Fünf Monate Währungsreform: Der CUC geht, die Probleme bleiben

Anstehen in Zeiten der Pandemie: Kubas ökonomische Lage ist weiter kritisch (Quelle: Granma)

Fünf Monate nach Beginn der Währungsreform auf Kuba ist der konvertible Peso (CUC) inzwischen weitgehend außer Zirkulation. Wie der Leiter der Reformkommission, Marino Murillo, bekannt gab, seien bereits 80 Prozent der Geldmenge umgetauscht oder über Verkäufe abgeschöpft worden. Der Bevölkerung bleibt noch bis zum 1. Juli für den Wechsel der ehemaligen Zweitwährung, die wirtschaftlichen Probleme der Insel werden den CUC allerdings noch lange Zeit überleben. Weiterlesen

Die neue Generation übernimmt (+ Rede von Díaz-Canel)

Mit der Wahl Díaz-Canels (links) zum Vorsitzenden der PCC geht auf Kuba die Ära der „históricos“ zu Ende (Quelle: Granma)

Am Montag ist der VIII. Parteitag der Kommunistischen Partei Kubas (PCC) in Havanna zu Ende gegangen. Mit dem Rückzug Raúl Castros von der Spitze der Partei schieden auch die anderen verbliebenen Vertreter der historischen Generation aus Politbüro und Zentralkomitee aus, zu dessen neuem Ersten Sekretär der 60-jährige Miguel Díaz-Canel gewählt wurde. Damit ist der 2016 gestartete Prozess der „geordneten Übergabe“ der Spitzenfunktionen in Staat und Partei abgeschlossen. Weiterlesen

Der VIII. Parteitag hat begonnen (+ Rede von Raúl)

Raúl Castro bei seiner voraussichtlich letzten Rede als Generalsekretär am Freitag (Quelle: Vanguardia)

Auf Kuba hat der VIII. Parteitag der Kommunistischen Partei (PCC) begonnen. Der alle fünf Jahre tagende Kongress findet diesmal in reduzierter Besetzung mit nur 300 Delegierten in Havanna statt. Trotz der Pandemie sei es „nicht nur möglich, sondern sogar notwendig“ den Parteitag abzuhalten, betonte der scheidende Generalsekretär Raúl Castro. Derzeit diskutieren die Delegierten in drei Arbeitsgruppen über die Beschlussvorlagen für Wirtschaft und Politik. Die Wahl des Politbüros ist für Montag angesetzt. Weiterlesen

Ministerrat diskutiert Wirtschaftsthemen

Logo des VIII. Parteitags der PCC (Quelle: Cubadebate)

Wenige Wochen vor dem nächsten Parteitag der regierenden Kommunistischen Partei (PCC) blickt Kubas Regierung erneut auf die Lage von Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Mehr als 127.000 Personen haben sich inzwischen auf die Suche nach einer Beschäftigung begeben, 60 Prozent konnten vermittelt werden. „Wir stehen vor der großen Herausforderung, in allen Sektoren der Wirtschaft neue und qualitative Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte Wirtschaftsminister Alejandro Gil auf der Tagung des Ministerrats. Weiterlesen

Erste Zwischenbilanz zur Währungsreform

Eine der ersten messbaren Folgen der Währungsreform: Der Stromverbrauch in Havanna ist deutlich gesunken (Quelle: Escambray)

Mehr als einen Monat nach Beginn der Währungsreform haben Regierungsvertreter auf der sozialistischen Insel eine vorsichtig positive Zwischenbilanz des Prozesses gezogen. Mit der Abschaffung des konvertiblen Peso (CUC) kehrte Kuba am 1. Januar nach einem Vierteljahrhundert wieder zu einer einzigen Landeswährung zurück. Inzwischen seien bereits die Hälfte der 700 Millionen CUC aus der Zirkulation gezogen worden. Der Bevölkerung bleibt noch bis zum 1. Juli für den Umtausch. Weiterlesen

Zeitenwende für den Privatsektor? (+Negativliste als PDF)

Kuba will weite Teile der Wirtschaft für den Privatsektor öffnen (Quelle: Clandestina)

Gut einen Monat nach Beginn der Währungsreform werden die Schlangen (nicht nur) vor den Arbeitsämtern auf Kuba immer länger. Inzwischen sind so gut wie alle Stellen, die der Staat Anfang des Jahres ausgeschrieben hatte, bereits vergeben. Angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten hat sich der Druck zur Aufnahme einer Beschäftigung auf der Insel erhöht. Mit der bisher umfangreichsten Öffnung der „Arbeit auf eigene Rechnung“ (span.: Cuentapropismo) will Kubas Regierung neue Stellen im Privatsektor schaffen und kann damit zugleich einen wichtigen Meilenstein ihrer Reformagenda abhaken. Weiterlesen

Zwei Wochen Währungsreform: Wie läuft die „Neuordnung“ in Kuba an?

Januar 2021: Das Angebot auf Havannas Märkten ist dünn, aber anders als von manchen befürchtet sind die Preise bisher nicht explodiert (Quelle: eigene Aufnahme)

Gut zwei Wochen sind seit dem „Tag Null“ auf Kuba vergangenen, der den Beginn der umfangreichsten Wirtschaftsreform der Insel seit 1959 markierte. Lange Schlangen vor den Banken und Geschäften prägen vielerorts das Straßenbild, wozu auch die aktuell verschärfte Pandemielage beiträgt. Dabei hat sich in dieser kurzen Zeit schon viel getan. „Cuba heute“ versucht die ersten Signale auszuwerten, von denen einige zunächst auf einen verhältnismäßig guten Start der „Aufgabe Neuordnung“ hindeuten.

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Kuba vor dem Jahreswechsel: Rückblick und Ausblick auf 2021

Seit genau einem Jahr diskutiert der kubanische Wirtschaftsjournalist Ariel Terrero in seiner Sendung „Sacando Cuentas“ jeden Freitag aktuelle Themen der Wirtschaftspolitik, wobei neben interessanten Sachinformation auch kritische Kommentare nicht zu kurz kommen. Weiterlesen

Was bringt die Währungsreform für ausländische Investoren?

Die 2014 eröffnete Sonderwirtschaftszone Mariel soll weiter wachsen (Quelle: ACN)

Kubas größte Handelsmesse FIHAV musste dieses Jahr Corona-bedingt zum Online-Event umfunktioniert werden. Die Neuerungen, welche Außenhandelsminister Rodrigo Malmierca dort vorzustellen hatte, fielen dafür umso bemerkenswerter aus. In einer Sondersendung zur Währungsreform wurden nur wenige Tage später weitere Änderungen für Investoren angekündigt, die ab dem 1. Januar in dem Sektor gelten. Was hält das Jahr 2021 für Joint Ventures und ausländische Betriebe auf Kuba bereit? Weiterlesen

Kuba meldet Rezession von 11 Prozent für 2020, Parlament diskutiert Reformen

Kubas Nationalversammlung tagte vom 16. bis 19. Dezember in semi-virtueller Form (Quelle: Cubadebate)

Die Agenda der kubanischen Nationalversammlung bei ihrer letzten Sitzung ist von der Wirtschaftsentwicklung des vergangenen Jahres und der am 1. Januar anstehenden Währungsreform bestimmt gewesen. Auch ein Zeitplan für die Umsetzung der reformierten Verfassung und Neuerungen für staatliche Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe wurden diskutiert. Weiterlesen