Kuba-Tourismus weiterhin im Aufschwung

Bis Ende Mai konnte Kubas Tourismusministerium einen Anstieg der Besucherzahlen um knapp 6 Prozent vorweisen (Quelle: Eduardo Velazco Guart, CC)

Dieses Jahr könnte für den kubanischen Tourismus ein erfolgreiches sein. Nach Aussagen des kubanischen Tourismusministeriums sollen die Zahlen der touristischen Ankünfte in diesem Jahr die 5-Millionen-Marke überschreiten, bis Ende Mai nahmen konnten sie gegenüber dem Vorjahr um 5,9 Prozent zulegen. 2018 wurden 4,47 Millionen Besucher gezählt, darunter befanden sich 850.000 Kreuzfahrtreisende. Mit den anvisierten 5,1 Millionen Besuchern 2019 würde dies einem Wachstum von über sieben Prozent entsprechen.

Wird dieses Ziel erreicht, handelt es sich um das zwölfte Jahr infolge, in dem der Tourismus in Kuba steigt – trotz der jüngsten Verschärfungen der US-Blockade. Dem Tourismusministerium zufolge werden die Einnahmen aus dem Tourismus für 2019 auf über drei Milliarden Dollar geschätzt. Grund für die hohen Erwartungen an dieses Jahr soll unter anderem die verbesserte Tourismusinfrastruktur sein, mit mehr Auswahlmöglichkeiten im Hotelsektor, darunter sowohl niedrigpreisige Hostels als auch luxuriöse 5-Sterne-Optionen. Hinzukommend wird im November der 500. Geburtstag der Hauptstadt Havanna gefeiert, der zusätzliche Touristen in die karibische Perle locken sollte.

Mehr Auswahl und verbesserte Standards bei den Unterkünften

Ein wichtiger Aspekt, der bei den wachsenden Touristenzahlen in Kuba eine Rolle spielt, ist das steigende Angebot an Hotels und Unterkünften im Land. Erst kürzlich wurde in Havannas Stadtteil Vedado das erste staatliche Hostel des Landes eröffnet, welches Aussagen zufolge als Teil einer „ständigen Erneuerung des kubanischen Tourismus-Angebots“ zu sehen ist. Mit einem Hostel wird die Angebotsbreite in Kuba erweitert. So sollen zukünftig nicht nur die bisher beliebten Hotelanlagen zur Verfügung stehen, sondern auch Backpacker und Niedrigbudget-Reisende angesprochen werden. Mit Hostels werden die günstigen Unterkünfte erweitert, die bisher meist aus den sogenannten „Casas Particulares“ bestanden, die einer Art Home Stay entsprechen. Doch nicht nur in Richtung des Niedrigpreissegments entwickelt es sich, denn auch das Angebot höherpreisiger Einrichtungen soll steigen. Anlässlich des 500. Geburtstags von Havanna wurde kürzlich das 5-Sterne-Hotel Iberostar Grand Packard im Havanna-Stadtzentrum eröffnet, für Ende des Jahres oder Anfang 2020 ist zudem die Eröffnung des AccorHotels SO/ Havana Paseo del Prado, und somit das erste Haus der exklusiven Lifestyle-Marke SO/ Hotels & Resorts auf dem amerikanischen Kontinent vorgesehen. Neben diesen luxuriösen Einrichtungen sollen zehn weitere Hotels über das Jahr verteilt in der kubanischen Hauptstadt entstehen, die letztendlich insgesamt 1.121 zusätzliche Zimmer anbieten werden.

Höhere Auswahl privater Restaurants

Kubas Hauptstadt Havanna feiert dieses Jahr ihr 500. Jubiläum (Quelle: Augustin de Montesquiou, CC)

Nachdem es vor wenigen Jahren möglich wurde, auch als Privatunternehmer unter hohen Auflagen ein Restaurant zu führen, ist das Angebot gewachsen und hat sich seither deutlich verbessert. Während die staatlichen Restaurants weiterhin meist rein kubanische Küche servieren, lassen sich unter den privat geführten Restaurants sowohl lokale als auch internationale Gerichte finden. Die kubanische Küche ist von afrikanischen, asiatischen und europäischen Einflüssen geprägt, vor allem die Spanier haben hier ihren Beitrag geleistet. Neben typisch spanischen Suppen und Bohnen wird in Kuba in erster Linie Reis serviert, den man in Spanien vor allem aus der berühmten Paella kennt. Den Einfluss der Spanier findet man in zahlreichen Gerichten, doch auch rein europäische Restaurants sind inzwischen in der Hauptstadt vertreten. Darunter diverse Tapas Bars, die man sonst aus den Straßen von Barcelona, einer der beliebtesten und heißesten Poker-Destinationen Europas kennt, wo diese hinter jeder Ecke zu finden sind. Selbst Fine-Dining-Optionen haben sich in der Zwischenzeit in Kuba etabliert. Sogar Ex-Präsident Obama speiste im „San Cristóbal“ in einem der ältesten privaten Restaurants in Havanna. Neben hippen Sushibars und amerikanischen Burgerbuden bis hin zur italienischen Pizza und aufregenden Fusion-Küchen lässt sich in der Hauptstadt inzwischen eine große Auswahl internationaler Speisen finden. Diese Restaurants befinden sich in erster Linie in den Touristenzentren von Havanna, Viñales oder Trinidad, wo sie internationale Besucher besonders ansprechen.

Kuba setzt bereits seit einigen Jahren verstärkt auf den Tourismus. In diesem Jahr soll dies zur Feier des 500. Geburtstag der kubanischen Hauptstadt Havanna einen weiteren Höhenflug aufnehmen. Mit einer angepeilten Zahl von 5,1 Millionen Besuchern für 2019 steht dem Tourismus hierzulande Großes bevor. Mit zahlreichen neuen Hotels verschiedenster Preiskategorien und der wachsenden Auswahl hochwertiger und internationaler Restaurants soll das Tourismus-Angebot auf Kuba stetig wachsen und mehr Besucher auf die Karibikinsel locken.

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Kuba rechnet in diesem Jahr mit 4,75 Millionen Touristen

Trotz der schwierigen Lage will Kuba bis zum Ende des Jahres 5300 neue Unterkünfte für Touristen fertigstellen (Quelle: Granma)

Bis zum Ende des Jahres will Kuba 4,75 Millionen Touristen empfangen, rund drei Prozent mehr als im Vorjahr. Ursprünglich rechnete das Tourismus-Ministerium mit fünf Millionen Besuchern in diesem Jahr. Seit der Verschärfung der US-Blockade durch die Trump-Administration hat das Land mit empfindlichen Einbußen im Tourismussektor zu kämpfen und musste einige Preise reduzieren. Dennoch setzt die Insel weiterhin auf die bewährte „Lokomotive der Wirtschaft“ und will in den kommenden Monaten 5.300 neue Unterkünfte fertigstellen.

2017 war ein gutes Jahr für die kubanische Tourismus-Branche. Trotz der Wahl des neuen US-Präsidenten – oder vielleicht gerade deswegen – machten sich viele Urlauber aus dem Norden auf nach Havanna. Die Anzahl der Kuba-Besucher stieg in diesem Jahr auf das Rekordniveau 4,6 Millionen um 16 Prozent. Auch in den Vorjahren konnte Kuba einen stetigen Anstieg im Fremdenverkehr verzeichnen. Das änderte sich mit der Verschärfung der US-Reisegesetze im November 2017. Viele der Reiseerleichterungen für US-Bürger, die Ex-Präsident Obama wenige Jahre zuvor eingeführt hatte, verloren ab diesem Zeitpunkt ihre Gültigkeit. Die Besuche aus den USA, welche seit 2015 kräftig zulegten, gingen seitdem wieder stark zurück.

Auch die ohnehin eingeschränkten „People-to-people“-Tours aus den USA spielen heute eine immer geringere Rolle. Das schwache Ergebnis bei den Besucherzahlen zwang Kuba dieses Jahr dazu, die Preise für viele Dienstleistungen und Produkte im Tourismus-Sektor zu senken, was für die Wirtschaft der Insel empfindliche Verluste bedeuten dürfte. Im laufenden Jahr rechnen Kubas Planer mit einem Wirtschaftswachstum zwischen 1,5 und 1,7 Prozent. Die ursprüngliche Prognose von fünf Millionen Touristen musste jedoch auf 4,75 gestutzt werden. Die unfreiwillige Verschnaufpause will Kuba jedoch nutzen, um seine Hotelinfrastruktur weiter auszubauen. Neben der Eröffnung diverser neuer Hotels im Luxussegment, z.B. das „Manzana Kempinski“ oder das alte „Hotel Packard“ am Malecón werden auch die Kapazitäten im Badeort Varadero und den Hotelpools auf den Insel der Nordküste weiter aufgestockt. Zudem wurden die Bauarbeiten am kommenden höchsten Hotel der Insel, welches bis 2020 die Skyline von Havanna prägen soll, aufgenommen. Bis Ende des Jahres will Kuba 5300 neue Betten für ausländische Besucher bereitstellen.

Darüber hinaus ist die Insel auf der Suche nach ausländischen Investoren, um geschlossene Warenkreisläufe auch für den Betrieb des Tourismus sicherzustellen. Lebensmittel, Hygieneartikel, Textilien und mehr sollen in Zukunft verstärkt in der Sonderwirtschaftszone von Mariel (ZEDM) produziert werden, um teure Importe einzusparen und den Aufbau der Industrie voranzutreiben. Aus diesem Grund lädt Kuba vom 29. Oktober bis zum 2. November im Rahmen der internationalen Handelsmesse von Havanna (FIHAV) wieder interessierte Investoren ein, mit einem Stand an der Messe teilzunehmen. Thema soll in diesem Jahr vor allem die weitere Entwicklung der 2014 eröffneten Sonderwirtschaftszone sein, in der inzwischen 37 Firmen operieren.

Havannas kommende Luxushotels

Das noch namenlose Hotel soll innerhalb von vier Jahren errichtet werden und mit 154 Meter das höchste Gebäude Havannas werden (Quelle: Cubadebate)

Nach der Eröffnung des „Manzana Kempinski“ im vergangenen Sommer wird Kubas Hauptstadt Havanna schon bald über drei weitere Hotels der 5-Sterne-Kategorie verfügen. Während im August das „Packard“ am Prado eröffnen soll, werden diesen September noch die Bauarbeiten an Havannas neuestem Wolkenkratzer beginnen: ein noch namenloses 154-Meter hohes Hotel im Stadtteil Vedado, welches das „Habana Libre“ in den Schatten stellen wird.

Das neue Hotel grenzt direkt an die Hauptstraße 23 (Quelle: O.Z., Facebook)

Die „Grupo Gaviota“ ist im Baufieber. Kubas wichtigster Immobilien- und Tourismuskonzern hat großes vor mit der Hauptstadt. Das dem Militär unterstellte Staatsunternehmen plant nicht weniger als den höchsten Wolkenkratzer der Stadt zu errichten. Mit „100 Prozent kubanischem Kapital“, wie das Onlineportal „Cubadebate“ berichtet, wird das 42-stöckige Gebäude in der Ecke 23 und K im Stadtviertel Vedado gebaut. In der Nähe befinden sich die legendäre Eisdiele „Coppelia“ sowie das 1958 als „Hilton Habana“ eröffnete Hotel „Habana Libre“. Mit schlappen 25 Stockwerken dürfte das neue Luxushotel den markanten Bau jedoch im wahrsten Sinne des Wortes in den Schatten stellen.

Auf dem Baugrundstück sollte einst Kubas erste Metrostation entstehen, bis das Projekt nach Auflösung der Sowjetunion eingestellt wurde. Seitdem liegt die Fläche mehr oder weniger brach. Um den Verkehrsfluss zu verbessern wird im Rahmen der Bauarbeiten auch die Calle K bis zur Hauptstraße 23 verlängert werden. Das Hotel soll 2022 fertiggestellt werden und neben 565 Zimmern auch über diverse öffentlich zugängliche Geschäfte und Restaurants im Erdgeschoss verfügen.

Das „Hotel Packard“ öffnet diesen August seine Pforten (Quelle: Prensa Latina)

Havannas Altstadt rüstet ebenfalls mit neuen Unterkünften für gut betuchte Besucher auf. Das historische „Hotel Packard“, einst 1911 fertiggestellt, soll diesen August wiedereröffnen. Lange Zeit war von dem Gebäude in der Nähe des Malecón nur noch die Fassade übrig, welche in den neuen Bau integriert wurde. Darüber hinaus erhält das Gebäude vier weitere Stockwerke im modernen Stil. Wie „Prensa Latina“ berichtet wurden bereits 192 der 321 Zimmer fertig ausgestattet, so dass der Eröffnung im August nichts mehr im Wege stehen dürfte.

Das „Prado y Malecón“ der Kategorie „5-Sterne-plus“ soll 2019 eröffnen (Quelle: Grupo Gaviota)

Nicht weit vom „Packard“ entfernt soll pünktlich zur 500-Jahrfeier der Stadt im Jahr 2019 das Hotel „Prado y Malecón“ eröffnen, ebenfalls in der Kategorie 5-Sterne „plus“. Der moderne Bau soll ein angelegtes Boot symbolisieren und wird über 250 Zimmer verfügen. Um Wind und Wetter zu trotzen werden bei den Hotels in Ufernähe moderne Versiegelungen und Salzwasserresistente Materialien eingesetzt.

Für Kuba bedeuten die neuen Luxushotels eine wichtige Grundlage für künftige Deviseneinnahmen. „Jedes Hotel ist wie eine neue Fabrik“, sagte einst Raúl Castro in einer Rede vor dem Parlament. Kuba will dieses Jahr mit 5 Millionen Touristen einen neuen Besucherrekord erreichen. Nach dem Export von Ärzten und anderen medizinischen Dienstleistungen ist der Tourismussektor die wichtigste Einnahmequelle des Landes.