Varadero bereit für die Hochsaison, neue Fluglinie ab Düsseldorf

Der Badeort Varadero ist seit Anfang November noch besser von Düsseldorf aus zu erreichen (Quelle: Commons)

Vor wenigen Tagen gab die Fluggesellschaft Eurowings die Eröffnung zahlreicher neuer Langstreckenlinien bekannt. Auch Kuba ist seit dem 11. November von Deutschland aus noch besser erreichbar. Die neue Strecke Düsseldorf – Varadero will Eurowings künftig jeden Samstag bedienen. Auch die russische Fluggesellschaft „Azur Air“ will die Strecke in Zukunft anbieten. Gleichzeitig wurde der Badeort in den vergangenen Wochen fit für die Hochsaison gemacht.

Düsseldorf ist der größte Flughafen Nordrhein-Westfalens. Von hier aus starten jeden Tag hunderte Flüge in alle Himmelsrichtungen. „Die Vorausbuchungen für unsere Flüge sind bereits sehr hoch – die Nachfrage für unser Angebot ist eindeutig vorhanden“, sagte Eurowings-Geschäftsführer Oliver Wagner gegenüber der NRZ. Die Flüge nach Varadero sind derzeit mit einer Boeing 767 geplant, ab Sommer 2018 will Eurowings dann zusätzlich zwei Airbus A340-300 leasen.

Nachdem Hurrikan „Irma“ im September schwere Verwüstungen auf Kuba hinterließ, hat sich die Situation auch im Touristen-Hotspot Varadero wieder normalisiert. Am Freitag berichtete die Tageszeitung „Granma“, dass alle 52 Hotels der Halbinsel in Betrieb sind, mehr als 21.200 Zimmer sind bereit für die laufende Hochsaison. Auch die Traumstrände von „Jardines del Rey“ entlang der zentralen Nordküste der Insel sind wieder voll auf Touristen eingestellt. Der gleichnamige Flughafen hat den Betrieb bereits vor einigen Wochen wieder aufgenommen.

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Kuba bereitet sich auf Jahrhundertsturm „Irma“ vor

Hurrikan „Irma“ aus der Luft betrachtet (Quelle: Granma)

Rund ein Jahr nachdem Hurrikan „Matthew“ über Kuba hinwegfegte, bewegt sich derzeit ein neues Sturmtief auf die Karibikinsel zu. Bei „Irma“ handelt es sich um den stärksten Atlantik-Hurrikan in der Geschichte der Aufzeichnungen. Am Mittwoch hat der kubanische Katastrophenschutz die erste Warnphase für alle zentralen und östlichen Provinzen ab Matanzas bekannt gegeben, inzwischen wurde von Villa Clara bis Guantánamo die zweite Alarmstufe ausgerufen. Der Kategorie-5-Sturm wird voraussichtlich am Freitag erstmals auf kubanisches Territorium treffen, vor allem entlang der Nordküste und im Osten der Insel wird mit schwersten Schäden gerechnet.

Der stärkste Hurrikan in der Geschichte der Messungen

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Stundenkilometern handelt es sich bei „Irma“ um den stärksten Atlantiksturm seit Beginn der Messungen. Für Metereologen kam „Irma“ überraschend, da er die theoretischen Modelle für die maximale Stärke eines Hurrikans über den Haufen warf und zur Stunde sogar noch an Stärke zulegt. Einige fordern deswegen die Einführung einer sechsten Kategorie auf der bisher auf fünf Kategorien beschränkten Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala bei der ein Sturm ab Windgeschwindigkeiten von 249 Stundenkilometern zur maximalen Stärke gezählt wird.

Am Mittwoch machte Sturmtief „Irma“ den ersten Landkontakt auf den Karibikinseln Barbuda, Anguilla, St. Martin und St. Barthélemy und Puerto Rico wo bereits mehrere Menschen ums Leben kamen und schwere Verwüstungen angerichtet wurden. Das Nationale Hurrikancenter in Florida beschreibt auf seiner Homepage die typischen Schäden eines Kategorie-5-Sturms: „Eine große Anzahl an Wonhhäusern wird zerstört, mit teilweiser oder vollständiger Verwüstung der Dächer. Umgefallene Bäume und Strommasten werden Wohngebiete isolieren. Stromausfälle werden über Wochen bis hin zu mehreren Monaten andauern. Die betroffenen Gebieten können für Wochen bis hin zu Monaten unbewohnbar sein.“

Kuba macht sich auf das Schlimmste gefasst

Auf Kuba laufen indes die Vorbereitungen des Zivilschutzes an. In den gefährdeten Gebieten werden bereits Personen evakuiert und Material in Sicherheit gebracht. Betroffen sind laut jüngsten Prognosen alle Provinzen östlich von Matanzas, insbesondere die Nordküste sowie die zentralkubanischen Provinzen dürften mit den Folgen von „Irma“ zu kämpfen haben, während der Westen des Landes verschont bleiben könnte. Derzeit läuft die Evakuierung von mehr als 36.000 Touristen der Hotelpools auf den kleinen Inseln (Cayos) entlang der Nordküste. Der Zugverkehr auf der gesamten West-Ost-Achse des Landes ist seit Donnerstag bis auf weiteres eingestellt, ebenso der Schulunterricht in den Provinzen mit erhöhter Alarmstufe (Villa Clara bis Guantánamo). Krankenhäuser und Reparaturbrigaden halten sich laut jüngsten Medienberichten bereits bereit, während auf dem Land die Ernten frühzeitig eingefahren werden.

Nach den aktuellen Vorhersagen könnte „Irma“ schon am Freitag den Osten der Insel heimsuchen und am Samstag schließlich den Provinzen Villa Clara, Ciego de Ávila und Camagüey am nächsten kommen, bevor der Sturm schließlich über Matanzas gen Florida weiterziehen soll. Erste Auswirkungen wie Starkregen, Winde und unruhige See mit bis zu sechs Meter hohen Wellen sollen sich bereits ab Donnerstag bemerkbar machen, wie das kubanische meteorologische Institut (INSMET) bekannt gab. Ausläufer könnten noch bis Sonntag Mittag über die den Westen hinwegfegen, weshalb auch die Einwohner der Provinzen Havanna und Mayabeque angehalten sind die laufenden Warnungen zu verfolgen.

„Irma“ dürfte noch weitaus umfangreichere Vorbereitungen erfordern als der Rekordsturm „Iván“, für den im Jahr 2004 über zwei Millionen Menschen evakuiert wurden, heißt es vom kubanischen Katastrophenschutz. „Deswegen muss die Bevölkerung sich ständig über die Informationskanäle des meteorologischen Instituts und der Zivilverteidigung informiert halten und den Anweisungen der lokalen Behörden diszipliniert folge leisten“, sagte der Chef des kubanischen Katastrophenschutzes, Divisionsgeneral Ramón Pardo Guerra, gegenüber der „Granma“.

Flüge können umgebucht werden

Erste Fluggesellschaften haben bereits ihre Flüge auf die Karibikinsel verschoben. Condor, Delta Airlines und Eurowings bieten ihren Kunden kostenlose Umbuchungen an: „Alle Passagiere, die einen Flug mit Eurowings in die Karibik (Havanna, Varadero, Punta Cana, Puerto Plata) und nach Miami oder Orlando zwischen dem 06. und 11. September 2017 gebucht haben, können diesen einmalig kostenfrei über das Callcenter umbuchen“, heißt es in einem Statement von Eurowings. Das Auswärtige Amt hat angesichts des Jahrhundertsturms seine Reisehinweise für Kuba aktualisiert (siehe unten).

Kuba verfügt über eines der besten Zivilschutzsysteme der Welt. Als Hurrikan „Matthew“ im vergangenen Oktober mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern über die östlichen Provinzen der Inseln hinwegfegte, kam trotz immenser Sachschäden und hunderttausenden zerstörten Wohnungen kein einziger Mensch ums Leben. Die Kosten für den Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur wurden jedoch im Milliardenbereich verortet, die Arbeiten dauern noch immer an. Damals waren die Gegenden um Baracoa und Maisí am stärksten betroffen.


Aktuelle Informationen zu Hurrikan Irma

Prognose des National Hurrican Centers in Florida, Stand: Donnerstag, 8. September, 0 Uhr deutscher Zeit (Quelle: NOAA)

  • Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik (Stand: 07.09.2017):

Der Hurrikan „Irma“ hat sich zu einem „Major Hurricane“ der höchsten Kategorie 5 mit Winden von mehr als 250 km/h entwickelt und wird ab dem 6. September 2017 die nördlichen Karibikinseln und mindestens Ausläufer davon werden auch Kuba erreichen. Es muss insbesondere im Norden Kubas mit starken Stürmen, heftigen Regenfällen, Überschwemmungen und Erdrutschen gerechnet werden. Reisende werden gebeten, die Wettervorhersage, stets aktuelle Informationen des National Hurricane Centers und Anweisungen der lokalen Behörden unbedingt zu beachten und zu befolgen.(Quelle: Auswärtiges Amt)

Tourismus im Aufwind: Rund 80 Prozent mehr US-Besucher auf Kuba

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„Cuba es de moda“ – immer mehr US-Amerikaner finden ihren Weg nach Kuba (Quelle: Cartasdesdecuba)

Im ersten Halbjahr dieses Jahres besuchten 136.913 US-Amerikaner das sozialistische Kuba, rund 80 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dies meldete die kubanische Statistikbehörde ONE in ihrer jüngsten Publikation. Insgesamt konnte die Anzahl der Besucher um 11,7 Prozent zulegen, bis Ende Juni besuchten 2,1 Millionen Touristen die Insel. Die Einnahmen aus dem Tourismussektor stiegen um 15 Prozent auf 1,2 Mrd. US-Dollar. Damit bleibt der Tourismus nach den Dienstleistungsexporten die zweitwichtigste Einnahmequelle des Landes.

Die Hauptgruppe der Kuba-Touristen macht mit Abstand noch immer Kanada aus. Mehr als 777.000 Kanadier statteten der Insel zwischen Januar und Juni dieses Jahres einen Besuch ab. Auf dem zweiten Platz folgt mit 187.000 Besuchern die kubanische Exilgemeinde, die meist zwecks Familienbesuchen auf der Insel zu Gast ist. Mit 136.913 Besuchern machen die US-Amerikaner in diesem Jahr erstmals die drittgrößte Gruppe aus, Deutschland liegt mit 125.438 Gästen auf dem vierten Platz. Der deutsche Tourismus legte im Vergleich zum Vorjahr um gut 45 Prozent zu.

Der US-Tourismus könnte in der aktuell laufenden Hochsaison noch eine weitaus größere Rolle einnehmen. Die drei Fluglinien American Airlines, JetBlue und Delta Air kündigten an, bereits im nächsten Monat reguläre Linienflüge zwischen den USA und Kuba einzurichten. Neben Havanna sollen dabei auch andere Destinationen angesteuert werden. JetBlue plant demnächst Santiago de Cuba anzusteuern. Die Preise sollen im moderaten Bereich zwischen 100 und 200 US-Dollar liegen. Die bisher üblichen Charterflüge können mit bis zu 500 US-Dollar zu Buche schlagen.

Auch der Tourismus auf Kreuzfahrtschiffen befindet sich im Aufwind. Seit dem letzten Jahr steuern immer mehr Kreuzfahrtlinien die kubanische Hauptstadt an, unter anderem die US-Linie Carnival. Kuba plant, den Hafen von Havanna in einen rein touristischen Hafen umzubauen und bessere Infrastruktur für Kreuzfahrtschiffe sowie potentielle Fähren zwischen Kuba und den USA zu schaffen. Der Frachtverkehr wird derzeit schrittweise auf den neuen Containerhafen in Mariel übertragen.

Trotz des Booms der US-Besucher und der seit Dezember 2014 eingeleiteten Normalisierung der Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten bleibt „normaler“ Kuba-Tourismus für US-Amerikaner noch immer verboten. US-Amerikaner müssen sich in einer von 12 legalen Kategorien anmelden, um die Insel besuchen zu dürfen. Neben journalistischen Aufenthalten und religiösen Pilgerreisen zählen vor allem die sogenannten „People-to-people“-Tours zu den am häufigsten gewählten Kategorien. Diese geführten Reisegruppen versuchen einen Einblick in die kubanische Kultur zu geben. Reiner Sonne- und Strand-Tourismus sowie individuelle Reisen, die einen weitaus größeren Marktanteil in den USA abschöpfen könnten, bleiben weiterhin verboten.

Hurrikan Matthew trifft auf Kuba – Aktuelle Infos für Reisende

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Aktuelle Prognose des kubanischen Wetterdienstes zu Hurrikan Matthew (Quelle: met.inf.cu)

Am Dienstag wird mit dem Landfall von Hurrikan Matthew an der kubanischen Ostküste gerechnet. In Kuba laufen derzeit umfangreiche Vorbereitungsmaßnahmen, um menschliche Verluste zu vermeiden und wirtschaftliche Schäden zu minimieren. Touristen werden aus der Gefahrenzone evakuiert. Was sollten Reisende auf Kuba jetzt beachten? Und wie sieht es in den kommenden Tagen mit der Transportsituation auf der Insel aus?

Aktuelle Sicherheitshinweise

Laut den jüngsten Prognosen wird Hurrikan Matthew am Dienstag gegen 14 Uhr (Ortszeit) im Gebiet um Guantánamo mit einer Geschwindigkeit von rund 200 km/h an Land gehen, womit er dann als Hurrikan der Kategorie 3 gilt. Der letzte schwere Hurrikan Sandy traf 2012 auf Kubas Ostküste, wo er mit einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 185 km/h eine Spur der Verwüstung hinterließ, 11 Menschen kamen damals ums Leben.

Wer sich jetzt in einer der östlichen Provinzen (Camagüey, Las Tunas, Granma, Guantánamo, Santiago de Cuba und Holguín) aufhält, sollte dennoch nicht in Panik verfallen. Das Land genießt einen hervorragenden Ruf im Katastrophenschutz, die Vorbereitungen werden dieses Jahr im Unterschied zu 2012 von Raúl Castro persönlich koordiniert – umfassende Präventivmaßnahmen genießen höchste Priorität. Beim Schutz von ausländischen Gästen gehen die Behörden in der Regel zudem besonders sorgsam vor.

Obwohl mit dem Landfall des Hurrikans erst ab Dienstag gerechnet wird, warnt das Auswärtige Amt bereits jetzt schon vor schweren Regenfällen im Ostteil Kubas, in deren Folge es auch zu Überschwemmungen und Erdrutschen kommen kann. Der höchste Alarmstatus ist in den genannten Provinzen seit dem 3. Oktober, 9 Uhr Morgens aktiv (Ortszeit). Reisende sollten sich deshalb ab sofort ständig informiert halten und die regionalen Wettervorhersagen verfolgen sowie die Hinweise der lokalen Behörden beachten (siehe Links am Ende). Es muss mit Stromausfällen und zeitweiser Unterbrechungen der Trinkwasserversorgung gerechnet werden.

Wer mit seiner Familie im Ausland kommunizieren will, sollte beachten dass die öffentlichen WiFi-Netze in den östlichen Provinzen demnächst auf unbestimmte Zeit deaktiviert werden. Mit Störungen im Telefon- und Handynetz ist ebenfalls zu rechnen.
Der einheimischen Bevölkerung rät der Katastrophenschutz ausreichende Wasser- und Lebensmittelvorräte anzulegen sowie die Fenster mit Klebeband zu sichern.

Keine Flüge mehr in den Oriente

Wie die staatliche Flugaufsicht bekannt gab, sind seit dem 2. Oktober 12 Uhr (Ortszeit) alle Flüge mit den Zielen Santiago de Cuba, Holguín, Camagüey, Guantánamo, Moa, Baracoa, Manzanillo, Bayamo  und Las Tunas bis auf weiteres gestrichen. Es sollte damit gerechnet werden, dass die Routen zu den nördlichen Inseln (Cayos) in Holguín ab sofort für einige Tage nicht mehr passierbar sein werden, entsprechende Flugverbindungen werden Einschränkungen unterliegen.

Flüge von Kuba aus mit den Zielen Puerto Príncipe (Haiti), Santo Domingo (Dominikanische Republik), Fort de France (Martinique) Pointe a Prite (Guadalupe) und Caracas (Venezuela) werden bis auf weiteres ebenfalls entfallen. Änderungen der Flugrouten wird es bei Flügen von Madrid über Santiago de Cuba sowie von Buenos Aires über Cayo Coco geben. Details sind bei den jeweiligen Fluggesellschaften zu erfragen.

Bus und Zug stehen ebenfalls still

Der Busverkehr auf Kuba wird kurz vor dem Sturm ebenfalls starken Einschränkungen unterliegen. Alle Busse, die vom Westen der Insel aus in den Oriente (beginnend mit der Provinz Las Tunas) fahren, werden ab dem 3. Oktober um 5 Uhr Morgens Ortszeit nicht mehr verkehren. Ab 12 Uhr Mittags wird zudem kein Bus mehr vom Oriente in den Westen aufbrechen. Wer bereits ein Ticket gekauft hat, kann dieses bei der Busgesellschaft umtauschen. Auch hier gilt: Die Wiederaufnahme des Verkehrs hängt von den Wetterkonditionen ab, Details werden nach dem Sturm bekannt gegeben.

Züge von Havanna aus in den Oriente fahren bereits seit dem 2. Oktober nicht mehr. Betroffen hiervon sind alle Züge der Linien 11 bis 16. Die Zugverbindung zwischen Santiago de Cuba und Santa Clara (No. 9 und 10) wird ab dem 3. Oktober unterbrochen. Die Fahrpläne der Regionalzüge werden im Osten des Landes von den lokalen Katastrophenschutzbehörden geregelt, hier sollte auf Aushänge vor Ort geachtet werden. Der Umtausch von bereits gekauften Tickets ist bis zu 15 Tage nach dem Kauf möglich.


Aktuelle Informationen zu Hurrikan Matthew: