Kuba ist bereit für das Verfassungsreferendum

Abstimmung kubanischer Diplomaten in Argentinien (Quelle: Cubadebate)

Havanna. Mehr als 24.000 Wahllokale haben sich am vergangenen Sonntag auf Kuba am Probelauf für das Verfassungsreferendum am 24. Februar beteiligt. Er begann um sieben Uhr morgens und verlief landesweit zufriedenstellend, wie die nationale Wahlkomission (CEN) bekannt gab.

225.000 Kubaner beteiligten sich an der Probeabstimmung, bei der von den technischen Gegebenheiten bis zur Auszählung der Wahlzettel alle Voraussetzungen für die Abstimmung am kommenden Sonntag überprüft wurden. Auch in den 27 Wahllokalen Havannas, die Ende Januar von einem Tornado beschädigt wurden, konnte der Testlauf erfolgreich abgeschlossen werden. Lediglich 2,5 Prozent der Wahllokale berichteten von Problemen. Kleinere noch bestehende Mängel, unter anderem bei der Telefoninfrastruktur, sollen bis zum Termin des Votums beseitigt sein. Auch die Aufstellung von Wahlkabinen in Krankenhäusern und Fabriken, die dort über die nötige Diskretion verfügen, kann gewährleistet werden. In den gebirgigen Regionen der Insel werden spezielle Transportkapazitäten geschaffen. Amateurfunker helfen bei der Koordination, damit sich tatsächlich jeder an der Abstimmung beteiligen kann. „Wir sind bereit, das Referendum durchzuführen“, erklärte die Sprecherin der Wahlkommission, Luisa María Márquez.

Die Abstimmung der über 20.000 Kubaner, welche sich derzeit auf Missionen im Ausland befinden, verlief laut Angaben der Wahlkomission erfolgreich. Neben Ärzten und Krankenpflegern zählt hierzu auch das gesamte diplomatische Personal der Insel. Kubaner in über 130 Ländern stimmten bereits am 16. und 17. Februar über die neue Verfassung ab. 1.048 Wahllokale standen hierfür bereit.

Mehr als acht Millionen Kubaner sind am 24. Februar aufgerufen, über die neue Verfassung des Landes mit „Ja“ oder „Nein“ abzustimmen. Sie wurde im Dezember letzten Jahres nach langer Volksaussprache von der Nationalversammlung bestätigt und soll das bisher gültige Dokument von 1976 ablösen. Um angenommen zu werden, muss sie an der Urne von mindestens 50 Prozent der Wahlberechtigten ratifiziert werden. Am Tag des Referendums werden die Wahllokale von sieben bis 18 Uhr geöffnet haben. Die Abstimmung ist geheim und gleich, während die Auszählung der Stimmzettel öffentlich erfolgen wird. (A21)

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Wahlkommission in Kuba gibt Details zum Verfassungsreferendum bekannt

Abstimmungszettel für das Verfassungsreferendum in Kuba: „Bestätigen Sie die neue Verfassung der Republik?“ „Ja“ oder „Nein“ (Quelle: Cubadebate)

Havanna. Vor dem Verfassungsreferendum auf Kuba hat die nationale Wahlkommission (Comisión Electoral Nacional, CEN) wichtige Details zum Ablauf des Votums bekannt gegeben. Am 24. Februar soll in den 12.635 bisher festgelegten Wahlkreisen des Landes über die Frage: „Bestätigen Sie die neue Verfassung der Republik?“ mit „Ja“ oder „Nein“ abgestimmt werden können. Auch im Ausland werden Kubaner am Referendum teilnehmen.

Wie die CEN-Vorsitzende Alina Balseiro erklärte, dürfen alle kubanischen Bürger die Älter als 16 Jahre sind an der Abstimmung teilnehmen. Ausgeschlossen werden lediglich Gefängnisinsassen und Personen, denen geistige Unzurechnungsfähigkeit bescheinigt wurde. Auch Ausländer, die seit mindestens zwei Jahren über eine permanente Wohnerlaubnis auf Kuba verfügen, dürfen wählen.

Die rund 40.000 Kubaner, die sich auf Auslandsmissionen befinden, sowie das gesamte diplomatische Personal werden bereits am 16. und 17. Februar ihre Stimme abgeben. Hierfür werden eigens 122 Wahlbüros in den jeweiligen Ländern eingerichtet.

Laut Balseiro wird dafür gesorgt, dass jeder Bürger die Möglichkeit bekommt, seine Stimme abzugeben. Bis Ende Januar konnten Wähler ihre Daten in den öffentlich einsehbaren Wahlregistern korrigieren lassen. Am Tag der Abstimmung selbst wird es Wahlkabinen auch in Krankenhäusern, rund um die Uhr produzierenden Fabriken sowie Militärstützpunkten geben. Am 17. Februar wird zudem ein landesweiter Testlauf stattfinden.

Kuba verfügt seit 2007 über ein digitales Wahlsystem, das „Verlaufskontrolle in Echtzeit sowie vollständig überprüfbare Informationen“ liefert, wie das Internetportal Cubadebate erkläutert. Damit wurden bisher drei Parlamentswahlen sowie sechs Wahlen zu den Provinz- und Gemeindeparlamenten absolviert. Das Aussehen der Stimmzettel, die auf Papier gedruckt in Urnen landen, wurde in dem Bericht bereits veröffentlicht. Am Wahltag wird mit mehr als 420.000 Helfern gerechnet, die an dem gesamten Prozess beteiligt sind.

Ende Dezember hat das Parlament die überarbeitete und endgültige Form der reformierten Verfassung beschlossen, die zuvor im Rahmen einer Volksaussprache diskutiert wurde, an der sich rund neun Millionen Kubaner beteiligten.

Falls die neue Verfassung am 24. Februar angenommen wird, tritt sie offiziell mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der Regierung in Kraft. Danach muss innerhalb von sechs Monaten ein neues Wahlgesetz erarbeitet werden, das den neuen Strukturen Rechnung trägt. (A21)