Fidels letzte Kundgebung auf dem Revolutionsplatz

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Millionen Kubaner versammelten sich gestern Abend auf Havannas Revolutionsplatz (Quelle: Cubadebate)

Ein letztes Mal versammelten sich gestern Abend Millionen Kubaner auf Havannas hell erleuchtetem Revolutionsplatz, um Fidel Castro mit den Beiträgen zahlreicher ausländischer Staats- und Regierungschefs zu würdigen. Heute Morgen brach der Trauerzug mit seiner Urne nach Santiago de Cuba auf. „Fidel ist Tod. Aber er ist ungeschlagen gestorben“, sagte Ecuadors Präsident Raphael Correa, der unter dem Beifall der Menschenmenge den ersten Redebeitrag übernahm.

Dutzende Staatsmänner aus Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa waren angereist, um ihrem Freund, Kollegen und Mentor die letzte Ehre zu erweisen. Insgesamt gab es 18 Redebeiträge. Das Wort ergriffen neben Venezuelas Präsident Nicolás Maduro auch der südafrikanische Staatschef Jacob Zuma, Vertreter der Volksrepublik China und Russlands sowie der griechische Premierminister Alexis Tsipras.

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Der Revolutionsplatz verwandelte sich gestern in ein Menschenmeer (Quelle: Cubadebate)

„Der Tod des Genossen Fidel ist ein schmerzhafter Verlust für das südafrikanische Volk“, sagte Zuma auf dem Podium. Kuba habe selbstlos für die Befreiung seines Landes von Apartheit und Unterdrückung gekämpft. Die Kubaner seien nicht gekommen, um nach Diamanten, Gold oder Öl zu suchen sondern um einen altruistischen Kampf zu unterstützen.

„Fidel hat dem kubanischen Volk ein wertvolles Erbe auf den Gebieten der Bildung, der Ausrottung des Analphabetismus, der Gesundheit und der hohen Standards in Wissenschaft und Kultur hinterlassen“, urteilte der griechische Premier Alexis Tsipras. Es sei eine Ehre für ihn, Castro in Vertretung des griechischen Volkes würdigen zu können.

Chinas Vizepräsident Li Yuanchao fand warme Worte. „In diesem bitteren Moment schlägt das Herz des chinesischen Volkes gemeinsam mit dem kubanischen“, sagte Li. Fidel habe einen großen Beitrag zum Aufbau und Entwicklung des Sozialismus im globalen Maßstab geleistet und viel für das kubanisch-chinesische Verhältnis getan, erklärte der Vertreter des chinesischen Präsidenten in Havanna.

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Auf dem Anhänger eines olivgrünen Militärjeeps wird Fidel Castros Urne derzeit bis nach Santiago de Cuba gefahren (Quelle: Cubadebate)

In ähnlicher Weise äußerte sich auch die Präsidentin des vietnamesischen Parlaments, Nguyen Thi Kim Ngan. Kuba sei bereit gewesen, sein Blut für Vietnam zu vergießen. Sie versicherte Vietnams „unerschütterliche und kämpferische Solidarität mit dem kubanischen Volk.“ Fidel werde in den Herzen der Kubaner ewig weiterleben, so Nguyen.

„Mission erfüllt, Comandante Fidel!“, rief Venezuelas Präsident Nicolás Maduro unter dem Jubel der Menge auf dem Platz. Während der Beiträge waren immer wieder Sprechchöre mit „Viva Fidel!“, „Viva Cuba!“, „Venceremos!“ und „Yo soy Fidel!“ zu hören. Das letzte Wort auf der gut vierstündigen Veranstaltung hatte Kubas Präsident Raúl Castro. Er erinnerte an die zahlreichen historischen Ereignisse, die er hier auf dem Revolutionsplatz zusammen mit seinem Bruder erlebte. „Von diesem Platz aus sagen wir dir zusammen mit unserem selbstlosen, kämpferischen und heroischen Volk: ¡Hasta la victoria siempre!“, schloss Raúl seine Rede.

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Die „Karavane der Freiheit“ entlang des Malecón in Havanna (Quelle: Cubadebate)

Heute morgen um 7 Uhr wurde Fidel Castros Urne schließlich aus dem Ministerium der Streitkräfte auf einen olivgrünen Anhänger transportiert mit dem er im Rahmen der „Karavane der Freiheit“, in Anlehnung an den historischen Befreiungszug der Revolutionäre, zurück nach Santiago gefahren wird. Jener rebellischen Stadt, in der die kubanische Revolution mit dem Angriff auf die Moncada-Kaserne 1953 einst ihren Anfang nahm.

Die Straßen entlang der Karavane sind von tausenden Menschen gesäumt, die teilweise mit Flaggen und Bildern des „Comandante“ gekommen sind, um Fidel auf seiner letzten Reise noch einmal zu grüßen. Derzeit befindet sich der Zug in Matanzas, von wo aus er in den nächsten drei Tagen bei mehreren Stops über Zentralkuba die Stadt Santiago ansteuern wird.

Hier soll am Samstag Abend eine letzte Trauerkundgebung stattfinden, bei der Raúl Castro abermals das Wort ergreifen wird. Am Sonntag Morgen wird Castro dann auf Santiagos Friedhof Santa Ifigenia in der Nähe des Nationalhelden José Martís beigesetzt.


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Die Route des Trauerzugs durch Kuba (Quelle: Cubadebate)

Castro und Rousseff bei Trauerfeier für Mandela

Johannesburg. Anlässlich der offiziellen Trauerfeier für Nelson Mandela am Dienstag dieser Woche im südafrikanischen Johannesburg waren über 90 Delegationen nach Südafrika gereist. Die zentralen Trauerreden wurden von sechs ausländischen Staatsoberhäuptern gehalten, unter anderem vom kubanischen Präsidenten Raúl Castro und der brasilianischen Staatschefin Dilma Rousseff. Zudem sprachen US-Präsident Barack Obama, der chinesische Vizepräsident Li Yuanchao sowie die Präsidenten Namibias und Indiens, Hifikepunye Pohamba sowie Pranab Mukherjee. Raúl Castro wurde vom Moderator eingeführt mit den Worten: „Nun kommt der Repräsentant einer kleinen Insel, die uns alle befreit hat.“

In seiner kurzen Rede legte Castro Wert auf den revolutionären Kampf des Verstorbenen: „Nelson Mandela ist ein unübertroffenes Vorbild für Lateinamerika und die Karibik, die voranschreiten auf dem Weg zu Einheit und Integration zum Wohle der Völker unter Anerkennung ihrer Vielfältigkeit“, sagte Castro in seiner zehnminütigen Rede im FNB-Stadion in Soweto im Südwesten von Johannesburg.

Der kubanische Präsident verwies auch auf Mandelas enge Freundschaft mit Fidel Castro, den er am Ende seiner Rede mit den Worten zitierte: „Nelson Mandela wird nicht für die 27 Jahre in die Geschichte eingehen, die er, ohne jemals seine Ideen aufzugeben, eingesperrt war; er wird in die Geschichte eingehen, weil er fähig war, seine Seele von all dem Gift zu befreien, das diese ungerechte Strafe mit sich brachte.“ (Lesen Sie hier die gesamte Rede)

Brasiliens Präsidentin Rousseff sagte, Mandelas Kampf gegen den Rassismus „wird sich in ein Musterbeispiel nicht nur für diesen Kontinent, sondern für alle Völker, die für Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit kämpfen, verwandeln“. Auch der chinesische Vizepräsident Li Yuanchao drückte seine Bewunderung für den Kämpfer gegen die Apartheid aus: „Wir sind zutiefst bestürzt über den Verlust eines solch großartigen Freundes“, sagte er. US-Präsident Obama würdigte das Leben des Südafrikaners sowie seinen Kampf gegen Ungerechtigkeit und die HIV-Seuche. In seiner Rede warf er anderen Ländern Heuchelei im Umgang mit Mandelas Erbe als Freiheitskämpfer vor.

Auf dem Weg zum Podium begrüßte Obama die anderen Redner, wobei es zu einem Händedruck mit Raúl Castro kam. Es war die erste direkte Begegnung eines amtierenden US-Präsidenten mit seinem kubanischen Amtskollegen seit über zehn Jahren. Zuletzt hatte William Clinton im Jahr 2000 Fidel Castro bei dem Millenniums-Gipfel der Vereinten Nationen in New York die Hand gereicht. Er hatte dies angesichts aufbrandender Kritik später damit erklärt, dass die Begegnung zufällig gewesen sei und die Initiative von dem Kubaner ausgegangen sei.

Publiziert am 10.12.2013 auf Amerika21

Kuba trauert um Nelson Mandela

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Nelson Mandela und Fidel Castro am 26. Juli 1991 in Matanzas, Kuba.

Havanna. Der Tod des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela wurde in der ganzen Welt mit tiefer Bestürzung aufgenommen. Der Kämpfer gegen die Apartheid starb gestern im Alter von 95 Jahren in Johannesburg.

Auch in Kuba wird um den Friedensnobelpreisträger getrauert. Bereits wenige Stunden nach Veröffentlichung der Todesnachricht wandte sich Präsident Raúl Castro an seinen südafrikanischen Amtskollegen Jacob Zuma. Mandela werde durch die Größe seines Beispiels und die Stärke seiner Überzeugung im Kampf gegen die Apartheid und für ein neues Südafrika in Erinnerung bleiben. „Wir bezeugen größten Respekt und Bewunderung, nicht nur für das was er für sein Volk geleistet hat, sondern auch für seine bewährte Freundschaft mit unserem Land“, so Castro. In Kuba wurde eine mehrtägige Staatstrauer verkündet, die mit einem offiziellem Trauertag am 8. Dezember endet.

Kuba hatte in den 1980er Jahren eine entscheidende Rolle bei der Beseitigung der Apartheid in Südafrika gespielt. Seine Militärkräfte in Angola setzten dem südafrikanischen Regime zu und der sozialistische Karibikstaat lieferte direkte materielle Unterstützung für die südafrikanische Befreiungsbewegung ANC.

Mandela, den sein erster Auslandsbesuch nach der Freilassung aus dem Gefängnis nach Kuba führte, verband eine enge Freundschaft mit Fidel Castro. Bei seiner Ansprache in Matanzas am 26. Juli 1991 sagte Mandela: „Das kubanische Volk hat einen besonderen Platz in den Herzen der Völker Afrikas. Die kubanischen Internationalisten haben einen Beitrag für die Unabhängigkeit, Freiheit und Gerechtigkeit in Afrika geleistet, der wegen der Prinzipien und der Selbstlosigkeit, die ihn kennzeichnen, einmalig ist.“ Er bezeichnete die kubanische Revolution als „Quelle der Inspiration für alle freiheitsliebenden Völker“. Nach mehrmaliger Einladung Mandelas besuchte Castro schließlich im Jahr 1998 Südafrika, wo er eine Rede vor dem Parlament hielt. Der in den USA inhaftierte Kubaner Gerardo Hernández bekundete ebenfalls sein Beileid. Hernández gehört zu den „Miami Five“, die im Auftrag Havannas gewaltbereite Gruppen des kubanischen Exils heimlich überwachten. Zuvor hatte Hernández bei den kubanischen Truppen in Angola gekämpft.

Auf die besondere Beziehung Mandelas und der südafrikanischen Befreiungsbewegung zu Kuba weist auch die Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba in einer Pressemitteilung hin. Darin wendet sie sich gegen „Geschichtsfälschung und Heuchelei“ seitens der Regierungsvertreter Westeuropas und der USA. Zitiert wird Thejiwe Mtintso, die Botschafterin Südafrikas in Kuba, die im Dezember 2005 sagte: „Heute hat Südafrika viele neue Freunde. Gestern haben diese Freunde unsere Führer und Kämpfer noch Terroristen genannt und jagten uns von ihren Ländern aus und unterstützten zur gleichen Zeit das Südafrika der Apartheid. Diese gleichen Freunde wollen heute, daß wir Kuba denunzieren und es isolieren. Unsere Antwort ist sehr einfach, es ist das Blut der kubanischen Märtyrer und nicht das dieser Freunde, das tief in der afrikanischen Erde fließt und den Baum der Freiheit nährt.“

Publiziert am 06.11.2013 auf Amerika 21