Zusätzliche Satellitenkapazitäten für Kuba

Start eines SES-Kommunikationssatelliten an Bord einer Falcon-9 Rakete am 12. Oktober 2017 (Quelle: SpaceX)

Kubas Zugang zum Internet wird breiter. Wie der staatliche Telekommunikationsversorger Etecsa am Dienstag bekannt gab, hat die Firma zusätzliche Internetbandbreite über Satelliten hinzugekauft. Zuletzt war 2013 ein neues Unterseekabel in Betrieb gegangen, das die Kapazitäten der Insel um ein vielfaches erweitert hat. Vorher hing Kuba ausschließlich über Satellitenverbindungen am weltweiten Netz.

Die Vereinbarung mit der Luxemburger Firma SES Networks kommt nur wenige Wochen vor dem angekündigten Start des mobilen Internets. Bei den zusätzlichen Satellitenkapazitäten handle es sich um einen Service von „hoher Qualität, der in einigen Aspekten ähnliche Eigenschaften wie eine Glasfaserverbindung aufweist“, meldete die kubanische Nachrichtenagentur ACN.

Etecsa rüstet derzeit die Infrastruktur des nationalen Handynetzes mittels 3G und LTE-Sendemasten auf, um in wenigen Monaten landesweit mobiles Internet anbieten zu können. Obwohl sich die Leitungskapazität seit Inbetriebnahme des mit venezolanischer Hilfe installierten Unterseekabels „Alba-1“ im Jahr 2013 vervielfacht hat, läuft ein Teil der Daten weiterhin über Satellitenverbindungen, wie der Fachblog „Laredcubana“ berichtet hat. Trotz des Glasfaserkabels bieten satellitengestützte Verbindungen für Kuba den Vorteil, dass durch die dezentrale Versorgung zum Beispiel von Handy-Sendemasten die großen Lücken im Glasfasernetz der Insel umgangen werden können.

Die 2001 gegründete Luxemburger Holding SES Networks (Société Européenne des Satellites, Europäische Satellitengesellschaft) zählt zu den Weltmarktführern bei satellitengestützten Internetdienstleistungen. „Durch die Zusammenarbeit mit SES Networks garantieren wir unseren Nutzern landesweit einen neuen, leistungsstarken und qualitativ hochwertigen Internetzugang über dieses neuartige Satellitensystem“, erklärte die Leiterin von Etecsa, Mayra Arevich Marín.

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Kuba wird Stationen für russisches Satellitensystem betreiben

Glonass

GlONASS-Satellit auf der CeBIT 2011 (Quelle: Commons)

Havanna. Kuba hat sich bereit erklärt, Bodenstationen für das russische Satellitennavigationssystem GLONASS zu betreiben.

Beim Besuch des russischen Premierministers Dimitri Medwedew im Februar in Havanna schlossen beide Länder einen entsprechenden Vertrag über Zusammenarbeit bei der Erkundung des Kosmos ab. Die Übereinkunft soll „eine rechtliche und organisatorische Basis für eine russisch-kubanische Kooperation auf diesem Gebiet zum beiderseitigen Nutzen“ schaffen.

Erstes Ergebnis war nun die Zusage Kubas, die zum Betrieb des Satellitensystems notwendigen Korrektur- und Überwachungsstationen zu beherbergen. Russland plant die Errichtung solcher Stationen in 36 Ländern – darunter auch China und Brasilien – um die Genauigkeit der Ortsbestimmung zu verbessern. Vor einiger Zeit hat Russland bereits versucht, Stationen in den USA zu errichten, was diese jedoch aus Sicherheitsgründen ablehnten.

GLONASS („Globales Satellitennavigationssystem“) wurde zwischen 1982 und 1995 als Alternative zum amerikanischen GPS entwickelt und wird seit 2008 massiv ausgebaut. Seit 2011 steht das System weltweit zu Verfügung. Bei Aufgaben mit hoher Anforderung an Präzision ist man jedoch noch immer auf die Unterstützung von GPS angewiesen. Um eine gleichwertige Alternative zum amerikanischen System zu schaffen, plant Russland die Errichtung von 50 weiteren Bodenstationen.

von Marcel Kunzmann / Amerika21