Neue Zugverbindungen nehmen auf Kuba den Betrieb auf

Bis 2021 sollen 160 weitere Waggons aus China eintreffen, womit wieder mehrmals täglich Langstreckenverbindungen auf Kubas Schienen angeboten werden können (Quelle: Xinhua)

Entlang der Strecke warteten viele Kubaner schon sehnlichst auf das Eintreffen des neuen Zugs, der am Samstagnachmittag von Havanna aus seine erste reguläre Fahrt ins 835 Kilometer entfernte Santiago de Cuba begonnen hat. Binnen weniger Tage waren alle Tickets für die Jungfernfahrt ausverkauft. Kubas erster neuer Zugerwerb seit über 40 Jahren, welcher vollständig aus chinesischen Waggons besteht, soll den Transport auf der Insel drastisch verbessern helfen.

„Dank der freundschaftlichen Beziehungen mit China kann Kubas Transportwesen heute auf neue Zugverbindungen zählen“, sagte Vize-Transportministerin Marta Oramas gegenüber „Xinhua„. Nachdem vor einigen Wochen die erste Lieferung aus 80 fabrikneuen Passagierwaggons eingetroffen war, kann die Strecke zwischen Havanna und Santiago, welche bisher alle vier Tage mit 7 Waggons bedient wurde, heute wieder jeden zweiten Tag mit 12 Waggons angefahren werden. Die Transportkapazitäten entlang der Hauptstrecke werden damit verdreifacht. Auch die seit 2006 stillgelegte Verbindung Havanna – Holguín wurde am Sonntag wieder aufgenommen, ebenso die Verbindung nach Guantánamo, die wieder alle drei Tage stattfindet. In den Jahren 2020 und 2021 sollen je 80 weitere Waggons geliefert werden, womit sich die Frequenz auf allen Strecken weiter erhöhen wird. Auch Investitionen für Wartung und Ersatzteilbeschaffung sind vorgesehen. Kubas Eisenbahngesellschaft will die ersten fabrikneuen Waggons nach über 40 Jahren möglichst pfleglich behandeln.

Viele Kubaner ließen es sich nicht nehmen, den neuen Zug an ihrem Bahnhof persönlich zu begrüßen (Quelle: Cubadebate)

Die Züge der acht neuen interprovinziellen Linien bestehen aus 12 Waggons und bieten Platz für 720 Passagiere. Vier der Waggons sind klimatisiert und mit verstellbaren Sitzen sowie Bordentertainment ausgestattet, hinzu kommt ein Bistrowagen in jedem Zug. Wenige Tage nach Bekanntgabe der Preise und der Eröffnung des Vorverkaufs waren auf Kuba bereits alle Tickets ausverkauft. So kostet die Fahrt von Havanna nach Santiago in einem ventilatorgekühlten Waggon lediglich 70 Pesos (ca. 2,50 Euro), in der klimatisierten ersten Klasse 95 Pesos (3,50 Euro). Eine Mahlzeit samt Getränk im Bordbistro ist mit 20 Pesos (ca. 0,70 Euro) veranschlagt (beim Ticket der ersten Klasse inklusive). Die Preise sind entsprechend der Entfernung gestaffelt (0,08 Pesos pro Kilometer in der zweiten Klasse) und deutlich günstiger als im bisher dominierenden Busverkehr.

Mit 14 Stunden und 40 Minuten ist der Zug zudem knapp zwei Stunden schneller nach Santiago unterwegs als der Fernbus. In den kommenden Jahren soll sich die Fahrzeit mittels neuer Investitionen in das Streckennetz auf rund 10 Stunden verkürzen. Anders als bisher können Tickets für den neuen Zug 30 (statt fünf) Tage im Voraus gebucht werden. Bei Problemen oder Unpünktlichkeit darf der Betreiber „Unión de Ferrocariles de Cuba (UFC)“ jetzt Preisnachlässe geben. Darüber hinaus kann der Stand des Zugs mit einer eigens entwickelten App in Echtzeit, sowie auf Info-Monitoren in den größeren Stationen verfolgt werden. „Ich habe viel Erfahrung mit dieser Strecke, aber das was wir jetzt sehen, ist eine große Sache, die unseren Zugverkehr grundlegend verändern wird“, sagte eine kubanische Zugbegleiterin mit 34-jähriger Diensterfahrung gegenüber „Cubadebate“. Jetzt komme es darauf an, „gemeinsam gut auf die neuen Züge aufzupassen“, wie ein Leser kommentierte.

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Neuer Hitzerekord auf Kuba: 39,1 Grad – niedriger als bei uns?

Am 30. Juni wurde auf Kuba ein neuer Temperaturrekord gemessen (Quelle: Cubadebate)

Wie das kubanische meteorologische Institut (INSMET) bekannt gab, wurde am vergangenen 30. Juni ein neuer Hitzerekord auf der Insel aufgestellt: Um 15:30 Uhr wurden an der Station Veguitas (Provinz Granma) erstmals 39,1 Grad Celsius gemessen – damit liegt Kubas Allzeithoch jedoch unter dem höchsten jemals gemessenen Wert in Deutschland. Wie kann das sein? „Cubaheute“ hat bei ARD-Meteorologe Sven Plöger nachgefragt, was es damit auf sich hat.

Kuba wird nicht umsonst als „Insel des ewigen Sommers“ bezeichnet. Klar definierte Jahreszeiten wie bei uns gibt in der subtropischen Karibik nicht, dafür sind die Temperaturen das ganze Jahr über meist im zweistelligen Bereich. Gerade deshalb scheint es auf den ersten Blick verwunderlich, dass das kubanische Temperaturmaximum unter dem deutschen Rekord von 40,2 Grad Celsius liegt, der im Jahr 2015 in Kitzingen gemessen wurde. ARD-Meteorologe Sven Plöger sieht einen der Hauptgründe dafür im maritimen Klima der Insel, welches für kühlende und feuchte Luft aus dem Ozean sorgt. Dies führe bei intensiver Sonneneinstrahlung fast immer zur Bildung von Quellwolken. „Deutschland ist da kontinentaler, weil die Wasserflächen weiter weg sind. Wenn mal trockene Heißluft ohne Wolken- oder gar Gewitterbildung aus dem Südwesten oder dem Südosten zu uns kommt, sind rund 40 Grad drin“, erklärte Plöger gegenüber „Cubaheute“.

Ein weiterer Grund für das niedrigere Maximum ist die kürzere Tageslänge zur Mitte des Jahres hin. „Wir bekommen im Sommer rund 16 Stunden Sonne und Kuba ’nur‘ etwa 13“, so Plöger. In Bezug auf den deutschen Rekord von Kitzingen gibt er zu bedenken: „Hier habe ich persönlich Zweifel, weil diese Station bei starker Sonneneinstrahlung immer dazu neigt, deutlich höhere Werte als das Umfeld zu liefern. Insofern liegen die Höchstwerte von Deutschland und Kuba nur wenig auseinander.“ Und ob der Unterschied am Ende eine große Rolle spielt? Durch die hohe Luftfeuchte fühlen sich die Temperaturen an schwülheißen Sommertagen auf Kuba immer „heißer“ an als bei uns.

Sven Plöger studierte Meterologie an der Universität Köln und arbeitete dort zwischen 1991 und 1996 an der Forschungsgruppe Tropenmeteorologie. Heute kennt man ihn als Wettermoderator der öffentlich-rechtlichen, wo er regelmäßig für „Tagesschau“ und „Tagesthemen“ die Wettervorhersage moderiert.

Müllentsorgung in Havanna: Mission impossible?

Ab dem Spätsommer sollen 100 neue Müllautos aus Japan zusammen mit 12.000 zusätzlichen Containern für mehr Sauberkeit in Havanna sorgen (Quelle: Tribuna)

Seit vielen Jahren schon ist es der Traum der Habaneros, wie die Einwohner der kubanischen Hauptstadt genannt werden, endlich über eine funktionierende Abfallwirtschaft zu verfügen. Noch immer laben sich Katzen und Hunde an Essensresten entlang der Straßen, überfüllte Container liegen umgekippt neben provisorischen Müllhalden mitten im Wohngebiet – weil es bisher keine richtige Müllabfuhr gibt und die Abfälle eher „stoßweise“ von LKWs weggeräumt werden. Doch an diesem Zustand könnte sich bald etwas ändern. Gelingt die „Mission impossible“, wie sie die Lokalzeitungen „Tribuna“ nennt, und erhält Havanna in diesem Jahr eine Müllabfuhr?

Wie der Direktor von Havannas Kommunaldiensten, Onelio Ojeda López, erklärt, fallen in Kubas Hauptstadt jeden Tag 23.800 Kubikmeter Müll an, weggeräumt werden jedoch lediglich rund 19.000 Kubikmeter. Kein Wunder also, dass der Müll in der Stadt in den letzten Jahren gefühlt nicht weniger wurde. Immerhin: 90 Prozent der Haushalte werden mehr oder weniger regelmäßig mit Müllabfuhren versorgt, die täglich 10.500 m³ abholen. Doch all das reicht noch nicht, um der Situation Herr zu werden. So wie es jetzt läuft, kann bestenfalls der Status quo gehalten werden.

„Es ist unser aller Haus“ – mit neuen Schildern wollen die Behörden in Havanna für Bewusstsein beim Umgang mit Müll sorgen (Quelle: Tribuna)

Ab August könnte der Kampf gegen den Müll erstmals zu greifbaren Ergebnissen führen. Dann wird nämlich die letzte Lieferung aus 100  Müllautos eintreffen, welche von der japanischen Regierung anlässlich des 500. Gründungsjubiläums Havannas gestiftet wurden. Die ersten 24 Fahrzeuge sind bereits im Probeeinsatz, wobei noch die optimalen Operationsmodi für jeden Stadtteil gesucht werden. Auch mindestens eine neue Werkstatt pro Gemeinde soll eingerichtet werden, um im Fall der Fälle schnell Reifenwechsel und kleinere Reparaturen durchführen zu können, ohne die Müllentsorgung für Tage zu lähmen.

Mit den 100 neuen Müllautos sollen künftig „alle anfallenden Abfälle Havannas“ abgeholt werden können, wie die Lokalzeitung „Tribuna de La Habana“ berichtet. Doch dabei ist auch die Mithilfe der Bevölkerung gefragt. „Nicht selten werfen Anwohner, direkt nachdem wir den Müll abgeholt haben, wieder neue Säcke auf die Straße“, erklärt Ojeda. Deswegen werden ab sofort feste Zeiten eingeführt, in denen der Müll auf die Straße gestellt werden soll. Diese sind jeden Tag von 18 bis 22 Uhr. Blaue Schilder weisen in den Gemeinden auf die Neuerung hin, welche in die Kommunikationsstrategie für das Stadtjubiläum eingebunden ist.

In Havanna fehlen heute noch mindestens 12.000 Mülltonnen. Viele der vorhandenen sind in schlechtem Zustand und häufig Opfer von Vandalismus gepaart mit krimineller Energie (Quelle: Tribuna)

„Dennoch müssen wir auch die Qualitätsprobleme in unserer Arbeit sehen, die fehlende Kontrolle durch unsere Verantwortlichen in den Gemeinden“, mahnte Ojeda. Als erster Schritt wurden daher neue Weiterbildungen mit Unterstützung japanischer Ingenieure durchgeführt und das Personal insgesamt aufgestockt. Auch die regelmäßige Wartung der Müllautos gehört zum Plan. Zudem werden die bisher 18.000 Müllcontainer auf 30.000 aufgestockt, was dem berchneten Bedarf für die Stadt entspräche. Nicht selten werden diese jedoch geklaut und teilweise demontiert, die Rollen landen dann auf dem Schwarzmarkt. Um die neue Müllabfuhr nicht zu einem Strohfeuer werden zu lassen, ist deshalb auch die aktive Mithilfe und Achtsamkeit von Seiten der Bevölkerung unerlässlich. Deren Einbindung in das neue Abfallkonzept wird der Prüfstein für den langfristigen Erfolg der neuen Müllabfuhren sein.

EU will Wirtschaftskooperation mit Kuba intensivieren

EU-Kommisar Mimica zu Gast bei Kubas Präsident Díaz-Canel (Quelle: Cubadebate / Estudios Revolución)

Havanna. Die Europäische Union (EU) hat zugesagt, die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Kuba angesichts der verschärften US-Sanktionen weiter auszubauen. Der EU-Kommissar für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, Neven Mimica, erklärte, die Union werde „weiterhin das Engagement Kubas für ein günstiges Investitionsumfeld für europäische Unternehmen unterstützen und gemeinsame Initiativen in hochkarätigen Sektoren für die Wirtschaft des Landes prüfen.“

Mimica nahm vergangene Woche mit hochrangigen kubanischen Beamten und mehr als 100 Geschäftsleuten am ersten Cuba Business Forum teil. Diese Initiative zielt darauf ab, der karibischen Nation mehr ausländisches Kapital zu bringen und aktuellen und zukünftigen Investoren Sicherheit zu bieten. Der hochrangige EU-Beamte hielt sich zu einem dreitägigen offiziellen Besuch in Kuba auf, um zu prüfen, wie die bilaterale Zusammenarbeit die nachhaltige Entwicklung Kubas und seine wirtschaftliche Modernisierung unterstützt. Dabei kündigte Mimica weitere vier Millionen Euro an, um „ein besonders günstiges Gelegenheitsfenster für Auslandsinvestitionen einzurichten“. Über 35 Prozent des Handels des Inselstaates werden nach offiziellen Angaben Kubas mit EU-Ländern abgewickelt, vor allem mit Spanien, Frankreich und Italien.

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Kubas Künstler machen sich bereit für neue Zeiten

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel und neuer UNEAC-Präsident Luis Morlote (links) auf der Schlusstagung des Kongresses kubanischer Künstler (Quelle: OnCuba/ACN)

Luis Morlote heißt der frischgebackene Präsident des kubanischen Künstler- und Schriftstellerverbands (UNEAC), dessen IX. Kongress am Sonntag in Havanna zu Ende ging. Dabei gab es an diesem Wochenende mehr als nur einen Wechsel an der Spitze des 1961 gegründeten Verbandes. „Die Kulturinstitutionen existieren nicht um ihrer selbst willen, sondern für die Künstler und ihr Werk“, sagte Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel in seiner Rede auf der Schlußtagung, die mit standing ovations quittiert wurde. Doch vor nicht allzu langer Zeit, war die Stimmung unter Kubas Künstlern noch eine andere…

„Revolution heißt mehr als Staat und Partei“

September 2018: mit dem „Dekret 349„, welches künstlerische Darbietungen nur noch nach vorheriger Genehmigung durch die zuständigen Behörden erlaubt, ging ein Raunen durch die Reihen der kubanischen Kunstszene. Während manche von „Vorzensur“ sprachen, betonten andere, dass das neue Gesetz die Bandbreite des reichhaltigen kubanischen Kulturlebens in keinster Weise schmälern würde. Wie so oft ist der Gesetzestext das eine, die praktische Umsetzung hingegen die viel wichtigere Frage.

Darauf scheint Kubas Präsident jetzt eine Antwort geben zu wollen, die den Künstlern des Landes gefällt und viele der seither gemachten Vorschläge aufgreift. Er berief sich dabei auf Fidel Castros berühmte Rede, die „Worte an die Intellektuellen„, welche dieser vor 58 Jahren auf dem Gründungskongress der UNEAC als Richtlinie für die Kulturpolitik des Landes ausgab: „Innerhalb der Revolution alles, außerhalb der Revolution nichts.“ Es sei wichtig, diese Maxime nicht zu simplifizieren und sie in ihrem Kontext zu betrachten, denn „die Revolution ist mehr als der Staat, die Partei oder die Regierung. Die Revolution sind wir alle, die sie in unserem Leben und Werk ermöglichen“, so Díaz-Canel. Heute sei es Aufgabe, dieses Konzept Fidel Castros in unsere Tage zu überführen.

Privatsektor wird Teil der Kulturpolitik

„Es gibt keine Kulturpolitik nur für den staatlichen Sektor oder eine eigene für den Privatsektor“, erklärte Díaz-Canel. In allen Bereichen seien die gleichen Maßstäbe anzulegen, gleichzeitig müssten „Unterhaltungsshows aus der Konserve, Banalität und Pseudokultur“ mit authentischen künstlerischen Ausdrucksformen begegnet werden. Mit Blick auf die Wirtschaft sei dabei nicht zuletzt auch der Tourismussektor auf die Beiträge der kubanischen Kulturschaffenden angewiesen. Kubas Regierung plant außerdem, mit der UNEAC künftig wieder stärker über die Grenzen des Landes hinaus die Verbreitung und Vermarktung kubanischer Kunst zu fördern. Auch ein nationaler Förderfond für Filmproduktion soll entstehen.

Dabei müssten „Bürokratie und mangelnde Professionalität“ bei der Betreuung dieses wichtigen Sektors gebrandmarkt werden. „Die Kulturinstitutionen existieren nicht um ihrer selbst willen, sondern für die Künstler und ihr Werk“, so der Präsident. „Wir werden das künstlerische Schaffen nicht behindern. Die Grenzen beginnen da, wo heilige Werte und Symbole des Vaterlands verletzt werden“, fügte er hinzu. Dazu gehören laut der Aufstellung des Präsidentens solche wie Solidarität, Gleichheit und Unabhängigkeit, aber auch „eine gerechte Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums, die Absage an jegliche Diskriminierung und der Umweltschutz.“

Auch die Kultur habe ihren Beitrag zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts zu leisten, ohne dabei auf reine Marktbeziehungen reduziert zu werden, führte Díaz-Canel aus. Kuba will in Zukunft private Kulturschaffende zulassen und mit eigenen Institutionen begleiten. In diesem Rahmen wurde vor wenigen Wochen ein neues Gesetz verabschiedet, welches es unabhängigen Filmcrews erlaubt, bei ausländischen und kubanischen Firmen unter Vertrag zu gehen. Neue Institutionen sollen den Sektor entwickeln und Rahmenbedingungen für die Vermittlung von Aufträgen schaffen.

Fazit

Nach dem jüngsten UNEAC-Kongress dürften die 250 Delegierten aus dem kubanischen Kunst- und Kulturbetrieb mehr als zufrieden nach Hause gegangen sein. Die Kulturpolitik von Kubas neuer Regierung soll mehr Räume für künstlerische Darbietungen schaffen, gleichzeitig werden die Möglichkeiten für private Künstler erweitert, um die Kulturproduktion insgesamt zu steigern. Die Wahl des jungen Fernseh- und Radioproduzenten Luis Morlote zum neuen UNEAC-Präsidenten, welcher den 1940 geborenen Miguel Barnet ablöst, markiert einen Generationenwechsel in der Dachorganisation des kubanischen Kulturbetriebs. „Der Kongress geht weiter. Jetzt müssen wir die systematische Arbeit fortführen“, kommentierte Morlote seine Wahl.

Kuba-Tourismus weiterhin im Aufschwung

Bis Ende Mai konnte Kubas Tourismusministerium einen Anstieg der Besucherzahlen um knapp 6 Prozent vorweisen (Quelle: Eduardo Velazco Guart, CC)

Dieses Jahr könnte für den kubanischen Tourismus ein erfolgreiches sein. Nach Aussagen des kubanischen Tourismusministeriums sollen die Zahlen der touristischen Ankünfte in diesem Jahr die 5-Millionen-Marke überschreiten, bis Ende Mai nahmen konnten sie gegenüber dem Vorjahr um 5,9 Prozent zulegen. 2018 wurden 4,47 Millionen Besucher gezählt, darunter befanden sich 850.000 Kreuzfahrtreisende. Mit den anvisierten 5,1 Millionen Besuchern 2019 würde dies einem Wachstum von über sieben Prozent entsprechen.

Wird dieses Ziel erreicht, handelt es sich um das zwölfte Jahr infolge, in dem der Tourismus in Kuba steigt – trotz der jüngsten Verschärfungen der US-Blockade. Dem Tourismusministerium zufolge werden die Einnahmen aus dem Tourismus für 2019 auf über drei Milliarden Dollar geschätzt. Grund für die hohen Erwartungen an dieses Jahr soll unter anderem die verbesserte Tourismusinfrastruktur sein, mit mehr Auswahlmöglichkeiten im Hotelsektor, darunter sowohl niedrigpreisige Hostels als auch luxuriöse 5-Sterne-Optionen. Hinzukommend wird im November der 500. Geburtstag der Hauptstadt Havanna gefeiert, der zusätzliche Touristen in die karibische Perle locken sollte.

Mehr Auswahl und verbesserte Standards bei den Unterkünften

Ein wichtiger Aspekt, der bei den wachsenden Touristenzahlen in Kuba eine Rolle spielt, ist das steigende Angebot an Hotels und Unterkünften im Land. Erst kürzlich wurde in Havannas Stadtteil Vedado das erste staatliche Hostel des Landes eröffnet, welches Aussagen zufolge als Teil einer „ständigen Erneuerung des kubanischen Tourismus-Angebots“ zu sehen ist. Mit einem Hostel wird die Angebotsbreite in Kuba erweitert. So sollen zukünftig nicht nur die bisher beliebten Hotelanlagen zur Verfügung stehen, sondern auch Backpacker und Niedrigbudget-Reisende angesprochen werden. Mit Hostels werden die günstigen Unterkünfte erweitert, die bisher meist aus den sogenannten „Casas Particulares“ bestanden, die einer Art Home Stay entsprechen. Doch nicht nur in Richtung des Niedrigpreissegments entwickelt es sich, denn auch das Angebot höherpreisiger Einrichtungen soll steigen. Anlässlich des 500. Geburtstags von Havanna wurde kürzlich das 5-Sterne-Hotel Iberostar Grand Packard im Havanna-Stadtzentrum eröffnet, für Ende des Jahres oder Anfang 2020 ist zudem die Eröffnung des AccorHotels SO/ Havana Paseo del Prado, und somit das erste Haus der exklusiven Lifestyle-Marke SO/ Hotels & Resorts auf dem amerikanischen Kontinent vorgesehen. Neben diesen luxuriösen Einrichtungen sollen zehn weitere Hotels über das Jahr verteilt in der kubanischen Hauptstadt entstehen, die letztendlich insgesamt 1.121 zusätzliche Zimmer anbieten werden.

Höhere Auswahl privater Restaurants

Kubas Hauptstadt Havanna feiert dieses Jahr ihr 500. Jubiläum (Quelle: Augustin de Montesquiou, CC)

Nachdem es vor wenigen Jahren möglich wurde, auch als Privatunternehmer unter hohen Auflagen ein Restaurant zu führen, ist das Angebot gewachsen und hat sich seither deutlich verbessert. Während die staatlichen Restaurants weiterhin meist rein kubanische Küche servieren, lassen sich unter den privat geführten Restaurants sowohl lokale als auch internationale Gerichte finden. Die kubanische Küche ist von afrikanischen, asiatischen und europäischen Einflüssen geprägt, vor allem die Spanier haben hier ihren Beitrag geleistet. Neben typisch spanischen Suppen und Bohnen wird in Kuba in erster Linie Reis serviert, den man in Spanien vor allem aus der berühmten Paella kennt. Den Einfluss der Spanier findet man in zahlreichen Gerichten, doch auch rein europäische Restaurants sind inzwischen in der Hauptstadt vertreten. Darunter diverse Tapas Bars, die man sonst aus den Straßen von Barcelona, einer der beliebtesten und heißesten Poker-Destinationen Europas kennt, wo diese hinter jeder Ecke zu finden sind. Selbst Fine-Dining-Optionen haben sich in der Zwischenzeit in Kuba etabliert. Sogar Ex-Präsident Obama speiste im „San Cristóbal“ in einem der ältesten privaten Restaurants in Havanna. Neben hippen Sushibars und amerikanischen Burgerbuden bis hin zur italienischen Pizza und aufregenden Fusion-Küchen lässt sich in der Hauptstadt inzwischen eine große Auswahl internationaler Speisen finden. Diese Restaurants befinden sich in erster Linie in den Touristenzentren von Havanna, Viñales oder Trinidad, wo sie internationale Besucher besonders ansprechen.

Kuba setzt bereits seit einigen Jahren verstärkt auf den Tourismus. In diesem Jahr soll dies zur Feier des 500. Geburtstag der kubanischen Hauptstadt Havanna einen weiteren Höhenflug aufnehmen. Mit einer angepeilten Zahl von 5,1 Millionen Besuchern für 2019 steht dem Tourismus hierzulande Großes bevor. Mit zahlreichen neuen Hotels verschiedenster Preiskategorien und der wachsenden Auswahl hochwertiger und internationaler Restaurants soll das Tourismus-Angebot auf Kuba stetig wachsen und mehr Besucher auf die Karibikinsel locken.

„Coppelia“ und „Fábrica de Arte“ erneuern ihr Angebot

Ab dem 3. Juli zahlen kubanische Studenten, die früh genug aufschlagen, nur noch den halben Eintrittspreis für die legendäre „Fábrica de Arte Cubano“ (Quelle: Cubadebate)

Havanna putzt sich heraus zum bevorstehenden 500. Geburtstag. Am Dienstag hat der legendäre Eispalast „Coppelia“ nach fast zweimonatiger Renovierung wieder eröffnet. In dieser Zeit wurde auch die zugehörige Speiseeisfabrik erneuert, so dass heute um die 15 Geschmacksrichtungen verfügbar sind, wie kubanische Medien berichten. Der Kunst- und Nachtklub „Fábrica de Arte Cubano (FAC)“ wird hingegen am kommenden Mittwoch mit neuem Programm und Studentenrabatt an den Start gehen.

Die 1966 eröffnete Eisdiele „Coppelia“ zählt mittlerweile zu den altehrwürdigen Institutionen der kubanischen Hauptstadt. Mit ihren einst mehr als 40 Eissorten, die für umgerechnet weniger als zwanzig Cent über den Tresen wandern, hat sie sich als feste Größe unter den Eisliebhabern Kubas etabliert und kann heute in jeder größeren Stadt mit eigener Filiale aufwarten. Das „UFO“ in Havanna ist dabei nicht nur von architektonischem Interesse, sondern kann sich mit ihren rund 9.000 täglichen Besuchern zu Recht als größte Eisdiele der Insel bezeichnen.

Seit letztem Dienstag ist die frisch sanierte Eisdiele „Coppelia“ in Havanna geöffnet (Quelle: Cubadebate)

Anlässlich des für November bevorstehenden 500. Grüdungsjubiläums der kubanischen Hauptstadt, wurde auch die „Coppelia“ auf Vordermann gebracht. Neue Bänke, Tiefkühlschränke, LED-Anzeigen, ein frischer Anstrich und vor allem Wartungsarbeiten in der zugehörigen Eisfabrik sollen dem Angebot wieder Schritt für Schritt zu altem Glanz verhelfen. Zunächst soll es 15 verschiedene Geschmacksrichtungen geben, statt zwei bis drei wie zuvor. In den kommenden Monaten soll auf 26 Sorten aufgestockt werden, erklärte der Leiter der Coppelia, Amaury Martínez. Zudem wurden die Öffnungszeiten von 21 Uhr auf 22 Uhr 15 verlängert.

Nach einigen Monaten des Umbaus wird am 3. Juli auch der 2014 eröffnete Nachttempel „Fábrica de Arte“ im Südwesten Havannas wieder die Tore für das Publikum öffnen. Mit 37 Workshops hat der Künstler und Fábrica-Schirmherr „X Alfonso“ ein noch breiteres Programm als letzten Sommer anzubieten, die maximale Teilnehmerzahl konnte verdoppelt werden. In Zusammenarbeit mit der technischen Hochschule Havannas (CUJAE) soll im August eine neue Architekturausstellung eröffnen. Gute Neuigkeiten für Kubas Studenten: diese Zahlen jetzt nur noch den halben Preis (1 CUC oder 25 Pesos), wenn sie zwischen 18 und 19 Uhr am Einlass sind. Die Öffnungszeiten bleiben indes wie gehabt: Donnerstag bis Sonntag von 18 bis 2 Uhr Morgens.