Kuba bereit für „Internetwelle“

In wenigen Wochen soll das mobile Internet auf Kuba starten (Quelle: Laredcubana)

Das sozialistische Kuba ist bereit für eine „Welle des Internets“, die in Kürze über die Insel hereinbrechen wird. Dies versicherten gestern Vertreter des Kommunikationsministeriums im Rahmen des lateinamerikanischen Informatikkongresses, welcher dieses Jahr in der kubanischen Küstenstadt Varadero stattfindet. Mit der Inbetriebnahme des mobilen Internets würden die Kubaner bald über „universellen Internetzugang“ verfügen. Inzwischen sind auch neue Details zu den geplanten Tarifmodellen bekannt.

Nach der Installation von inzwischen über 700 WiFi-Hotspots und mehrmaligen Preissenkungen will Kubas staatliche Telekom ETECSA die über 5,1 Millionen Handynutzer des Landes mit 3G-Netz versorgen. Der bereits letztes Jahr angekündigte Plan befindet sich in den ersten Zügen der Umsetzung. Derzeit läuft die Erprobung der Infrastruktur, welche bereits über drei Viertel der Landesfläche mit mobilem Internet zu versorgen imstande ist.

Auch wenn sich ETECSA über die genauen Preise noch in Schweigen hüllt, soviel steht fest: die Internetnutzung soll über zwei verschiedene Tarifmodelle möglich sein. Neben dem klassischen Volumentarif (z.B. in Paketen á 1 Gigabyte Internet plus 500 Megabyte lokales Intranet) soll es auch die Möglichkeit geben, nur die Nutzung bestimmter Apps (z.B. Facebook, WhatsApp oder Spotify) mit unbegrenztem Datenvolumen zu buchen. Beide Tarifmodelle werden sich bequem vom Nutzer selbst über das kostenlose Nutzerportal hinzubuchen bzw. wechseln lassen. Die Abrechnung erfolgt bequem über das normale Handyguthaben.

Seit Inbetriebnahme des Unterseekabels Alba-1 aus Venezuela im Jahr 2014 hat sich der Internetzugang auf Kuba massiv verbessert. Neben dem Ausbau von öffentlichen WiFi-Hotspots begann ETECSA letzten Herbst mit der Installation der ersten DSL-Hausanschlüsse. Bis zum Ende des Jahres sollen so über 50.000 Haushalte mit Internet versorgt werden. Die breite Nutzung wird jedoch mittels des mobilen Datennetzes erfolgen, welches für das erste Halbjahr 2018 angekündigt wurde und nun kurz vor der Freigabe steht.

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Digital in der Sierra

Campesino mit Empfang: beim Internetausbau versucht Kubas Regierung besonders ländliche Gebiete nicht zu vernachlässigen (Quelle: Cubadebate)

Tief in den Bergen der südöstlichen kubanischen Provinz Granma, zwischen dichtem Regenwald und unberührter Natur mit kristallklaren Flüssen, liegt der kleine Ort Santo Domingo. Wenige Kilometer von hier errichteten 1958 die Revolutionäre um Fidel Castro mit der »Comandancia General de La Plata« die Kommandozentrale der Rebellenarmee, versteckt im dichten Dschungel. Nur wenige Touristen verirren sich in jene Provinz, meist auf den historischen Spuren der Anfangsstunden der kubanischen Revolution in den grünen Gebirgszügen der Sierra Maestra. Die Region, die auch als eine Wiege der Revolution gilt, wo befestigte Straßen auch heute eher die Ausnahme sind, ist jetzt per Internet erreichbar. […]

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Varadero bekommt 4G-Datennetz

Mobiles Internet erreicht schon bald auch die Traumstrände in Kubas Badeort Varadero (Quelle: Cubadebate)

Bis zum Ende des Monats soll Kubas Touristen-Hotspot Varadero über mobiles Internet mittels 4G-Technologie verfügen. Dies meldete die Tageszeitung „Juventud Rebelde“ am Dienstag. Derzeit läuft im gesamten Land der Testbetrieb für das mobile Datennetz auf 3G-Basis, welches bis Ende April die über 4,5 Millionen Handynutzer der Insel erreichen soll.

In Kubas wirtschaftsstarker Provinz Matanzas kommt der Ausbau des Internets planmäßig voran. Mehr als 65.000 neue Handykunden kamen allein im vergangenen Jahr hinzu, wie der Telekommunikationsversorger ETECSA bekannt gab. Heute zählt die Provinz 362.000 Handynutzer, fast jeder zweite Einwohner nutzt damit das Mobilfunknetz. Umso erfreulicher, dass die Freigabe des mobilen Internets nicht mehr lange auf sich warten lassen soll.

Bereits im letzten Jahr wurden in allen Provinzhauptstädten des Landes neue Handymasten der dritten Generation aufgestellt, welche mobiles Internet mit Übertragungsraten von theoretisch bis zu 4 Mbit liefern können. Kuba setzt dabei auf das 900 Mhz Frequenzband, welches bessere Übertragungsraten in geschlossenen Räumen und entlegenen Gebieten bieten soll. Die Sendemasten kommen von chinesischen Firmen wie Haier und Huawei, die sich bereits in anderen Ländern der Region für den Ausbau des mobilen Internets verantwortlich zeigten.

Auch in weiteren Teilen der Insel sind bereits die größeren Gemeinden mit 3G-Netz versorgt. In der östlichen Provinz Granma wurden beispielsweise die Hauptstadt Bayamo sowie Manzanillo und Pilón im letzten Jahr versorgt, wobei die älteren Funkmasten der zweiten Generation in gebirgige Gegenden wie Bartomolé Maso, Bueycito und Buey Arriba verlegt wurden, wo bisher oftmals noch gar kein Handyempfang möglich war. Bis zum Ende des Jahres sollen auch kleine Städte wie Yara, Río Cauto und Guisa mit 3G-Datennetz versorgt werden.

Schon heute können Kubaner und Touristen gleichermaßen über den US-amerikanischen Roaminganbieter Digicel Gebrauch vom mobilen Internet machen. Die Preise sind mit 25 US-Dollar für 100 Megabyte jedoch recht happig. Der staatliche Netzbetreiber ETECSA plant indes nach Ende des Testbetriebs im April mit einem eigenen Angebot an den Start zu gehen, dass „weniger schmerzhaft“ für die Kaufkraft der Kubaner sei.

Kubas Regierung treibt die Digitalisierung des Landes seit einigen Jahren massiv voran. 2014 wurde ein Plan zum flächendeckenden Ausbau des Internets genehmigt, im Jahr 2016 begann das erste Pilotprojekt für private Internetanschlüsse zu Hause. Während die schlechte Infrastruktur derzeit nur einige zehntausend Nutzer für „nauta hogar“ zulässt (derzeit zählt das Angebot knapp 12.000 Kunden, die für 0,50 US$  pro Stunde von zu Hause aus surfen), könnte das mobile Internet über die Handynetze bald schon weitaus größere Wellen schlagen. Bis zum Ende des Jahres sollen neben Varadero auch andere dicht besiedelte Gebiete über LTE-Netz verfügen.

Update vom 19. Februar: Inzwischen hat Digicel angekündigt, seinen Roaming-Service am 9. April 2018 einzustellen. Es scheint daher wahrscheinlich, dass spätestens zu diesem Datum ETECSA mit einem eigenen Angebot das Monopol für mobiles Datennetz auf Kuba bekommen wird.

Mobiles Internet kommt dieses Jahr nach Kuba

Kubas Smartphones sollen in diesem Jahr online gehen (Quelle: Cubadebate)

Kubas Telekommunikationsversorger ETECSA wird in den kommenden Monaten mit dem Ausbau des mobilen Internets auf der Insel beginnen. Nachdem vergangenes Jahr die ersten privaten Internetanschlüsse verlegt wurden, soll 2018 das mobile Internet folgen. Dies versicherte die Chefin des Unternehmens, Mayra Arevich, vergangene Woche gegenüber kubanischen Medien.

Derzeit gibt es mehr als 4,5 Millionen aktive Handyverträge auf Kuba, allein im letzten Jahr kamen 600.000 neue Handynutzer hinzu. Der Ausbau des Internets, welcher Teil der Digitalisierungsstrategie der Regierung ist, machte ebenfalls Fortschritte. Derzeit betreibt ETECSA ein Netz aus über 500 WiFi-Hotspots, welche Internet zum Preis von einem CUC pro Stunde anbieten. Im September vergangenen Jahres begann zudem der Ausbau privater Internetanschlüsse „en casa“. Die ersten 11.000 Haushalte sind bereits mit Internet versorgt. Die Anschlüsse kosten je nach Geschwindigkeit zwischen 15 und 115 CUC im Monat.

Doch auch bei den Institutionen schreitet der Netzausbau weiter voran. Vergangenes Jahr seien alle Universitäten Kubas sowie einige Oberschulen an das landesweite Glasfasernetz angeschlossen worden, sagte Arevich im Interview. Alle größeren Krankenhäuser, 200 Polikliniken sowie über 180 Apotheken verfügten mittlerweile über Internetzugang. Durch die Vernetzung der Apotheken soll vor allem die Erfassung und Planung des Medikamentenbestands besser werden, erklärte die ETECSA-Präsidentin.

Im kommenden Jahr steht für ETECSA neben dem weiteren Ausbau im Bildungs- und Gesundheitswesen vor allem die Eröffnung des mobilen Internets im Fokus. Bereits seit einigen Jahren können Kubaner über den „Nauta„-Service eMails über das Mobilnetz verschicken, nun soll das reguläre surfen mittels 3G und LTE hinzukommen. Darüber hinaus arbeitet Kubas Telekom eng mit den Banken zusammen um das Onlinebanking sowie das unkomplizierte Bezahlen von Rechnungen übers Smartphone zu ermöglichen. Preise und Tarifdetails für das mobile Internet sind indes noch nicht bekannt.

ETECSA reduziert Preise für Mobilfunk, 38.000 private Internetanschlüsse für 2017 geplant

Mit dem „Plan Amigos“ reduzieren sich die Preise für eine Gesprächsminute für ausgewählte Nummern (Quelle: Cubadebate)

Kubas staatliche Telefongesellschaft ETECSA hat ein neues Preismodell für Mobilfunkkunden eingeführt, welches die Preise für Anrufe von 0,35 auf 0,20 CUC pro Minute reduziert. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, in den kommenden Monaten 38.000 neue Internetanschlüsse in Privathaushalten legen zu wollen, die Preise starten bei monatlich 15 CUC. Auch das mobile Datennetz mit 3G-Geschwindigkeit soll dieses Jahr weiter ausgebaut werden.

Mit dem „Plan Amigos“ sollen ETECSA-Kunden für Handytelefonate bis zu 40 Prozent sparen können. Im Rahmen des neuen Dienstes können Nutzer bis zu drei Nummern (mobil oder Festnetz) eintragen, für die dann lediglich 0,20 CUC pro Minute fällig werden. Zwischen 23 und 6 Uhr Morgens gilt wie bisher für alle der Nachttarif von 0,10 CUC pro Minute. Verwaltet werden kann das neue Angebot über das Handy, indem über die Wahlkombination *133# das entsprechende Menü geöffnet wird, der aktuelle Status lässt sich mittels *222*264# überprüfen. Die Aktivierung des Dienstes kostet einmalig 1 CUC, danach werden monatlich 0,50 CUC fällig. Der „Plan Amigos“ lohnt sich bereits für alle, die mehr als 4 Minuten pro Monat mit einer bestimmten Nummer telefonieren.

Preise und Geschwindigkeit für private Internetanschlüsse. Rechte Spalte: nach geplanter Preissenkung in diesem Jahr (Quelle: Cubadebate)

Nachdem die Pilotphase für private Internetnanschlüsse in Havanna vor wenigen Wochen zu Ende ging, soll das Angebot in diesem Jahr weiter ausgedehnt werden. Nach internen Umfragen waren 94 Prozent der zufällig ausgewählten Teilnehmer mit dem Dienst zufrieden. In diesem Jahr plant ETECSA, bis zu 38.000 private Internetleitungen zu aktivieren. Die Installation (inklusive Router) kostet einmalig 29 CUC, danach stehen verschiedene Tarife zur Auswahl, die ab 15 CUC pro Monat für ein Kontingent von 30 Stunden beginnen.

Für das günstigste Paket (15 CUC und 30 Stunden) bekommt der Nutzer derzeit lediglich eine DSL-Verbindung mit 128 Kbit Downstream. Im Laufe des Jahres sollen diese Verträge jedoch bei gleichem Preis auf 256 Kbit-Leitungen aufgerüstet werden. Die Kosten für die anderen Tarife werden entsprechend angepasst. Die schnellste Verbindung (2 Mbit), wird dann statt bisher 115 nur noch 70 CUC pro Monat kosten. An den maximal 30 Stunden Internetzeit pro Monat soll sich jedoch erstmal nichts ändern.

Auch das kubanische Handynetz soll weiter ausgebaut werden. UMTS-Abdeckung (3G), also eine schnelle mobile Datenverbindung, existiert derzeit nur in Havanna und einigen Provinzhauptstädten. Im Rahmen eines „Nauta„-Accounts können Nutzer in Matanzas und Villa Clara seit kurzem ihre eMails auch mit 3G-Geschwindigkeit empfangen, Havanna soll in Kürze nachziehen. Kuba verfügt derzeit über 5,32 Mio. Telefonleitungen, davon sind rund 4 Millionen Mobilfunknummern. Landesweit stehen inzwischen 1058 Handymasten, davon sind  rund 20 Prozent 3G-fähig. Sie decken über 90 Prozent des Archipels mit GSM-Netz ab.

Karte mit Netzabdeckung für Mobildaten in Kuba. Dunkelgrün: 3G (Quelle: Cubadebate)