Panamá vergibt Einkaufs-Visa an kubanische Selbstständige

Kubas Privatsektor kann ab sofort für einen Monat auf Einkaufstour nach Panamá gehen (Quelle: Juventud Rebelde)

Beschäftigte im kubanischen Privatsektor können ab sofort von einem neuen Shopping-Visa in Panamá Gebrauch machen. Zum Preis von 20 US-Dollar vergibt das zentralamerikanische Land entsprechende Genehmigungen für den Besuch der Freihandelszone von Colón an Kubaner, welche als Kunsthandwerker oder selbstständig Beschäftigte tätig sind. Alle anderen sind in der Regel von dem Angebot ausgeschlossen, außer sie konnten bisherige Reisen nach Panamá oder in Drittländer vorweisen.

Mit dem neuen Visaprogramm will Panamá die Verkäufe in der Freihandelszone Colón ankurbeln. Sie ist die größte Freihandelszone des Kontinents und grenzt direkt an den Panamakanal, einer der zentralen Handelsrouten für Lateinamerika und die Karibik. Das neue Einkaufs-Visum wird nur mit gültigem Hin- und Rückflug ausgegeben und ist für maximal 30 Tage gültig. Es kann ab sofort im Konsulat des Landes in Havanna erworben werden, wie die Tageszeitung „Juventud Rebelde“ berichtet.

Am Montag wird Panamas Präsident Juan Carlos Varela für einen zweitägigen Staatsbesuch nach Havanna reisen. Neben der Vorstellung der kubanischen Biotechnologiebranche könnte es bei den Gesprächen auch um die neue Visapolitik seines Landes gehen. Panamá ist aufgrund der niedrigen Preise in der Freihandelszone bereits seit Jahren ein beliebtes Ziel kubanischer Einkäufer. Im letzten Jahr besuchten über 80.000 Kubaner das Land. Mit der neuen Visapolitik könnte sich diese Zahl deutlich erhöhen.

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Kuba förmlich zum Amerika-Gipfel in Panama eingeladen

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Logo des VII. Amerika-Gipfels (Quelle: NODAL.AM)

Panama-Stadt. Die panamaische Regierung hat Kuba offiziell zum 7. Amerika-Gipfel, der am 10. und 11. April kommenden Jahres in dem mittelamerikanischen Land stattfinden wird, eingeladen. Laut dem Außenministerium Panamas erging die Einladung an Kubas Präsident Raúl Castro. Der Gipfel wird somit die 35 Staats- und Regierungschefs der Region versammeln, einschließlich der USA und Kanadas.

Der Amerika-Gipfel geht auf eine Initiative der USA zurück, die das erste Zusammentreffen 1994 in Miami ausrichteten. Ein Hauptthema war die Förderung des Freihandels. Kuba blieb von der Veranstaltung seit Beginn an ausgeschlossen. Erst am Ende des letzten Gipfel hatten mehrere Staats- und Regierungschefs einen Boykott zukünftiger Treffen angekündigt, sollte die sozialistische Regierung Kubas von dem Forum weiterhin ausgegrenzt werden. Diese Positionsnahme galt politischen Beobachtern und Medien seither als weiteres Anzeichen des Scheiterns der Blockade- und Isolierungspolitik der USA gegenüber Kuba.

In der förmlichen Einladung an die Staats- und Regierungschefs erklärt der panamaische Präsident Juan Carlos Varela, der Gipfel „beabsichtigt, ein Forum für den Dialog zu sein, um die Verpflichtung der Länder der Region zu erneuern, eine größere Annäherung und Zusammenarbeit zwischen den Völkern von Amerika zu erreichen.“

Varela betonte, dass Panama keinen Zweifel daran habe, die Versammlung der 35 Staatslenker einschließlich Präsident Raúl Castro einzuberufen. Inzwischen hat Kuba dafür die Unterstützung aller lateinamerikanischer Staaten. Meldungen nach beharren die USA und Kanada darauf, dass die Teilnahme Kubas keine Legitimierung der Regierung in Havanna darstelle.

von Marta Andujo / Amerika21