischen US-Präsident Obama und Raúl Castro aus der US-Haft entlassen und arbeitet nun als Vizepräsident des kubanischen Instituts für Völkerfreundschaft (ICAP). Freundlicherweise erklärte er sich bereit, eine Frage unseres Projekts an ihn zu beantworten:

Welche Bedeutung hat für Dich der Austausch zwischen Jugendlichen aus Deutschland und Kuba?

Ich bin der Meinung, dass der Austausch zwischen jungen Menschen zweier Länder von großer Bedeutung ist. Die heutige Welt ist globalisiert, die Kommunikation findet weltweit statt und die Tatsache, dass junge Menschen verschiedener Länder sich austauschen können ist von größter Wichtigkeit.
Wir bauen in Kuba seit über 55 Jahren ein sozialistisches Projekt auf, das nicht objektiv betrachtet wird. Ich finde es sehr wichtig, dass die deutsche Jugend nach Kuba kommt, die kubanische Realität mit eigenen Augen erlebt, damit sie sich durch persönliche Erfahrungen ein eigenes Bild machen und auch die kubanische Jugend die Erfahrungen aus anderen Ländern mit erleben kann. Man kann von diesem Austausch nur profitieren und wir müssen dies zu einem Ansporn werden lassen.

von Marcel Kunzmann, berichteaushavanna

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Neue Kochgeräte für Kubas Familien

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Die ersten Geräte der neuen Linie stehen bereits zum Verkauf bereit (Quelle: Granma)

Die kubanische Fabrik für Haushaltsprodukte (INPUD) in Santa Clara hat vor wenigen Tagen eine neue Fertigungslinie für die Produktion von Reis- und Mehrzweckkochern erfolgreich in Betrieb genommen. Damit wird das Unternehmen den Plan von 12.000 Einheiten in diesem Jahr erfüllen können, erklärte der Werksleiter Ernesto Martín Álvarez gegenüber der Granma.

Während die aktuellen Modelle aus China importiert und unter dem Markennamen der kubanischen Fabrik verkauft werden, soll ab 2015 ein vollständig in Kuba entwickelter Reiskocher auf den Markt kommen. Der Manager hob dabei die geplante Qualität des Produkts hervor, dessen elektrische Komponenten weiterhin aus der Volksrepublik stammen werden.

Die „Industria Nacional Productora de Utensilios Domésticos (INPUD)“ wurde am 24. Juli 1964 von Che Guevara gegründet, und hat ihren Sitz in Santa Clara. Im Kontext der geplanten Industrialisierung verfolgte man mit der Gründung das Ziel, den Bedarf an Kühlschränken und Kochutensilien gezielt durch heimische Produktion zu decken. Heute ist das Werk ebenfalls wichtiger Zulieferer für die Tourismusbranche und fertigt neben kleineren Kochgeräten auch Industrieküchen und Ventilatoren. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens sollen in den kommenden Jahren neue Kaffeemaschinen und weitere verbesserte Kochermodelle für den kubanischen Markt entwickelt werden.

Zu den Preisen der Produkte gibt es bisher noch keine Angaben. Sie werden voraussichtlich in den Devisenläden des Landes vermarktet. Seit einigen Jahren vergibt der kubanische Staat im Rahmen der „Energierevolution“ Kredite zum Erwerb von stromsparender Haushaltsgeräte, um den Verbrauch auf der Insel zu senken. Nach Angaben des letzten Zensus von 2012 gibt es derzeit etwa 2,9 Millionen solcher Kochgeräte in kubanischen Haushalten. Erst neulich wurde eine Rahmenstrategie zur kubanischen Energiematrix im Jahr 2030 veröffentlicht. Die Produktion ressourcenschonender Haushaltsgeräte und die Ersetzung von Importen wurden dabei als Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele beschrieben.

Kuba baut neue Solarparks

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Der Cantarrana Solarpark nahe Cienfuegos (Quelle: Cubastandard)

Havanna. Die Anzahl der großen Solarparks auf Kuba wird noch in diesem Jahr um sieben neue Parks auf dann insgesamt 14 ausgebaut. Wie die Tageszeitung Granma berichtet, sollen die neuen Anlagen 8,15 Megawatt erzeugen.

Etwa 60 Prozent des Auftragsvolumens für die im Jahr 2013 in Kuba installierten Solaranlagen wurden von kubanischen Unternehmen vorgenommen, sagte Aleisly Valdés Viera, Direktorin für den Bereich erneuerbarer Energieträger des nationalen Programms der Unión Eléctrica (UNE). Diese im vergangenen Jahr gebauten Solarparks verwenden offenbar chinesische Solarmodule, die in dem staatlichen Unternehmen in der Provinz Pinar del Río zusammengesetzt werden. Die Anlagen entstanden in Havanna, Santa Clara, Guáimaro, Santiago de Cuba, Guantánamo, auf Insel der Jugend und in Cienfuegos, hauptsächlich in ländlichen Gebieten in der Nähe von Ballungszentren.

Der größte dieser Solarparks wurde in der Nähe von Cienfuegos erbaut und besteht aus 14.100 Sonnenkollektoren. Diese erzeugen 2,6 Megawatt auf einer Fläche von 4,72 Hektar. Eine weitere große Anlage mit insgesamt 4.300 Solarzellen entsteht beim Expocuba- Messegelände in der Nähe von Havanna und wird voraussichtlich im November fertig gestellt. Diese wird dann 80 Prozent des Strombedarfs der Messe erzeugen. Die chinesische Regierung hat für diesen Expocuba-Solarpark 1,5 Millionen US-Dollar bereitgestellt.
Über die großen Anlagen hinaus, die ihre Energie in das Stromnetz einspeisen, wurden nach Angaben von Cubasolar, der Behörde zur Förderung der Solarenergie, kleinere Solaranlagen in 410 Schulen, 165 öffentlichen TV-Räumen, 20 Vereinsheimen und 500 Wohnhäusern im ländlichen Bereich installiert, die nicht an das Stromnetz angeschlossen sind.
Seit den 1980er Jahren versucht Kuba, regenerative Energien zu nutzen und auszubauen. Mit der 1996 gestarteten „Energie-Revolution“ wurden die entsprechenden Anstrengungen deutlich verstärkt. Der sozialistische Karibikstaat plant, den Anteil der erneuerbaren Energien von heute vier auf zehn Prozent im Jahr 2020 zu erhöhen. Die meiste dieser Energie wird aus Zuckerrohr-Bagasse gewonnen.

von Edgar Göll / Amerika21