ETECSA schafft neue WiFi-Netze und senkt die Preise

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In vielen kubanischen Städten werden derzeit WiFi-Netze eingerichtet (Quelle: Cartasdesdecuba)

Kubas staatliche Telefongesellschaft ETECSA installiert derzeit im ganzen Land neue WiFi-Netze mit öffentlichem Internetzugang. Der Preis für eine Stunde Internet wurde für die drahtlosen Netze auf 2,25 CUC halbiert. Neben der Hauptstadt Havanna profitieren  vor allem kleinere Städte in Zentral- und Ostkuba von dem günstigeren Internetzugang. Doch auch die vier größten Hochschulen des Landes sollen noch in diesem Jahr über einen besseren Zugang zum weltweite Netz verfügen.

Ende letzten Jahres kündigte die Telefongesellschaft an, den Ausbau von WiFi-Netzen auf der Insel massiv beschleunigen zu wollen. Den Anfang machte dabei die Touristenhochburg Trinidad, wo seit April dieses Jahres eine 2 Mbps-Leitung den Parque Céspedes mit drahtlosem Internet versorgt. Derzeit werden vergleichbare Angebote in den Städten San José de las Lajas, Güines, Sancti Spíritus, Camagüey, Baracoa und Guantánamo eingerichtet. Sie sollen innerhalb der nächsten Wochen ihren Dienst aufnehmen.

Entsprechende Antennen werden ebenso in der belebten Avenida 23 („La Rampa“) in Havanna installiert, so dass in der Nähe der Uferpromenade Malecón das drahtlose surfen im Netz schon bald möglich sein sollte. Nach Informationen von „Martí Noticias“ wurde der übliche Preis von 4,50 CUC pro Stunde bei den WiFi-Netzen offenbar dauerhaft auf 2,25 CUC reduziert. Noch im Jahr 2013 lag der Preis für eine Stunde Internetzugang landesweit bei mindestens 6 CUC, was etwa einem Drittel des durchschnittlichen Monatslohns entsprach.

Auch der Internetzugang an den vier größten Hochschulen des Landes wird derzeit massiv erweitert. So ging vor wenigen Wochen das erste WiFi-Netz auf dem Campus der Universität von Havanna (UH) in Betrieb. Die Inbetriebnahme von drahtlosen Netzen ist des weiteren an der Universidad de Oriente (UO) in Santiago, der Informatikhochschule (UCI) sowie an der Polytechnischen Hochschule CUJAE (beide in Havanna) geplant. Kubas Hochschulminister Rodolfo Alarcón Ortiz kündigte darüber hinaus an, Forscher und Universitätsdozenten verstärkt mit Internetanschlüssen in ihren Privatwohnungen versorgen zu wollen.

Drahtloses Internet kommt in Trinidad an

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Internet über WiFi ist nun auch in Trinidad angekommen (Quelle: Escambray)

In der kubanischen Stadt Trinidad hat vor kurzem der erste öffentliche WiFi-Zugangspunkt eröffnet. Die Nutzer können vom Parque Céspedes aus rund um die Uhr im Internet surfen oder ihre eMails lesen. Nach Angaben der Zeitung „Escambray“ beträgt die Bandbreite 2 Mbps, was bis zu 90 Personen das gleichzeitige surfen ermöglichen soll.

Betreiber des Zugangspunktes ist die staatliche Telekommunikationsgesellschaft ETECSA, die alle landesweit operierenden Internetcafés betreibt. Derzeit sind drei kleinere Antennen installiert, die den gesamten Park abdecken sollen. Nach Angaben des ETECSA-Direktors für die Provinz Sancti Spíritus, Luis Rolando González Sánchez, sei dies allerdings nur ein Provisorium. Neue Ausrüstung aus China soll das drahtlose Internet schon bald „in einer Reihe von touristischen Einrichtungen und anderen Orten mit großen Ansammlungen“ verfügbar machen.

Die Tarife für eine Stunde Internetzugang betragen in den staatlichen Internetcafés landesweit 4,50 CUC pro Stunde bzw. 1,50 CUC für eMail-Dienste. Auch für das neue WiFi in Trinidad gelten diese Preise, die gut einem Viertel des durchschnittlichen Monatslohns entsprechen. Kubas Regierung hat angekündigt, das Internet bis 2020 „erschwinglich und verfügbar“ machen zu wollen. Vor wenigen Monaten eröffnete in Kuba der landesweit erste kostenlose WiFi-Hotspot, der von einem Künstler in Havanna betrieben wird.

Havannas erster WiFi-Hotspot mit kostenlosem Internetzugang

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Vor den Eingangstoren zum „Kcho Estudio“ im Barrio Romerillo, Playa (Quelle: am.com.mx)

In Havanna eröffnete vor kurzem der erste kostenlose und öffentliche Internetzugangspunkt Kubas. Nach Berichten der Washington Post begann der Betrieb des WiFi-Hotspots vor wenigen Wochen in einem Kulturzentrum des Stadtteils Playa. Dutzende Kubaner pilgern seitdem regelmäßig dorthin, um den freien Zugang zum weltweiten Netz zu nutzen. Der Künstler Alexis Leyva hatte zuvor von der staatlichen Telekom ETECSA die Genehmigung erhalten, seinen privaten Anschluss öffentlich zugänglich zu machen.

„Ich komme so oft ich kann“, sagte ein 20-jähriger Kubaner gegenüber der Zeitung. Er nutzt den Zugangspunkt vor allem zur Videotelefonie mit seinem Vater, der in den Vereinigten Staaten lebt. Facebook, Google und Yahoo gehören zu den beliebtesten Seiten. Die Leitungskapazität von lediglich 2 Mbps wird tagsüber von dutzenden Nutzern gleichzeitig beansprucht, was die Verbindung oftmals quälend langsam werden lässt. Dennoch erfreut sich der Hotspot großer Beliebtheit, auch weil er 24 Stunden am Tag verfügbar ist. Manche Kubaner nutzen daher die Nachtstunden, um in den Genuss einer schnelleren Verbindung zu gelangen.

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Viele Gäste gehen mit ihren Smartphones oder Tablets online (Quelle: Miami Herald)

„Das ist eine ungewöhnliche Sache, und sie ist nur möglich durch die Bereitschaft so zu handeln und auch die Kosten zu tragen“, sagte Layva, der unter dem Künstlernamen „Kcho“ bekannt ist. Er betreibt die Kunstgallerie, in der die Habaneros zum freien surfen und verweilen eingeladen sind. Eine Wand am Eingang des Gebäudes gibt das Passwort des Netzwerks bekannt: „aquinoserindenadie“, in Anspielung auf die berühmten Worte des Comandante Juan Almeida aus dem Jahr 1956: „Hier ergibt sich niemand!“ Fidel Castro besuchte die Eröffnungsfeier der Einrichtung bei seinem letzten öffentlichen Auftritt im Januar 2014.

Das einzigartige Projekt ist für Kuba absolutes Neuland und könnte als Versuchsballon für den weiteren Ausbau des Internets auf der Insel dienen. Netzzugang gibt es bisher nur an wenigen staatlichen Arbeitsplätzen und Bildungseinrichtungen, während Privatanschlüsse Berufsgruppen wie Ärzten, Künstlern und Journalisten vorbehalten sind. Öffentlicher Internetzugang kostet in den 155 staatlichen Internetcafés 4,50 US$ pro Stunde, was etwa einem Viertel des durchschnittlichen Monatsgehalts entspricht. Den meisten bleiben daher nur die offline verfügbaren Inhalte auf USB-Sticks, die in wöchentlich aktualisierter Form getauscht werden.

Kubas Regierung hat in den vergangenen Monaten mehrfach angekündigt, den Internetzugang auf der Insel ausbauen zu wollen. Für dieses Jahr plant ETECSA die Anzahl der Internetcafés landesweit zu verdoppeln. Das Unternehmen will dabei verstärkt auf WiFi-Hotspots setzen, zu den langfristigen Plänen gehören auch Privatanschlüsse. Kubas erster Vizepräsident Miguel Díaz-Canel forderte zuletzt auf einem Informatikkongress im Januar, das Internet müsse „verfügbar, erreichbar und für alle erschwinglich“ gemacht werden.