Geld nach Kuba senden – aber wie?

Seit kurzem keine Option mehr: Geld per Western Union nach Kuba senden (Quelle: Commons)

Im Zuge neuer US-Sanktionen ist es in den vergangenen Monaten immer schwieriger geworden, Geld an Freunde und Verwandte in Kuba zu überweisen. Aufgrund der zahlreichen Anfragen, die mich in letzter Zeit zu diesem Thema erreicht haben, will ich versuchen an dieser Stelle einen ständig aktualisierten Überblick zu geben (ähnlich dem Ratgeber: „Internet für Touristen auf Kuba“) und die undurchsichtige Gemengelage ein wenig zu ordnen. Was sind aktuell die besten Wege, um Geld nach Kuba zu senden? (Stand: 1. März 2021).

Ein Hinweis vorneweg: Leider ist es mir nicht möglich, sämtliche der hier vorgestellten Anbieter zu testen. Für eventuelle Fehler kann ich daher keine Gewähr übernehmen und bin für Hinweise dankbar. Die Nutzung der Angebote erfolgt auf eigenes Risiko.

Unkompliziert und schnell: Handyguthaben aufladen
Die einfachste Variante, welche sich insbesondere für kleinere Beträge eignet, ist das Aufladen von Handyguthaben. Dieses kann vom Empfänger mit einer gewissen Verlustmarge weiterverkauft und damit in Cash umgewandelt werden (Angebote dazu finden sich auf Kleinanzeigenportalen wie Revolico und Porlalivre). Das Handy-Saldo hat sich auf Kuba in den letzten Jahren zu einer Art „Zweitwährung“ entwickelt und ist immer vielseitiger einsetzbar. Größter Vorteil dieser Methode sind die relativ niedrigen Gebühren sowie die rasche Verfügbarkeit: eine Aufladung kommt bei allen Anbietern binnen weniger Sekunden an. Die Auswahl der Dienstleister ist relativ groß, dabei gibt teils erhebliche Unterschiede bei den anfallenden Gebühren. Die Preise schwanken von Tag zu Tag, doch die erbrachte Leistung ist immer die gleiche. Seriöse und aktuell empfehlenswerte, günstige Dienstleister, die ich selbst getestet habe:
(Preise vom 23.02 bei PayPal-Zahlung; über Kreditkarte teils minimal günstiger)

  • Rebtel: Aufladung á 500 Pesos (~17,5€) für 18€. Bezahlung mit Kreditkarte oder PayPal, große Auswahl, einfach in der Bedienung. Nachteil: soll von Kuba aus (auch per VPN) nicht funktionieren, was nur relevant bei Selbstaufladungen von Ausländern mit kubanischer SIM in Kuba ist.
  • SuenaCuba: Aufladung á 500 Pesos für 18,96€. Bezahlung mit Kreditkarte, PayPal und Bitcoin, volle Auswahl und übersichtliche Website.
  • Fonmoney: Aufladung á 500 Pesos für 19,50€. Bezahlung mit Sofortüberweisung und Kreditkarte. Nur 500 und 700 Pesos möglich.
  • Ding: Aufladung á 500 Pesos für 21,40€. Verschiedene Pakete bis 1250 CUP. Bezahlung mit Sofortüberweisung, Kreditkarte, PayPal und GiroPay.

Der schwedische Anbieter Rebtel ist mit Abstand am preistwertesten und funktioniert dabei problemlos & schnell. SuenaCuba bietet zahlreiche Auflademöglichkeiten (unter anderem auch für die Touristen-SIM) und akzeptiert als einziger Bitcoin. Wer ein deutsches Interface möchte, kann auf Fonmoney zurückgreifen. Hier sind die Auswahlmöglichkeiten allerdings begrenzt. Ding.com ist schon lange auf dem Markt und bietet zahlreiche Bezahlmethoden – die allerdings auch ihren Preis haben. Andere bekannte Anbieter wie Ezetop und Recargascuba bewegen sich gebührenmäßig auf ähnlichem Niveau wie Ding, bieten allerdings weniger Bezahloptionen. Uneingeschränkt empfehlen lassen sich derzeit nur die ersten beiden in der Liste, da niemand heute mehr als einen Euro an Gebühren für eine Aufladung zahlen sollte.

Info: Kubas Telefonanbieter ETECSA bietet mehrmals pro Quartal Angebote (promociones), bei denen beispielsweise bei einer Aufladung von 500 Pesos ein Bonus von 1000 Pesos obendrauf kommt. Es lohnt sich also, diese Angebote abzuwarten. Die Aufladedienste informieren darüber auf Wunsch per eMail. Das Bonusguthaben kann nicht weiterverkauft, jedoch innerhalb eines Monats genutzt werden. Datenpakete können nicht über den Bono sondern nur über das normale Saldo gekauft werden. Zur Aufladung des Handyguthabens über die Anbieter die Option „Cubacel“ auswählen.

Banküberweisungen und Geldtransfers
Aufgrund der aktuellen Sanktionslage sind die Möglichkeiten für Überweisungen nach Kuba stark eingeschränkt. Der bekannte Anbieter Western Union hat beispielsweise im Jahr 2020 den Betrieb eingestellt. Die größten Privatkundenbanken auf Kuba sind die Banco Popular de Ahorro (BPA), die Banco Metropolitano (BANMET, nur Havanna) sowie die Banco de Crédito y Comercio (BANDEC). Alle akzeptieren Überweisungen aus dem Ausland und geben Debitkarten aus. Blaue Karten operieren in kubanischen Pesos, während Grüne AIS-Karten (AIS = American International Service) mit US-Dollar arbeiten. Sie lassen sich über die Anfangsziffern der Kartennummer 9225 und 9560 eindeutig identifizieren. Nur diese können für Einkäufe in den entsprechenden Geschäften genutzt werden. Sie werden über den Finanzdienstleister FINCIMEX ausgegeben und können auch ohne Konto genutzt / aufgeladen werden. Die Karte selbst ist kostenlos und ab Beantragung in der Regel nach 4-5 Werktagen (außerhalb Havannas: bis zu 20) abholbereit. Tipp: Zur besseren Übersicht über die Finanzen empfiehlt sich für alle Kunden kubanischer Bankprodukte die Nutzung der App → Transfermóvil.

  • Einige deutsche Banken führen Überweisungen auf kubanische Konten und AIS-Karten durch, u.a. Comdirect, DKB, Commerzbank, Santander und manche Sparkassen. Die Gebühren unterscheiden sich stark und können zwischen 10 und 40€ pro Transaktion betragen. Für Überweisungen werden Konto- bzw. Debit-Kartennummer sowie der SWIFT-Code des kubanischen Geldinstituts (→ Liste) benötigt. Günstig scheinen derzeit die Comdirect (9,90€ pro Überweisung) sowie Santander (12€) zu sein. Verfügbarkeit und Preise können sich jederzeit ändern, deshalb am besten konkret nachfragen und die Leistungen der Banken vergleichen. Bei größeren Summen dürfte sich die Banküberweisung gegenüber den beiden nachfolgenden Anbietern rechnen. Über die Lage in Österreich und der Schweiz verfüge ich leider keine Infos.
  • Enviodinero: Spanischer Anbieter mit Sitz in Mallorca. Bietet Überweisungen auf Bankkonten und kubanische Debitkarten in Fremdwährung. Gebühren (auf AIS): ~11€ bei 100€ / ~47€ bei 500€. Mindestbetrag: 30€, Höchstbetrag pro Überweisung: 1000€.
  • AISremesas: Überweisung an Bankkonten, sowie AIS-Karten in Devisen und Pesos möglich. Gebühren (auf AIS): ~12€ bei 100€ / ~50€ bei 500€. Funktioniert auch aus den USA.
  • Wer mit Kryptowährung umgehen kann, sollte einen Blick auf das Angebot von Bitremesas werfen. Neben Bitcoin werden mehr als 10 weitere Kryptowährungen für Überweisungen auf kubanische Debitkarten und Handysalo-Aufladungen akzeptiert. Handyaufladungen mit Bitcoin bietet auch der Dienstleister Bitrefill an. Die Gebühren fallen dort deutlich niedriger als bei konventionellen Dienstleistern aus.

InfoDie Dauer klassischer Überweisungen von deutschen Banken aus nach Kuba liegt bei mindestens 2 Bankarbeitstagen. Bei Diensten wie AIS-Remesas und Enviodinero nehmen Geldsendungen direkt auf die AIS-Karte rund 5 Werktage für Kunden in Havanna, mehrere Wochen außerhalb in Anspruch. Aufgrund der Währungsreform ist es zuletzt teilweise zu Verzögerungen gekommen. Alle Anbieter verlangen bei der Registrierung eine Video-Identitätsprüfung mit Perso oder Reisepass. Darüber hinaus ist für Geldsendungen auch die Angabe der Personalausweis-Nr. des Empfängers notwendig.

Variante für langfristig: Kreditkarte auf Kuba lassen
Wer auf lange Sicht an einen festen Empfänger Geld überweisen möchte, kann sich überlegen, eine Kreditkarte verknüpft mit einem Zweitkonto auf Kuba zu lassen. Dabei sollte man vorher jedoch AGBs und Preisverzeichnis der Bank checken und ggf. eine schriftliche Vollmacht erteilen, die Einkäufe in den Devisenläden ermöglicht. Als eine der wenigen deutschen Banken bietet die DKB derzeit noch kostenlose Girokonten samt Visacard. Für Aktivkunden (mindestens 700€ Geldeingang pro Monat) gibt es von Seiten der Bank weltweit keine Gebühren bei der Abhebung am Automaten, wobei in Kuba eine pauschale Automatengebühr von 3% erhoben wird. Für Nicht-Aktivkunden werden darüber hinaus pro Abhebung 2,20% des Umsatzes fällig, was immer noch weniger als bei vielen Konkurrenten ist: Filialbanken verlangen oft eine Mindestgebühr von 5€ bei Auslandsabhebungen, daher immer vergleichen. Auch für Touristen ist die Visa-Karte der DKB eine gute Option. Eine Alternative dazu wäre z.B. die Kreditkarte der Hanseatic Bank (kostenlos) und die MasterCard der Reisebank (kostenpflichtet aber anonym, was Bezahlung in Geschäften vereinfacht). Hinweis: Der Straßenkurs des Pesos beträgt derzeit rund 50:1 zum Euro, weshalb man bei Geldabhebungen (die im offiziellen Kurs von 24:1 stattfinden) starke Verluste macht.

Lebensmittel online kaufen
Zusätzlich zu Geldsendungen kann man auch direkt Lebensmittel für Personen in Kuba online kaufen, was Schlange stehen spart und sowohl vom Angebot als auch preislich attraktiv sein kann (Rabattaktionen). Als Zahlungsmittel werden in der Regel Kreditkarten (Visa und Mastercard) akzeptiert. Die Dienste laufen über die staatlichen Supermärkte und Handelsketten, nicht selten werden Hauslieferungen angeboten. Neben Lebensmitteln umfasst das ständig wechselnde Sortiment u.a. eine kleine Auswahl an Elektrogeräten, Möbeln, Baumaterialien und Kfz-Teilen:

Welche Erfahrungen haben Sie bereits mit Geldsendungen nach Kuba gemacht? Kennen Sie bessere / günstigere Anbieter als die hier vorgestellten? Gerne können Sie mit einem Kommentar (oder per eMail) helfen, diesen Artikel auszubauen und aktuell zu halten.

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18 Gedanken zu „Geld nach Kuba senden – aber wie?

  1. Ich schicke regelmäßig Handyguthaben über Rebtel nach Kuba. 500 CUP kosten 18€, es gibt aber immer wieder Angebote mit zum Beispiel mit 1000 CUP als Bonus.

    Überweisung habe ich noch nicht getätigt, aber ich kenne jemanden der regelmäßig über die Sparkasse Geld nach Kuba überweist. Die Gebühren sind wohl immer gleich, deshalb lohnt es sich vor allem bei höheren Beträgen. Ich gebe ihr dann hin und wieder 50€ die sie dann mit rüber überweist.

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  2. empfehlenswert für Geldsendungen nach Kuba (Mastercard-Gold) ist die schwedische Bank TF
    – keine Jahresgebühr usw.
    Karte kann mit einem „ Brief International“ per Einschreiben nach Kuba gesendet werden

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  3. Hallo
    wieder ein super Beitrag von cubaheute! Wir kaufen Lebensmittel über mallhabana.com. Sehr zuverlässig, liefern bis zur Haustür. Angebote wechseln häufig. Tipp: begehrte Sachen wire Jogurt, Waschmittel, Kaffee gleich in den Warenkorb, diese sind nicht lange verfügbar. Anderer Anbieter: Katapulk.com Freunde kaufen dort.

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  4. Super Beitrag!
    Die beste Art und Weise, „Geld“ zu schicken, ist tatsächlich die Aufladung eines Handys, diese kann verkauft werden und damit hat der Empfänger ohne Kosten z.B. sofort 500 Pesos in der Hand. Ich schicke regelmäßig Geld über die örtliche Sparkasse, das kostet mich ca. 10€, allerdings behält die cub. Bank so 30$ als Spesen ein (wenn man „geteilte Gebühren“ wählt). Da ich meistens Beträge ab ca. 300€ überweise, weiß ich nicht, ob es sinnvoll ist, wegen der Spesen unter 100€ auf diese Art und Weise zu zu schicken. Wichtig: die Kartennummer des Empfängers ist nicht dieselbe wie die Kontonummer bei der Bank, das checken viele Cubaner offenbar noch nicht. Außerdem wichtig: es muss sich um ein Dollarkonto handeln, sonst bekommt der Empfänger nur Pesos gutgeschrieben und keine Dollars für den Einkauf in den Dollarläden. Die zum Dollarkonto gehörende cubanische Karte erkennt man an den ersten 4 Zahlen (und offenbar nicht an der Farbe), diese sind immer 9225.
    Das Geld kommt z.Zt. in Habana meist in 2 Tagen an, in der Provinz kann es eine Woche dauern.
    „Kreditkarten auf Cuba lassen“ ?? Diesen Tipp, nach der Währungsreform in Cuba mit einer hier ausgestellten Kreditkarte am Geldautomaten oder in der Bank Geld zu holen, halte ich für überholt! Dort bekommt man Pesos nämlich mit dem offiziellen Wechselkurs von 24p = 1$. Überall auf der Straße etc. gibt es aber zur Zeit zwischen 35 und ?? pesos für einen Dollarschein (entsprechend viel für Euros). Diese Inflation wird sich sicher noch verschlimmern, ich würde als Tourist also ein Bündel 10er oder 20er Euroscheine mitnehmen, was nicht verboten ist, bzw. Geld nur per Überweisung nach Cuba schicken (Die Tricks, 1 $ auf dem Konto in mehr als 24p zu verwandeln, kennen die Einheimischen…)
    Das mit dem Senden von Lebensmitteln muss ich echt mal ausprobieren, ob das auch in Covid-gesperrten Barrios funktioniert ??
    Freue mich auf weitere Tipps
    PS Die App Trasfermovil ist für Cubaner super !!

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    • Wir senden Lebensmittel seit einem Jahr, insgesamt ca 10 Bestellungen zwischen 50 und 150 €. Sind alle angekommen, ohne Verluste, manchmal auch erst nach drei Wochen, Tiefkühlprodukte haben wir uns noch nicht getraut, aber demnächst probieren wirs (mit mallhabana)

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    • Danke für den Hinweis! Habe gerade mal vorbeigeschaut. Website sieht ganz gut aus, aber mit 22,5€ á 500 Pesos gebührenmäßig leider einer der teuersten Anbieter. Da man dabei keinen Mehrwert hat (der Dienst ist immer der selbe, auch die Geschwindigkeit mit der das Saldo in Kuba landet) würde ich Ihnen empfehlen, einmal die günstigeren auszuprobieren :-)

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  5. Pingback: Internet für Touristen auf Kuba – der Stand der Dinge | Cuba heute

  6. Danke für die gute Information! Ich habe in der Vergangenheit über SENDVALUE Geld versendet, bis Dezember ging noch alles. Dann kam irgendwie mal Fehlermeldung. Aber alles Geld ist auf der AIS Karte angekommen. Für deinen Tipp mit den Lebensmitteln: Ich habe darauf hin den supermarket23 ausprobiert. Naja: alles ziiieemlich teuer. Hühnchen, Waschpulver, Kaffe, Jamon, etc…. alles bisher angekommen. (Die Qualität konnte ich nicht prüfen, auch nicht, ob 2 Kg tatsächlich 2Kg sind….) Ich stimme einem „Vorredner“ zu, hier geht alles ziemlich respektvoll zu. Vielen Dank für die Infos….

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  7. Hallo, ich sende Telefonguthaben (immer bei Bonusaktionen) mit Cuba Calls. Habe schon einige Überweisungen getätigt und war sehr zufrieden, geht schnell und zuverlässig.

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