Kuba bereitet sich auf Konzert der Rolling Stones vor

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Seit Anfang März wird in der „Ciudad Deportiva“ die Bühne aufgebaut (Quelle: Juventud Rebelde)

Havanna. Für das am Freitag stattfindende Konzert der Rolling Stones in der kubanischen Hauptstadt Havanna laufen die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren. Rund eine halbe Million Zuschauer werden erwartet. Der Auftritt bildet den Abschluss der „Lateinamerika-Olé-Tour“, die die Band zuvor nach Mexiko, Kolumbien, Peru, Brasilien, Uruguay, Argentinien und Chile geführt hatte.

In einem der kubanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina übermittelten Video grüßen die Rolling Stones ihre Fans: „Hallo Kuba! Wir sind sehr glücklich für euch zu spielen. Wir haben an vielen unglaublichen Orten gespielt, aber dieses Konzert wird für uns, und wir hoffen für euch ebenso, historisch sein. Danke, dass ihre uns in eurem wunderschönen Land empfangt, wir hoffen, euch alle am 25. in der Ciudad Deportiva zu sehen“, ist Sänger Mick Jagger auf Spanisch zu hören.

Die Organisation des Events sei eine große Herausforderung, sagte Osmani López Castro, Vizepräsident des kubanischen Musikinstitutes. Mit 60 Containern und einer Boeing 747 wurden über 500 Tonnen Equipment nach Kuba geschafft. 13 staatliche Behörden sind mit der Logistik rund um das Konzert beschäftigt. Bereits seit Anfang März wird die Bühne, die etwa 80 Meter lang, 56 Meter breit und 20 Meter hoch ist, in der Ciudad Deportiva aufgebaut. Zusätzlich werden auf dem Gelände zehn Leinwände installiert, außerdem eine aufwendige Lichttechnik für Filmaufnahmen. Das internationale Bühnentechniker-Team der Band arbeitet dabei mit kubanischen Kollegen zusammen.

Das Konzert soll um 20:30 (Ortszeit) beginnen und zweieinhalb Stunden dauern. Es könnte aber auch länger dauern, so López Castro, dies entscheide die Band. Man rechne damit, dass die ersten Fans aus dem ganzen Land bereits in der Nacht zuvor oder am frühen Morgen auf dem Gelände eintreffen, um sich einen guten Platz zu sichern. Auch werden tausende Zuschauer aus anderen Ländern erwartet, sagte López Castro weiter. „Wir haben die Bedingungen geschaffen, dass alle, die das Konzert besuchen möchten, dies tun und das Ereignis in einer angenehmen Atmosphäre genießen können“, versicherte der Funktionär. Der Eintritt ist frei.

Jugendliche wie Hansel Hernández, Christian Pereira und Kevin Parreño stört es nicht, dass sie ihr Sportgelände bis Samstag nicht nutzen können: „Es macht uns nichts aus, dass sie vorläufig unseren Platz übernommen haben. Das ist nur für die paar Tage. Die ‚Mikis‘ kommen mit ihrer Musik und wir werden sie genießen“, meinten sie gegenüber der Zeitung Juventud Rebelde.

Der Tour-Manager der Rolling Stones, Dale Skjerseth, sagte gegenüber der kubanischen Tageszeitung Granma, die Stones freuten sich sehr, nach Kuba zu kommen und „ihre Musik dem kubanischen Volk zu widmen“. Das Konzert am Freitag sei für die Gruppe „etwas ganz Besonderes“, es werde „einmalig“ werden. Die Stones würden ihre Klassiker spielen, aber es werde auch Überraschungen geben. Seit mehr als sechs Monaten bereite man die Sache vor und habe von den kubanischen Behörden jegliche Unterstützung erhalten. Ein Vorprogramm werde es nicht geben, der Abend gehöre allein den Rolling Stones und ihren Fans, so Skjerseth.

Der mehrfach preisgekrönte kubanische Chor „Entrevoces“ wird die Band mit 24 Sängerinnen und Sängern bei ihrem Stück „You can’t always get what you want“ begleiten, mit dem das Konzert beendet wird. Dies gab Digna Guerra, die Leiterin des Chors bekannt. Völlig überraschend habe ein Mitarbeiter der Stones sie vergangene Woche angerufen. Er habe die Partitur und einen Link zum Live-Mitschnitt des Stückes aus Bogotá geschickt. Sie habe den Song mit dem Chor einstudiert und nach einer Probeaufnahme seien beide Seiten übereingekommen, dass Entrevoces am Konzert teilnimmt.

Ob Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Ron Wood sich in Kuba auch mit Vertretern aus der Politik treffen werden, ist nicht bekannt. In Argentinien waren sie zur Irritation vieler Fans einer Einladung des konservativen Präsidenten Mauricio Macri zu einem privaten Abendessen in seinem Landhaus gefolgt.

von Eva Haule / Amerika21

„Konzert für die Freundschaft“ der Rolling Stones in Kuba

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Kubanische Interpretation des Bandlogos der „Stones“ (Quelle: ntd.la)

Havanna. Jetzt ist es offiziell: Die britische Rockband Rolling Stones wird am 25. März in Kubas Hauptstadt Havanna ein Gratiskonzert geben. Das Musikinstitut beim kubanischen Ministerium für Kultur bestätigte, was die Gruppe am Montag auf ihrer Homepage angekündigt hatte. Das „Konzert für die Freundschaft“ wird in der Ciudad Deportiva stattfinden, einer Großanlage mit verschiedenen Stadien und Sportplätzen.

Die Nachricht verbreite sich in den Medien der Insel „mit einer Art Euphorie“ und die sozialen Netzwerke „explodieren mit der Neuigkeit, die so lange Zeit erwartet wurde“, berichtet die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina. „Beim Erkunden immer neuer Horizonte und als echte Pioniere des Rock werden die Rolling Stones, die in jeder Ecke des Planeten aufgetreten sind, ihre hochkarätige Show und ihr unglaubliches Repertoire zum ersten Mal in der Geschichte in die Karibik bringen“, heißt es etwa in La Jiribilla, einer kubanischen Kulturzeitschrift.

Die Jugendzeitung der Kommunistischen Partei Kubas merkt an, charakteristisch für die Musik der Rolling Stones „sind ihre schlichten Melodien und einfachen Strukturen, bei denen sie nicht allzuviel Akkorde zur Begleitung rauher Songtexte einsetzen, die soziale Themen berühren. Ihrem klassischen Repertoire des Rock’n Roll haben sie in ihrer ausgedehnten Karriere verschiedenen Stile hinzugefügt, wie Country, Folk, Reggae und Tanzmusik. Sie gelten als eine der größten und einflussreichsten Bands in der Geschichte des Rock.“

Die Gruppe verbindet ihren ersten Auftritt mit einer Initiative „von Musiker zu Musiker“, und bringt von Firmen gespendete Instrumente und Equipment für kubanische Kollegen aller Genres mit. Organisiert wird das Konzert gemeinsam von der Kulturstiftung Bon Intenshon aus Curaçao und dem Kulturministerium Kubas. „Wir haben in unserer langen Laufbahn schon an vielen besonderen Orten gespielt, aber dieser Auftritt in Havanna wird ein Meilenstein für uns und wir hoffen, auch für alle unsere kubanischen Freunde sein“, heißt es in der Ankündigung der Band.

Kuba bildet den Abschluss der ersten Lateinamerika-Tournee der Stones seit zehn Jahren. Konzerte fanden bereits in Chile, Argentinien, Uruguay und Brasilien statt, vor Kuba stehen noch Peru, Kolumbien und Mexiko auf dem Programm. Wie die Pressesprecherin des kubanischen Musikinstitutes mitteilte, sollte das Konzert in Havanna zunächst am 19. März stattfinden, wurde dann aber wegen des Besuches von US-Präsident Barack Obama am 21. März verschoben.

Den ersten Kontakt habe man im Februar 2015 geknüpft, als Darryl Jones und Barryl Fowler, die die Band seit Jahren begleiten, mit den Dead Daisies in Havanna auftraten und sich als Vermittler eines Konzerts der Rolling Stones auf der sozialistischen Karibikinsel anboten. Im Oktober hatte sich deren Sänger Mick Jagger dann mehrere Tage in der kubanischen Hauptstadt aufgehalten. Seitdem wurde das Ereignis konkret geplant.

von Eva Haule / Amerika21