Kuba zählt fast 4 Millionen Handynutzer

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ETECSA-Vertreter präsentieren bei einem Meeting die neuen Zahlen (Quelle: Trabajadores)

Nach Angaben der kubanischen Telekommunikationsgesellschaft ETECSA zählt das Land heute 3,94 Millionen Mobilfunkverträge – mit steigender Tendenz. Dies meldete jüngst die kubanische Tageszeitung „Trabajadores„. Den Angaben zu Folge nutzt derzeit jeder dritte Kubaner ein Handy.

Laut dem zuständigen Fachbereichsleiter von ETECSA, Luis Manuel Díaz Naranjo, kämen täglich etwa 2.000 neue Anmeldungen hinzu, so dass bis zum Ende des Jahres die Marke von 4 Millionen geknackt wird.

Ursprünglich rechnete die Firme in diesem Jahr mit einem Wachstum von 500.000 neuen Mobilfunkverträgen, tatsächlich seien bis heute schon 700.000 Neuanmeldungen hinzugekommen. Im Vergleich zum März 2014 hat sich die Anzahl der Handynutzer damit praktisch verdoppelt. Damals nutzten rund 2 Millionen Kubaner ein Mobiltelefon.

Obwohl die Kosten mit 35 US-Cent pro Gesprächsminute noch sind, haben viele Kubaner seit der Legalisierung privater Handyverträge im Jahr 2008 von dem Angebot des staatlichen Anbieters Gebrauch gemacht. ETECSA begründet die vergleichsweise hohen Minutenpreise mit der begrenzten Kapazität der Netze. Tatsächlich ist das Netz von ETECSA für seine Fehleranfälligkeit bekannt, immer wieder kommt es zu kurzzeitigen Pannen.

Jeder zweite kubanische Haushalt soll bis 2020 am Netz hängen

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Internetcafé in Santiago de Cuba (Quelle: Martí Noticias)

Die kubanische Regierung arbeitet derzeit an einem Programm, um das Internet in den nächsten fünf Jahren für alle Kubaner „verfügbar und erschwinglich“ zu machen, sagte vor wenigen Tagen der zuständige Funktionär des Kommunikationsministeriums in einem Interview mit dem Onlinemagazin Cubadebate. Kuba will im Rahmen der UN bis zum Jahr 2020 konkrete Ziele zur Verbesserung des Zugangs zu Informationstechnologien erreichen.

Agenda im Rahmen der Vereinten Nationen

Im Rahmen der Agenda „Connect 2020“ sollen die beteiligten Länder sicherstellen, dass bis zum Jahr 2020 mindestens 50 Prozent der Haushalte über Internetzugang verfügen. Dieser darf zudem maximal fünf Prozent des monatlichen Durchschnittslohns kosten. 60 Prozent der Haushalte sollen bis dahin ebenfalls über Zugang zu Mobiltelefonen verfügen. Das Programm wird von der internationalen Telekommunikationsunion (ITU) getragen, deren Mitglied Kuba ist. Die ITU ist Teil der Vereinten Nationen.

Im Ranking der ITU über die Entwicklung der Telekommunikationstechnologien belegt Kuba den Ranglistenplatz 125 von 166 untersuchten Ländern. Lediglich 25 Prozent der Kubaner nutzen derzeit das Internet (Privatanschlüsse: ca. 3-5 Prozent), 22 Prozent sind Handynutzer. Ein Sprecher des Kommunikationsministeriums räumte indes ein, dass die Politik bisher kein langfristiges Entwicklungsprogramm zur Digitalisierung der Gesellschaft entworfen hat.

Die letzten November entwickelten Ziele der UN werden jedoch mitgetragen und sollen als Grundlage für das Konzept dienen. Es werde derzeit „an den Vorbereitungen und strategischen Planungen zur Erreichung dieser Ziele gearbeitet“, sagte Ernesto Rodríguez Hernández, Leiter der IT-Abteilung beim kubanischen Kommunikationsministerium. Begleitet werden sollen die Maßnahmen von neuen Inhalten und Dienstleistungen, auch eine Ausweitung des mobilen Datennetzes ist geplant.

Ende März traf erstmals eine US-Delegation in Havanna ein, um die Kubaner über die neuen Regeln für den Export von IT-Ausrüstung zu informieren. Im Zuge der diplomatischen Wiederannäherung mit den Vereinigten Staaten im vergangenen Dezember hatte US-Präsident Obama die Wirtschaftsblockade gegen Kuba in einigen Bereichen gelockert, darunter auch IT- und Telekommunikationstechnik. „Es herrscht ein richtiges Potential hier, wenn es den Willen von kubanischer Seite her gibt“, sagte ein Sprecher des US-State Department gegenüber Reuters.

Das Internet als ein „Recht aller“

Über die Erreichung der UN-Ziele kommentierte er: „Ich denke sie [die Kubaner] sind sehr eifrig dabei, diese umzusetzen. Sie bleiben zurück, und das heißt sie versperren ihren Leuten den Zugang zu Wissen und zur Möglichkeit sowohl als Volk als auch als Wirtschaft zu wachsen, und sie sind sich dessen bewusst.“ Kubas Regierung würde nach Mechanismen suchen, um die Konnektivität zu verbessern und gleichzeitig die Kontrolle über den Markt zu behalten.

Bereits im Februar betonte Kubas Vizepräsident Miguel Díaz-Canel auf einem Informatikkongress in Havanna, das Internet sei „ein Recht aller“. Wenige Wochen später eröffnete in Havanna der erste kostenlose und öffentliche WiFi-Zugangspunkt. Seit kurzem können Internetnutzer in der Hauptstadt gegen Bezahlung auch auf die WiFi-Netze in den Touristenhotels zugreifen. Díaz-Canel forderte auf dem Kongress unter anderem die Entwicklung einer systematischen Politik zum Ausbau des Internetzugangs auf der Insel, nannte aber keine genauen Indikatoren. Es ist das erste Mal, dass sich Kuba jetzt im Rahmen eines UN-Programms konkrete Ziele zur Entwicklung des Internetzugangs setzt.

Kuba entwickelt neue Internetpolitik

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Die I. Konferenz zum Thema Informatisierung und Cybersicherheit in Havanna hatte Kubas Umgang mit Internet und IT-Technik zum Thema (Quelle: Cubadebate)

Mehr als 11.000 Informatiker in ganz Kuba folgten den Debatten, als am 18. Januar in Havanna der landesweit erste Kongress über „Informatisierung und Cybersichherheit“ begann. Die dreitägige Veranstaltung diskutierte vor allem die Bedeutung der IT-Technik  für die Entwicklung des kubanischen Modells. Auch die angekündigte Gründung einer Berufsvereinigung für die Informatiker auf der Insel war Teil der Diskussionen. Ziel ist, damit die Grundlagen für eine längerfristige Strategie im Umgang mit dem Internet in Kuba zu legen.

Das Internet als Wirtschaftsmotor

Die Gästeliste für die Veranstaltung umfasste nicht nur die IT-Experten, sondern auch die zuständigen Minister und Vertreter staatlicher Unternehmen. Getagt wurde ab vergangenen Mittwoch im „Palacio de las Convenciones“ in Havanna, dem größten Konferenzzentrum des Landes. In dutzenden weiteren Einrichtungen wurden landesweit Videoübertragungen eingerichtet, so dass tausende weitere Teilnehmer die Konferenz live verfolgen konnten.

Währenddessen wurde für zwei Tage ein Onlineforum auf der Seite des Kommunikationsministeriums eingerichtet, um die Diskussion über die IT-Politik des Landes auch im Internet zu starten. Neben der IT-Technologie ging es bei der Konferenz vor allem auch um die Frage, welche Rolle das Internet in der kubanischen Gesellschaft in Zukunft einnehmen wird und wie die Informatisierung des Landes vorangetrieben werden soll.

Kuba hat dabei auch das Potential der digitalen Ära für die Entwicklung seiner Wirtschaft erkannt. Was Studien unlängst belegen, wurde auch in Havanna erörtert: Der Zusammenhang zwischen Internetzugang und Wirtschaftswachstum. In einen „Motor für die Ökonomie“ sollen sich die IT-Technologien künftig verwandeln, forderte die Granma. Insbesondere die Entwicklung und der Export von Software soll vorangetrieben werden. Die kubanische Wirtschaft müsse in Zukunft das Potential einer modernen, wissensbasierten Ökonomie voll ausnutzen.

Allerdings könne die aktuelle Situation auf dem Gebiet „keine Antworten auf viele Bedürfnisse der Bevölkerung liefern, und man kann auf einigen Gebieten nur geringe Fortschritte bei der Anwendung der Informationstechnologien erkennen“, räumte der Vizeminister des Kommunikationsministeriums, Wilfredo González Vidal, ein.

Neue Berufsorganisation der Informatiker

Deshalb müsste eine politische Strategie entwickelt werden, um die Informatik in einen „strategischen Entwicklungssektor“ der kubanischen Wirtschaft zu verwandeln. Gónzalez zu Folge sollen neue Indikatoren entwickelt werden, um die Durchdringung der Gesellschaft mit IT-Technologie besser messen zu können. Außerdem sollen staatliche Firmen in Zukunft verstärkt private Dienstleister auf diesem Gebiet in Anspruch nehmen können.

Einige der ersten Schritte in in diesem Jahr soll die Ausdehnung des Internetzugangs auf weitere Staatseinrichtungen sowie die stärkere Verbreitung von EC-Karten zur bargeldlosen Bezahlung sein. Kuba müsse vor allem auf sein umfassendes Humankapital zurückgreifen und zusammen mit den Experten des Landes eine kohärente Informationspolitik entwickeln. Der Export von Softwareprodukten in die USA ist bereits möglich, sofern die Produzenten keine Staatsbetriebe sind. Bisher wird in Kuba entwickelte Software unter anderem nach Venezuela und Spanien verkauft.

Die Gründung einer Berufsorganisation für Informatiker, die künftige „Unión de Informáticos de Cuba (UIC)“, zählt zu den wichtigsten Ergebnissen des Kongresses. Sie ermöglicht es Kubas Informatikern, ähnlich wie bereits den Journalisten und Künstlern, sich in einer eigenen Vereinigung zu vernetzen, um gemeinsam Einfluß geltend zu machen und Diskussionsprozesse zu gestalten. In regelmäßigen Abständen soll die Organisation nationale Kongresse abhalten und könnte so künftig als „Think Thank“ für eine neue Internet- und Informationspolitik dienen.

„Recht auf Internet“ – Kubas Vizepräsident bezieht Stellung

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Kubas Vizepräsident Miguel Díaz-Canel während seiner Rede auf der Konferenz (Quelle: Cubadebate)

Klare Worte fand am letzten Tag der Konferenz Kubas Vizepräsident Miguel Díaz-Canel, der sich in seiner Rede ganz dem Thema Internet widmete: „Es gibt den politischen Willen der Partei und der kubanischen Regierung, die Informatisierung der Gesellschaft zu fördern und das Internet in die Dienste aller zu stellen“, sagte der designierte Nachfolger Raúl Castros. Auch er gab zu: „Es wurde viel getan, allerdings nicht immer das was wir brauchen und auch nicht immer in einer kohärenten Weise.“

Der Zugang zum Internet sei „ein Recht aller“, dem das fundamentale Recht auf Information zu Grunde liege, erklärte Díaz-Canel und versicherte ungewohnt deutlich: „Der Staat wird daran arbeiten, dass diese Ressource verfügbar, erreichbar und für alle erschwinglich sein wird.“ Das Internet allein löse nicht alle Probleme und müsse im Rahmen der Gesetze eingesetzt werden, allerdings könne es einen wichtigen Beitrag zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes leisten.

Der Kongress habe hierzu eine „ehrliche, ernsthafte und kritische Debatte“ geliefert. Die grundlegenden Probleme der kubanischen Gesellschaft würden einen „kreativen und intensiven Einsatz des Internets“ verlangen, so Díaz-Canel. In seiner Rede machte er anhand einiger Beispiele die Möglichkeiten des Internets in Kuba deutlich. Der Zugang zum Internet sei eine „notwendige Voraussetzung“ für entwickelte Gesellschaften und werde zur sozialen und politischen Partizipation im Sozialismus beitragen.

Gleichzeitig hob er die Bedeutung des Internets als Kulturgut und Instrument zur Wissensvermittlung hervor. Von der beruflichen Fortbildung bis zum globalen Austausch sei das Internet heute unverzichtbar für Innovation und Vernetzung, erklärte Kubas Vizepräsident. Die bisherige Internetpolitik des Landes sei wenig systematisch gewesen, sagte Díaz-Canel und führte gleich eine ganze Liste mit Kritikpunkten ins Feld.

Demnach sei der Ausbau des Netzes bisher langsam und die Verwendung der Mittel intransparent, die angebotenen Dienstleistungen ineffizient, das Personal zu wenig geschult, die Entwicklung zu zentralisiert und ohne rechtlichen Rahmen. Es gebe eine „unzureichende Dynamik bei der Entwicklung von neuen Dienstleistungen und Inhalten.“ Außerdem kritisierte er die Hemmnisse bei der Beantragung eines Anschlusses, welche gleichermaßen für Institutionen und Privatpersonen gelten.

Eine neue Internetpolitik für Kuba

Die zu entwickelnde Internetpolitik Kubas solle systematisch an den Ausbau der Netzinfrastruktur herangehen und sowohl die Wirtschaft als auch die Gesellschaft als Gesamtsystem voran bringen, „mit allen und für das Wohl aller“. Díaz-Canel entpuppt sich damit als Fürsprecher eines umfassenden Internetausbaus in einem Land, in dem weniger als ein Viertel der Bevölkerung Zugang zum Netz hat – die meisten davon auf dem Arbeitsplatz bzw. in der Universität. Die Preise von 4,50 US$ pro Stunde sind angesichts des durchschnittlichen Monatslohns von 20 Dollar für die meisten Kubaner noch immer unerschwinglich.

In den letzten Jahren sorgte das Mismanagement beim staatlichen Telekommunikationsanbieter ETECSA zudem für heftige Kritik in weiten Teilen der Bevölkerung. So kam es nach der Inbetriebnahme des mobilen Datennetzes im vergangenen Frühjahr zu mehrmonatigen Betriebsstörungen und auch die teuren Internetcafés sind oftmals in schlechtem technischen Zustand und überfüllt. Die Nachfrage nach Internet übersteigt derzeit bei weitem das Angebot in Kuba, was das Erarbeiten einer wirksamen Strategie unabdingbar macht.

Dabei hat ETECSA bereits angekündigt, die Anzahl der Internetcafés in diesem Jahr von 155 auf 300 zu verdoppeln. Neu ist, dass die Firma nun offenbar auch die Einrichtung öffentlicher WiFi-Netze plant. Entsprechende Gerüchte sind in der Vergangenheit dementiert worden, nun traut sich das Unternehmen selbst damit an die Öffentlichkeit. In den kommenden Wochen soll in der westlichen Provinz Artemisa erstmals ein Internetcafé um ein drahtloses Netz erweitert werden.

Noch ist unklar, in welchem Umfang der Ausbau des Internets voran getrieben wird. Die bisherige Preispolitik und das Fehlen von Privatanschlüssen stellen derzeit wohl die größten Hindernisse auf dem Weg zur informatisierten Gesellschaft dar, wie sie von den Kongressteilnehmern einhellig gefordert wurde. Die letzten Jahre waren dabei – trotz des neuen Unterseekabels aus Venezuela – von fehlenden Investitionen und einer taktierenden Haltung Seitens ETECSA gekennzeichnet.

Fazit

Mit der Konferenz und der Gründung der Berufsvereinigung hat Kuba den Stein für eine längst überfällige Debatte ins Rollen gebracht. Das Recht auf Internetzugang wurde dabei durch Díaz-Canel erstmals von höchster Regierungsstelle anerkannt. Die Botschaft des Kongresses war klar: Das Internet und seine Rolle im künftigen Kuba ist ein Thema, dass von der gesamten Gesellschaft diskutiert werden muss; es ist zu wichtig um es den internen Planungen von ETECSA überlassen zu können. Der Weg den Kuba hierbei zu gehen hat ist lang und beschwerlich. Mit dem Kongress hat die Regierung jedoch ihre Bereitschaft bekräftigt, die ersten Schritte zu tun.

Kuba hat das Internet als Teil der gesellschaftlichen Wirklichkeit akzeptiert und versucht gleichzeitig seine soziale und koordinierte Nutzung zu fördern. Das Internet soll nicht nur passiver Informationslieferant sein, sondern aktiv zur Stärkung der staatlichen Institutionen und der Verbesserung ihrer Dienstleistungen eingesetzt werden. Die Politik scheint erkannt zu haben, dass nicht nur die heranwachsende Generation das Internet braucht, um an den Entwicklungen des 21. Jahrhunderts teilhaben zu können.

Denn auch den zahlreichen Privatbetrieben, Kooperativen und ausgebildeten IT-Spezialisten des Landes ist umfassender Internetzugang ein wichtiges Anliegen für die Zukunft ihrer wirtschaftlichen Existenz. Die Frage nach dem Ausbau des Internetzugangs in Kuba richtet sich heute nicht mehr nach dem „ob“. Gefordert ist deshalb ein umfassender Meinungsaustausch, an dessen Ende eine ausgewogene Strategie steht, die für die nächsten Jahre auch eine Antwort nach dem „wann“ und „wie“ geben kann.

Kuba baut 2015 Internet und Mobilfunk weiter aus

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Internetcafé in Kuba (Quelle: Martí Noticias)

Havanna. Die kubanische Telefongesellschaft Etecsa hat angekündigt, das Internet im kommenden Jahr massiv auszubauen. Geplant sei, die Anzahl der Zugänge in Internetcafes zu erhöhen, berichtet die kubanische Tageszeitung Juventud Rebelde unter Berufung auf Funktionäre der Etecsa. Zudem könnten 2015 erstmals öffentliche WLAN-Zugänge eingerichtet werden. Die Pläne seien Teil der staatlichen Politik, die auf einen verbesserten Internetzugang abzielt, heißt es in dem Blatt weiter.

Vertreter der Telefongesellschaft bekräftigten, dass man die „kollektiven Zugangspunkte (für das Internet) ausbauen“ wolle. Derzeit seien 154 Internetcafes in Betrieb, nachdem im Jahr 2013 die ersten 118 dieser Einrichtungen eingeweiht worden waren.

In der staatlichen Tageszeitung kündigten Etecsa-Vertreter diese Woche auch an, die sogenannten Computerclubs auszubauen. Diese Einrichtungen mit Internetzugängen sind in erster Linie für die Nutzung durch Jugendliche vorgesehen.

Im vergangenen März hatte die staatliche Telefon- und Internetgesellschaft erstmals einen privaten E-Mail-Service angeboten, der auch von Handys genutzt werden kann. Nach offiziellen Angaben verfügen bereits 460.000 Nutzer über ein entsprechendes lokales E-Mail-Konto.

Die massive Zunahme der Nutzer hatte die vorhandenen Kapazitäten jedoch überlastet. Nun kündigte die Telefongesellschaft an, die technischen Netzwerke „zu modernisieren und auszubauen“, heißt es bei Juventud Rebelde. Dies gelte auch für das Mobilfunknetz.

Im kommenden Jahr sollen 800.000 weitere Mobilfunkverbindungen geschaffen werden, womit sich die Gesamtzahl der Endkunden auf rund drei Millionen erhöhen würde. Seit 2008 können Kubaner offiziell Handyverträge abschließen. Davor waren die knappen Ressourcen für private Endkunden nicht zugänglich.

Das Internet ist für private Nutzer von zu Hause aus nach wie vor sehr begrenzt zugänglich. Allerdings hat die Etecsa angekündigt, die Ressourcen auch in diesem Bereich weiter auszubauen. Bislang haben bestimmte Berufsgruppen, staatliche Institutionen und Bildungseinrichtungen Vorrang.

2011 war ein Internetkabel aus Venezuela nach Kuba verlegt worden. Die neue Verbindung hat eine Länge von 1.630 Kilometern und eine Übertragungskapazität von 640 Gigabytes. Die Verlegung wurde von einem kubanisch-venezolanischen Mischunternehmen durchgeführt, die Kosten beliefen sich auf 72 Millionen US-Dollar. In einer zweiten Phase ist der Anschluss der Datennetzwerke in Haiti und der Dominikanischen Republik geplant. Das Problem bleibt aber weiterhin das veralterte Leitungsnetz auf der Insel.

von Harald Neuber / Amerika21

Kuba hat über eine Millionen Computer

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Eingang eines Nauta-Internetcafés (Quelle: Walfrido Lopez)

Vergangene Woche veröffentliche das kubanische Statistikamt ONE einen aktuellen Zwischenbericht über die Entwicklung des Informations- und Telekommunikationssektors auf der Insel. Dem Dokument zu Folge verfügte das Land am Ende des vergangenen Jahres über eine Millionen Computer, ein Zuwachs von 18 Prozent im Vergleich zu 2012. Die Zahl der Internetnutzer stieg um 1,8 Prozent an. Derzeit benutzen knapp drei Millionen Kubaner das Internet, wobei auch Nutzer des kubanischen Intranets in der Statistik mitgezählt werden.

Ein wichtiger Indikator für den Netzzugang ist auch die Anzahl der registrierten .cu-Domains. Diese stieg von 2.345 im Jahr 2012 auf nun 4.839 – ein Zuwachs von gut 52 Prozent. Durch die Eröffnung von zahlreichen neuen Internetcafés im vergangenen Sommer, sowie die Senkung des Preises von 6 CUC auf 4,50 CUC (3,40€) pro Stunde, konnte die staatliche Telefongesellschaft ETECSA zumindest einen Teil ihrer Versprechungen wahr werden lassen. Der Hunger nach Internet- und Mobilfunkverbindungen ist in Kuba derweil weiter groß.

Seit der Legalisierung der privaten Mobilfunknutzung im Jahr 2008 ist die Zahl der Handybesitzer in Kuba auf knapp 2 Millionen gestiegen, 85% der Bevölkerung lebt in Gebieten mit Netzabdeckung. Die Anzahl der Gesprächsminuten bei internationalen Telefonverbindungen hat sich seit 2012 um gut 23 Prozent erhöht. Dennoch verfügt heute nur gut jeder Dritte Kubaner über einen eigenen Festnetz- oder Mobiltelefonanschluss. Alle anderen sind auf die knapp 56.000 öffentlichen Telefonzellen des Landes angewiesen.

Die Zahlen zeigen ein beträchtliches Wachstum im kubanischen Telekommunikationssektor, wenn auch von einem extrem niedrigen Ausgangsniveau. Seit der Inbetriebnahme des Unterseekabels aus Venezuela im Januar 2013 hat sich so eine messbare Verbesserung der digitalen Informationskanäle eingestellt. Interessant ist auch, dass nach dem Besuch von Google-Chef Eric Schmidt in Kuba der Chrome-Browser auf der Insel seit neuestem offiziell erhältlich ist. Abzuwarten bleibt, ob ETECSA die Versprechung wahr machen wird, bis zum Ende des Jahres private Internetanschlüsse zu ermöglichen.

Nachrichtenüberblick: Solarparks, Busse und ungewisser Ausblick nach Norden

In den letzten Wochen blieb auch in Kuba die Zeit nicht stehen – die nächsten Schritte in der Aktualisierung ihres Wirtschaftsmodells hat die Regierung allerdings schon diskutiert und beschlossen, nun ging es vor allem um die Details ihrer Umsetzung. Deshalb im folgenden ein kurzer Nachrichtenüberblick:

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Kubanische Eigenproduktion (links) im Vergleich zum weißrussischen Originalmodell, das seit über 20 Jahren produziert wird.

  • 6. November: Kuba stellt eigenen Bus vor. Um das Transportproblem der Insel langsam zu lösen, hat Kuba in Zusammenarbeit mit Weißrussland den sieben Meter langen Bus „Diana“ entwickelt. Der Name ist eine Anspielung auf die griechische Mythologie. Das Vehikel basiert auf dem bewährten Modell PAZ-32053 des Herstellers GAZ und kommt vor allem im urbanen und inter-urbanen Gebiet zum Einsatz, aufgrund seiner Größe kann der Bus auch im Gebirge eingesetzt werden. Die ersten 250 Fahrzeuge sind bereits in einigen Provinzen des Landes, darunter auch Camagüey und Holguín unterwegs. In der Hauptstadt und in den östlichen Provinzen ist das Transportproblem des Landes am schwerwiegendsten.
    Im Laufe dieses Jahres werden 330 Chassis importiert, wobei über 60 Prozent der Teile selbst hergestellt werden können, was die Produktionskosten um etwa 25 Prozent gegenüber einem importierten Bus verringert. Auch Ersatzteile können im Land selbst hergestellt werden. Im Vergleich zum Originalfahrzeug wurde das Design zudem merklich aufgehübscht. Kuba modernisiert damit seine „Girón“-Flotte, die den selben Einsatzzweck der neuen Diana-Busse hat. Von diesen Modellen wurden in den 1970er und 80er Jahren etwa 15.000 Stück produziert, sie basierten ebenfalls auf einer Kooperation mit GAZ, damals kam das Chassi des PAZ-672 zum Einsatz. Die Vorstellung des neuen Modells erfolgte im Rahmen der internationalen Handelsmesse in Havanna.
  • 08. November: Obama kündigt Änderung seiner Kubapolitik an. In einer Rede bei Miami sagte der US-Präsident: „Keep in mind that when Castro came to power I was just born, so the notion that the same policies that we put in place in 1961 would somehow still be as effective as they are today in the age of the Internet, Google and world travel doesn’t make sense“. Unter der Hand werden die aktuellen Entwicklungen in Kuba schon seit längerem von US-Diplomaten begrüßt, ein offizielles Statement blieb bisher allerdings aus. Es bleibt dennoch fraglich, in welchem Rahmen und Umfang die USA ihre seit 1961 bestehende Embargopolitik gegenüber Kuba zurückfahren werden.
  • 20. bis 24. November: Kuba führt das Militärmanöver „Bastión 2013“ durch, bei dem die Verteidigungsfähigkeit des Landes geübt werden soll. Neben taktischen Übungen der Teilstreitkräfte zielt das Manöver vor allem darauf ab den „Krieg des gesammten Volkes“ zu trainieren, um sicherzustellen, dass im Angriffsfall auch ein großteil der Zivilbevölkerung in der Lage ist das Land zu verteidigen. Das Manöver fand zum ersten Mal 1980 statt und wurde seitdem unregelmäßig ausgetragen, die letzten Male waren 2004 und 2009. Die ursprünglich für 2012 angesetzte Übung wurde wegen der Hurrikanschäden im Osten der Insel verschoben. Im Anschluss fanden am 23. und 24. November die nationalen Verteidigungstage statt, bei denen Sanitär- und Rettungsmissionen im Rahmen von Naturktatastrophen geübt wurden.

Insgesamt 14.100 Panele: Einer der beiden leistungsfähigsten Solarparks des Landes ging dieses Jahr in der Provinz Cienfuegos ebenfalls ans Netz. Die Anlage liefert eine Kapazität von 2,6 Megawatt.

  • 21. November: Kuba eröffnet neuen Solarpark in Pinar del Río. Nach der Eröffnung von Kubas ersten drei Solarparks in Havanna (1,5 MW), Cienfuegos (2,6 MW) und Santa Clara (1 MW) hat sich die solare Energieproduktion auf der Insel mehr als verdoppelt. Die neue Anlage im Westen Kubas wird zu Beginn über eine Kapazität von 2,6 MW verfügen, diese soll schrittweise auf 15 MW erweitert werden. Der Betrieb von großen Solarparks ist ein Novum für Kuba, bisher wurden Solarzellen vor allem zur dezentralen Energieversorgung in ländlichen Regionen eingesetzt. Derzeit befinden sich zwei weitere Parks in Las Tunas (50 MW) und Guantánamo (2,6 MW) in Bau. Damit bekennt sich die Insel zum Ausbau erneuerbarer Energien, ihr Anteil soll bis 2030 mindestens zehn Prozent ausmachen. Die Reduzierung des CO2 Ausstoßes, nachhaltiges Wirtschaften und die Bekämpfung der Folgen der globalen Erwärmung spielen für Kuba eine bedeutende Rolle, zwischen 1951 und 2010 hat sich die Durchschnittstemperatur auf der Insel um 0,9 Grad erhöht, auch der steigende Meeresspiegel macht den Küstenorten bereits zu schaffen.
  • 22. November: Neues Experiment in kubanischen Staatsunternehmen läuft an. 14 ausgewählte kubanische Staatsunternehmen dürfen ab sofort bestimmte Produkte auf Marktbasis an den Großhandel verkaufen. Dies ist der erste Schritt in der Umsetzung der für 2014 vorgesehenen Unternehmensreform. Nach Erfüllung ihrer Verträge mit dem Staat dürfen die Unternehmen ausgewählte Produkte wie Metall, Aluminiumteile, Salz und Zement sowohl in CUP als auch in CUC an juristische Einheiten weiterverkaufen. Damit sind vor allem die neuen Kooperativen außerhalb des Agrarsektors gemeint, die dadurch eine zusätzliche Möglichkeit zum Erwerb ihrer Inputgüter erhalten. Die staatlichen Unternehmen wiederum sollen damit ihre Bilanz verbessern, um sich zu rekapitalisieren und höhere Löhne auszahlen zu können.
  • 26. November: Neue Regeln für Kubas Touristenhäfen. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität zu steigern, hat die kubanische Regierung die Gesetze für ausländische Yachtbesitzer vereinfacht, diese dürfen ihre Boote nun für bis zu fünf Jahre in kubanischen Häfen belassen. Zudem soll der Onlineservice der Häfen verbessert werden. In den kommenden Monaten wird Kubas größter Yachthafen, die „Marina Gaviota“ in Varadero mit 400 Liegeplätzen eröffnen. In den folgenden Jahren soll der Hafen auf knapp 1.300 Plätze erweitert werden, womit Kuba dann über den größten Yachthafen der Karibik verfügen wird.
  • 26. November: ETECSA nimmt Selbstständige unter Vertrag. Mit Beginn des Jahres 2014 wird der Beruf des privaten Telekommunikationshändlers unter Lizenzierung des staatlichen Monopolisten ETECSA ermöglicht werden. Die dafür lizenzierten Cuentapropistas dürfen nicht nur Sim-Karten verkaufen, sondern auch ihre eigenen Telefone zur Fremdnutzung gegen Gebühr anbieten, was unter der Hand schon lange geschieht.
  • 26. November: Kuba schränkt Konsularservice in den USA ein. Aufgrund der Embargobestimmungen war es für die Interessensvertretung Kubas in Washington (da beide Länder offiziell keine diplomatischen Beziehungen unterhalten existiert keine Botschaft) zuletzt immer schwieriger Banken zu finden, die ihnen die notwendigen Bankdienstleistungen zu Verfügung stellen. Deshalb wird sich das Angebot künftig auf elementare Dienstleistungen im humanitären Fällen beschränken. Ein Statement aus Washington steht noch aus.

So sieht der erste, speziell für den kubanischen Markt entwickelte Fernseher aus.

  • 27. November: Im Rahmen der schrittweisen Einführung des digitalen Fernsehens bis zum Jahr 2021 wird Kuba einen eigenen LCD-Fernseher in Zusammenarbeit mit China herstellen. Der erste Prototyp wurde am Mittwoch durch den Hersteller Empresa Industria Electrónica (EIE) vorgestellt. Er verfügt über ein LCD-Panel mit LED Hintergrundbeleuchtung und ist damit auf dem neuesten Stand der Technik. Er soll nicht nur die Lebensqualität der Haushalte verbessern helfen, sondern zugleich auch den Stromverbrauch des Landes senken. Mit einer Leistungsaufnahme von 40 Watt bei voller Helligkeit würde er hierzulande vermutlich eine herausragende Wertung im Bereich Energieeffizienz erhalten. Der Name des Herstellers „Haier“ auf der Vorderseite, verweist auf die chinesische Unternehmensgruppe, die bereits seit längerem mit Kuba kooperiert, unter anderem wurden schon Kühlschränke und LED-Straßenbeleuchtung für Kuba entwickelt.

Telekommunikation in Kuba wächst – Pläne für kommendes Jahr

Seit dem am 4. Juni im ganzen Land 118 neue Internetcafés eröffneten, haben in den ersten 15 Tagen bereits über 11.000 Kubaner von dieser Option gebrauch gemacht. Das waren durchschnittlich über 5.500 pro Woche. Mit dem neuen Geschäftsmodell Nauta, bietet der staatliche Telekomunikationsdienstleister ETECSA für den Preis von 4,50 CUC eine Stunde Internetzugang sowie die Einrichtung eines eMail-Accounts an. Die selbe Zeit im kubanischen Intranet kosten 0,60 CUC. Obwohl diese Preise sehr hoch sind, plant man durch die Einnahmen langfristig dringend notwendige Investitionen zu tätigen.

Hierzu gehört beispielsweise die Eröffnung von zehn weiteren Nauta-Zugangspunkten in den Provinzen Pinar del Río, Ciego de Ávila, Camagüey und Havanna bis zum Ende des laufenden Jahres. Derzeit haben rund 1,7 Millionen Kubaner Zugang zum Internet, das entspricht etwa 15 Prozent der Bevölkerung. In den letzten Jahren war jedoch ein stetes Wachstum zu verzeichnen, zwischen 2010 und 2011 lag es bei über 31 Prozent.
Jorge Legrá, Direktor des strategischen Programms von ETECSA erklärte neulich gegenüber Juventud Rebelde, dass künftig auf (für Kuba) neue Technologien wie WiFi gesetzt werde, und man die Modemnetze des Landes durch moderne ADSL-Verbindungen ersetzen wird. Ende 2013 wird es seinen Angaben zu Folge über drei Millionen Telefonleitungen in Kuba geben, davon werden über zwei Millionen auf Mobiltelefone entfallen (2012: 1,79 Millionen).

Wachstum und Kostensenkung bei der Telefonie

Dies ist ein gewaltiger Anstieg wenn man bedenkt, dass kurz nach der Legalisierung von Mobilfunkverträgen 2008 gerade einmal 223.000 Kubaner ein Handy angemeldet hatten, 2010 wurde erstmals die Zahl von einer Million Kunden erreicht. Während die Eröffnung eines Handyvertrags vor fünf Jahren noch 111 CUC kostete, belaufen sich die Kosten heute auf 30 CUC, betonte Legrá. Daneben wurden im Laufe der Jahre viele weitere diversifizierte Angebote wie z.B. R-Gespräche sowie starke Senkunden der Gesprächskosten eingeführt. Derzeit deckt das kubanische Handynetz mit seinen über 400 Sendemasten gut 75 Prozent der Landesfläche ab. In einigen ländlichen Gegenden mit niederiger Netzauslastung im Westen und Osten der Insel läuft derzeit ein Versuchsprogramm mit reduzierten Gebühren für Gesprächsminuten. Dieses soll 2014 auch auf andere Gegenden mit ähnlichen Bedingungen ausgedehnt werden, um die Nutzung der Mobiltelefonie zu stärken.

Auch in Zukunft soll der jährliche Zuwachs von 300.000 neuen Nutzern bei der Mobiltelefonie gehalten werden. Dennoch sei die derzeitige Telefonabdeckung mit etwa 25 Prozent der Bevölkerung noch unzureichend, räumte der Vertreter von ETECSA ein. Der Ausbau und die schnelle Modernisierung des kubanischen Telefon- und Internetnetzes sei mit hohen Kosten verbunden, betonte der Ingenieur. Die Grundlage für das schnelle Aufholen bildet nun das ALBA-1 Unterseekabel aus Venezuela, das 2012 in Betrieb ging und seitdem die Internetkapazität der Insel um mehrere tausend Prozent gesteigert hat. Auch bei der Telefonie macht sich dies positiv bemerkbar: Statt 19.000 können nun bis zu 32.000 gleichzeitige Telefongespräche von der Insel ausgehen, 97% aller Munizipios werden dabei vom Kabel profitieren können.

Private Internetanschlüsse ab 2014

Mit einer spektakulären Ankündigung sorgte Legrá zudem erst neulich für Aufsehen: Die für den „langfristigen“ Zeitraum angekündigten privaten Internetanschlüsse für kubanische Haushalt könnten nun doch schneller als gedacht kommen: Bis zum Ende des Jahres 2014 soll das Angebot in den dafür ausgerüsteten Gegenden verfügbar sein. Das mobile Datennetz für Handys wird voraussichtlich ebenfalls im kommenden Jahr starten.

Das Jahr 2014 verspricht wichtige Akzente für den Internetzugang der Kubaner zu setzen. Zwar werden die neuen Möglichkeiten erst einmal nur wenigen, zahlungskräftigen Kubanern zu Verfügung stehen – wenn man jedoch die Preissenkungen bei den Handyverträgen von über 80 Prozent in fünf Jahren mit in Rechnung stellt, könnte sich hier eine analoge Entwicklung anbahnen. Schließlich bedeuten mehr Kunden für ETECSA auch immer neue Investitionsmöglichkeiten und zudem schaffen die neuen Kunden die nötigen Amortisationen für Preissenkungen um noch mehr Kunden anzulocken.

Trotz der hohen Startpreise dürfte nun kein Zweifel mehr daran bestehen, dass die massenweise Ausdehnung des Internets in der kommenden Dekade für Kuba ein ernstes Projekt ist. Die oft unterstellten politischen Motive für eine Vorenthaltung des Internetzugangs scheinen nun ein mehr als fadenscheiniger Vorwurf zu sein. Für private Internetanschlüsse, die vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wären, existiert jetzt zumindest ein ungefährer Termin in naher Zukunft. In wenigen Jahren könnte so eine kleine Revolution in der Telekommunikation der Insel beginnen, die einem gigantischen und schnellen Aufholakt auf diesem Gebiet gleichkäme.