27. Mai 2024

Jetzt nach Kuba reisen? Reisetipps für die aktuelle Lage

Nachdem sich Kuba mit Ende der Pandemie wieder für den Tourismus geöffnet hat, kehren die ersten Urlauber zurück. Fluglinien und Reiseveranstalter haben ihr Angebot erweitert. Die wirtschaftliche Situation ist jedoch weiterhin schwierig, was manche davon abhält, der Insel einen Besuch abzustatten. Grund genug für „Cuba heute“, einen Blick auf die aktuelle Lage für Reisende zu werfen. Denn Urlaub in Kuba ist heute nicht nur möglich, sondern kann auch auf eigene Faust wieder gut umgesetzt werden. Es locken atemberaubende Strände, Geschichte, Kultur und natürlich Kubas größter Schatz: seine Menschen. (Stand: April 2024)

Mit den hier aufgelisteten Tipps und Hinweisen, sollen einige wichtige Basisinfos für Individualreisende in stets aktualisierter Form festgehalten werden. Wer vorhat seinen Kuba-Urlaub überwiegend im Hotel zu verbringen und nur einzelne Tagesausflüge zu unternehmen, kann sich mit vielen der besprochenen Themen oberflächlicher auseinandersetzen. Damit entgeht einem allerdings ein Großteil der Erfahrungen, die Kuba als Reiseland zu bieten hat.

Versorgungslage: Was muss ich wissen?

Kubas Wirtschaft befindet sich in einer schweren Krise. Zwei Jahre Pandemie (mit dem Einbruch des Tourismus als wichtiger Devisenquelle), die Verschärfung von US-Sanktionen unter Donald Trump und hausgemachte Verzögerungen beim Reformprozess haben das Bruttoinlandsprodukt um 13 Prozent einbrechen lassen. Mittlerweile ist die Wirtschaft auf verhaltenem Wachstumskurs, bis der Lebensstandard wieder Vor-Corona-Niveau erreicht, dürfte jedoch noch einige Zeit ins Land gehen.

Für Reisende bedeutet dies, dass einige Dinge des täglichen Bedarfs nicht oder nur über zeit- bzw. kostenintensive Umwege erhältlich sind. Hierzu zählen vor allem manche Hygieneprodukte und Medikamente. Es gilt daher neben einer kleinen Reiseapotheke auch die für die Reisedauer benötigten Hygieneprodukte einzupacken. Auf jeden Fall mitführen sollte man Dinge wie Sonnencreme, Insektenschutz, Paracetamol, Deodorant, Duschgel, ggf. Menstruationsutensilien sowie Mittel gegen Magenverstimmungen und Durchfall, der häufigsten Reisekrankheit auf Kuba.

Die wirtschaftliche Situation ist schwierig, jedoch kein Vergleich zu den 1990er Jahren“ sagt Luckas Winter, der seit mehreren Jahrzehten private Touren in Kuba durchführt und das Land wie seine Westentasche kennt. Anders als damals sei heute das meiste gegen Geld doch irgendwie zu bekommen, was gerade für den Tourismus ein wichtiger Punkt ist, so Winter im Gespräch mit „Cuba heute“. Seit der weiteren Öffnung des Privatsektors im Herbst 2021 sind inzwischen viele neue Geschäfte hinzugekommen, die den staatlichen Devisenländen Konkurrenz machen. Vielerorts sind kleine Lebensmittelgeschäfte und Tante-Emma-Läden entstanden, die neben Tiefkühlwaren auch einige Produkte anbieten, die früher nicht einmal in CUC-Läden erhältlich waren. „Inzwischen wird fast alles in der Landeswährung verkauft, das Sortiment auf den privaten Märkten ist üppig und teilweise größer als vor der Krise“, berichtet Winter. Entlang des informellen Wechselkurses ist das Presniveau vergleichbar oder günstiger wie vor der Währungsreform.

Angebot in einem privaten Lebensmittelgeschäft in Havanna

Aktuelle Beispiele auf Basis des Straßenkurses vom 16. April: Der Preis für 1,5 Liter Wasser liegt in Havanna aktuell bei etwa 250 Pesos (0,70€). Wenn man ihn findet, kauft man am besten den 5-Liter-Kanister für 2€ im Devisengeschäft. Als Alternative greift man auf frisch gepressten Fruchtsaft und abgekochtes Leitungswasser in der Pension zurück. Das Angebot an tropischen Früchten und Gemüse auf den Bauernmärkten ist reichhaltig, für Touristen sind die Preise (rund 250 Pesos ≈ 0,70€ für eine große Avocado; 145 Pesos ≈ 0,40€ für eine Ananas) erschwinglich. Bier war lange Zeit schlecht verfügbar, mittlerweile ist der Gerstensaft dank neuer Außenhandelserleichterungen über Direktimporte praktisch überall erhältlich und kostet auf der Straße 200-280 Pesos (0,60 bis 0,80€) für 0,35 Liter. Auf ähnlichem Niveau bewegt sich der Preis für eine Dosa Cola oder Limonade (refresco). Ein Liter Speiseöl ist für etwa 1100 Pesos (3€) erhältlich, ein Karton mit 30 Eiern kostet in Havanna mittlerweile 3300 Pesos (9,20€).

Restaurants, Museen, Nachtclubs und andere Einrichtungen haben trotz Energiekrise regulär geöffnet. „Angebot und Qualität der Gastronomie haben sich in den letzten Jahren stark verbessert“, sagt Winter, der sich gerade in der östlichen Stadt Baracoa aufhält. Man muss sich allerdings insbesondere in staatlichen Restaurants und Hotels darauf einstellen, dass nicht immer alles verfügbar ist, was auf der Karte steht. In allen Teilen des Landes haben seit der Einführung kleiner und mittlerer Unternehmen neue Restaurants, Bars, Bäckereien und andere Geschäfte eröffnet. Das Angebot in Landeswährung wächst und die zunehmende Konkurrenz sorgt insbesondere in Havanna für deutlich mehr Abwechslung. Winter empfiehlt, aufgrund großer Preisunterschiede stets das Angebot zu vergleichen und sich bei Restaurants im Zweifelsfall immer die Karte zeigen zu lassen. „Wenn einem eine Speisekarte in Euro vorgelegt wird, sollte man kritisch werden und nach dem Wechselkurs fragen“, sagt Winter. Oft stimmen Preise und Qualität dann nämlich nicht überein. Besser ist es, in Restaurants und Geschäften ausschließlich mit der Landeswährung zu zahlen. Einige Richtwerte: Während ein Abendessen in einem preiswerten Restaurant zwischen 700 und 1400 Pesos (ca. 2 bis 4€) kostet, werden in teureren Lokalen bis zu 4000 Pesos (ca. 11€) für ein Hauptgericht aufgerufen. Ein Kaffee kostet auf der Straße mindestens 10 Pesos (ca. 0,03€), ein einfaches Mayonaisebrötchen gibt es ab 70 Pesos (0,20€), ein Fleischgericht mit Reis für rund 1000 Pesos (ca. 3€) und ein Mojito kostet etwa 250 bis 400 Pesos (ca. 0,8 bis 1,2€).

Casa-Frühstück in Baracoa (Quelle: Luckas Winter)

Hotels werden zwar bevorzugt beliefert, allerdings sollte man sich derzeit auf manche Einschränkung im Angebot einstellen. Privatpensionen („Casas particulares“) schaffen es stets, üppige Portionen auf die Teller zu zaubern und bieten ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. „Auch bei Themen wie Getränkekauf und Transport wird einem immer geholfen. Die Casas tun wirklich alles, damit es ihre Gäste so angenehm wie möglich haben“, sagt Winter.

Aufgrund der US-Sanktionen sind Unterkünfte in Kuba bei bekannten Portalen wie Booking.com außen vor, gute Casas findet man jedoch einfach über einschlägige Websites oder im Reiseführer (→ siehe Linkliste). Airbnb und Hostelworld funktionieren mittlerweile, allerdings ist zum Abschluss der Buchung bei Airbnb von Kuba aus ein VPN nötig.

Ein Problem ist die → Stromversorgung. Auch wenn sich die Lage etwas gebessert hat, kann es noch immer örtlich zu mehrstündigen Stromabschaltungen kommen. Das kann vor allem Nachts nervig sein, wenn weder Ventilator noch Klimaanlage laufen. Havanna und Touristenorte wie Varadero sind etwas weniger stark betroffen, Hotels verfügen in der Regel über Notstromaggregate. Im Herbst werden die Nächte auch ohne zusätzliche Kühlung erträglich. Die Stromabschaltungen werden vorab angekündigt und sind in der Regel so verteilt, dass Haushalten und Gastronomie um die Hauptmahlzeiten herum ein Zeitfenster zum kochen bleibt. Es ist ratsam, mit einer Powerbank fürs Smartphone vorzusorgen. Damit kann man auch einen Mini-Ventilator über USB betreiben. Wer verantwortungsvoll reist, hilft mit beim Energiesparen und versucht z.B. die Klimaanlage nicht nach kubanischer Sitte auf 16 Grad laufen zu lassen 😉

Wie ist das mit dem Geld?

Eine Kundin kauft Euro in einer Wechselstube auf Kube

Wer nach Kuba reist, sollte unbedingt ausreichend Bargeld mitnehmen. Mit ausreichend ist im Fall von Individualtouristen mindestens 70 Prozent der geplanten Ausgaben gemeint. Geldautomaten sind außerhalb Havannas noch immer rar gesät und schlecht bestückt, zudem kommt der deutlich schwächere offizielle Wechselkurs zum Einsatz. „Lieber mehr Bargeld einplanen und wieder mitnehmen, als am Ende ohne dazustehen“, empfiehlt Winter. Entgegen noch immer zirkulierender Gerüchte braucht man nach Kuba keine US-Dollar mitzunehmen. Euro, Schweizer Franken, Britische Pfund und andere Devisen werden genau so gerne genommen. Bargeld kann bis zu einer Summe von 5000 USD (bzw. dem Äquivalent in anderen Währungen) ohne Anmeldung mitgeführt werden, größere Beträge müssen beim Zoll deklariert werden. → Basisinfos zum Thema Geld und Wechselkurs in Kuba

Darüber hinaus sollte man nicht ohne internationale Kreditkarte (Visa/Mastercard) nach Kuba reisen, die man für Zahlungen in Hotels und an Tankstellen, für Fernbusse, Einkäufe in Devisengeschäften, Inlandsflüge und Buchungen bei lokalen Reiseveranstaltern benötigt. EC-Karten funktionieren auf Kuba nicht. Wer keine Kreditkarte besitzt, kann sich z.B. bei Hanseatic oder Barclays eine solche kostenlos besorgen. Alternativ kann man in der Wechselstube (CADECA) vor Ort eine Prepaid-Devisenkarte („Tarjeta Clásica“) erwerben, die sich mit beliebigen Beträgen aufladen lässt. Für die Buchung eines Mietwagens ist immer eine Kreditkarte erforderlich.

Viele Standardpreise für Touristen haben sich trotz Währungsreform und Inflation kaum verändert: eine Casa-Übernachtung schlägt je nach Lage und Saison mit 15-25 Euro zu Buche, Frühstück gibt es für fünf, Abendessen für rund zehn Euro. Laut Gesetz dürfen Bargeldtransaktionen nur in Pesos stattfinden, Privatpensionen und Taxifahrer bevorzugen allerdings oft Euro und andere Devisenwährungen. Dies gilt insbesondere in klassichen Touristengegenden wie Trinidad und Varadero. Man kann jedoch auch dort in vielen Fällen alternativ mit der Landeswährung bezahlen, was in der Regel günstiger ausfällt. Als Faustregel lässt sich sagen: Casas und Überlandtaxis in Euro, alles andere möglichst in kubanischen Pesos bezahlen.

Transport für Touristen

Die Transportsituation ist weiterhin angespannt. In jüngster Zeit hat sich jedoch die Verfügbarkeit von Treibstoffen aufgrund eines neuen Preismodells verbessert. Staatliche und private Kollektivtaxis verkehren wie gewohnt, man sollte sich bei Überlandfahrten am besten bereits einen Tag vorher um eine Mitfahrgelegenheit kümmern. In Havanna werden am Busbahnhof in Vedado auch direkt Fahrten vermittelt. Überlandtaxis („Taxis colectivos“) lassen sich mittlerweile bequem über Online-Vermittlungsportale wie „Cuba Taxi“ (Facebook / Telegram) buchen. Anfragen sind auch auf Englisch möglich. Die Strecke Havanna-Santiago kostet rund 30.000 Pesos (90€), Havanna-Trinidad 12.000 Pesos (35€), Havanna-Varadero und Viñales jeweils 9000 Pesos (25€). Günstiger geht es mit der klimatisierten Fernbuslinie „Víazul“, die mehrmals pro Woche alle größeren Städte ansteuert. Die Fahrpläne können sich kurzfristig ändern und sollten mit einigen Tagen Vorlauf geprüft werden. Von Havanna aus kostet die Fahrt nach Viñales 12€, Santa Clara 18€, Trinidad 21€ und nach Santiago de Cuba sind es 56€. Reiseauskunft und Onlinebuchung unter: https://viazul.wetransp.com/ (die mancherorts noch genannte Domain viazul.com ist nicht mehr aktuell!). Baracoa wird aktuell von Víazul nicht angesteuert, hier muss man sich selbst um einen Transport kümmern (z.B. auf Anfrage bei Transtur oder private Taxis ab Santiago oder Guantánamo).

Mietwägen sind auf Kuba tendenziell knapp und sollten mehrere Wochen im Voraus gebucht werden. Für die Übernahme sollte ausreichend Zeit (90 Minuten) eingeplant werden, da es zu Wartezeiten kommen kann. In Havanna hat der Standort am Flughafen die größte Flotte. Es empfiehlt sich den Tank mindestens halbvoll zu halten, denn nicht überall gibt es das benötigte „Especial“-Benzin mit 94 Oktan. „Von Havanna bis Holguín gibt es mit dem Mietwagen derzeit keine Probleme. Im Osten des Landes ist es etwas schwieriger, aber auch hier findet man immer irgendeine Tankstelle, die gerade Benzin hat“, berichtet Winter. Seit dem 1. März 2024 können Touristen mit Mietwagen an einer der landesweit 30 Devisentankstellen (→ Liste) tanken, wo die Verfügbarkeit gut ist. Dort kostet der Liter Superbenzin 1,30 US-Dollar, der Liter Diesel 1,10 US-Dollar. Bezahlt wird ausschließlich bargeldlos mit Karte oder vor Ort erhältlichen Coupons. Weitere Tipps zum Thema Mietwagen in Kuba gibt es in diesem Interview bei Touristik-Aktuell.

In Havanna von A nach B kommt man am besten mit der App „La Nave“ (iOS/Android). Das „kubanische Uber“ vermittelt innerhalb der Hauptstadt rund um die Uhr transparent bepreiste Fahrten zu günstigen Konditionen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man Handynummer und Nummernschild des Fahrers angezeigt bekommt, aufgrund des Bewertungssystems kann man immer mit einem professionellen Service rechnen. Der Preis für Kurzstrecken unter 5 Kilometer, beispielsweise vom Kapitol zur Coppelia, fängt ab 1400 Pesos (4€) an. Dank der automatischen Vermittlung und GPS-gestützter Abholung ist die App auch (und insbesondere) für Personen ohne Spanischkenntnisse uneingeschränkt zu empfehlen. Voraussetzung ist mobiles Internet, das man am einfachsten über eine → kubanische SIM-Karte nutzt, die in jeder Filiale („Telepunto“) der staatlichen Telefongesellschaft ETECSA gegen Vorlage des Reisepasses für 1000 Pesos (3€) erhältlich ist. Während Hotels über WiFi verfügen, trifft dies auf die meisten Privatpensionen (noch) nicht zu. Das schnelle LTE-Netz ist mittlerweile landesweit gut ausgebaut, Mobildaten sind deutlich preiswerter als in Deutschland (2,5€ für 16 GB). Bei längeren Aufenthalten kann es sinnvoll sein, sich vorher mit dem → Thema VPN auseinandergesetzt zu haben.

Zahlreiche Fluglinien haben ihre Verbindungen nach Kuba wieder aufgenommen, auch Provinzflughäfen werden wieder angesteuert. Zwischen Havanna, Santiago de Cuba und anderen Orten gibt es wieder Inlandsflüge (Preis Havanna-Santiago: ca. 200€, bzw. 315€ für Hin- und Rückflug), die sich online über die Website der Fluggesellschaft Cubana finden und dort auch direkt gebucht werden können. Fernzüge sind preiswert und mit Warteliste verfügbar, alle vier Tage verkehrt ein Zug zwischen Havanna und Santiago mit klimatisierten Abteilen. Seit Sommer 2023 werden die meisten Regionalverbindungen und Nebenstrecken auf der Schiene zwar spärlich, aber wieder regelmäßig bedient. Der Touristen-Zug im „Valle de los Ingenios“ (deutsch: Tal der Zuckermühlen) in Trinidad hat bereits 2022 den Betrieb wieder aufgenommen. Er fährt jeden Morgen ab 9:30 Uhr von Trinidad bis zur alten Plantage Guachinango und kehrt von dort aus ab 14:30 Uhr in die Stadt zurück. Im August 2023 ging eine neue Autofähre zwischen dem Hauptarchipel (Start in Batabanó) und der Insel der Jugend in Betrieb.

Sicherheit

Trotz der Krise ist Kuba weiterhin ein sehr sicheres Reiseland. Die Zahl schwerer Gewaltverbrechen ist im lateinamerikanischen Vergleich extrem niedrig und es gibt kaum organisierte Kriminalität. Die häufig gestellte Frage, ob man sich als Tourist heute sicher im Land bewegen kann, kann grundsätzlich klar mit einem „Ja“ beantwortet werden. Dennoch muss man feststellen, dass sich die Sicherheitslage in den letzten Jahren, insbesondere in den großen Städten Havanna und Santiago, spürbar verschlechtert hat. Taschendiebstähle und Überfälle sind häufiger geworden. Es ist ratsam, nach Sonnenuntergang nicht mehr länger als nötig in den Straßen der größeren Städte unterwegs zu sein und z.B. lieber mit dem Taxi nach Hause/zu einem Ort zu fahren, als angetorkelt zu nächtlicher Stunde quer durch Centro Habana zu laufen. Dunkle Gassen ohne Straßenbeleuchtung sollte man meiden und alles was nicht benötigt wird (Kreditkarten, wichtige Dokumente, etc.) bei abendlichen Aktivitäten in der Unterkunft lassen. In Havanna hilft die App „La Nave“ (siehe Abschnitt zum Transport) mit direktem Tür-zu-Tür-Transport sehr gut weiter. Am Strand sowie auf Reisen in Bus oder Zug sollte man die Wertsachen stets im Blick haben.

Einreise

Mit dem Ende der allgemeinen Maskenpflicht wurden im Mai 2022 praktisch sämtliche Corona-Maßnahmen aufgehoben. Über 90 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft, 78 Prozent haben mindestens eine Auffrischungsimpfung erhalten. Die Einreise ist wieder ohne Test und Impfzertifikat möglich. Wie bereits vor der Pandemie wird für die Einreise ein Visum („Touristen-Karte“) und eine Auslandsreisekrankenversicherung mit Nachweis auf Spanisch benötigt.

Die Gültigkeit des Touristenvisums wurde am 1. November 2022 von 30 auf 90 Tage erweitert, eine einmalige Verlängerung auf 180 Tage in der lokalen Migrationsbehörde (→ Büro der „Dirección de Inmigración y Extranjería“ in Havanna) ist möglich. Wer vorhat unmittelbar nach Kuba die USA zu besuchen, sollte wissen, dass nach einer Kubareise für die Einreise in die USA ein Visum beantragt werden muss. Ein ESTA-Antrag darf aufgrund geltender Sanktionen nicht mehr gestellt werden.

Seit dem 23. Januar 2023 müssen Besucher unabhängig vom Typ ihres Visums eine digitale Einreiseanmeldung über das Webportal „D’Viajeros“ vornehmen, was in wenigen Minuten erledigt ist. Das Formular kann frühestens 48 Stunden vor Abflug ausgefüllt werden. Wer sich unsicher ist, kann mit einem fiktiven Datum einmal alles durchspielen. Informationen zum Impfstatus können leer bleiben. Bargeld muss nur angemeldet werden, wenn der mitgeführte Betrag 5000 USD oder das Äquivalent in einer anderen Währung überschreitet. Ein Ausdruck ist nicht erforderlich – es reicht, wenn der QR-Code auf einem digitalen Endgerät vorgezeigt wird ( Videotutorial zum Formular).

Fazit

Manche Hinweise werden dem ein- oder anderen Kuba-Urlauber bekannt vorgekommen sein: Nicht alles hat sich in den letzten Jahren verändert, einige Dinge waren auch schon vor Währungsreform und Corona ein guter Rat. Mit der obigen Sammlung dürften sich jedoch insbesondere Individualtouristen besser auf ihre Reise vorbereiten können. Wer das Land auf eigene Faust erkundet wird trotz der schwierigen ökonomischen Lage, oder möglicherweise auch deswegen, unvergessliche Eindrücke erleben. Für Pauschaltouristen sind nicht alle der gennaten Punkte gleichermaßen relevant.

Kuba-Kenner Luckas Winter ermutigt dazu, trotz mancher Unzulänglichkeiten die Insel zu erkunden. „Die Kubaner freuen sich, dass der Tourismus jetzt langsam hochfährt. Und auf diese Weise kann man dazu beitragen, dass es dem Land wieder besser geht. Von der Putzfrau im staatlichen Hotel über den Landwirt bis hin zum privaten Restaurant profitiert fast jeder in irgendeiner Weise vom Fremdenverkehr“, sagt Winter.

Was sind eure Erfahrungen? Seid oder wart ihr vielleicht gerade auf Kuba und habt Tipps hinzuzufügen? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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22 Gedanken zu “Jetzt nach Kuba reisen? Reisetipps für die aktuelle Lage

  1. Ich bin Ende Oktober in Varadero. 3 Wochen in einer Casa paricular. Hatte schon etwas Sorge wegen der Versorgungslage, bin nach Lesens dieses Berichts aber wieder beruhigt und freue mich jetzt einfach auf eine schöne Zeit in Kuba

  2. Wir waren von November 2021 bis Januar 2022 in Havanna in einer Casa. Es herrschte überall noch Maskenpflicht. Als Berliner wussten wir noch, wie die Versorgung zur Zeit der Mauer auf der anderen Seite war. In Kuba war es für Kubaner deutlich schlechter. Wer keinen Zugang zu Devisen hat, steht mit fünfhundert Personen nach Waschmittel, Hühnchen oder Eier an. Das ist DDR 1960. Für uns war alles erschwinglich und erhältlich. Doch wir haben keine besonderen Ansprüche, wie Sekt zu Silvester. Wir waren zum Baden und erholen da, das ist uns auch erfolgreich gelungen. Alle Krankheiten und Wehwehchen waren zu Hause geblieben. Der Tumormarker ist insgesamt um 200 Punkte gesunken. Wir fliegen im Januar 2023 erneut.

  3. Ich war im August 2 Wochen in meinem Haus in Las Tunas. War eher ungemütlich. 12 Stunden pro Tag ohne Strom, in der Regel Zyklen von 5 Stunden mit und 5 Stunden ohne Strom und dies bei 36 Grad Aussentemperatur. Auch jetzt im September ist die Situation noch nicht besser. Das grösste Problem ist zudem die Inflation. Mitte August hatte ich noch Euros für 129 CUP gewechselt, inzwischen liegt der informelle Kurs bei 180 (www.eltoque.com). Die neuen Bankenkurse vom 4. August 2022 kann man somit vergessen, Wechseln auf der Bank ist ein riesiges Verlustgeschäft.

    1. Dass der Wechsel bei Banken „ein riesiges Verlustgeschäft“ ist, sehe ich nicht so: Zwischen dem informellen und dem offiziellen Kurs liegen aktuell 35 Prozent Unterschied, das stimmt. Wenn man aber die Peso-Preise (siehe die Beispiele in diesem Artikel) mit dem offiziellen Kurs umrechnet, kommt man ziemlich genau auf die Nettopreise von vor der Währungsreform. So lange dieses Verhältnis in einem vernünftigen Rahmen gewahrt bleibt, lohnt es sich nicht, das Risiko des informellen Tauschens einzugehen, zumal man dafür seit der Reaktivierung der CADECAs und dem neuen offiziellen Kurs heute deutlich weniger Verständnis von den Behörden erwarten können wird.

  4. Wir waren den ganzen August unsere Familie in Guantanamo besuchen und ich kann nur bestätigen was im Bericht geschrieben wurde. Allerdings kann ich im Moment keines guten Gewissens Kuba für Indivualreisende empfehlen. Wer kein Spanisch kann und keine Verwandten dort hat fällt komplett auf die Nase und wird die ganze Zeit über den Tisch gezogen. Da viele Dinge wirklich nur auf der Straße zu bekommen sind ist man komplett abhängig von den Leuten vor Ort und braucht einen sehr dicken Geldbeutel. Wer das will kann es gerne ausprobieren ansonsten zur Zeit nicht zu empfehlen.
    Die Versorgungslage mit den Grundlegenden Dingen für Ausländer wie Wasser, Klopapier auch Deo und Duschgel, Bier usw. ist wie immer gewährleistet, mit Schlange stehen inklusive. Da nicht so viele Menschen wie in Havanna dieselben Produkte wollen gibt es immer alles notwendige. Der Vorteil der Provinz.
    Sehr zu empfehlen sind aufladbare Geräte aller Art (Mini Ventilator, da Moskitos einen nicht stechen solange ein Ventilator läuft ) wegen der Stromausfälle. Moskitonetz und wirklich eine sehr gute Notfall Apotheke. Ich würde in keinem Fall auf medizinische Versorgung im Notfall vertrauen, wenn man nicht im Allinclusive Urlaub weilt.
    Ansonsten genießen und loslassen

  5. Hola,
    als häufiger und Langzeit-Kuba-Besucher mache ich auf eine neuere Regelung aufmerksam, die Touristen, nachdem sie (auch zu früheren Zeiten) auf Kuba waren, die USA besuchen wollen, betrifft.

    KEINE EINREISE IN DIE USA, WENN MAN IN KUBA WAR?

    Der nachfolgende Link bestätigt das, was auch andere Medien (u.a. The Guardian) berichteten:

    https://www.kubakunde.de/dossiers/keine-einreise-in-die-usa-wenn-man-in-kuba-war

    Sollte man wissen, wenn man vorhat, irgendwann die USA zu besuchen.
    Vielleicht hat Marcel Kunzmann dazu noch weitere Informationen oder Anmerkungen ….

    Mucha suerte!

      1. Das sieht in meinem Reisepass allerdings anders aus. Ich habe jedesmal die Stempel bekommen.
        Habe allerdings nie ausdrücklich insistiert.

        Vielleicht sollte man den aktuell Reisenden das empfehlen …

  6. Möchte darauf hinweisen das ich 2 Bekannte kenne die trotz Stempel im Reisepass in die USA einreisen durften, das hängt wohl vom Beamten ab ob er die Einreise verhindern möchte, vielleicht hatte er auch gar nicht auf die/den Stempel geachtet.
    Die USA halten sich wohl alle Möglichkeiten offen.

  7. Ich freue mich schon auf meine nächste Cuba-Reise. Sie wird allerdings erst stattfinden, wenn ALLE nach den Protesten des 11.07.2021 Verurteilten FREI sein werden.

    1. Geht mir genau so.
      Das hat das Fass zu überlaufen gebracht. Monatlich dort ca. 1500€ zu investieren, von denen das System mindestens 80% einsteckt und die Unterdrückung jeglicher Opposition und Meinungsfreiheit finanziert.
      Dazu nun auch noch die tendenziöse (Nicht-)Berichterstattung über den Ukraine-Krieg.
      Ich unterstütze nur noch Dissidenten und Ausreisewillige.

  8. Warum soll ich denn jetzt meine Freunde/ Bekannte nicht mehr unterstützen, nur weil sie nicht ausreisen möchten oder Dissidenten sind, das entschließt sich mein Verständnis.
    Wobei dank der hiesigen Politik muss ich mich schon einschränken, absolut hohe Energiepreise und an den EURO mag ich auch nicht denken.
    Das heißt nur noch Holzklasse und eine Reise weniger.
    Es gibt ja schon Leute die sagen das der EURO in einigen Jahren nur noch 50 Cent zum Dollar wert ist.

    1. Nicht, dass Sie mich missverstehen.

      Ich unterstütze meine Freunde (die mindestens im Herzen alle Dissidenten sind) auch weiterhin.
      Aber von hier. Da haben sie mehr von.

      Wenn ich das in Kuba machen würde, profitierte dieser repressive, putinfreundliche und undemokratische Staat zu sehr davon.
      Ich kaufe auch keine Waren, mit denen ich Kinderarbeit unterstützen würde.
      Oder Waren aus China.

  9. ich war im September 22 für 3 Wochen in Trinidad. Ja, der Strom fällt täglich für mehrere Stunden aus. Das Internet bricht dann auch zusammen. Es gibt wenig Essen zu kaufen, aber man verhungert nicht. Auf der Straße gibt es Früchte, Okraschoten, Paprika, Bohnen und Brot für wenige Peso. Manchmal auch Fleisch. Mojito für 1-2 €. Rum 1 Liter für 7-8€. das Kollektiv Taxi zum Strand 2€ hin und zurück, im normalen Taxi 20€. das unterstütze ich nicht. Es gibt viel Armut, aber noch sind die Menschen so freundlich und hilfsbereit wie ich es gewohnt bin. jeder Tourist kann so viel gutes bewirken, wenn er sich außerhalb des Hotels bewegt. Natürlich wird man auch mal bei Preisen auf dem Markt überrumpelt. Doch hier geht’s ums Überleben. Wenn ich im Lotto gewinne, dann würde ich als erstes einen Solarpark bauen für alle -denn Sonne gibt es immer in Kuba, und eine Essensausgabe für die Ärmsten und Kinder errichten. Für mich gibt es kein schöneres Land mit seiner wunderbaren Flora und kein schöneres Meer. Uralte Gebäude und historische Autos in Betrieb. Und dann ist da noch die Musik, an jeder Ecke Salsa. Manchmal tanzt man auch einfach auf der Straße, das Einzige was den Menschen nicht genommen werden kann. Und wenn ich den Menschen in die Augen schaue, ist es warm, symphatisch und ich bin willkommen. Wenn du nach Kuba reist, sei offen und lass dich auf das Land ein. Bereite dich gut vor, ich kann hier Cuba Buddy empfehlen. Dort kann man auch das notwendige Visum bestellen. Kuba ist ein Abenteuer und wird immer unvergesslich bleiben ☀️la vida es bella

  10. Die Wahl der Protagonisten sind für jemanden, der Journalismus betreiben will, essenziell, denn diese können Glaubhaftigkeit und Seriösität unerfüttern. Aber auch das Gegenteil ist möglich und da frage ich mich schon, wie man da ausgerechnet auf den im Text angesprochenen Herrn kommt, der in den letzten 2 Jahren quasi zu keinem Zeitpunkt Probleme oder gar Risiken für Individualtouristen sehen wollte. Aber vielleicht kommt das ja daher, dass er selbst regelmäßig geführte Reisen organisiert?

      1. *Mustopf natürlich
        Es stünde dir auch hier besser zu Gesichte, dich inhaltlich zu äußern, so wie du das auch im Kubaforum nie sinnvoll getan hast.

  11. Für die Einreise in die UISA benötigt man einen ESTA-Antrag und dort steht neu:

    If I traveled to Cuba?

    Wie wirkt sich Kubas Bezeichnung als staatlicher Sponsor des Terrorismus auf meine Reise in die Vereinigten Staaten mit meiner genehmigten ESTA aus?
    Wenn festgestellt wird, dass ein Reisender ein Land besucht hat, das als staatlicher Sponsor des Terrorismus bezeichnet wurde, ist der Reisende nicht mehr berechtigt, am Visa Wavier-Programm teilzunehmen und muss ein Visum für die Einreise in die Vereinigten Staaten beantragen.

  12. Ich war sehr enttäuscht dieses Jahr von meiner 3 wöchigen Havanna Kuba Reise. Viele unfreundliche Menschen die es auch nie lernen werden einen bezahlten Service zu bieten. Zwei mal bestohlen und ausgeraubt worden Abends auf den Straßen von Havanna, die Polizei hat aktuell Angst vor den Banditen und macht gar nichts mehr wie früher als Souverän. Die Leute lästig und noch viel viel aufdringlicher wie früher, da lässt sich nichts mehr „schönreden“!

    Ich könnte noch sehr viel schreiben, doch Cuba Havanna ist aktuell ein NoGo! in 5 Jahren mal wieder oder besser NIE Wieder ! MFG

    1. Genauso hat es mir mein Reisebüro gschildert und mich vor einer Kuba Reise gewarnt.
      War schon ca. 10x da , das letzte mal 2019 und konnte es gar nicht glauben,
      aber die idiotische Geldpolitik und überzogene Corona Massnahmen haben wohl dazu geführt!

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