Matanzas erhält neues Dieselkraftwerk aus Deutschland

Insgesamt sollen 32 Dieselgeneratoren des süddeutschen Herstellers MTU in Matanzas installiert werden (Quelle: Granma)

Die kubanische Provinz Matanzas verfügt seit kurzem über ein weiteres Kraftwerk zur Stromerzeugung. Wie kubanische Medien berichteten, hat die erste Einheit aus acht Generatoren der MTU Friedrichshafen die Belastungstests erfolgreich bestanden. Nach seiner Fertigstellung soll das Dieselkraftwerk eine Leistung von 67,2 Megawattstunden in das Stromnetz der Insel einspeisen.

Mit den dezentralen Dieselgeneratoren will Kubas Energieversorger vor allem Spitzen im Strombedarf abdecken sowie ausfallbedingte Lücken schließen. Neben der Redundanz soll sich dabei auch die Versorgungsstabilität in der wirtschaftsstarken Provinz erhöhen, zu der auch der Touristen-Hotspot Varadero gehört. Hurrikan „Irma“ verwüstete hier letzten Herbst das thermische Kraftwerk „Antonio Guiteras“, welches zu den wichtigsten Stromerzeugern der Insel gehört. Die Reparaturen an der sowjetischen Anlage dauern voraussichtlich noch bis Mitte des Jahres an.

Insgesamt sollen in dem kleinen Dieselkraftwerk 32 MTU-Generatoren ihren Dienst tun. Die Einspeisung ins Stromnetz wird nächste Woche beginnen. Zu den Vorteilen der Anlage gehört neben der flexiblen An- und Abschaltung auch die Resistenz gegen Umweltphänomene. Matanzas wird damit über die Reparaturphase hinaus weniger auf Stromlieferungen aus anderen Provinzen angewiesen sein.

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Kuba baut modernes Dieselkraftwerk mit deutscher Technologie

Die Baustelle bei Cienfuegos, im Hintergrund die Ölraffinerie (Quelle: 5 de septiembre)

In der Küstenstadt Cienfuegos wird derzeit Kubas größtes und modernstes Dieselkraftwerk errichtet. Der Bau begann am 9. Januar. Noch vor Ende des Jahres soll das Kraftwerk ans Netz gehen, wie die Tageszeitung „Granma“ berichtet. Mit einem Investitionsvolumen von 36 Mio. US$ ist das Projekt für die Insel der umfangreichste Kraftwerksneubau seit dem Ende des Kalten Krieges.

Das Kraftwerk wird mittels 40 Motoren betrieben, die eine Leistung von 84 Megawattstunden (MWh) liefern. Damit können 60 Prozent der Haushalte der nahe gelegenen Stadt Cienfuegos mit Strom versorgt werden, wie der nationale Energieversorger UNE berichtet. Zum Einsatz kommen dabei Dieselmotoren der deutschen Firma MTU, welche hierzulande vor allem als Zulieferer für die Rüstungsbranche sowie im Bereich der Schiffsmotoren bekannt ist. Bereits im Rahmen der 2005 gestarteten „Energierevolution“ kaufte Kuba zahlreiche MTU-Dieselmotoren, die zur dezentralen Energieversorgung beitragen.

Das Kraftwerk wird in unmittelbarer Nähe der Ölraffinerie von Cienfuegos errichtet, welche im Jahr 2008 mit venezolanischer Hilfe modernisiert wurde. Mit einer Kapazität von 65.000 Barrel pro Tag ist sie die größte des Landes. Die Versorgung des Kraftwerks mit Treibstoff soll dabei durch eine direkte Leitung zur Raffinerie erfolgen, was Transportkosten spart.

Der Bau, welcher auf einer Fläche von 5,7 Hektar erfolgt, ist bereits zu 15 Prozent abgeschlossen. Dies meldeten kubanische Medien kurz vor dem Besuch des Politbüromitglieds Ramiro Valdés Anfang April auf der Baustelle. Kuba plant, bis zum Jahr 2030 mindestens 24 Prozent seines Strombedarfs mittels erneuerbarer Energien zu erzeugen. Die schrittweise Abschaltung der alten sowjetischen Schwerölkraftwerke sowie ihre Ersetzung durch effizientere Technik ist Teil des Programms.