Bestnoten im Kampf gegen Hunger

Karte des Welthunger-Index 2017 nach Schweregrad (Quelle: Vereinte Nationen)

Wie aus einem aktuellen Bericht des Welternährungsprogramms hervorgeht, hat Kuba einen Platz unter den ersten 14 Ländern bei der Reduzierung des Hungers erreicht. Mit einem Indexwert von unter fünf gehört das sozialistische Land zu den bestplatziertesten Ländern in dem Ranking und liegt im Spitzenbereich Lateinamerikas, noch deutlich vor Staaten wie Kolumbien (8.0) oder Argentinien (5.4). Auch manches europäische Land lässt die Insel in dieser Hinsicht hinter sich.

Wie die Nachrichtenagentur ACN berichtet, zeige der Bericht der UN-Organisation von der Notwendigkeit zielgerichteter Politiken, um die Ernährungssicherheit zu garantieren. Der multifaktorielle Index berechnet sich unter anderem aus Variablen wie dem prozentualen Anteil der unterernährten Bevölkerung, sowie der Anteil von unterernährten Kindern unter fünf Jahren. Zuletzt hatte Kuba zwischen 1990 und 1994 mit einem Indexwert von 10.5 einen „mäßigen“ Wert im Welthungerindex. Damals brachte die mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion begonnene Sonderperiode die Ernährungssicherheit auf der Insel ernstlich in Gefahr.

Seit dem Ende der 1990er Jahre konnte die Insel mit Werten von 5.3 und zuletzt von unter 5 wieder „gute“ Ergebnisse im Kampf gegen den Hunger erreichen und erlangt damit einen der besten Plätze in Lateinamerika. Damit liegt Kuba auch vor den europäischen Ländern Albanien (11.1), Serbien (6.6), Russland (6.2) und Bulgarien (5.4). Die weltweit größten Probleme gab es 2017 mit starkem Abstand in Afrika und Asien. Vor allem in der zentralafrikanischen Republik herrschte im Bewertungsjahr eine schwere Ernährungskrise, dort liegt der Indexwert bei 50.9, gefolgt vom Tschad (43.5), Madagaskar (38.3) und Sambia (38.2).

Kuba übernimmt CEPAL-Präsidentschaft

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel (links) erhält eine Medaille zum 70. Jahrestag der CEPAL-Gründung durch die Exekutivsekretärin des UN-Organs, Alicia Bárcena (Quelle: Granma)

Das sozialistische Kuba hat jüngst die Präsidentschaft der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) übernommen. Präsident Miguel Díaz-Canel übernahm den zweijährigen Vorsitz des UN-Gremiums, dessen Tagung am 8. Mai in Havanna stattfand. Ebenfalls zu Gast war UN-Generalsekretär António Guterres, der zu einem mehrtägigen Staatsbesuch auf der Insel weilte und dabei auch auf KP-Chef Raúl Castro traf.

„Wir fühlen uns geehrt in Kuba zu sein, bei diesem noblen Volk welches sein eigenes Schicksal in die Hand nimmt“, sagte Alicia Bárcena, die Exekutivsekretärin der CEPAL. Kuba sei ein wichtiger Partner in der globalen Süd-Süd-Kooperation und gleichzeitig ein Beispiel für Gleichheit und Gerechtigkeit in der Region mit der größten sozialen Ungleichheit der Erde. In ihrer Rede zur Eröffnung der 37. Tagung der Kommission verurteilte Bárcea auch die anhaltende Wirtschaftsblockade der USA gegen Kuba, deren Schaden von dem UN-Gremium auf 130 Milliarden US-Dollar geschätzt werden. Das US-Embargo habe ein „unauslöschbares Loch“ in der Wirtschaftsstruktur des Landes hinterlassen.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres (vorne rechts) neben Havannas Stadthistoriker Eusebio Leal in der Altstadt (Quelle: Cubadebate)

Ähnliche Töne schlug auch UN-Generalsekretär Guterres an, der vor der Tagung einen zweitägigen Staatsbesuch auf der Insel absolvierte. Die Restaurierung der Altstadt Havannas trotz der US-Blockade sei ein „Geschenk des kubanischen Volks an die Welt“, sagte der 69-jährige bei einem Rundgang mit dem Stadthistoriker Eusebio Leal. Kubas Staatschef Miguel Díaz-Canel würdigte in seiner Eröffnungsrede indes die Rolle der CEPAL als „Referenz des wirtschaftlichen und sozialen Wissens“ in der Region. Das 1948 gegründete Gremium, welches aus 45 Mitgliedsstaaten besteht, leiste einen progressiven Beitrag bei der Integration und Forschung zur sozialen Frage in der Region.

Díaz-Canel betonte in seiner Rede die wichtige Rolle von Informationstechnologien und Bildung für die Entwicklung. Um die Schere zwischen „denen, die haben und denen die nichts haben“ zu reduzieren sei es von fundamentaler Bedeutung den Unterschied zwischen „denen, die wissen, und denen die nicht wissen“ aufzuheben. Während der zweieinhalbjährigen Präsidentschaft des Gremiums bis 2020 will Kuba vor allem Akzente beim Thema der sozialen Gleichheit in der Region sowie der nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung setzen. Derzeit arbeite man am langfristigen Entwicklungsplan der Insel bis zum Jahr 2030, der auch in die Entwicklungskonzepte der Vereinten Nationen eingebettet werde, so Díaz-Canel.

Kuba verurteilt Menschenrechtsverletzungen in den USA

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Sitz der Vereinten Nationen in Genf (Quelle: Commons)

Genf. Kuba hat Menschenrechtsverletzungen in den USA angeprangert. Bei der 32. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats, die am Mittwoch in Genf stattfand, übte der kubanische Diplomat Pablo Berti scharfe Kritik an der Lage der Menschenrechte in den USA und stellte die moralische Autorität Washingtons in Frage.

Berti prangerte den freien Verkauf von Waffen an, dessen Folgen „bedauerlich“ seien. Auch ging er auf die NSA-Affäre ein und stellte die Frage in den Raum, ob die Spähprogramme der US-Regierung nicht die freie Meinungsäußerung und den Schutz der Privatsphäre untergrüben.

Die US-Delegation übte ihrerseits ebenfalls Kritik an Kuba. Die Kubaner könnten ihre Regierung nicht frei wählen, während diese zugleich die Opposition unterdrücke. Auch der mangelhafte Internetzugang auf der Insel wurde von Seiten der USA moniert.

„Wir fühlen uns verpflichtet, Sie daran zu erinnern sich auf die Menschenrechtsprobleme in Ihrem eigenen Land zu konzentrieren, die nicht wenige sind“, entgegnete Berti in der Versammlung. Neben den genannten Kritikpunkten bemängelte die kubanische Delegation mit Blick auf die Proteste von Ferguson gegen Rassismus und Polizeigewalt auch die mangelnde Versammlungsfreiheit in den USA und die Schwierigkeiten für Muslime in dem Land.

Schließlich forderte Kubas Diplomat Berti die USA dazu auf, die Handels- Finanz- und Wirtschaftsblockade gegen die sozialistische Insel zu beenden. Außerdem müsse der Marinestützpunkt von Guantánamo zurückgegeben werden. Im dortigen Gefangenenlager würden Personen in einem Rechtsvakuum festgehalten und gefoltert. Die USA sollten einen Besuch des UN-Sonderberichterstatters über Folter ohne Einschränkungen zulassen, fügte Berti hinzu.

von Marcel Kunzmann / Amerika21

Der Frieden von Havanna

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Kolumbiens Präsident Santos, Raúl Castro und FARC-Führer Timoshenko in Havanna (Quelle: Cubadebate / Flickr)

Kolumbiens Regierung und die linksgerichtete Rebellenorganisation FARC konnten sich letzten Donnerstag in Kubas Hauptstadt Havanna auf einen unbefristeten Waffenstillstand einigen. Nach fast dreijährigen Verhandlungen, die unter kubanischer Vermittlung stattfinden, scheint damit ein Ende des bewaffneten Konflikts in greifbare Nähe gerückt. International wurde das Abkommen begrüßt, auch UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon brach aus diesem Grund nach Kuba auf.

Seit 1964 herrscht Bürgerkrieg in Kolumbien, der längste Lateinamerikas. Die marxistische FARC steht dabei nicht nur mit der kolumbianischen Regierung, sondern auch mit in deren Auftrag handelnden rechten Paramilitärs in militärischem Konflikt. Die Ursprünge des Konflikts reichen bis in die 1920er Jahre zurück und betreffen vor allem Fragen der gerechten Landverteilung und des Landraubs durch Großgrundbesitzer. Bis dato forderte der Bürgerkrieg gut 220.000 Tote.

Bei den laufenden Friedensverhandlungen geht es unter anderem um die Zukunft der „Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens“ (FARC) als politische Partei sowie deren Entwaffnung. Im Sommer vergangenen Jahres erklärte die FARC bereits einen ersten Waffenstillstand. Trotz einer darauf folgenden Lageberuhigung setzte die Kolumbianische Regierung jedoch einzelne Operationen fort.

Diesmal einigten sich beide Seiten nicht nur auf eine definitive Waffenruhe, sondern auch auf die komplette Entwaffnung der Guerillaorganisation. Im Gegenzug garantierte die Regierung des rechtsgerichteten kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos die Sicherheit der demobilisierten Kämpfer, deren Anzahl auf 7.000 bis 8.000 geschätzt wird. Für die demobilisierten Kämpfer sollen eigens Zonen eingerichtet werden, mit denen diese ins zivile Leben übergehen sollen. Diese sollen durch UN-Missionen von den kolumbianischen Streitkräften geschützt werden. Gleichzeitig wollen beide Seiten den Kampf gegen rechte Paramilitärs verstärken, die sich häufig in Drogenkartelle verwandelt haben.

Die Waffenniederlegung soll 180 Tage nach Abschluss eines Friedensvertrags abgeschlossen sein. Trotz der substantiellen Fortschritte in den letzten Jahren gibt es noch viele Unwägbarkeiten in dem Prozess, z.B. bei der Frage nach der Integration der FARC in das politische System Kolumbiens. Ein dauerhafter Frieden scheint jedoch heute in greifbare Nähe gerückt zu sein.

CEPAL-Chefin lobt Investitionspolitik Kubas

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Bárcenas und Díaz-Canel im Gespräch (Quelle: Granma)

Santiago de Chile/Havanna. Die Wirtschaftskommission der UNO für Lateinamerika, CEPAL, hat die Investitionspolitik Kubas als vorbildlich eingestuft. Kuba öffne sich ausländischen Investitionen, schütze zugleich aber für das Land wichtige Bereiche und Arbeitsplätze, sagte die Exekutivsekretärin des Gremiums, Alicia Bárcena.

Die UNO-Vertreterin wurde in Havanna vom Ersten Vizepräsidenten, Miguel Díaz-Canel, empfangen. Bárcena und Díaz-Canel besprachen bei dem Treffen Chancen und Herausforderungen der regionalen Wirtschaftsentwicklung, hieß es in kubanischen Medien. Die CEPAL-Chefin sagte dem sozialistischen Kuba jede notwendige Hilfe bei den derzeitigen Versuchen zu, das wirtschaftliche Modell des Landes zu modernisieren.

Bárcena verwies darauf, dass Kuba bei seiner Reformpolitik die wirtschaftliche Lage in der gesamten Karibik und in Mittelamerika im Auge behalten müsse. Schließlich stünden die Länder dieser Region in Konkurrenz um ausländische Investitionen, fügte sie bei einer Wirtschaftskonferenz in Havanna hinzu. Vor allem in der Karibik sei für das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent des regionalen Bruttoinlandsproduktes zu erwarten. Diese Prognose liege über dem Ein-Prozent-Wachstum, das für Lateinamerika erwartet wird. Angesichts der Lage in der Karibik liege die Herausforderung darin, eine länderübergreifende Strategie gegenüber ausländischen Investoren zu entwickeln, um schädliche Konkurrenz zu vermeiden.

Es spräche nichts dagegen, dass jede Volkswirtschaft die eigenen Ressourcen zur Entwicklung der gesamten Region beitrage, etwa in den Bereichen des Tourismus und des Seetransports. Dies seien Gebiete, die es aufgrund der natürlichen Bedingungen der Region zu erschließen gelte.

„Ich glaube, dass die Sonderentwicklungszone in Mariel (nahe Havanna) ein Beispiel ist“, so Bárcena. Die bisher langen Transportrouten beim Export lateinamerikanischer Produkte in andere Kontinente könnte durch den kubanischen Handelshafen erheblich verringert werden, sagte sie.

von Christian Kliver / Amerika21

Kuba: Städtische Agrarwirtschaft mit großem Erfolg

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Der Eingang eines städtischen Gartens in Santiago de Cuba (Quelle: Flickr)

Havanna. In der kubanischen Hauptstadt Havanna hat der zweite internationale Kongress zur urbanen, suburbanen und familiären Landwirtschaft stattgefunden. Der kubanische Landwirtschaftsminister Gustavo Rodriguez informierte auf der Abschlussklausur in der vergangenen Woche darüber, dass in Kuba mehr als 50 Prozent der Obst-, Gemüse- und Gewürzproduktion in diesem Sektor generiert werde. Damit trage dieser Landwirtschaftsbereich einen wichtigen Beitrag zu der lokalen Selbstversorgung sowie der Schaffung von Arbeitsplätzen bei. Möglich sei diese Entwicklung durch die Unterstützung und Förderung durch die Politik sowie Institutionen auf allen Ebenen. Damit sei nachgewiesen, dass eine andere Form von Produktion von Lebensmitteln als durch die traditionelle möglich und außerdem effektiver sei.

Im Gegensatz zur traditionellen Landwirtschaft ist die urbane und suburbane Landwirtschaft in Kuba eine ökologische Landwirtschaft. Einbezogen in die Entwicklung sind neben den Produzenten 10.000 Wissenschaftler, 44.000 Techniker sowie über 4.000 Arbeitsgruppen in den Schulen. Die Flächen sind in der Regel Brachflächen, die den Produzenten, viele von ihnen Genossenschaften, zur Nutzung überlassen wurden. Die Direktvermarktung findet nur auf lokaler Ebene im Umkreis von fünf Kilometern statt. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Preise unter denen der Preise auf den sogenannten freien Märkten sein müssen. Bisher sind insgesamt 300.000 Arbeitsplätze geschaffen worden.

Neben der Produktion von Lebensmitteln geht es aber auch um die Erhaltung alter Sorten, die vom Verschwinden bedroht sind. So konnten in den letzten Jahren in den lokalen Obstgärten 100 bis 150 verschiedene Sorten angebaut werden. Des Weiteren ist der Erhalt von Samen ein wichtiger Aspekt für die Sicherung guter Ergebnisse.

Kuba sieht in dieser Form der Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Nahrungsmittelsouveränität und einen Beitrag zum Klimaschutz. Nichtregierungsorganisationen wie Oxfam und die Welthungerhilfe unterstützen seit Jahren diese Form der Landwirtschaft. Auch die FAO, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, begleitet die Entwicklung.

An dem internationalen Kongress nahmen Fachleute und Produzenten aus 25 Ländern und 37 kubanischen Einrichtungen teil. Der nächste Kongress findet 2017 wieder in Havanna statt.

von Kerstin Sack / Amerika21

Das erste Land ohne HIV und Syphilis bei Neugeborenen?

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Kolorierte Elektronenmikroskopaufnahme des HI-Virus (Quelle: World Health Map)

Kuba könnte das erste Land der Welt sein, in dem es keine Übertragungen der Geschlechtskrankheiten HIV und Syphilis auf Neugeborene mehr gibt. Dies meldete die kubanische Nachrichtenagentur ACN unter Berufung auf Informationen des Gesundheitsministeriums, wonach die Mutter-Kind Übertragung dieser Krankheiten in Kuba ausgerottet wurde. Ein Expertenteam der WHO traf Ende März auf der Insel ein, um die Ergebnisse zu bestätigen.

„Wir sind vorbereitet, und ich denke das Land wird eine Konsolidierung der Ergebnisse seines Programms zur Vorbeugung sexuell übertragbarer Krankheiten vorweisen und in der Lage sein, die Bestätigung [durch die WHO] zu erhalten“, sagte Kubas Gesundheitsminister Dr. Roberto Morales Ojeda. Damit die Erfolge von der WHO anerkannt werden, muss das Land eine Übertragungsrate von weniger als 0,5 Prozent der Lebendgeburten im Falle von Syphilis und weniger als 2 Prozent im Falle von HIV vorweisen. Die offizielle Bestätigung durch die WHO-Experten steht derzeit noch aus.

In einem Bericht der WHO aus dem Jahr 2012 wurden Kuba wesentliche Erfolge bei der Behandlung von Aids-Paitienten bescheinigt. Kuba und Guyana zählen zu den beiden Ländern in der Karibik, die am stärksten auf sogenannte antiretrovilale Therapien zur Behandlung der Krankheit setzen. In Kuba leben ca. 16.000 HIV-Infizierte, die Prävalenz in der Altersgruppe 15 bis 49 beträgt nach UN-Angaben 0,2 Prozent. Anfang des Jahres gab es Berichte über eine neue, aggressive Variante des HI-Virus in Kuba, die jedoch von kubanischen Wissenschaftlern in Zweifel gezogen wurden.

Weltgemeinschaft für Ende des US-Embargos gegen Kuba

New York. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat am vergangenen Montag mit überwältigender Mehrheit das Ende des US-Embargos gegen Kuba gefordert. Die Resolution wurde von 188 Ländern unterstützt, lediglich die USA und Israel stimmten dagegen. Es gab drei Enthaltungen. Damit entspricht das Ergebnis exakt dem des Vorjahres.

Nach einer sozialistischen Revolution auf der Karibikinsel verhängte die damalige Regierung der USA unter Präsident John F. Kennedy im Jahr 1962 ein Wirtschaftsembargo gegen Kuba, das bis heute in verschärfter Form in Kraft ist. Trotz leichter Signale der Annäherung wie Reiseerleichterungen für Familienzusammenkünfte, hat die Regierung von Präsident Barack Obama bisher wenig getan, um das Verhältnis mit Kuba zu verbessern.

Inzwischen rief mit der New York Times eines der einflussreichsten Medien des Landes zum Ende des Embargos auf.

„Wir können innerhalb unserer Gegensätze in zivilisierter Form miteinander leben und in Kontakt treten“, versicherte Kubas Außenminister Bruno Rodríguez in seiner Rede vor der UN-Versammlung. Sein Land werde „niemals auf seine Soveränität oder seinen frei gewählten Entwicklungsweg verzichten, den Aufbau eines gerechteren und effizienteren, prosperierenden und nachhaltigen Sozialismus.“

von Marcel Kunzmann / Amerika21

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Abstimmungergebnisse in der UN-Vollversammlung 1992 bis 2014 (Quelle: Cubadebate)

UNO und WHO danken Kuba für Ärzte im Kampf gegen Ebola in Afrika

Havanna. Die kubanische Regierung wird zur Unterstützung des Kampfes gegen die Ebola-Epidemie 165 Ärzte nach Westafrika entsenden. Dies gab der Gesundheitsminister Kubas, Roberto Morales Ojeda, am Freitag bekannt. Im Rahmen einer Pressekonferenz in der Zentrale der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf sagte Morales Ojeda, dass die ersten Mediziner den Plänen zufolge Anfang Oktober in Sierra Leone eintreffen werden.

In Westafrika sind offiziellen Zahlen zufolge in einer der schlimmsten Epidemien bereits 2.300 Menschen gestorben. Die Dunkelziffer ist weitaus höher. Die Epidemie betrifft Liberia, Sierra Leone und Guinea, seit im März die ersten Fälle aktenkundig geworden waren. Auch Nigeria und Senegal haben erste Kranke gemeldet.

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WHO-Chefin Chan und Kubas Gesundheitsminister Morales (Quelle: WHO)

Das kubanische Engagement ist weltweit bei Fachorganisationen und in Medien auf ein großes Echo gestoßen. Medien wie Forbes, Reuters oder die BBC berichteten ausführlich über die Initiative. Die Entsendung von Ärzten in Länder des Südens hat in Kuba Tradition. In Haiti etwa sind seit Jahren hunderte Mediziner aus Kuba aktiv.

Das langfristige Engagement wurde von Experten als effizienter anerkannt als die kurzfristige Katastrophenhilfe westlicher Staaten.

Auch aktuell lobt die WHO-Direktorin Margaret Chan Kubas Einsatz, der nach ihren Worten für Sierra Leone „eine wichtige Unterstützung“ bedeutet. „Wenn wir gegen Ebola in den Krieg ziehen wollen, dann brauchen wir Ressourcen dafür“, sagte sie. „Kuba ist weltweit dafür bekannt, dass es herausragende Ärzte und Pflegekräfte ausbildet und anderen Staaten generös auf dem Weg zum Fortschritt beisteht“, so Chan weiter.

Nach kubanischen Angaben werden der Delegation Ärzte, Pflegekräfte, Epidemiologen, Spezialisten in Seuchenkontrolle, Intensivmediziner und Sozialarbeiter angehören.

Neben der WHO-Chefin sprach auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon Kuba seinen Dank aus. „Der Generalsekretär möchte die von der kubanischen Regierung bekanntgegebene Initiative, kurzfristig 165 Ärzte zum Kampf gegen Ebola nach Sierra Leone zu entsenden, aufs Herzlichste begrüßen“, heißt es in der online veröffentlichten Note.

von Harald Neuber / Amerika21

Kuba arbeitet enger mit der WHO zusammen

WHO-Logo

Kuba leitet erstmals die Weltgesundheitsversammlung WHO.

Genf/Havanna. Erstmals hat Kuba die Weltgesundheitsversammlung (WHA), das Hauptorgan der Weltgesundheitsorganisation (WHO), in Genf geleitet. Die umfangreiche Tagesordnung beinhaltete unter anderem Themen wie die Umsetzung internationaler Gesundheitsrichtlinien, den Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgungsstrukturen sowie Strategien zur Bekämpfung von Tuberkulose und Hepatitis.

Ziel seines Landes sei es gewesen, so Kubas Gesundheitsminister Roberto Morales Ojeda, möglichst konsensfähige Resolutionen zu formulieren, die eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, in den 194 Mitgliedsstaaten umgesetzt zu werden. Besondere Beachtung in der Debatte fanden chronische Krankheiten, eine der Haupttodesursachen in Kuba. Hierbei verwies Ojeda auf das seit den sechziger Jahren entwickelte Gesundheitssystem, welches eine medizinische Versorgung in allen Landesteilen erlaubt und damit beispielhaft für andere Staaten sei.

Auch in der Debatte um die Herausforderung einer alternden Gesellschaft für das Gesundheitssystem betonte er die Erfolge der Gesundheitspolitik seines Landes. Einer Studie zufolge wird der Anteil der über 60-jährigen im Jahr 2030 in Kuba 30 Prozent betragen. Dies stelle neue Anforderungen an das Gesundheitssystem, denen das Land nun begegnen will.

Gegenüber der staatlichen Tageszeitung Granma, dem Zentralorgan der regierenden Kommunistischen Partei Kubas, betonte er zudem die Möglichkeiten, die sich durch das kubanische Engagement in der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation ergeben, der lateinamerikanischen Regionalorganisation der WHO. Das medizinische Personal, das Kuba in unterschiedliche Länder entsendet, könne dafür sorgen, dass entsprechende Vorgaben der WHO eingehalten und umgesetzt werden.

Seit 1995 ist Kuba Mitglied der 1948 gegründeten Weltgesundheitsorganisation. Diese versucht durch Impfungen Pandemien einzudämmen. Seit der Ausrottung der Pocken Anfang der achtziger Jahre widmet sich die WHO verstärkt dem Kampf gegen Kinderlähmung. Gemeinsam mit der WHO könne Kuba einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheitspolitik in der „Gruppe von Polio-Nationen“ leisten, in denen es zuletzt wiederholt zu Ausbrüchen kam, so Ojeda.

Erfolge kubanischer Arbeit konnten bereits Länder Afrikas wie Nigeria, Angola oder Ghana berichten. Dort engagiert sich die kubanische Organisation „Labiofam“ gegen Malaria. Durch diese Arbeit konnte nach Expertenangaben nicht nur die Infektionsrate der durch Moskitos übertragbaren Krankheit reduziert werden, auch Ansteckungsrate mit Denguefieber habe gesenkt werden können.

Der Verantwortliche für internationale Organisationen im Gesundheitsministerium Kubas, Antonio González, betonte gegenüber der Nachrichtenagentur Prensa Latina, dass Kuba „praktisch alle Milleniumsziele der UNO“ erreicht hat. Diese Ziele zur sozialen und gesundheitspolitischen Entwicklung waren auf dem Millenniumsgipfel im Jahr 2000 in New York definiert worden.

von Julia Ziegler / Amerika21