China verstärkt Handel mit Kuba

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Die Präsidenten Chinas und Kubas, Xi Jinping und Raúl Castro bei ihrem Zusammentreffen in Havanna im Juli 2014 (Quelle: Cubadebate)

Havanna/Peking. Mit einer Steigerung von 1,6 Milliarden US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Warenverkehr zwischen China und Kuba in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 57 Prozent deutlich erhöht. China festigt damit nach Venezuela den zweiten Platz als einer der wichtigsten Handelspartner der Karibikinsel, erklärte kürzlich Ma Keqiang, wirtschaftlicher Berater der chinesischen Botschaft in Havanna.

Zum Ausbau des Handels trugen vor allem die um 1,3 Mrd. Dollar (82,4 Prozent) gestiegenen chinesischen Exporte bei, während die Ausfuhren von Kuba nach China aufgrund der Reduktion des Bedarfs an Nickel, eines der wichtigsten kubanischen Exportprodukte, stagnierten.

Um den Austausch weiter zu erhöhen, nehmen Unternehmensgruppen aus China an der in dieser Woche stattfindenden 33. Internationalen Handelsmesse (FIHAV) in Havanna teil. Ma gab bekannt, dass über 40 chinesische Unternehmen mit einer Vielfalt von Produkten aus der Automobil-, Haushaltsgeräte-, Maschinen- und Lichtindustrie bei der Messe vertreten sind.

Auch im wissenschaftlichen Bereich soll die Kooperation zwischen Kuba und China ausgebaut werden. Zu diesem Zweck befand sich Fidel Castro Díaz-Balart, wissenschaftlicher Berater des kubanischen Staatsrates und 66-jähriger Sohn von Revolutionsführer Fidel Castro, Ende Oktober in der Volksrepublik. In Peking traf er mit hochrangigen wissenschaftlichen und politischen Vertretern, darunter auch mit dem chinesischen Vizepremier Liu Yandong, zusammen. Ziel sei es, die bilaterale Zusammenarbeit in den Bereichen Wissenschaft und vor allem in der Nanotechnologie weiterzuentwickeln. Schon jetzt bestünde ein hoher Grad an technologischer Kooperation zwischen beiden Ländern, in denen derzeit sehr ähnliche politische Prozesse ablaufen mit dem Ziel, die Wirtschaftsleistung durch Innovation und kreativen Geist zu steigern, so Castro Díaz-Balart.

Ab 27. Dezember wird es auch erstmals eine direkte Flugverbindung zwischen Kuba und China geben. Die Air China fliegt dann mit nur einem Zwischenstopp in Kanada von Peking nach Havanna.

von Michael Wögerer / Amerika21

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Kuba im Fokus internationaler Airlines

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Der internationale Flughafen „José Martí“ in Havanna (Quelle: Huffington Post)

Madrid/Beijing/Washington. Mehrere Fluggesellschaften wollen in den kommenden Jahren ihre Verbindungen nach Kuba ausweiten. Die spanische Airline Iberia will nach zweijähriger Auszeit ab dem 1. Juni wieder die kubanische Hauptstadt Havanna ansteuern, aber auch andernorts plant man die Aufnahme neuer Flugverbindungen.

So wird die chinesische Fluggesellschaft Air China ab dem 28. September die erste Direktverbindung zwischen Peking und Havanna anbieten. Bisher konnten chinesische Touristen die Karibikinsel nur über Zwischenstopps in Europa erreichen, was die Reisezeit verlängert hat. Im Jahr 2013 wurde Kuba im Rahmen eines Regierungsvertrags zum „anerkannten Touristenziel“ für chinesische Besucher erhoben und das Bezahlen mit chinesischen Kreditkarten ermöglicht. Seitdem hat sich die Zahl der Besucher aus der Volksrepublik um 27 Prozent erhöht. Allein im Jahr 2014 besuchten über 28.000 Chinesen die sozialistische Insel.

Auch die US-amerikanische Fluggesellschaft American Airlines hat angekündigt, in Zukunft Linienflüge nach Kuba anbieten zu wollen. Andere amerikanische Fluggesellschaften zeigten ebenfalls Interesse an der Wiederaufnahme regulärer Flüge, darunter Jet Blue, Southwest und Delta Airlines. Seit der diplomatischen Wiederannäherung wurden die Reisebestimmungen für Besucher aus den USA gelockert, jedoch sind rein touristisch motivierte Besuche noch immer verboten. Bisher können Besucher aus den USA die Insel nur über extra gemietete Charterflüge erreichen. Zwar ist die amerikanische Rechtslage für Linienflüge nach Kuba noch unklar, Branchenkreise vermuten jedoch einen rasch wachsenden Bedarf durch steigende Besucherzahlen.

von Marcel Kunzmann / Amerika21