„Eta“ zieht weiter: Überschwemmungen, aber keine Verletzten auf Kuba

Sturmtief „Eta“ zog am Wochenede über Zentralkuba hinweg und verursachte vielerorts Überschwemmungen wie hier in Majagua (Quelle: Invasor)

Nachdem „Eta“ als schwerer Hurrikan über Zentralamerika hinweggefegt ist und dabei heftige Zerstörungen anrichtete, traf der Sturm am Wochenende auch auf Kuba. Das abgeschwächte Tieftrucksystem verursachte dabei vor allem in Zentralkuba Überschwemmungen, Stromausfälle und Ernteschäden. Nach ersten Angaben der Behörden sind jedoch weder Verletzte noch größere Beeinträchtigungen an Gebäuden und Infrastruktur zu beklagen. Weiterlesen

Kuba beseitigt Sturmschäden von „Laura“

Regenbogen nach dem Tropensturm „Laura“ über Havanna (Quelle: Cubadebate)

Glück im Unglück: als Hurrikan „Laura“ bis zur Nacht zum Dienstag über Kuba hinwegzog, handelte es sich noch um einen schweren Tropensturm. Trotzdem gab es einige Schäden auf der Insel, welche jetzt schnellstmöglich beseitigt werden sollen. Wie Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte, seien mehr als 2000 Wohngebäude betroffen. Über 435.000 Personen wurden im Vorfeld des Sturms evakuiert, Tote oder Verletzte sind nicht zu beklagen. Weiterlesen

Analyse: Kuba will sich mit Reformen aus der Krise kämpfen

Leere Supermarktregale vergangene Woche in Playa, Havanna (Quelle: M.W.)

Kubas Wirtschaft ist weiterhin im Krisenmodus. Im Februar kam es auf der Insel wieder zu Engpässen bei der Treibstoffversorgung, auch die Supermarktregale sind vielerorts wie leergefegt. Neue US-Sanktionen hatten im September 2019 eine Energiekrise ausgelöst, von der sich das Land bis heute nicht erholt hat. Präsident Díaz-Canel will jetzt mit umfangreichen Reformen gegensteuern, welche die zentrale Planwirtschaft „vom Kopf auf die Füße“ stellen sollen.

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Kuba ermöglicht private Stromproduktion mit erneuerbaren Energien

Bald könnte es auf Kuba deutlich mehr Solaranlagen auf privaten Dächern geben (Symbolbild, Quelle: pxhere)

Havanna. Mit einem neuen Gesetz zum Ausbau erneuerbarer Energien hat Kuba erstmals Privathaushalten ermöglicht, eigenen Strom mittels Solarpaneelen zu erzeugen und ins Netz einzuspeisen. Die Überschüsse sollen vom Staat zu einem festen Preis aufgekauft werden. Mit der Maßnahme will das Land seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen an der Stromproduktion reduzieren.

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Der beschwerliche Weg zurück in die Normalität

Das Fleischgeschäft von Carlos Tercero, einer der größten Lebensmittelmärkte des Landes vergangene Woche (Quelle: eigene Aufnahme)

Gut zwei Wochen nachdem die Energiekrise auf Kuba für beendet erklärt wurde, ist der Weg zurück in die Normalität für die Insel beschwerlich und graduell. Die akute Wirtschaftsflaute macht sich dieser Tage vor allem in Form von leeren Regalen und Knappheit bis zu den Grundnahrungsmitteln bemerkbar, während die USA ihre Sanktionen gegen das sozialistische Land fast im Wochentakt verschärfen.

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Stromversorgung soll sich bis zum Wochenende wieder normalisieren

Das 1988 errichtete Kraftwerk „Antonio Guiteras“ wurde im September 2017 durch Hurrikan „Irma“ schwer beschädigt (Quelle: Cubadebate)

Seit einigen Tagen fällt vielerorts auf Kuba der Strom für mehrere Stunden pro Tag aus. Und das, obwohl der Stromversorger ONE vor kurzem ankündigte, dass genug Treibstoff für die Erzeugung zur Verfügung steht und diesen Sommer keine geplanten Abschaltungen notwendig seien. Wie jetzt bekannt wurde sind mehrere Kraftwerkshavarien während einer Wartungspause offenbar der Grund für die jüngsten Probleme bei der Stromversorgung.

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Unión Eléctrica: stabile Stromversorgung im Sommer gewährleistet

Kuba generiert rund 90 Prozent seiner elektrischen Energie aus fossilen Brennstoffen, plant jedoch in den kommenden Jahren den Anteil der erneuerbaren Auszubauen (Quelle: Cubadebate)

Wie Kubas staatlicher Stromversorger Unión Eléctrica (UNE) bekannt gab, wird es diesen Sommer auf der Insel trotz der angespannten wirtschaftlichen Situation keine Stromabschaltungen geben. „Dennoch rufen wir die Bevölkerung zum Sparen auf“, erklärte UNE-Vertreterin Elaine Moreno Carnet im kubanischen Fernsehen. Der Sommer ist auf Kuba die Jahreszeit mit dem höchsten Stromverbrauch, da die Klimaanlagen dann auf Hochtouren laufen.

„Es können natürlich Ausfälle aufgrund unvorhergesehener Katastrophen wie Gewitter und Naturereignissen auftreten, jedoch nicht aufgrund fehlender Stromproduktion“, so Moreno Carnet. Man sei auf die verbrauchsintensiven Sommermonate gut vorbereitet. Kubas Stromversorgung basiert zu rund 90 Prozent auf der Verbrennung von Schweröl und Diesel. Aufgrund zurückgehender Öllieferungen aus Venezuela musste das Land zuletzt im Somer 2016 zeitweise den Stromverbrauch im öffentlichen Sektor einschränken, Privathaushalte waren jedoch auch damals nicht betroffen.

Die Einsparmaßnahmen riefen damals bei vielen Kubanern Erinnerungen an die im wahrsten Sinne des Wortes dunklen Tage der Sonderperiode Anfang der 1990er Jahre hervor, als nach dem Wegfall des Handels mit der Sowjetunion die Stromversorgung teilweise nur noch für wenige Stunden am Tag gewährleistet werden konnte. In einem tropischen Land wie Kuba bedeutet das natürlich starke Einschränkungen für die Bevölkerung, nicht zuletzt auch mit Blick auf die Lagerung von Lebensmitteln.

Doch eine Rückkehr in diese Zeiten scheint derzeit erstmal ausgeschlossen. Erst vor wenigen Tagen meldete die Unión Eléctrica einen Allzeit-Rekord bei der Stromerzeugung, der 4 Prozent über dem geplanten Wert für diesen Frühsommer lag.  „Wir haben ein neues Programm zur Überwachung des Stromverbrauchs entwickelt, aber appellieren weiter an die Bevölkerung, sparsam mit der Energie umzugehen“, erklärte Moreno Carnet. 56 Prozent der elektrischen Energie auf Kuba wird von den Privathaushalten verbraucht. Bis zum Jahr 2030 will Kuba rund ein Drittel des elektrischen Stroms mittels erneuerbarer Energien produzieren, um die Abhängigkeit von importierten Energieträgern zu reduzieren.

Ein Monat nach Hurrikan „Irma“ – aktuelle Zahlen und Fakten zum Wiederaufbau

Von „Irma“ betroffene Gebiete auf Kuba (Quelle: Vereinte Nationen)

Vor einem Monat hinterließ Hurrikan „Irma“ auf Kuba eine Spur der Zerstörung. Inzwischen gibt es genaue Zahlen zum Ausmaß der Schäden und dem Stand des Wiederaufbaus in den betroffenen Gebieten. „Cuba heute“ nutzt deshalb die Gelegenheit für einen Überblick zu den wichtigsten Informationen:

Der Sturm

  • Das Sturmtief „Irma“ entstand Ende August. Es war der stärkste atlantische Hurrikan außerhalb des Golfs von Mexiko und des Karibischen Meeres seit Beginn der Aufzeichnungen des National Hurricane Centers im Jahr 1898.
  • Irma war der erste tropische Wirbelsturm, der eine andauernde Windgeschwindigkeit von 297 km/h für 37 Stunden erreicht hat.
  • Irma war der erste schwere Sturm, der Kubas Hauptstadt Havanna seit dem Jahr 2005 heimgesucht hat. Zuletzt wurde Kubas Ostküste im Jahr 2016 von Hurrikan „Matthew“ schwer getroffen, während „Sandy“ im Jahr 2012 ebenfalls durch die östlichen Provinzen um die Stadt Santiago de Cuba wütete. Der Westen des Landes war zuletzt 2008 von einem Hurrikan betroffen.

Die Schäden und Verluste

  • Im Vorfeld des Sturms wurden 1,86 Millionen der rund 11,2 Millionen Kubaner evakuiert, die meisten kamen dabei bei Familienangehörigen oder Nachbarn unter. Dennoch verloren 12 Menschen ihr Leben, sieben davon in Havanna, die übrigen in den Provinzen Matanzas, Ciego de Ávila und Camagüey. Zuletzt verloren auf Kuba bei Hurrikan „Sandy“ im Jahr 2012 elf Menschen bei einem Sturm ihr Leben. „Sandy“ galt als der schwerste Wirbelsturm auf Kuba seit 1963.
  • Fast alle Provinzen des Landes waren von „Irma“ mehr oder minder stark betroffen: Die Hauptstadt Havanna, Matanzas, Villa Clara, Cienfuegos, Sancti Spíritus, Ciego de Ávila, Camagüey, Las Tunas sowie Holguín.
  • Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass rund 3,1 Millionen Kubaner weiterhin auf Hilfe angewiesen sind.
  • Von der kubanischen Zivilverteidigung wurden 158.554 Gebäude als beschädigt gemeldet:
    • davon verloren 103.691 Teile des Dachs
    • 23.560 erlitten Beschädigungen am Dach
    • 16.646 erlitten partielle (Struktur-)Schäden
    • 14.657 wurden komplett zerstört
  • Daran gemessen waren die Beschädigungen durch Irma weniger stark als bei Ike (2008) oder Sandy (2012), jedoch deutlich stärker als bei Matthew (2016).
  • Fast im gesamten Land fielen für einige Tage der Strom und damit auch die Wasserversorgung aus. Mehrere thermoelektrische Kraftwerke wurden beschädigt, darunter auch das Kraftwerk „Antonio Guiteras“ in Matanzas, welches für 20 Prozent des nationalen Strombedarfs aufkommt. Es wurden insgesamt 3.618 Strommasten, 1.379 Transformatoren sowie 2.176 Kilometer Stromkabel in Mitleidenschaft gezogen.
  • Mehr als 246.700 Telefonleitungen sowie 1.471 Datenleitungen fielen in Folge des Sturms aus. 312 Handymasten wurden beschädigt.
  • 980 Gebäude des Gesundheitssystems sowie hunderte Schulen wurden von Irma beschädigt.
  • 537 Kilometer Straße wurden in Mitleidenschaft gezogen.
  • In der Landwirtschaft wurden insgesamt rund 95.000 Hektar Nutzfläche verwüstet, davon allein 20.000 Hektar Bananenplantagen. 466 Farmen und Kooperativen waren betroffen.
  • Im Zuckersektor wurden rund 338.000 Hektar an Anbaufläche in Mitleidenschaft gezogen. 20 Raffinerien wurden beschädigt, jedoch traten an den massiven Gebäuden hauptsächlich Dachschäden auf.

Beschädigte Gebäude durch Hurrikane auf Kuba seit 2007. „Irma“ im Vergleich (Quelle: ONE 2.40)

Der Wiederaufbau

  • Noch immer erhalten 11.689 Personen direkte staatliche Unterstützung in Form von subventionieren Lebensmitteln.
  • Neben zahlreichen befreundeten Ländern wie Venezuela, Ecuador, China und Russland erhält Kuba auch Hilfe von den Vereinten Nationen. Mit insgesamt 55,8 Mio. US-Dollar wollen diese den Wiederaufbau unterstützen, davon sollen allein 23 Mio US-Dollar in den Wiederaufbau von Wohngebäuden und öffentlichen Einrichtungen fließen. Nach einem entsprechenden Dekret des Minisiteriums für Finanzen und Preise müssen jegliche Spenden ohne Aufpreis an die Betroffenen weitergegeben werden. Kosten für Transport und Logistik können über den Staatshaushalt geltend gemacht werden.
  • Die Wiederherstellung der beschädigten Straßen und Gebäude dürfte das Land noch viele Monate in Anspruch nehmen und erfordert große Investitionen. Um die Reparatur der Wohngebäude zu beschleunigen, hat Kubas Regierung ein Subventionsprogramm beschlossen, welches betroffenen Familien die Finanzierung von 50 Prozent der Kosten für Baumaterialien und Konsumgüter durch den Staatshaushalt ermöglicht. Andere Optionen wie günstige zinslose Kredite zur Finanzierung der anderen Hälfte stehen ebenfalls zu Verfügung. In den betroffenen Gebieten wurden 900 Verkaufsstellen eröffnet.
  • Inzwischen gibt es laut offiziellen Angaben in 99,9 Prozent der Gebäude wieder Strom und 99 Prozent des Wassernetzes ist wieder in Betrieb. In den Provinzen Villa Clara, Sancti Spíritus, Ciego de Ávila und Camagüey gibt es noch Beeinträchtigungen, doch auch dort ist man durchschnittlich bei 98 Prozent in der Wiederherstellung des Stromnetzes.
  • Am 29. September ging das 330 MW Kraftwerk „Antonio Guiteras“ als letzter und wichtigster der betroffenen Stromerzeuger wieder ans Netz, zunächst jedoch mit einigen Startschwierigkeiten und mit nur 70 Prozent seiner Leistung. Der vollständige Neubau der Kühlanlage wird sich noch einige Wochen hinziehen.
  • Inzwischen wurden etwa 95,3 Prozent der beschädigten Telefon- und Datenleitungen repariert, das Handynetz ist weitgehend wiederhergestellt und auch die Internet Hotspots funktionieren wieder.
  • Von den 980 beschädigten Gesundheitseinrichtungen wurde bisher rund jede Dritte (289) wieder aufgebaut.
  • Rund drei Viertel der beschädigten Bauernhöfe und Kooperativen sind inzwischen repariert worden, von den 95.000 Hektar der betroffenen landwirtschaftlichen Nutzfläche wurden bereits 35.000 Hektar wieder bestellt, hauptsächlich mit schnell wachsenden Gemüsepflanzen, um die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln in kürzest möglicher Zeit wieder zu verbessern.
  • 53 Prozent der beschädigten Zuckerrohr-Felder wurden inzwischen wieder bepflanzt, die restlichen weisen geringere Beschädigungsgrade zwischen 3 und 20 Prozent der Pflanzen auf.
  • Fast alle der beschädigten Hotels erlitten nur leichte Schäden, die Infrastruktur im Badeort Varadero funktioniert fast wieder in alter Frische. Die Strände in Varadero erlitten kaum Schäden und hatten bereits wenige Tage nach „Irma“ wieder geöffnet, ebenso der Großteil der Unterkünfte. Die spanische Hotelgruppe „Meliá“ will bis zum 15. Oktober ihre Einrichtungen auf Cayo Coco, Cayo Santa María und Cayo Guillermo wieder eröffnen. Bis zum 15. November sollen alle übrigen Hotels sowie der Flughafen auf der nördlichen Inselkette „Jardines del Rey“ folgen.

Aufräumarbeiten nach „Irma“ auf Kuba (Quelle: Cubadebate)

Die gute Nachricht

  • Allein im September fielen auf Kuba Niederschläge von durchschnittlich 256ml pro Quadratmeter, was 137 Prozent des historischen Durchschnitts für diesen Monat entspricht.
  • Die Staudämme und Wasserreservoirs des Landes konnten sich dadurch von 40 Prozent ihrer Kapazität auf einen Pegelstand von 68 Prozent erholen. Die mehrjährige Dürreperiode auf der Insel, von der rund 70 Prozent der Insel betroffen sind, erlebt dadurch eine signifikante Entspannung, was der Erholung der Landwirtschaft entgegenkommen dürfte.

Kubas Regierung beschließt Subventionsprogramm für Familien

Kubas Regierung plant den umfassenden Wiederaufbau der von „Irma“ zerstörten Gebäude (Quelle: Cubadebate)

Nachdem Hurrikan „Irma“ vor zwei Wochen über Kuba hinweggefegt war, laufen die Arbeiten zum Wiederaufbau noch immer auf Hochtouren. Mittlerweile ist die Strom-  und Wasserversorgung fast überall wiederhergestellt und die Hotels machen sich bereit für die kommende Hochsaison im November. Kubas Regierung will nun mit einem Subventionsprogramm den betroffenen Familien helfen, die zerstörten Wohnhäuser rasch wieder aufbauen zu können.

Im Rahmen des Maßnahmenkatalogs, der vor wenigen Tagen beschlossen wurde, wird der Staat die Hälfte der Kosten für die Baumaterialen der Hurrikangeschädigten übernehmen. Zudem sollen günstige Kredite vergeben werden, auch dann, wenn die betroffene Familie bereits einen Kredit abzubezahlen und keinerlei Garantien mehr zu geben hat. Die Produktion und Verteilung von Baumaterialien in den betroffenen Provinzen soll indes rasch aufgenommen werden.

Allein in Havanna hat „Irma“ rund 4.300 Gebäude beschädigt, komplett zerstört wurden in der Hauptstadt jedoch nur 157 Gebäude. Häufig wird über zerstörte Dächer berichtet, während einige Orte in den Provinzen Villa Clara, Matanzas und Ciego de Ávila schwer verwüstet wurden. Bis letzte Woche gab es noch berichte über einige tausend Personen, die aufgrund des Ausmaßes der Zerstörungen die Notunterkünfte nicht verlassen konnten.

Mit den neuen Maßnahmen will Kubas Regierung den Aufbau nun zügig in Schwung bringen. Betroffene Familien werden bereits seit dem ersten Tag der Aufräumarbeiten mit subventionierten Lebensmitteln versorgt, nun sollen bald Dächer, Zement, Stahlbeton und anderes folgen. Auch der Privatsektor soll gestützt werden: viele der betroffenen „Arbeiter auf eigene Rechnung“ können nun mit mehrmonatigen Steuererleichterungen rechnen, die ihnen helfen sollen, ihr Geschäft wieder auf die Beine zu stellen.

Mit Hochdruck soll ebenfalls der stark beschädigte Hotel-Hotspot „Jardines del Rey“ an der kubanischen Nordküste wiederhergestellt werden. Bis zum ersten November sollen die meisten Hotels sowie der Flughafen auf Cayo Coco wieder eröffnen. Bereits jetzt haben alle Hotels der Insel wieder Strom und Wasser, schwere strukturelle Schäden wurden nicht gemeldet. Die massiv gebauten Gebäude haben vor allem unter Schäden an den Dächern zu leiden, die jedoch verhältnismäßig schnell beseitigt werden können. In Varadero empfangen inzwischen 47 von 52 Hotels wieder Touristen. Auch hier gab Tourismus-Minister Marrero die Vorgabe aus, dass bis zum 1. November alle Schäden beseitigt sein sollen.

Obwohl Hurrikan „Irma“ auf Kuba 12 Todesopfer forderte und eine Spur der Verwüstung hinterließ, sind zur Stunde bereits kubanische Helfer auf der Insel Dominica aktiv, die vom Tropentief „María“ schwer verwüstet wurde.  Für Kuba brachte die heftige Sturmsaison immerhin eine kleine Erleichterung: Während „Irma“ über die Insel hinwegzog, konnten sich die Staudämme und Wasserreservoirs wieder von 40 auf 64 Prozent ihrer Kapazität füllen. Die mehrjährige Dürreperiode auf der Insel erfährt damit eine deutliche Entspannung.

Auf Kuba kehrt der Strom zurück

Arbeiter bei der Wiederherstellung der Stromversorgung (Quelle: Cubadebate)

Drei Tage nachdem Hurrikan „Irma“ auf Kuba das gesamte Elektrizitätsnetz zum kollabieren brachte, kehrt vielerorts wieder der Strom zurück. In Havanna sind inzwischen mehr als drei Viertel der Hauptleitungen wiederhergestellt. Auch in anderen Provinzen wurde es wieder Licht, nachdem das landesweit verbundene Stromnetzes am Mittwochabend erfolgreich wieder hochgefahren werden konnte. Bis Ende der Woche will die Insel vielerorts wieder bereit für Touristen sein.

Nach drei Tagen ohne Strom und Wasser war die Situation in Folgen des Jahrhundertsturms „Irma“ auf Kuba angespannt. Die Reparaturbrigaden des Stromversorgers arbeiteten seit Sonntag mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Stromversorgung, während Kadetten des Militärs die Straßen von heruntergefallenen Bäumen und Müll säuberten. Der Schulbetrieb ist inzwischen angelaufen, während Havannas Universitäten schrittweise ihre Kurse wieder aufnehmen.

Auch der Tourismus kehrt wieder nach Kuba zurück. Während im Badeort Varadero die allermeisten Hotels nur leichte Schäden erlitten haben, sind mit 29 davon die Mehrzahl weiterhin offen. Alle internationalen Flughäfen, mit Ausnahme von „Jardines del Rey“ auf Cayo Coco, haben seit Dienstag Mittag den Normalbetrieb wieder aufgenommen, so auch Havanna, Varadero und Camagüey. In der Hauptstadt gab die zuständige Tourismus-Beauftragte Entwarnung: Bis Ende der Woche sei die Stadt bereit für Touristen, die meisten Hotels hätten dann wieder regulär geöffnet. Bis zum Beginn der Hochsaison am 15. November sollen in Varadero und anderen Touristenpools die restlichen Schäden beseitigt sein.

Kubas Vizepräsident Miguel Díaz-Canel macht sich ein Bild von dem beschädigten Kraftwerk „Antonio Guiteras“ in Matanzas (Quelle: Giron)

Die Priorität liegt jedoch zunächst bei bei der Wiederherstellung des Stromnetzes, denn davon hängt auch die Wasserversorgung ab. Präsident Raúl Castro orderte alsbald nach dem Sturm die Verstärkung der Reparaturbrigaden an, weniger stark betroffene Provinzen wie Granma, Santiago und Pinar del Río schickten Spezialisten in die Hauptstadt und andere Gebiete. Noch immer dauern die Reparaturen am Kraftwerk „Antonio Guiteras“ in der Provinz Matanzas an. Das 1988 errichtete Schwerölkraftwerk kommt mit einer Leistung von rund 250 MW für ein Viertel des kubanischen Elektrizitätsbedarfs auf. „Irma“ hinterließ schwere Schäden an der Anlage, die voraussichtlich erst in einigen Tagen wieder teilweise hochgefahren werden kann.

Die anderen Kraftwerke, von denen viele ebenfalls beschädigt wurden, sind jedoch wieder mit voller Leistung ans Netz zurückgekehrt. Inzwischen sollen rund 75 Prozent der Leitungen auf der Insel wieder unter Strom stehen. Von den 2300 Hauptstromkreisen des Landes müssen noch 644 wiederhergestellt werden. Der staatliche Energieversorger „UNE“ gab am Mittwochabend einen Überblick über den Stand der Wiederherstellung der Stromversorgung in den einzelnen Provinzen:

  • Pinar del Río: 99 %
  • Artemisa: 94%
  • La Habana: 77 %
  • Mayabeque: 82 %
  • Matanzas: 34 %
  • Villa Clara: 30 %
  • Cienfuegos: 72 %
  • Sancti Spíritus: 47 %
  • Ciego de Ávila: 20 %
  • Camagüey: 73 %
  • Las Tunas: 74 %
  • Holguín: 92 %
  • Granma: 100 %
  • Santiago de Cuba: 99.9%
  • Guantánamo: 99.4 %