Ehrgeizige Zuckersaison 2014/15 steht bevor

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Der Einsatz von Düngemitteln für die Zuckerernte wird in diesem Jahr verdoppelt (Quelle: Granma)

In wenigen Tagen beginnt in Kuba die Zuckerrohrernte für die Saison 2014/15, auch  „Zafra“ genannt. Derzeit laufen die letzten Vorbereitungen in den Mühlen des Landes, um die ehrgeizigen Ziele erfüllen zu können. Im kommenden Jahr plant Kuba zwei Millionen Tonnen Rohzucker zu produzieren, eine Steigerung von 23 Prozent gegenüber der letzten Saison. Experten der staatlichen Zuckerholding AZCUBA erklärten jüngst in der Parteizeitung Granma die Ziele für die kommende Ernte.

Um das maue Ergebnis dieses Jahres zu übertreffen, wurden umfangreiche Investitionen in Wartung und Erneuerung der Zuckermühlen vorgenommen, von denen 44 noch in den kommenden Wochen ihren Betrieb aufnehmen werden. Bis Januar sollen acht weitere folgen. Zu den wichtigsten Investitionen zählt der Import von 200 modernen Zuckererntern aus Brasilien, die im Unterschied zu den vorherrschenden sowjetischen KTP-Modellen im 24 Stunden-Betrieb eingesetzt werden können.

Mehr Düngemittel für bessere Qualität

Ebenfalls neu ist der umfangreiche Einsatz natürlicher und chemischer Düngemittel, die  durch Flugzeuge auf einer Fläche von 140.000 Hektar verteilt werden, doppelt so groß wie in der vorangegangenen Ernte. Dadurch soll sich der Zuckergehalt im Rohr erhöhen, was der Qualität zu Gute kommt und die Nettoausbeute der Mühlen steigert. In der vergangenen Saison war der Saccharoseanteil bei 10,92 Prozent, weniger als noch im Jahr zuvor. Starke Regenfälle haben die Quantität und Qualität der Ernte stark beeinträchtigt.

Durch die gesunkene Qualität des Zuckerrohrs konnte der Rohzuckerertrag in diesem Jahr um lediglich 4 Prozent Prozent zulegen, er lag bei 1,67 Millionen Tonnen. Durch den Einsatz der Düngemittel, der zwei Millionen US$ kostet, verspricht man sich Mehreinnahmen von 10 Millionen US$. Die pro-Hektar Erträge sollen 2015 bei mindestens 43 Tonnen Zuckerrohr liegen. Zusätzlich zum Zucker will Kuba 1,3 Millionen Hektoliter Ethanol und 225 Millionen Tonnen Tierfutter als Nebenprodukte herstellen. Außerdem sollen die Zuckermühlen 125 Gigawatt Strom erzeugen.

Doch nicht nur bei den Investitionen sind Fortschritte zu verzeichnen, auch die Kader- und Lohnpolitik konnte sich weiter konsolidieren, was die Arbeitskräfteschwankungen im Sektor zu dämpfen vermochte. Zu den Neuerungen gehört die Einführung eines verbesserten Entlohnungssystems für die Produzenten. Bisher wurden diese nach Tonnen bezahlt, in der jetzigen Saison wird es erstmals Prämien für hohen Saccharoseanteil im angelieferten Zuckerrohr geben.

Nach oben korrigierte Ziele für 2015

Die Wiederbelebung des kubanischen Zuckersektors geht also weiter. Der Zuwachs von 23 Prozent ist das anspruchvollste Wachstumsziel der letzten Jahre – und eine deutliche Korrektur nach oben. Noch im Oktober war von einem Zuwachs von lediglich 12 Prozent die Rede, was 1,88 Millionen Tonnen ergeben hätte. Warum auf einmal zwei Millionen Tonnen vorgesehen sind, wurde nicht kommentiert. Manches deutet jedoch darauf hin, dass die Trendwende gelingen könnte.

Kubas Zuckerindustrie gibt sich derzeit ungewohnt optimistisch: „Für diese Kampagne gibt es deutlich bessere subjektive und objektive Bedingungen als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt“, sagte Pérez Omar, Spezialist der AZCUBA-Gruppe. In den letzten Wochen berichteten die kubanischen Medien verstärkt über Investitionen in den Zuckersektor, dem Thema wird deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt als im vergangenen Jahr.

Denn wenn die zwei Millionen Marke geknackt wird, wäre dies nicht zuletzt auch ein  symbolischer Etappensieg, um die mageren, von Unterfinanzierung und Improvisation geprägten Jahre der letzten Dekade endgültig hinter sich zu lassen. In den 1980er Jahren produzierte Kuba noch über acht Millionen Tonnen Rohzucker und war wichtigster Lieferant des sozialistischen Lagers. Die pro-Hektar Erträge lagen damals bei 60 Tonnen. Heute liegt die Zuckerindustrie auf dem Produktionsindex bei 21 Prozent vom Stand des Jahres 1989.

Mittelfristig will man bescheidener bleiben, auch aufgrund der gesunkenen weltweiten Nachfrage. In einigen Jahren soll sich die Zuckerproduktion Kubas zwischen 3 und 4 Millionen Tonnen pro Jahr einpendeln, bei pro-Hektar erträgen von 52 Tonnen Zuckerrohr. Um den veralteten Maschinenpark zu modernisieren, sollen auch Direktinvestitionen zum Einsatz kommen. Im aktuellen Investitionskatalog, der vergangene Woche auf der FIHAV veröffentlicht wurde, sind vier Zuckermühlen zur Verwaltung durch ausländische Investoren ausgeschrieben.

Kuba präsentiert Energieplan bis 2030

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Funktionäre des kubanischen Energie- und Landwirtschaftsministeriums sowie der staatlichen Zuckergesellschaft AZCUBA waren federführend an der Erarbeitung des Programms beteiligt (Quelle: Cubadebate).

Die Zukunft der Stromerzeugung in Kuba verspricht vielfältig und grün zu werden, das hat die Regierung des Landes schon mehr als einmal bekräftigt. Vergangene Woche wurde nun erstmals ein detaillerter Plan vorgestellt, der den systematischen Ausbau erneuerbarer Energien auf der Insel skizziert. Er ist zugleich der erste fertige Teil des Perspektivplans 2030, mit dem die Vision einer „wohlhabenden und nachhaltigen sozialistischen Gesellschaft“ beschrieben werden soll.

Die Förderung von Offshore-Ölvorkommen wurde von den kubanischen Planern dabei fürs erste zurückgestellt – aus mangelndem Interesse ausländischer Investoren, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet. Die 20 Millionen Barrel Rohöl, die vor der kubanischen Nordküste vermutet werden, sind nach Informationen aus Branchenkreisen derzeit nicht gewinnbringend zu fördern. Stattdessen konzentriert man sich auf den Ausbau und die Erneuerung bestehender Anlagen an Land, die Schweröl von niedriger Qualität herstellen und die Hälfte des heimischen Bedarfs zur Energieerzeugung decken.

Um aber auch bei steigendem Verbrauch nachhaltigen und günstigen Strom erzeugen zu können, muss das Land schrittweise weg von den fossilen Brennstoffen. 2012 wurde deshalb eine Expertenkomission mit der Erarbeitung eines Plans über die langfristige Entwicklung der kubanischen Energiematrix beauftragt. Die Ergebnisse der von Bau- und Industrieminister Ramiro Valdés geleiteten Gruppe, wurden am 12. August im kubanischen Fernsehen zur besten Sendezeit in der Sendung „Mesa Redonda“ vorgestellt.

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Abb. 1: Kubanischer Strommix heute: 48 Prozent stammt aus Schwerölkraftwerken, dezentrale Generatoren (Diesel oder Benzin) machen 18,5 Prozent aus. Bis auf Biomasse spielen erneuerbare Energien eine kaum messbare Rolle (Quelle: Cubadebate).

Derzeit bezieht Kuba nur 4,6 Prozent der erzeugten Elektrizität aus erneuerbaren Quellen, den Löwenanteil (48 Prozent) bei der Energieerzeugung machen stationäre Schwerölkraftwerke aus, die neben Erdgasturbinen und lokalen Benzingeneratoren die wichtigste Rolle im kubanischen Energiemix spielen (Abb. 1). Obwohl gut die Hälfte des in den Schwerölkraftwerken verbrannten Materials aus eigener Produktion gedeckt werden kann, bringt diese Form der Stromerzeugung für Kuba eine große Abhängigkeit von Importprodukten, hohe Kosten und eine verhältnismäßig starke Umweltverschmutzung mit sich.

Die niedrige Effizienz der großen Kraftwerke und die Verteilungsverluste in den veralteten Netzen machen der kubanischen Energiewirtschaft dabei zusätzlich zu schaffen. Eine Kilowattstunde Strom kostet den kubanischen Staat derzeit 21,1 US-Cent. Private Verbraucher kommen dabei nur für etwa 20 Prozent der Selbstkosten auf.

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Abb. 2: Derzeitige und geplante Kosten pro Megawattstunde in US$ (Quelle: Cubadebate)

Um die Versorgungssicherheit mit Strom nachhaltig zu garantieren, wurde beschlossen die 2005 begonnene „Energierevolution“ in ein langfristiges Projekt umzuwandeln und folgende Ziele für das Jahr 2030 formuliert:

  • Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auf 24 Prozent bei einer Steigerung der Stromproduktion von 18.000 GW/h auf 30.000 GW/h pro Jahr bis 2030.
  • Keine prozentuale Erhöhung der Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen zur Energieerzeugung
  • Kostensenkung der Stromerzeugung
  • Reduzierung der Umweltbelastung (CO2 pro erzeugter Kilowattstunde)

Um diese Ziele zu erreichen, so wird vorgerechnet, sind Investitionen in Höhe von 3,7 Milliarden US$ von Nöten. Diese sollen durch Kredite befreundeter Regierungen und ausländische Privatinvestoren erbracht werden. Kernstück ist der Aufbau eines breit gefächerten Energiemixes erneuerbarer Träger, der sich aus folgenden Quellen zusammensetzen soll:

Biomasse

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Abb. 3: Karte der geplanten Biomasseanlagen (Quelle: Cubadebate)

Die Stromerzeugung durch Biomasse macht mit 3,5 Prozent derzeit den stärksten Einzelanteil bei den erneuerbaren Energien in Kuba aus. Dies kommt nicht von ungefähr, denn die Zuckerindustrie liefert als Nebenprodukt die notwendige Bagasse. Für Kuba ist Biomasse daher eine praktikable und günstige Option, deren Anteil bis 2030 auf 14 Prozent ausgedehnt werden soll. Hierfür sollen entsprechende Anlagen in 19 Zuckermühlen des Landes installiert werden, die 755.000 kW pro Jahr erzeugen sollen. Die notwendigen Investitionen werden auf 1,29 Mrd. US$ beziffert, mit einer Amortisationsdauer von 6 bis 8 Jahren. Bereits in den kommenden Jahren werden die ersten drei Zuckeranlagen aufgerüstet, um dann 140.000 kW Strom pro Jahr erzeugen zu können. Eine kleinere Anlage, zur Gaserzeugung aus den Nebenprodukten des Reisanbaus, wird derzeit mit deutscher Hilfe in der Provinz Sancti Spíritus installiert.

Windenergie

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Abb. 4: Karte der geplanten Windparks (Quelle: Cubadebate)

Derzeit gibt es in Kuba vier Windparks, die jährlich mit 11.700 kW zur Stromerzeugung beitragen, was 0,1% des Gesamtanteils ausmacht. Die Anlagen befinden sich vor allem im Norden und Osten der Insel, den Gebieten mit dem größten Potential für diese Energieform. In Zukunft sollen 633.000 kW durch 13 Windanlagen an verschiedenen Orten der Insel erzeugt werden. Derzeit wird in der Provinz Las Tunas ein erster Windpark mit einer Kapazität von 51.000 kW errichtet. Bis 2030 soll der Anteil der Windenergie 5,4 Prozent betragen. Dafür sind Investitionen in Höhe von 1,12 Mrd. US$ notwendig, die sich nach 4 bis 6 Jahren amortisiert haben.

Solarenergie

Bereits 2005 wurde im Rahmen der Energierevolution mit der Errichtung dezentraler Solaranlagen in entlegenen Gebieten begonnen. In den letzten zwei Jahren wurden die ersten acht Solarkraftwerke auf der Insel errichtet, die derzeit zu Spitzenzeiten 12.000 kW erzeugen. Kuba bietet ein gutes Potential für Sonnenenergie, welches auf der gesamten Landesfläche gleichmäßig bei 5 kW/h pro Quadratmeter und Tag liegt (in Deutschland schwankt dieser Wert zwischen 1 und 3). Noch vor Ende März 2015 werden weitere Anlagen mit insgesamt 10.000 kW folgen. Bis 2030 soll dann die installierte Leistung der kubanischen Solarkraftwerke auf 700.000 kW erhöht werden, etwa 3,5 Prozent des gesamten Strommixes. In der Provinz Pinar del Río steht Kubas einzige Fabrik für Solarpaneele, die weiter ausgebaut werden soll. Die notwendigen Investitionen für den Ausbau der Solarenergie betragen insgesamt 1 Milliarde US$, sie sollen sich innerhalb von 11 bis 13 Jahren amortisieren.

Wasserkraft

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Abb. 5: Ausbau der Wasserkraftwerke bis 2030 (Quelle: Cubadebate)

Heute gibt es in Kuba 147 Wasserkraftanlagen, von denen die meisten zur kommunalen oder privaten Stromerzeugung genutzt werden. Sie versorgen über 8.400 Wohnhäuser mit Elektrizität, allerdings sind lediglich 30 von ihnen als Einspeiser im staatlichen Stromnetz registriert. In den kommenden Jahren soll eine Leistung von 100.000 kW durch Wasserkraft abgedeckt werden, etwa 1 Prozent des erzeugten Stroms (heute: 43.000 kW, 0,7 Prozent). Dafür sind Investitionen in Höhe von 110.000 US$ notwendig, die sich nach 4 bis 6 Jahren amortisiert haben werden. Die heimische Industrie kann auch bei der Entwicklung dieser Energiequelle helfen, da sie in der Lage ist, Turbinen mit einer Kapazität von bis zu 325 kW im Land zu fertigen.

Energieeffizienz

Nicht nur durch die Erzeugung zusätzlichen Stroms, sondern auch durch die Steigerung der Energieeffizienz sollen die Ziele des Perspektivplans bis 2030 erreicht werden. Bereits in den vergangenen Jahren wurden über 4,4 Millionen veraltete Haushaltsgeräte (davon 2,6 Millionen Kühlschränke) durch sparsamere und modernere Modelle ausgetauscht. Mehr als 9,4 Millionen Glühbirnen wurden durch Leuchtstoffröhren ersetzt.

In Zukunft sollen verstärkt LEDs für die öffentliche Beleuchtung und in Privathaushalten zum Einsatz kommen. Die Verbreitung von elektrischen Induktionsherden wird staatlicherseits gefördert, ebenso wie der Aufbau von privaten Solaranlagen zur Wassererwärmung und Stromerzeugung. Im gewerblichen Sektor soll mit der Modernisierung von Verteilstationen und der Einführung energieeffizienter Produktionsprozesse zusätzlich Strom eingespart werden.

Fazit

Ziel ist es, durch die Kombination all dieser Maßnahmen bis 2030 den Anteil erneuerbarer Energien auf insgesamt 24 Prozent zu steigern, wobei der Anteil der Schwerölkraftwerke um 16 Prozent zurückgehen soll. Kuba setzt dabei bewusst nicht nur auf eine Technologie, sondern versucht durch die Kombination verschiedener Arten der Stromerzeugung seine Energiematrix zu diversifizieren. Der Nutzung von Biomasse dürfte dabei eine Schlüsselrolle zukommen, da diese gleichzeitig an die weitere Entwicklung der Zuckerindustrie gekoppelt ist und für Kuba eine naheliegende Lösung darstellt.

Insgesamt sollen in den kommenden 16 Jahren gut 2,1 Gigawatt an regenerativen Energien installiert werden, die sich das Land 172 US$ pro installiertem Kilowatt kosten lässt. Dafür sollen die Kosten bei der Energieerzeung für den Staat von derzeit 0,21 US$ pro Kilowattstunde auf unter 0,18 US$ bis zum Jahr 2020 fallen. Mit zusätzlichen Anreizen zum Erwerb energieeffizienter Haushaltegeräte dürfte sich der Hunger nach elektrischer Energie zumindest etwas bremsen lassen, dennoch wird die absolute Stromerzeugung in diesem Zeitraum laut Plan um 40 Prozent gesteigert.

Mit diesem Vorhaben macht Kuba einen großen Schritt nach vorn in Richtung einer nachhaltigen Stromwirtschaft und beweist dabei gleichzeitig seine Kontinuität als „Leuchtturm der Nachhaltigkeit“ im lateinamerikanischen Umfeld. Zwar ist ein Anteil von 24 Prozent erneuerbaren Energien noch immer verhältnismäßig gering – er liegt etwa auf dem deutschen Niveau dieser Tage – dennoch scheint das Ziel im Rahmen von Kubas wirtschaftlichen Möglichkeiten absolut angemessen und realistisch.

Das ökologische Potential der Insel ist damit jedoch noch lange nicht ausgeschöpft. Gerade im Bereich der Landwirtschaft werden sich auch in Zukunft vielfältige neue technologische Ansätze ergeben, deren Nutzung noch in den Sternen steht. Die kubanische Energierevolution bis 2030 ist mit veranschlagten Kosten von 3,7 Mrd. US$ zwar verhältnisweise günstig, dennoch muss das Land nun aktiv nach ausländischen Kooperationspartnern suchen, um die formulierten Ziele zu erreichen. Die laufenden und bereits realisierten Projekte auf diesem Gebiet lassen immerhin keine Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Unterfangens aufkommen.

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Abb. 6: Geplanter kubanischer Strommix 2030 (Quelle: Cubadebate)
Schweröl: 32 Prozent
andere fossile Brennstoffe: 21 Prozent
Biomasse: 14 Prozent
dezentrale Benzin- und Dieselgeneratoren: 10 Prozent
Gas-Begleitstoffe: 8 Prozent
Windenergie: 6 Prozent
Erdgas: 5 Prozent
Solarenergie: 3 Prozent
Wasserkraft: 1 Prozent

Zuckerernte leicht verbessert

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Zuckerernte in Kuba (Quelle: Granma)

Obwohl Bereits Mitte Mai die diesjährige kubanische Zuckerernte für beendet erklärt wurde, ließ die staatliche Zuckerholding Azcuba einige Mühlen bis Juni weiterlaufen, um die magere Produktionssteigerung im Vergleich zur Vorjahressaison auszugleichen. Das zunächst angegebene vorläufige Ergebnis von 1,64 Millionen Tonnen (+2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) konnte bis dato auf ein Endergebnis von 1,67 Millionen Tonnen gesteigert werden (+4,2 Prozent). Dies gab heute die größte kubanische Tageszeitung Granma bekannt.

Insgesamt wurde der Produktionsplan für diese Saison zu 88 Prozent erfüllt, was noch immer nicht den Erwartungen der Planer entspricht. Insbesondere in der östlichen Provinz Holguín liefen noch bis vor wenigen Tagen die Mühlen, um alle Reserven auszunutzen. Aufgrund der starken Regenfälle war die Ernte in diesem Frühjahr nur eingeschränkt möglich, weshalb sich die diesjährige Saison ungewöhnlich lange bis in den Sommer hinzog. In den kommenden Jahren sollen ausländische Investitionen der kubanischen Zuckerindustrie bei der dringend notwendigen Modernisierung helfen.

Kuba erntet 1,64 Millionen Tonnen Zucker

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In Kuba entwickelter Zuckerernter, der dieses Jahr erstmals zum Einsatz kam. (Quelle: Granma)

Nach vorläufigen Angaben hat Kuba in diesem Jahr 1,64 Millionen Zucker produziert. Damit wurde zwar das Ergebnis der Vorjahressaison um 2,5% übertroffen, der Plan von 1,8 Millionen Tonnen dennoch weit verfehlt. Anfang des Jahres machten starke Regenfälle der kubanischen Zuckerindustrie zu schaffen, was die Bedingungen in einigen Gebieten drastisch erschwerte. Nach der Ernte wird der Zucker in den Mühlen weiterverarbeitet, die in den letzten Wochen nach und nach den Abschluss der Saison 2013/14 verkündeten. Zu den erfolgreichsten Provinzen gehören dieses Jahr Ciego de Ávila, Cienfuegos und Santiago de Cuba, wo der Plan vollständig erfüllt werden konnte.

„Die Ernte ist nahezu unmöglich“

Kuba hat in den letzten Jahren die Anbaufläche für Zuckerrohr erweitert, zahlreiche ineffiziente Mühlen geschlossen und die Investitionen in bestehende Anlagen erhöht. Dennoch wurde das gesteckte Produktionsziel nicht annähernd erreicht. Was sind die Ursachen für das verhältnismäßig schlechte Ergebnis? Bereits Anfang des Jahres meldeten die kubanischen Medien, dass „kontinuierliche und schwere Regenfälle in beinahe allen Provinzen seit Januar die Zuckerernte beeinträchtigen“. Hinzu kämen „gewöhnliche Probleme wie verzögerte Lieferungen, Desorganisation, langsam und schlecht durchgeführte Reparaturen“.

„Heutzutage ist die Ernte eine wirkliche Odyssee. Die Mühlen brauchen größere Reparaturen, aber das kostet Millionen und Abermillionen von Dollar“, kommentierte ein Zuckerarbeiter aus der Provinz Granma gegenüber Reuters. Die kubanische Zuckerindustrie ist schon seit Jahrzehnten stark unterkapitalisiert, viele der Mühlen stammen noch aus der Zeit vor der Revolution ebenso wie Teile ihrer Ausrüstung. In den letzten Jahren konnte sich der Sektor nur langsam wieder von seiner historisch niedrigsten Ernte mit 1,1 Millionen Tonnen im Jahr 2010 erholen.

In dieser Saison scheinen die Witterungsbedingungen eine ausschlaggebende Rolle gespielt zu haben. „Ich kann mich an keinen feuchteren Winter erinnern, die Ernte ist nahezu unmöglich“, sagte im Januar ein Zuckerarbeiter aus Holguín. Die Regenfälle waren in den östlichen und mittleren Landesteilen dieses Jahr doppelt so stark wie üblich. In den Provinzen Las Tunas und Villa Clara wird deshalb auch mit einem besonders schlechten Ergebnis gerechnet. Im April war noch eine Ernte von 1,3 Millionen Tonnen prognostiziert worden, die erreichten 1,64 Millionen Tonnen liegen daher deutlich über den jüngsten Erwartungen.

Neue Maschinen und Investitionen aus Brasilien

Um die Produktion zu steigern, soll für die kommenden Saison nicht nur die Anbaufläche weiter ausgedehnt werden, sondern auch neue Ausrüstung zum Einsatz kommen. Ein Beispiel dafür ist ein moderner Zuckerernter, der von kubanischen Ingenieuren der Fabrik „60. Jahrestag der Oktoberrevolution“ in Holguín entwickelt wurde. Das Modell basiert auf brasilianischer Technik und wird mit chinesischer Hilfe produziert. Der Prototyp wird seit April in Las Tunas getestet, im nächsten Jahr werden die ersten vier Maschinen regulär in Dienst gestellt. Die sowjetischen Modelle aus den 1980er Jahren, die bisher noch vorwiegend zum Einsatz kommen, sollen so schrittweise abgelöst werden.

Um langfristig die notwendigen Mittel für Investitionen in neue Anlagen zu gewinnen, versucht Kuba derzeit ausländische Investoren für die Erneuerung seiner Zuckerindutrie zu finden, Brasilien hat dabei bisher das größte Interesse angemeldet. Die 1981 errichtete Zuckermühle „5. September“ in Cienfuegos wird seit 2012 von der brasilianischen Firma Odebrecht verwaltet. Bis 2017 sollen 120 Millionen US$ in die Anlage investiert werden. Die Kapazität wird von derzeit 40.000 auf 150.000 Tonnen erhöht – was der gesamten diesjährigen Ernte der Provinz entspricht. Zugehörige Biogasanlagen sollen in Zukunft mit bis zu 160 Megawatt pro Tag zur Stromversorgung der Region beitragen.

In diesem Jahr hat der Betrieb seinen Plan mit 41.500 Tonnen sogar vorzeitig erfüllt, die Arbeiter berichten von einer höheren Arbeitsdisziplin unter den brasilianischen Chefs. Es sei nicht mehr möglich „zu spät zu kommen, oder vorzeitig Feierabend zu machen um andere Dinge zu erledigen – etwas, das unter kubanischen Managern einfacher war“. Zu den Bedingungen des auf 15 Jahre angelegten Vertrags mit Odebrecht gehört, dass die Mühle zu 100% in kubanischem Besitz bleibt und in nationaler Währung operiert. Eine Besonderheit ist, dass in der Anlage 60% der Gewinne reinvestiert werden, während der landesweite Durchschnitt bei 16-17% liegt. Bisher ist das Projekt das einzige seiner Art in Kuba, weitere könnten allerdings bald folgen. Die kubanische Handelskammer hat bereits sieben weitere Mühlen als Investitionsobjekte ausgeschrieben, denn in wenigen Jahren soll die Zuckerernte auf über 2 Millionen Tonnen gesteigert werden.

Kubanischer Peso wird Zahlungsmittel in Devisenläden

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„La Puntilla“ in Havanna, eines der größten kubanischen Einkaufszentren, akzeptiert seit März auch kubanische Pesos für Devisenprodukte (Quelle: Panoramio).

Der kubanische Peso (CUP) wird in den Devisenläden des Landes schrittweise als reguläres Zahlungsmittel eingeführt. Die Regierung hat 2011 die Abschaffung des dualen Währungssystems beschlossen, die jetzige Maßnahme ist die erste auf diesem Weg mit direkten Auswirkung für die Bevölkerung. Bis Ende Mai werden die Kunden der 28 größten Geschäfte des Landes ihre Zahlungen nicht nur in konvertiblen Pesos, sondern auch in nationaler Währung oder über eine Kundenkarte tätigen können. In jeder Provinz soll dann mindestens ein Devisenladen diese Optionen anbieten – doch das ist erst der Anfang.

Experimente „ohne Traumata“

Bereits Anfang März begannen in Havanna die beiden Geschäfte „La Copa“ und „La Puntilla“ auf experimenteller Basis nach dem neuen Modell zu arbeiten. Die Läden unterstehen den staatlichen Handelskonzernen „TRD Caribe“ und „CIMEX“, die zu den größten Unternehmen des Landes zählen. Sie halten de facto das Einzelhandelsmonopol in Kuba und generieren jährliche Deviseneinnahmen im Milliardenbereich. Ihre Einkaufszentren bieten importierte Produkte für konvertible Pesos (CUC) an. Seit Beginn des Experiments können die Preise zum offiziellen Wechselkurs von 25:1 nun auch in kubanischen Pesos bezahlt werden, wobei jede einzelne Rechnung auch mit einer Kombination beider Währungen beglichen werden kann, das Wechselgeld wird in CUC ausbezahlt.

„Der Prozess macht Fortschritte ohne irgendwelche Traumata zu erzeugen. Unser Arbeitsplan erlaubt uns, dieses System graduell zu etablieren: zuerst im Lebensmittelbereich, dann für die gesamte Produktpalette des Ladens, um die Leute langsam damit vertraut zu machen“, sagte der Vize-Handelsdirektor von CIMEX, Arturo Kautzmann, gegenüber der Zeitung „Juventud Rebelde„. CIMEX-Vizechefin Barbara Soto Sánchez erklärte gegenüber dem Medium, dass die Maßnahmen schrittweise auf alle Devisengeschäfte des Landes ausgedehnt werden sollen. Der Prozess wird von der Wirtschaftskommission der Regierung überwacht, die für die Durchsetzung der 2011 verabschiedeten Leitlinien verantwortlich ist.

Die Buchführung und die Konten der Geschäfte sollen weiterhin in CUC betrieben werden, während die kubanischen Pesos gesondert abgerechnet werden, um damit auch die Löhne der Angestellten zu begleichen. Dies sei Kautzmann zu Folge lediglich eine „technische und praktische Lösung“, man wolle nicht in teure Buchhaltungssysteme und Gerätschaften investieren, wenn das Land in Kürze über eine einzige Währung verfügen werde. Dennoch erfordere die Umstellung verstärkte Aufmerksamkeit und Kontrolle, um Korruption und Diebstahl vorzubeugen. Als neue Sicherheitsmaßnahme wird das Bargeld in den Geschäften nun häufiger aus den Kassen entnommen. Zusätzlich werden ab sofort auch Kundenkarten sowie internationale Kreditkarten verstärkt als Zahlungsmittel akzeptiert. Die ersten Resultate des Experiments sind bereits positiv: „La Puntilla“ hat im März etwa 50.000 kubanische Peso (ca. 2.000 US$) eingenommen, in der ersten Aprilwoche allein waren es 25.000. Kubanischen Medienberichten zu Folge wird das neue Zahlungsmodell gut angenommen. Abgesehen von anfänglichen Verwirrungen, wie fehlenden Preisschildern für den CUP, verlief die Umstellung reibungslos.

Im Oktober 2013 hat die Parteizeitung „Granma“ angekündigt, dass der kubanische Peso als einziges Zahlungsmittel beibehalten wird, sein Wert und seine Kaufkraft sollen gestärkt werden. Seitdem sind zahlreiche Kubaner dabei, ihre gesparten CUC in Peso oder eine andere Währung wie Dollar oder Euro umzutauschen, was zu langen Schlangen und Ausfällen bei den Wechselstuben in allen Teilen des Landes geführt hat. Viele von ihnen sind schon seit Tagen geschlossen, da nicht genügend Pesos auf Vorrat lagern. Eine generelle Knappheit des kubanischen Peso zeichnet sich ab, was seinen Wert steigen lässt. Aus diesem Grund sind zahlreiche inoffizielle Währungshändler entstanden, die CUCs zu besseren Konditionen umtauschen. Und auch einige Hotels in Havanna sollen unter der Hand konvertible Pesos jenseits der offiziellen Wechselkurse aufgekauft haben. Ein langsamer aber stetiger Wert- und Bedeutungsverlust der Devisenwährung ist eingeleitet.

Neue Realitäten für Kubas Staatsunternehmen

Damit erreicht die Währungsreform den ersten kritischen Punkt, an dem über die weitere Vorgehensweise entschieden werden muss. Zu den größten Schwierigkeiten gehört dabei die Reformierung der Staatsunternehmen, die derzeit noch größtenteils am Subventionstropf des Staates hängen. Sie verrechnen intern beide Währungen 1:1, was ihre Importe vergünstigt und gleichzeitig Exportanreize mindert. Bei einer schlagartigen Umstellung würden sie allerdings womöglich nicht mehr in der Lage sein, die Gehälter ihrer Angestellten zu bezahlen. Auch eine Neubewertung des Anlagevermögens steht den Betrieben bevor, was zahlreiche schmerzlichen Mängel und Defizite offenlegen wird die derzeit noch erfolgreich kaschiert werden können.

Die Grenzen des bisherigen Modells wurden neulich von Ulises Guilarte, Vorsitzender des kubanischen Gewerkschaftsbundes (CTC), an einem konkreten Beispiel anschaulich illustriert: Die Managerin eines Staatsbetriebes benötigte einen 50.000 US$-Kredit zum Import einer Maschine für die Keksproduktion in der Tourismusindustrie. Da ihr der direkte Weg zu einer kubanischen Bank versperrt blieb, stellte sie eine Anfrage beim zuständigen Ministerium. Aufgrund von Budgetengpässen wurde ihr allerdings nicht entsprochen – währenddessen gab das Land 1 Millionen US$ für den Import ausländischer Kekse aus.
Um mit diesen Absurditäten Schluss zu machen, sollen die Staatsunternehmen ab diesem Jahr rekapitalisiert werden, dürfen 50 Prozent der Nettoeinnahmen behalten und erhalten mehr Autonomie bei der Unternehmensführung.

Keine Schocktherapie, sondern graduelle Reform

Ein weiterer wichtiger Schritt der Unternehmensreform ist die Übertragung der Planungshoheit von den Ministerien auf die zentrale Unternehmensaufsicht (OSDE). Hinzu kommt eine schrittweise Abwertung des Peso für die Unternehmen, so dass der Wechselkurs für diese statt 1:1 nun 5:1 oder 10:1 (CUP in CUC) beträgt. Dies verteuert die Importe für die Betriebe, vergrößert aber gleichzeitig ihre Exporteinnahmen. Auch die Zuckerindustrie arbeitet bereits seit einigen Jahren mit verschiedenen Wechselkursen: 12:1 für Exporte, 7:1 für Importe und 4:1 für Ölimporte aus Venezuela. 2015 sollen die Ergebnisse der Reform evaluiert und anschließend in ein allgemeines Gesetz gegossen werden. Während profitable Unternehmen von den neuen Wechselkurse profitieren werden, stellen sie für unrentable Betriebe eine zusätzliche Bürde dar, da sich die Lohnsumme drastisch erhöhen wird – vielen von ihnen droht die Fusion, einigen sogar die Schließung. Ausländische Investitionen sollen diese Effekte abschwächen, indem neue, produktive Arbeitsplätze geschaffen werden. Derzeit werden 70% der Gewinne von nur 4% der Unternehmen erwirtschaftet – die meisten davon Joint-Ventures.

Mit der Einführung des Peso als Zahlungsmittel in den Devisenläden wird der Beginn der Währungsreform nun erstmals auch für die Masse der Bevölkerung sichtbar, in naher Zukunft soll die Produktpalette für Waren in Peso deutlich ausgeweitet werden. Dabei ist eine langsame Annährung beider Währungen das Ziel, von „Schocktherapien“ wie in Argentinien oder Brasilien will man in Havanna nichts wissen. Die Ergebnisse anderer Währungsreformen hat man deshalb sorgsam studiert, um mögliche Fehler zu vermeiden. Während der Peso für die Staatsbetriebe abgewertet wird, steht für die Bevölkerung eine Aufwertung als Zwischenschritt bevor – um sich dann in der Mitte zu treffen. Diese Aufwertung soll rechtzeitig angekündigt werden, der genaue Zeitpunkt ist jedoch unklar. Sicher ist, dass es einen „Tag X“ geben wird, an dem der CUC endgültig aus der Zirkulation verschwinden wird. Nach Einschätzung einiger kubanischer Ökonomen könnte dieses Datum frühestens – aber nicht unwahrscheinlich – der 1. Januar 2016 sein. Bis dahin wird der Peso noch in vielen weiteren Bereichen der Wirtschaft Fuß gefasst haben.

 

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„In diesem Einkaufszentrum wird nationale Währung akzeptiert“, Hinweisschild am Eingang von „La Copa“ in Havanna (Quelle: Juventud Rebelde).

Kubas Zuckerindustrie beginnt sich zu erholen

Zucker war in der Geschichte Kubas immer eine der wesentlichen ökonomischen Säulen des Landes, mit Ernten von über 8 Millionen Tonnen pro Jahr gehörte Kuba in den 1980ern zu den wichtigsten Zuckerproduzenten weltweit. Doch seit der Sonderperiode in den 90ern begann dieser strategische Sektor stark an seiner Bedeutung zu verlieren: Die Ernten brachen mangels Investitionen langsam ein, als Folge dessen wurden im Jahr 2002 von den 155 Zuckermühlen des Landes mehr als die Hälfte geschlossen, der Sektor verlor zusehens an Relevanz für die gesamte Volkswirtschaft und wurde durch den Tourismus ersetzt. Missmanagement, fehlende finanzielle Mittel sowie Bürokratie trugen zur langsamen Austrocknung des Sektors bei. Schließlich wurde mit einer Ernte von 1,1 Millionen Tonnen im Jahr 2010 der historische Tiefpunkt seit 1905 erreicht. 2011 waren noch 46 Zuckermühlen in Betrieb.

Seit einiger Zeit soll die Zuckerindustrie allerdings als zusätzliches Standbein mit Blick auf die Aktualisierung des kubanischen Wirtschaftsmodells wieder revitalisiert werden. Der steigende Zuckerpreis auf dem Weltmarkt dürfte sicherlich auch ein Anreiz für diese Entscheidung gewesen sein. Ein erster Schritt dazu war im September 2011 die Auflösung des Zuckerministeriums und die anschließende Gründung der Holding Azcuba. Diese behält 65% der Einkünfte bei sich und kann Entscheidungen über Investitionsvorhaben ohne Absprache mit der Regierung treffen. Im laufenden Jahr sollen knapp 63% der Deviseneinnahmen aus dem Sektor in neue Maschinen und technologien investiert werden. 2012 wurden beispielsweise 27 neue Erntemaschinen importiert, bis zum Ende des Jahres sollen es 100 werden. Auch sollen die Investitionen von derzeit 3 auf künftig 10 Millionen US$ pro Jahr erhöht werden.

Bereits jetzt zeigen die Maßnahmen erste Erfolge: Nach einer ersten Ertragssteigerung um 16% in der letzten Ernte konnten erstmals wieder Ergebnisse um 1,4 Millionen Tonnen erzielt werden. Bis 2015 ist zudem eine jährliche Steigerung um 20% geplant, so dass dann etwa 2,4 Millionen Tonnen geerntet werden könnten. Derzeit laufen verschiedene Modernisierungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit der brasilianischen Firma Odebrecht, die Kuba auch beim Hafenausbau von Mariel zur Hand geht. Beispielsweise werden gerade 6 Millionen Dollar in eine Zuckerrafinerie der Provinz Camagüey investiert, deren Ausbau voranschreitet. Langfristig soll so die Zahl der Raffinerien auf 56 erhöht und Ergebnisse um die 4 Millionen Tonnen pro Jahr erzielt werden sagte der Vizepräsident von Azcuba, Wilson Morell.